Liebe Patienten & Angehörige,

 

im Asklepios Klinikum Harburg  

  • Sind rund 80 % der Mitarbeiter*innen geimpft
  • Wird jede*r Mitarbeiter*in wöchentlich getestet
  • Werden alle Patient*innen getestet

 

Folgende Regelung sollte dabei gelten: Es wird je 1 Besucher für maximal 1 Stunde zugelassen.

  • Bei Verdacht auf eine Corona-Infektion rufen Sie bitte vorab den Ärztlichen Bereitschaftsdienst an: ► Wählen Sie 116 117
     
  • In medizinischen Notfällen (Schlaganfall, Herzinfarkt etc.) begeben Sie sich bitte weiterhin unmittelbar in Behandlung! Ein mögliches Corona-Infektionsrisiko wird in unserer Klinik mit allen Mitteln reduziert.
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Herzschrittmacher (Device)-Therapie

Die Herzschrittmacher-Therapie ist seit den siebziger Jahren ein Schwerpunkt der Kardiologie im Asklepios Klinikum Harburg, das mit zu den ersten Implantationszentren in Hamburg gehörte. Im Laufe der Jahre ist es zu einer rasanten Entwicklung gekommen, die unseren Patienten heute ein breites Angebot an Therapiemöglichkeiten bei unterschiedlichsten Herzerkrankungen bietet.

Device Therapie 1

Unser Spektrum umfasst die Implantation und auch Explantation jeglicher Ereignis-Rekorder, Herzschrittmacher, implantierbarer Defibrillatoren (ICD), kardiale Resynchronisationssysteme (CRT) und Systeme zur kardialen Kontraktilitätsmodulation (CCM).

In unserer Spezialambulanz für Herzschrittmacher und Defibrillatoren betreuen wir jedes Jahr etwa 6000 Patienten. Die Vor- und Nachsorge von implantierten Systemen finden in der Regel alle 3 bis 9 Monate statt.

Herzrhythmusstörungen

Zu langsamer Herzschlag - Herzschrittmachertherapie (SM)

Device Therapie 2

Herzschrittmacher schützen das Herz bei allen zu langsamen Herzrhythmusstörungen zuverlässig vor längeren Pausen oder Aussetzern und verhindern so Schwindel, Bewusstlosigkeiten oder Leistungsschwäche.

Wann braucht man einen Herzschrittmacher?

Ein zu langsamer Herzschlag, sogenannte Bradykardien, werden meist durch eine Erkrankung des Taktgebers (Sinusknoten) oder des Überleitungspunktes zu den Herzkammern (AV-Knoten) ausgelöst. Diese treten gehäuft mit zunehmendem Lebensalter oder nach Eingriffen am Herzen auf. Die Notwendigkeit für einen Herzschrittmacher ergibt sich aus der Behandlung von Beschwerden, die durch einen zu langsamen Herzschlag auftreten können (z.B. Schwindel, Bewusstseinsverlust oder eingeschränkte Belastbarkeit) oder zur Verlängerung des Lebens (Prognose). Eine medikamentöse Behandlung von Bradykardien ist in der Regel nicht oder nur zeitlich stark eingeschränkt möglich.

Wie arbeitet ein Herzschrittmacher?

Bei der Implantation eines Herzschrittmachers werden Sonden über eine Armvene in das rechte Herz (Vorhof und/oder Herzkammer) eingeführt und anschließend an einen Herzschrittmacher angeschlossen. Die Aufgabe des Herzschrittmachers ist es, über die Sonden den eigenen Herzschlag zu erkennen und bei Bedarf durch einen kleinen Stromimpuls eine Erregung im Herzen zu erzeugen. Die modernen Herzschrittmacher greifen nicht ein, wenn das eigene Herz selbst ausreichend schnell ist, sondern erst wenn es zu langsam schlägt.

Wie verläuft die OP?

