Penisverkrümmung

Ursachen, Symptome und Behandlung der Penisdeviation

Penisverkrümmung

Bei einer Penisverkrümmung (Penisdeviation) ist der Penis zu einer Seite, nach oben oder nach unten verkrümmt. Oft ist er dabei auch verkürzt. Das kann für Betroffene nicht nur ein kosmetisches Problem sein, sondern auch zu Schmerzen, Erektionsstörungen oder Problemen beim Geschlechtsverkehr führen. In seltenen Fällen ist eine Penisverkrümmung angeboren (kongenitale Penisdeviation). Deutlich häufiger entwickelt sie sich infolge einer Gewebeveränderung. Fachleute bezeichnen die erworbene Form als Induratio penis plastica (IPP) oder Peyronie-Krankheit.

In den folgenden Abschnitten erfahren Sie mehr über die typischen Symptome, die Diagnostik und die Behandlungsmöglichkeiten dieser Erkrankung. Für weitergehende Fragen und eine individuelle Beratung stehen Ihnen unsere Fachkräfte in den Einrichtungen von Asklepios gerne zur Verfügung.

Was sind die häufigsten Symptome einer Penisverkrümmung?

Die Symptome variieren je nach Ursache und Schwere der Erkrankung. Am häufigsten treten bei einer Penisverkrümmung die folgenden Beschwerden auf:

Sichtbare Verkrümmung des Penis

Die Krümmung des Penis zeigt sich vor allem im erigierten Zustand. Sie kann nach oben, unten oder zur Seite gerichtet sein. Je nach Ausprägung leidet die sexuelle Funktion darunter.

Verhärtungen (Plaques)

Viele Betroffene ertasten Verhärtungen oder Knoten am Penisschaft. Es handelt sich um sogenannte Plaques in der Tunica albuginea, also in der Hülle, die die Schwellkörper umgibt. Dieses verhärtete Gewebe ist der Grund dafür, dass sich der Penis verformt, wenn er steif wird.

Schmerzen bei Erektionen

Etwa die Hälfte der Betroffenen hat Schmerzen während einer Erektion, was das Sexualleben erheblich beeinträchtigt. In der Regel bestehen die Schmerzen jedoch nur in der Frühphase. Sobald die Krankheit in die chronische Phase übergeht, lassen sie nach.

Verkürzung des Penis

Bei einer ausgeprägten Penisverkrümmung kann das vernarbte und weniger elastische Gewebe zu einer sichtbaren Verkürzung des Penis führen. Das ist bei bis zu 20 % der Betroffenen der Fall.

Erektionsstörungen

Etwa 30 bis 70 % der Männer mit einer Penisverkrümmung haben Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten. Eine mögliche Ursache ist die reduzierte Durchblutung des Penis. Die Plaques können aber auch die Nerven und Gefäße schädigen.

Probleme beim Geschlechtsverkehr

Die Form des Penis kann den Geschlechtsverkehr für die Betroffenen oder ihre Partner:innen unangenehm machen, was die Partnerschaft belasten kann.

Psychische Belastungen

Die körperlichen Beschwerden einer Penisverkrümmung wirken sich meist auch auf die Psyche aus. Viele Männer erleben Ängste, haben ein vermindertes Selbstwertgefühl oder leiden an depressiven Verstimmungen. Probleme in der Sexualität und das veränderte Erscheinungsbild des Penis verstärken die psychische Belastung.

Eine leichte Krümmung des Penis muss nicht krankhaft sein. Sollten Sie aber eine oder mehrere der genannten Beschwerden haben, empfehlen unsere Urolog:innen eine ärztliche Abklärung. Eine frühzeitige Diagnose und Beratung beeinflusst den Verlauf der Erkrankung positiv.

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Wie wird eine Penisverkrümmung diagnostiziert?

