Myomenukleation: Wie die organerhaltende Entfernung von Myomen für eine verbesserte Lebensqualität sorgt

Wie die organerhaltende Entfernung von Myomen für eine verbesserte Lebensqualität sorgt

Myomenukleation

Geschätzt 40 bis 80 Prozent aller Frauen haben Myome. Das sind gutartige Wucherungen in oder an der Gebärmutter (Uterus). Viele Myome bereiten keine Beschwerden und bleiben sogar unbemerkt. Sie können aber auch verstärkte Monatsblutungen und Schmerzen im Unterleib verursachen und in wenigen Fällen dazu führen, dass ein möglicher Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Dann ist es ratsam, über eine Behandlung nachzudenken. Zu den möglichen Therapien gehört die sogenannte Myomenukleation: Diese organerhaltende Myomentfernung ist ein sowohl effektives als auch schonendes operatives Verfahren, bei dem die Myome gezielt entfernt werden, ohne die Gebärmutter zu beeinträchtigen. Dadurch bleibt die Funktion des Organs erhalten, was nicht nur von Bedeutung ist, falls die betroffene Frau noch in der Zukunft Kinder bekommen möchte, sondern auch wichtig ist für ihren Hormonhaushalt und ihre allgemeine Gesundheit.

In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, wann eine Myomenukleation in Betracht gezogen werden sollte, welche Symptome auf Myome hinweisen können und welche alternativen Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Außerdem erhalten Sie detaillierte Informationen über die verschiedenen Techniken der Myomenukleation, die möglichen Risiken und die Erholungszeit nach dem Eingriff.

Wenn Sie unter Myomen leiden und mehr über die Behandlungsmöglichkeiten erfahren möchten, stehen Ihnen die Expert:innen von Asklepios gerne beratend und unterstützend zur Seite.

Was ist Myomenukleation und warum ist sie wichtig?

Die Myomenukleation ist ein chirurgischer Eingriff, um Myome aus dem Uterus zu entfernen und gleichzeitig die Gebärmutter zu erhalten. Sie ist besonders relevant für Frauen, die ihre Gebärmutter behalten möchten, sei es aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund eines bestehenden Kinderwunsches.

Ein entscheidender Vorteil der Myomenukleation ist, dass sie sich auf die individuelle Situation der Patientin anpassen lässt. Je nach Größe und Lage der Myome stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. So kann der Eingriff laparoskopisch erfolgen, also über eine Bauchspiegelung: Über kleine Schnitte, meist im Bereich des Nabels, führt die Chirurgin oder der Chirurg ein dünnes optisches Instrument (Laparoskop) und Operationswerkzeuge in den Unterleib ein. Bei der hysteroskopischen Methode, also bei der Gebärmutterspiegelung, führen die Mediziner:innen das Instrument, das sogenannte Hysteroskop, durch die Vagina in die Gebärmutterhöhle ein. Beide Methoden sind darauf ausgelegt, die Belastung für den Körper zu minimieren und die Genesungszeit zu verkürzen.

Die organerhaltende Natur des Verfahrens stellt sicher, dass die Gebärmutter weiterhin ihre Funktion erfüllen kann, was neben der Fruchtbarkeit auch für das hormonelle Gleichgewicht und die allgemeine Gesundheit von Bedeutung ist.

Wann ist eine Myomenukleation nötig?

Die Myomenukleation ist empfehlenswert, wenn Myome in der Gebärmutter Beschwerden verursachen oder die Lebensqualität beeinträchtigen. Die Symptome rechtzeitig zu erkennen und zügig zu handeln, kann dazu beitragen, mögliche Komplikationen zu vermeiden und die Funktion der Gebärmutter zu erhalten.