Eine Herzschrittmacher-Implantation ist eine kleine Operation in rein örtlicher Betäubung (nur auf Wunsch auch Kurznarkose möglich), bei der ein ca. 4 bis 5 cm langer Schnitt in der Grube nahe der (meist linken) Schulter gemacht wird. Durch diesen Schnitt wird die gesamte Operation durchgeführt. Zunächst wird eine kleine Tasche unterhalb des Fettgewebes der Haut mit genug Platz für das Gerät geschaffen. Im nächsten Schritt wird die Schulter- oder Schlüsselbeinvene verwendet, um je nach Art des Herzschrittmachers 1 oder 2 Sonden unter Röntgen-Durchleuchtung bis zum Herz vorzuschieben und an bestimmten Stellen innerhalb des rechten Herzens mit einer kleinen Schraube am Kopf der Sonden schmerzlos zu befestigen. Anschließend werden die Sonden durch Nähte fixiert, sodass diese nicht verrutschen können und zuletzt an das Herzschrittmachergerät angeschlossen. Nach einem sorgfältigen Verschluss der Wunde durch Unterhautnähte, erfolgt die Versorgung mit einem Hautkleber, sodass später keine Fäden gezogen werden müssen. In der Regel können Sie unser Krankenhaus bereits nach 1 Nacht wieder verlassen.

Wie erfolgt die Nachkontrolle?

Durch das Auflegen eines speziellen „Programmierkopfes“ auf den Brustkorb werden die Kontrollen völlig schmerzlos durchgeführt. Nach der erfolgreichen Operation erfolgt die erste Herzschrittmacher-Kontrolle am Tag nach der OP. So kann die Ersteinstellung, sowie Programmierung nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten sichergestellt werden. Die ersten Kontrollen nach Entlassung erfolgen dann nach 1 Woche und nach 6 Wochen. Um eine gute Funktion des Herzschrittmachers zu gewährleisten und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen zu können, müssen ambulante Kontrollen regelmäßig (alle 9 Monate) durchgeführt werden. Zu den Kontrollterminen benötigen wir Ihren Herzschrittmacher-Ausweis, eine Überweisung von Ihrem Hausarzt sowie eine Aufstellung der aktuellen Medikamente.

Wie häufig muss ein Herzschrittmacher ausgewechselt werden?

Die Laufzeit eines Herzschrittmachers beträgt in der Regel, abhängig vom Batterietyp, der Häufigkeit der Impulsabgabe und dem Gesundheitszustand des Patienten zwischen 8 bis 12 Jahren.  Zum „Batteriewechsel“ ist ein kleiner operativer Eingriff in örtlicher Betäubung notwendig, in dem aber nur der alte Herzschrittmacher gegen einen neuen Herzschrittmacher ausgetauscht wird. Die Sonden werden bei intakter Funktion belassen und einfach an das neue Gerät angeschlossen. Für den Herzschrittmacherwechsel müssen Sie nicht im Krankenhaus bleiben, die Operation erfolgt ambulant.

Was gibt es im Leben mit einem Herzschrittmacher zu beachten?

In den meisten Fällen ist mit einem Herzschrittmacher ein völlig normales Leben möglich. Elektrische Geräte wie Mikrowellen oder Handys können meist ohne große Einschränkungen verwendet werden. Sollte ein MRT notwendig werden, muss der Herzschrittmacher vor und nach dem MRT kontrolliert und umgestellt werden. Die meisten MRT-Untersuchungen sind aber so durchführbar.

 

Zu schneller Herzschlag – Defibrillatortherapie (ICD)

Implantierbare Defibrillatoren (ICD) beenden lebensbedrohliche, schnelle Herzrhythmusstörungen durch einen Stromstoß gezielt und retten somit direkt Leben.

Wann braucht man einen Defibrillator?