Der erste Schritt ist die Anamnese, bei der die Urologin oder der Urologe gezielt nach Symptomen und möglichen Auslösern fragt. Wichtige Anhaltspunkte sind optische Veränderungen des Penis, Schmerzen und Probleme beim Geschlechtsverkehr. Auch ist relevant, wie lange die Verkrümmung schon besteht. Fragen zur sexuellen Aktivität und psychischen Belastung spielen ebenfalls eine Rolle.

Im Anschluss tastet die Fachkraft den Penis ab, um Verhärtungen oder Knoten (Plaques) in der Bindegewebshülle des Penis zu erkennen. Sie prüft auch, ob die Verkrümmung im schlaffen Zustand sichtbar ist. Um die Verkrümmung im erigierten Zustand bewerten zu können, werden Sie eventuell aufgefordert, Ihren erigierten Penis aus verschiedenen Winkeln zu fotografieren.

Die Lage und Beschaffenheit von Plaques sowie mögliche Durchblutungsstörungen im Penis lassen sich mit einem Ultraschall (Sonografie) beziehungsweise Doppler-Ultraschall feststellen. Bei unklaren Ergebnissen oder um andere Erkrankungen auszuschließen, führen unsere Ärzt:innen gegebenenfalls eine Magnetresonanztomografie (MRT: Bildgebungsverfahren, bei dem ein Magnetfeld genutzt wird) durch.

Unseren Fachkräften ist bewusst, dass die Diagnose einer Penisverkrümmung mit Schamgefühlen verbunden sein kann. Diese sind natürlich unbegründet und unsere Ärzt:innen behandeln diese Erkrankung häufig. Bitte sprechen Sie offen über Ihre Beschwerden, damit eine geeignete Behandlung eingeleitet werden kann. In unseren Einrichtungen treffen Sie auf erfahrene Expert:innen, die Sie kompetent und diskret behandeln.

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Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Penisverkrümmung?

Je nach Schwere der Erkrankung stehen unterschiedliche Ansätze zur Verfügung, die auf eine Linderung der Symptome und eine Verbesserung der Lebensqualität abzielen. Da die Ursachen für eine Penisverkrümmung wissenschaftlich noch nicht restlos geklärt sind, gibt es derzeit keine ursächliche Therapie. Unsere Fachkräfte arbeiten mit Ihnen gemeinsam an einer optimalen Therapie Ihrer Beschwerden.

Medikamente

Schmerzen in der Akutphase können mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln gelindert werden. Auch bei Erektionsstörungen helfen oft Medikamente. Zur direkten Behandlung der Penisverkrümmung ist derzeit ein einziges Medikament zugelassen. Die Wirksamkeit von Potaba konnte bisher allerdings nicht ausreichend nachgewiesen werden.

Physikalische Therapieansätze

Geräte zur mechanischen Streckung des Penis sollen dafür sorgen, dass das vernarbte Gewebe umgebaut wird. In Studien konnte mit der Traktionstherapie ein leichter Rückgang der Krümmung erzielt werden. Die Anwendung erfolgt über einen längeren Zeitraum und erfordert Geduld.  Auch ob Penispumpen helfen, ist noch unklar.

Operative Begradigung des Penis

Bei einer ausgeprägten Penisverkrümmung kommt eine operative Begradigung infrage. Je nach dem Grad der Verkrümmung und den individuellen Bedürfnissen der Patienten wenden unsere Ärzt:innen verschiedene Techniken an. Die bekannteste Methode ist die sogenannte Plikaturtechnik: Die längere Seite des Penis wird gerafft, um die Krümmung auszugleichen. Eine Alternative ist die sogenannte Grafting-Technik, bei der die Fachkräfte die Verkrümmung durch körpereigenes oder künstliches Material ausgleichen. Jede Methode hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, die unsere Urolog:innen gemeinsam mit Ihnen sorgfältig abwägen.

