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Erhalt der Eierstockfunktion bei Chemo- und Strahlentherapie

Einige Therapien bei Krebserkrankungen können bei Frauen im reproduktionsfähigem Alter zu einem Funktionsverlust der Eierstöcke führen und damit potenziell zu Unfruchtbarkeit und zu Hormonmangelerscheinungen (vorzeitige Wechseljahre).

Chemotherapie und Bestrahlung, welche in bestimmten Fällen notwendig sind (z.B. beim Brustkrebs), um Krebserkrankungen zu behandeln, vernichten leider nicht nur Krebszellen, sondern je nach Medikament und notwendiger Dosierung auch andere sich teilende Zellen, hier die Eizellen.
Auch nicht-bösartige, rheumatologische oder autoimmunologische Erkrankungen werden gelegentlich mit Zytostatika behandelt; dies aber zumeist über einen längeren Zeitraum und in einer niedrigeren Dosierung.

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Medikamentöser Schutz:

Gonadotropin-releasing-Hormon-Analoga (GnRHa) können für die Dauer einer Chemotherapie verabreicht werden. Es handelt sich um sog. Depot-Präparate, die einmal monatlich gespritzt werden. Durch dieses Medikament wird der Körper hormonell in einen vorpubertären Zustand versetzt. Theoretisch sind in diesem Zustand die Eizellen, die sich noch in einem unreifen Zustand befinden, gegenüber den schädlichen Wirkungen der Chemotherapie geschützt. In zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass die Schädigung der Eierstöcke durch diese Medikamente verringert werden kann. Ein endgültiger Beweis für diesen Effekt steht jedoch noch aus.
Die Verabreichung dieser GnRH-a zum Schutz des Eierstocks hat den Vorteil für die Frau, risikoarm zu sein und die Wirksamkeit der Chemotherapie bei fast allen Erkrankungen nicht zu beeinflussen. Lediglich beim hormonabhängigen Mammakarzinom ist es noch unklar, ob diese Medikamente auch einen Effekt auf das Tumorwachstum haben.

 

Konservierung von Eierstockgewebe:

Die Kryokonservierung von Eierstockgewebe mit dem Ziel, eine Fruchtbarkeitsreserve anzulegen, ist eine Technik zur vorsorglichen Aufbewahrung von noch unreifen Eizellen im natürlichen Gewebeverbund. Diese Methode (Bauchspiegelung, operative Entnahme von Eierstockgewebe)  kann nach ausführlicher Beratung und sorgfältiger Indikationsstellung in Situationen eingesetzt werden, in denen die Gefahr , dass Frauen oder Mädchen ihre Fruchtbarkeit durch eine notwendige medizinische Behandlung einbüßen können, als groß eingeschätzt wird.

Die Entnahme des Gewebes ist eine etablierte Methode. Ziel dieser Technik ist die Rückverpflanzung (Re-Transplantation) des Eierstockgewebes bei einem Funktionsverlust der Eierstöcke. Das transplantierte Gewebe soll wieder anwachsen und somit -  wenigstens für eine gewisse Zeit - die weiblichen Sexualhormone und Eizellen produzieren. Wenn sich nach eingehender Beratung eine Frau heute dazu entscheidet, Eierstockgewebe operativ zu entnehmen und einzufrieren, so ist dies ohne große Schwierigkeiten möglich. Es muss der Patientin aber klar sein, dass noch keine genaue Aussage hinsichtlich der Erfolgswahrscheinlichkeit dieser Technik möglich ist. Weiterhin muss im Vorfeld geklärt sein wo die Eizellen eingefroren bzw. gelagert werden.

 

Vorgehen:

Der Vorgang beginnt mit der operativen Entnahme von Eierstockgewebe durch eine Bauchspiegelung. Der Operateur entnimmt Anteile oder im Einzelfall auch den ganzen Eierstock. Die dünnen Gewebestücke werden  nach Zugabe von Kryoprotektiva  (Frostschutzmitteln) bei minus 196°C tiefgefroren. Die Lagerung dieser Gewebestückchen in Flüssigstickstoff ist über viele Jahre möglich. Falls nach abgeschlossener Krebsbehandlung die eigene Eierstockfunktion nicht ausreicht, um auf natürlichem Weg oder mit Methoden der Reproduktionsmedizin ein Kind zu zeugen, kann das Gewebe per Bauchspiegelung – in der Regel in den Bereich des Eierstocks – eingepflanzt werden. Die Erfahrungen mit dieser Methode sind allerdings noch begrenzt.

Diese Technik scheint am ehesten bei jungen Frauen sinnvoll zu sein, da zum einen im Eierstockgewebe junger Frauen die Dichte an Eizellen sehr groß und somit die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Transplantation höher ist und zum anderen junge Frauen bis zur Transplantation des Gewebes noch viele Jahre Zeit haben und somit von den sich derzeit schnell entwickelnden Erfahrungen mit dieser Technik profitieren können.

 

Risiken:

Für das Eingefrieren und Lagern von Eierstockgewebe ist eine Operation notwendig. In manchen Fällen kann dieser Eingriff zeitgleich mit der tumorchirurgischen Operation oder mit der Verlagerung der Eierstöcke aus dem Bauchraum vor einer geplanten Bestrahlung der Beckenorgane vorgenommen werden, sodass dann keine zusätzliche Narkose erforderlich wird.

Die meisten bösartigen Erkrankungen streuen nicht in den Eierstock. Wenn jedoch zum Zeitpunkt des Einfrierens Krebszellen in dem kryokonservierten Gewebe vorhanden waren, so ist nicht auszuschließen, dass auch diese die Prozedur überleben und mit dem gesunden Eierstockgewebe nach dem späteren Aufauen ebenfalls transplantiert werden. Aufgrund dessen wird diese Methode in der Regel nur bei Erkrankungen angewandt, bei denen Krebszellen im Eierstockgewebe sehr unwahrscheinlich sind.

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