Der plötzliche Herztod wird hauptsächlich durch schnelle Herzrhythmusstörungen, sog. Tachykardien, hervorgerufen. Dabei kommt es in einen der beiden Herzkammern zu einer kreisenden (Kammertachykardie) oder ungeordneten elektrischen Erregung (Kammerflimmern). Die Herzfrequenz wird dadurch so schnell, dass das Herz nicht ausreichend Blut in die Organe pumpen kann und es innerhalb weniger Minuten zum Tod kommt. Patienten, bei denen eine derartige Herzrhythmusstörung bereits aufgetreten ist (überlebter plötzlicher Herztod) ohne behandelbaren Grund für dieses Ereignis und Patienten, bei denen ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod besteht, weil z.B. eine deutliche Herzschwäche vorhanden ist, können mit einem ICD vor einem plötzlichen Herztod geschützt werden.

Wie arbeitet ein Defibrillator?

Ein ICD-System besteht aus einer speziellen Sonde, die über eine Armvene in die rechte Herzkammer eingeführt und anschließend an einen Defibrillator angeschlossen wird. Dieser überwacht den Herzrhythmus und kann bei Auftreten von lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen (Kammertachykardie oder Kammerflimmern) diese mit kleinen elektrischen Impulsen (Überstimulation) oder mit einem starken Schock (Kardioversion/Defibrillation) beenden. Jeder moderne Defibrillator hat die Möglichkeit, wie ein Herzschrittmacher das Herz bei einem zu langsamen Puls auch zu stimulieren. Neben den sog. transvenösen/konventionellen Defibrillatoren können auch sog. subkutane Defibrillatoren implantiert werden. Bei Patienten, die z.B. aufgrund einer genetischen Erkrankung vor einem plötzlichen Herztod geschützt werden müssen und kein zu langsamer Puls oder eine mit einer Resynchronisationstherapie (CRT) behandelbare Herzschwäche besteht, kann die Sonde außen am Brustkorb unter die Haut implantiert werden. Es besteht somit kein direkter Kontakt der Sonde zum Blutstrom und zum Herzen. Der Vorteil liegt darin, dass bei einer Störung der Sonde (z.B. Infektion) eine Entfernung wesentlich einfacher und risikoärmer ist.

Wie verläuft die OP?

Eine Defibrillator-Implantation erfolgt, ähnlich der Herzschrittmacherimplantation, in einer kleine Operation in rein örtlicher Betäubung (nur auf Wunsch auch Kurznarkose möglich), bei der ein ca. 5 bis 6 cm langer Schnitt in der Grube nahe der (meist linken) Schulter gemacht wird. Durch diesen Schnitt wird die gesamte Operation durchgeführt. Zunächst wird eine kleine Tasche unterhalb des Fettgewebes der Haut oder unter dem Brustmuskel mit genug Platz für das Gerät geschaffen. Im nächsten Schritt wird die Schulter- oder Schlüsselbeinvene verwendet, um je nach Art des Defibrillators 1 oder 2 Sonden unter Röntgen-Durchleuchtung bis zum Herz vorzuschieben und an bestimmten Stellen innerhalb des rechten Herzens mit einer kleinen Schraube am Kopf der Sonden schmerzlos zu befestigen. Anschließend werden die Sonden durch Nähte fixiert, sodass diese nicht verrutschen können und zuletzt an den Defibrillator angeschlossen. Nach einem sorgfältigen Verschluss der Wunde durch Unterhautnähte, erfolgt die Versorgung mit einem Hautkleber, sodass später keine Fäden gezogen werden müssen.

Bei den subkutanen Defibrillatoren erfolgt die Operation meist in Kurznarkose, weil der Hautschnitt größer und tiefer ist und eine ausreichende Betäubung allein durch örtliche Betäubung meist nicht ausreicht. Außerdem wird die Funktion des subkutanen Defibrillators durch einen Testschock überprüft, der durch die Kurznarkose schmerzlos bleibt.

In der Regel können die Patienten unser Krankenhaus bereits am Folgetag wieder verlassen

Wie erfolgt die Nachkontrolle?