Psychologische Begleitung

Für viele Betroffene ist die Penisverkrümmung psychisch sehr belastend. Einige leiden unter einem verminderten Selbstwertgefühl oder depressiven Verstimmungen. Die psychologische Begleitung ist in unseren Einrichtungen ein wichtiger Teil der Behandlung. Gespräche mit spezialisierten Therapeut:innen oder die Teilnahme an Selbsthilfegruppen sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Lebensqualität.

Welche Erkrankungen stehen im Zusammenhang mit einer Penisverkrümmung?

Einige Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems können das Risiko einer Penisverkrümmung erhöhen. Zudem gibt es weitere Bindegewebserkrankungen, die oft zusammen mit IPP auftreten. Diese sogenannten verwandten Erkrankungen sollten bei der Diagnose und Behandlung berücksichtigt werden.

Morbus Dupuytren

Etwa 30 bis 40 Prozent der Männer mit einer erworbenen Penisverkrümmung haben auch Morbus Dupuytren. Dabei handelt es sich um eine Verkrümmung der Finger. Bei beiden Erkrankungen verhärtet sich das Bindegewebe.

Morbus Ledderhose

Morbus Ledderhose ist eine weitere Bindegewebserkrankung, die Knotenbildung in der Fußsohle verursacht.

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Ein chronisch erhöhter Blutzucker kann zu einer gestörten Wundheilung und Veränderungen im Bindegewebe führen, was das Risiko für eine Penisverkrümmung erhöht. Beeinträchtigt der Diabetes die Durchblutung und Nervenfunktion, können sich die Beschwerden einer IPP verschlimmern.

Bluthochdruck (Hypertonie)

Zu den möglichen Risikofaktoren einer Penisverkrümmung zählt auch Bluthochdruck. Ein erhöhter Blutdruck schadet den Gefäßen und das Gewebe verliert an Elastizität. Das begünstigt die Bildung von Plaques, eine bestehende Penisverkrümmung kann sich verschlechtern. Zudem erhöht Hypertonie das Risiko für Erektionsstörungen.

Es ist wichtig, mögliche verwandte Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Unsere Fachkräfte beraten Sie umfassend und betrachten Ihre Gesundheit ganzheitlich.

Kann man einer Penisverkrümmung vorbeugen?

Die genaue Ursache einer erworbenen Penisverkrümmung ist noch nicht vollständig erforscht. Eine konkrete Vorbeugemaßnahme gibt es daher nicht. Als mögliche Risikofaktoren gelten Penisverletzungen, Prostataoperationen, Diabetes, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum.

Gehen Sie bei Beschwerden frühzeitig zum Arzt

Eine frühzeitige Behandlung von Verletzungen oder Schmerzen am Penis kann die Entstehung von Plaques verhindern. Sollten Sie Verhärtungen oder eine Krümmung des Penis bemerken, zögern Sie nicht, eine Fachkraft für Urologie aufzusuchen. Unsere Ärzt:innen bieten Ihnen eine umfassende Diagnostik und Beratung an.

Denken Sie daran, dass ein achtsamer Umgang mit Ihrem Körper und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtige Bausteine für Ihre Gesundheit sind.

Was passiert bei einer Penisverkrümmung?

Der Penis besteht aus drei Schwellkörpern, die von einer elastischen Bindegewebsschicht umgeben sind. Diese Schicht (Tunica albuginea) spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der Krankheit. Bei der Induratio penis plastica (IPP) führen Mikroverletzungen oder Entzündungen dazu, dass sich das Gewebe in der Tunica albuginea verändert. Dadurch bilden sich sogenannte Plaques: Verhärtungen oder knotenartigen Strukturen, die die Elastizität der Schwellkörper einschränken.
Zögern Sie bei Beschwerden nicht, eine urologische Fachkraft aufzusuchen. Je früher eine Diagnose gestellt werden kann, umso erfolgsversprechender kann ein individuell abgestimmter Therapieplan eingeleitet werden.