Wie bei Herzschrittmachern, erfolgen durch das Auflegen eines speziellen „Programmierkopfes“ auf den Brustkorb die Kontrollen völlig schmerzlos. Nach der erfolgreichen Operation erfolgt die erste Defibrillatorkontrolle direkt nach der OP und am Folgetag vor Entlassung. So kann die Ersteinstellung, sowie Programmierung nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten sichergestellt werden. Die ersten Kontrollen nach Entlassung erfolgen dann nach 1 Woche und nach 6 Wochen. Um eine gute Funktion des Defibrillators zu gewährleisten und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen zu können, müssen ambulante Kontrollen regelmäßig (alle 6 Monate) durchgeführt werden. Zu den Kontrollterminen benötigen wir Ihren ICD-Ausweis, eine Überweisung von Ihrem Hausarzt sowie eine Aufstellung der aktuellen Medikamente.

Wie häufig muss ein Defibrillator ausgewechselt werden?

Die Laufzeit eines Defibrillators beträgt in der Regel, abhängig von der Programmierung und Häufigkeit von Schockabgaben zwischen 6 bis 8 Jahren.  Zum „Batteriewechsel“ ist ein kleiner operativer Eingriff in örtlicher Betäubung notwendig, in dem nur der alte Defibrillator gegen einen neuen Defibrillator ausgetauscht wird. Die Sonden werden bei intakter Funktion belassen und einfach an das neue Gerät angeschlossen. Für den Defibrillatorwechsel müssen Sie meist 1 Nacht im Krankenhaus bleiben.

Was gibt es im Leben mit einem Defibrillator zu beachten?

Üblicherweise besteht nach der Implantation eines Defibrillators ein Fahrverbot, die Dauer ist dabei abhängig von der Erkrankung und davon, ob privat oder beruflich ein Fahrzeug geführt wird. Eine Beratung diesbezüglich erfolgt meist bereits vor der Operation. In den meisten Fällen ist mit dem Defibrillator ein normales Leben möglich. Elektrische Geräte wie Mikrowellen oder Handys können meist ohne große Einschränkungen verwendet werden. Sollte ein MRT notwendig werden, muss der Defibrillator vor und nach dem MRT kontrolliert und umgestellt werden. Die meisten MRT-Untersuchungen sind aber so durchführbar.

Herzschwäche

Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT)

CRT System
CRT-Defibrillator

Ein System zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) führt bei Patienten mit einer Herzschwäche und einem sog. Linksschenkelblock zu einer Verbesserung der Herzleistung.

Wann braucht man ein CRT-System?

Etwa 1/3 aller Patienten mit einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) durch eine reduzierte Herzpumpfunktion haben einen sog. Linksschenkelblock. Dieser führt durch eine asynchrone/zeitversetzte Bewegung der rechten und linken Herzkammern zu einer „eiernden“ Bewegung und hat damit einen großen Anteil an der Herzschwäche. Der Linksschenkelblock kann dabei durch die Herzerkrankung auftreten (z.B. nach Herzinfarkt) oder durch einen bereits vorhandenen Herzschrittmacher oder Defibrillator, der sehr häufig einen Stromimpuls in der rechten Herzkammer auslösen muss. Ein Linksschenkelblock lässt sich einfach im EKG beurteilen und ist auch im Ultraschall des Herzens sichtbar.

Wie arbeitet ein CRT-System?

Bei der CRT werden, im Vergleich zu sog. 1- oder 2-Kammer-Herzschrittmacher oder -Defibrillatoren, die linke und rechte Herzkammer zeitgleich erregt durch die Implantation einer zusätzlichen Sonde, welche in einer Herzvene auf der linken Herzkammer platziert wird. Dadurch entsteht ein koordinierter/synchroner Bewegungsablauf beider Herzkammern, wodurch sich die Herzpumpfunktion und die Herzschwäche innerhalb weniger Monate bessert. Je nach Art der vorhandenen Erkrankung kann das CRT-System als reiner Herzschrittmacher (sog. CRT-Schrittmacher) arbeiten oder zusätzlich eine Defibrillatorfunktion haben (sog. CRT-ICD). Auch bereits vorhandene Herzschrittmacher- oder Defibrillator-Systeme können meist nachträglich mit einer zusätzlichen Sonde aufgerüstet werden, sodass eine kardiale Resynchronisationstherapie erfolgen kann.

Wie verläuft die OP?

Wie bei der Implantation von „normalen“ Herzschrittmacher oder Defibrillatoren, erfolgt die Operation in rein örtlicher Betäubung (nur auf Wunsch auch Kurznarkose möglich). Je nachdem, ob ein CRT-Schrittmacher oder CRT-ICD implantiert wird, erfolgt ein angepasster Hautschnitt im Bereich der (meist linken) Schulter, und die Bildung eines kleinen Hohlraumes unterhalb des Fettgewebes der Haut oder unter dem Brustmuskel als sog. Tasche. Über die Schulter- oder Schlüsselvene werden je nach Bedarf zunächst Sonden im rechten Herzen platziert und befestigt. Für die Implantation der Sonde für die linke Herzkammer wird über spezielle Katheter von der rechten Vorkammer aus eine große Herzvene an der Rückseite des Herzens gesucht, welche zur linken Herzkammer führt. Zur Suche und Darstellung dieser Vene wird meist eine geringe Menge iodhaltigen Kontrastmittels verwendet. Über diese Vene wird die Sonde dann auf die Oberfläche der linken Herzkammer geführt und dort platziert. Anschließend werden die Sonden durch Nähte fixiert, sodass diese nicht verrutschen können und zuletzt an das Herzschrittmacheraggregat angeschlossen. Nach einem sorgfältigen Verschluss der Wunde durch Unterhautnähte, erfolgt die Versorgung mit einem Hautkleber, sodass später keine Fäden gezogen werden müssen. In der Regel können Sie unser Krankenhaus bereits nach 1 Nacht wieder verlassen.

Die Kontrollen und Nachsorge des Systems erfolgt wie bei normalen Herzschrittmachern oder Defibrillatoren.

Kardiale Kontraktilitätsmodulation (CCM)

Ein System zur kardialen Kontraktilitätsmodulation (CCM) führt bei Patienten mit einer Herzschwäche ohne Linksschenkelblock zu einer Verbesserung der Herzleistung.

Wann braucht man ein CCM-System?

Etwa 2/3 aller Patienten mit einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) durch eine reduzierte Herzpumpfunktion kommen für eine kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) nicht in Frage, weil sie keinen Linksschenkelblock und somit keine asynchrone/zeitversetzte Bewegung der Herzkammern haben. Ist die medikamentöse Therapie bei diesen Patienten ausgeschöpft, kann eine sog. kardiale Kontraktilitätsmodulation (CCM) angewandt werden. Auch bei Patienten, die trotz einer CRT keine Besserung der Beschwerden erfahren, kann die CCM eine zusätzliche Option darstellen.

Wie arbeitet ein CCM-System?

Die CCM ist ein System, das durch Abgabe eines elektrischen Impulses in die elektrische Ruhephase des Herzmuskels eine Steigerung der Herzpumpkraft und somit eine Besserung der Herzschwäche erreicht. Auf Dauer kommt es zu einer Umkehr von Umbauvorgängen im Herzen, die durch die Herzschwäche verursacht worden sind. Da es während der elektrischen Ruhephase des Herzens arbeitet, hat es keinen Einfluss auf den Herzrhythmus.

Wie verläuft die OP?

Wie bei der Implantation von Herzschrittmacher oder Defibrillatoren, erfolgt die Operation in rein örtlicher Betäubung (nur auf Wunsch auch Kurznarkose möglich). Je nachdem, ob der Patient bereits einen Herzschrittmacher oder Defibrillator implantiert bekommen hat, erfolgt die Operation auf der anderen Schulterseite. Nach einem Hautschnitt von etwa 4 bis 5 cm wird ein kleiner Hohlraum unterhalb des Fettgewebes der Haut als sog. Tasche gebildet. Über die Schulter- oder Schlüsselvene werden dann 2 Sonden in der rechten Herzkammer platziert und befestigt. Während der Operation wird bereits eine gute Funktion des Systems überprüft. Anschließend werden die Sonden durch Nähte fixiert, sodass diese nicht verrutschen können und zuletzt an das CCM-Aggregat (Impulse Dynamics Optimizer Smart) angeschlossen. Nach einem sorgfältigen Verschluss der Wunde durch Unterhautnähte, erfolgt die Versorgung mit einem Hautkleber, sodass später keine Fäden gezogen werden müssen.

Wie erfolgt die Nachkontrolle?

Durch das Auflegen eines speziellen „Programmierkopfes“ auf den Brustkorb werden die Kontrollen völlig schmerzlos durchgeführt. Nach der erfolgreichen Operation erfolgen die ersten CCM-Kontrollen an den Folgetagen nach der OP. Da Ein Zusammenspiel des Systems mit dem meist gleichzeitig vorhandenen Herzschrittmacher oder Defibrillator wichtig und bei falscher Einstellung/Programmierung auch gefährlich sein kann, müssen die Patienten meist 5 Tage stationär im Krankenhaus bleiben, um verschiedene Nachuntersuchungen und Einstellungen durchführen zu lassen. Die ersten Kontrollen nach Entlassung erfolgen dann nach 1 Woche und nach 6 Wochen. Um eine gute Funktion des Systems zur kardialen Kontraktilitätsmodulation zu gewährleisten und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen zu können, müssen ambulante Kontrollen regelmäßig (alle 6 bis 9 Monate) durchgeführt werden.

Wie häufig muss ein CCM-System ausgewechselt werden?

Die Laufzeit eines CCM-Systems beträgt in der Regel etwa 10 bis 15 Jahre. Zum „Batteriewechsel“ ist ein kleiner operativer Eingriff in örtlicher Betäubung notwendig, in dem aber nur das alte CCM-Gerät gegen ein neues CCM-Gerät ausgetauscht wird. Die Sonden werden bei intakter Funktion belassen und einfach an das neue Gerät angeschlossen. Der Wechsel des CCM-Gerätes muss stationär im Krankenhaus erfolgen.

Was gibt es im Leben mit einem CCM-System zu beachten?

Im Gegensatz zu herkömmlichen Herzschrittmacher oder Defibrillatoren ist der Stromverbrauch des CCM-Systems sehr hoch. Deshalb muss das Gerät 1 bis 2 mal in der Woche aufgeladen werden. Das erfolgt sehr einfach durch das Auflegen einer Induktionsmatte auf die Oberfläche des Gerätes. Jeder Patient erhält eine Schulung beim Umgang mit dem Ladegerät vor Entlassung aus dem Krankenhaus. Wichtig ist, dass starke Magnetfelder zu einem Ausschalten des CCM-Systems führen. Deswegen ist z.B. kein MRT möglich, wenn der Patient ein CCM-System hat.

Unklare Bewußtlosigkeit oder Schwindel

Diagnostik mittels Ereignisrekorder

Ein Ereignis-/Event- oder Loop-Recorder kann bei unklaren Bewusstlosigkeiten oder Schwindel helfen, eine Herzrhythmusstörung als Ursache festzustellen.

Wann braucht man einen Ereignisrekorder?

Bewusstlosigkeiten oder wiederkehrender Schwindel können viele verschiedene Gründe haben. Besteht jedoch der Verdacht, dass Herzrhythmusstörungen als Ursache in Frage kommen, weil in Untersuchungen wie EKG, Langzeit-EKG oder Herzultraschall Hinweise darauf bestehen, kann ein Ereignisrekorder als dauerhafte (1-Kanal-)EKG-Überwachung helfen, versteckte Herzrhythmusstörungen zu entlarven.

Wie arbeitet ein Ereignisrekorder?

Ein Ereignisrekorder ist ein nur wenige cm großes Gerät, das ständig den Herzrhythmus überwacht und bei Auffälligkeiten, wie ein zu langsamer Puls (Bradykardie) oder ein zu schneller Puls (Tachykardie), ein EKG speichert. Durch das Abfragen des Gerätes können diese Aufzeichnungen beurteilt werden und ggf. entsprechende Therapien eingeleitet werden.

Wie verläuft die OP?

Die Implantation eines Ereignisrekorders erfolgt in rein örtlicher Betäubung. In einem Hautschnitt von ca. 1 cm wird links neben das Brustbein das Gerät unter die Haut vorgeschoben. Durch Verschluss der Wunde mit einem Hautkleber ist eine spätere Entfernung von Fäden nicht notwendig. Die Operation dauert meist nur wenige Minuten.

Wie erfolgt die Nachkontrolle?

Üblicherweise wird ein Ereignisrekorder alle 3 Monate kontrolliert und dann der Speicher gelöscht. Sollte es zwischen den Kontrollen zu Auffälligkeiten wie erneutem Schwindel oder Ohnmachtsanfällen kommen, kann jederzeit eine Vorstellung in unserer Herschrittmacher-/Defibrillator-Ambulanz erfolgen.

Wie lange hält die Batterie von einem Ereignisrekorder?

Die Laufzeit eines Ereignisrekorders beträgt meist über 3 Jahre. Sollten aber in den Kontrollen vor Ablauf der Laufzeit Auffälligkeiten gefunden werden, kann das Gerät auch vorher wieder entfernt werden.

Was gibt es im Leben mit einem Ereignisrekorder zu beachten?

In den meisten Fällen ist mit einem Ereignisrekorder ein völlig normales Leben ohne Einschränkungen möglich. Je nach Schwere und Häufigkeit der Bewusstlosigkeiten kann ggf. ein Fahrverbot ausgesprochen werden, unabhängig vom Ereignisrekorder.

Entfernung von Herzschrittmacher- oder Defibrillatoren

Explantation

Die Entfernung von vor langer Zeit implantierten Herzschrittmacher- oder Defibrillatorsystemen erfordert große Expertise und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit unseren Herzchirurgen.

 

Wann muss ein Herzschrittmacher oder Defibrillator entfernt werden?

In seltenen Fällen muss, vor allem bei einer Entzündung entweder der Tasche des Herzschrittmachers/Defibrillators oder einer Blutvergiftung mit Entzündungsherden an den Sonden, das gesamte System entfernt werden. Auch wenn eine Bestrahlung in der Nähe des Herzschrittmachers/Defibrillators notwendig ist, kann eine Entfernung des Systems notwendig sein. Einzelne defekte Sonden müssen manchmal entfernt werden, um die Möglichkeit einer Kernspintomografie zu bewahren.

Warum ist die Entfernung von Schrittmacher-/ICD-Systemen so herausfordernd?

Je länger die Sonden in den Gefäßen und im Herzen einliegen, desto mehr kommt es zu Verwachsungen an die Gefäß- und Herzinnenwände. Ein gewaltsamer Zug an den Sonden kann zu Rissen und Verletzungen der Gefäße und des Herzens führen, woraus lebensbedrohliche, innere Blutungen entstehen können. Daher ist es wichtig, dass ein Eingriff nur durch einen erfahrenen Operateur und immer in Zusammenarbeit mit den Herzchirurgen stattfindet.

Wie verläuft die OP?

Die Eingriffe werden unter Vollnarkose in unserem Hybrid-OP mit allen Möglichkeiten der modernen Bildgebung (Durchleuchtungsanlage, 3D-Echokardiographie etc.) durchgeführt. Für den Fall, dass doch eine Komplikation, wie eine schwere Blutung durch einen Gefäßriss, auftritt, steht ein Herzchirurg bereit und kann jederzeit eingreifen. Zunächst wird die Aggregattasche eröffnet und die Sonden von Verwachsungen in dieser Tasche freigelegt. Danach können die Sonden mit speziellen Instrumenten stabilisiert und/oder vorsichtig von Verwachsungen innerhalb der Gefäße und des Herzens gelöst und unter Durchleuchtung entfernt werden. Anschließend wird die Aggregattasche wieder verschlossen. Nach der OP erfolgt meine eine Überwachung auf unserer interdisziplinären Intensivstation. Sollte eine Entzündung die Ursache für die Entfernung sein, kann nach Abheilen der Entzündung eine Neuversorgung, meist von der anderen Körperseite aus erfolgen.

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