Symptome, die auf Myome hinweisen können

Myome lösen nicht immer Beschwerden aus. Treten jedoch Symptome auf, können diese dafür sprechen, eine Myomenukleation in Betracht zu ziehen. Dazu gehören:

  • Starke Menstruationsblutungen (Hypermenorrhö): Ungewöhnlich intensive, lang anhaltende oder häufige Monatsblutungen, die zu Eisenmangel oder einer Anämie (Blutarmut) führen können.
  • Schmerzen im Unterbauch: Ziehende oder krampfartige Schmerzen, die während der Menstruation oder auch unabhängig davon auftreten.
  • Druckgefühl oder Vergrößerung des Bauchs: Myome können auf umliegende Organe drücken und so ein unangenehmes Druckgefühl oder sogar sichtbare Veränderungen im Bauchumfang herbeiführen.
  • Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang: Größere Myome können auf die Blase oder den Darm drücken, was zu Beschwerden wie häufigem Harndrang oder Verstopfung führt.
  • Unerfüllter Kinderwunsch oder wiederholte Fehlgeburten: Myome können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, indem sie verhindern, dass sich ein befruchtetes Ei einnistet. Kommt es zu einer Schwangerschaft, können große Myome zudem das Wachstum des Embryos negativ beeinflussen.

Bedingungen für eine Myomenukleation

Die Entscheidung für die Myomenukleation treffen die Ärzt:innen auf Basis der individuellen Situation der Patientin und natürlich immer in enger Absprache mit ihr. Typische Bedingungen, die eine Myomenukleation erforderlich machen können, sind:

  • Größe und Lage der Myome: Submuköse Myome, also Myome, die in der Bindegewebsschicht unter der Schleimhaut (Mukosa) liegen, ragen in die Gebärmutterhöhle hinein. Auch intramurale Myome, also Wucherungen in der Gebärmuttermuskulatur, können eine Myomenukleation erfordern.
  • Wiederholte Fehlgeburten: Wenn Myome eine Schwangerschaft beeinträchtigen, kann ihre Entfernung die Erfolgsaussichten auf eine gesunde Schwangerschaft verbessern.
  • Therapieresistenz: Medikamentöse Behandlungen sind möglich, aber nicht immer erfolgreich. Hat eine Therapie mit Medikamenten die Beschwerden nicht ausreichend gelindert, kann man eine chirurgische Entfernung der Myome erwägen.
  • Familienplanung: Frauen mit Kinderwunsch entscheiden sich häufig für diese organerhaltende Methode, um die Fruchtbarkeit zu bewahren.

Ob eine Myomenukleation notwendig und empfehlenswert ist, entscheiden die medizinischen Fachkräfte immer gemeinsam mit der betroffenen Frau. Dabei berücksichtigen sie selbstverständlich die medizinische Vorgeschichte sowie die spezifischen Symptome ihrer Patientin.

Welche Alternativen gibt es zur Myomenukleation?

Bei der Behandlung von Myomen stehen Patientinnen neben der Myomenukleation auch andere Optionen zur Verfügung. Welche Methode die richtige ist, hängt von der individuellen medizinischen Situation, der Größe und Lage der Myome sowie den persönlichen Bedürfnissen ab.

Medikamentöse Behandlung

Eine medikamentöse Therapie kann bei kleineren Myomen oder zur Vorbereitung auf eine Operation möglich sein. Zum Einsatz kommen dann häufig sogenannte GnRH-Analoga (die synthetische Form eines Hormons, das die Bildung von Geschlechtshormonen anregt) oder selektive Progesteron-Rezeptor-Modulatoren (SPRM: Medikamente, welche das Hormon Progesteron, das für die Fruchtbarkeit und den weiblichen Zyklus wichtig ist, modulieren). Diese Medikamente können das Myom vorübergehend verkleinern und Symptome wie starke Blutungen lindern. Allerdings sind die Effekte häufig nur von kurzer Dauer, denn sobald die Patientin die Medikamente absetzt, können die Myome wieder wachsen. Zudem können Nebenwirkungen wie Hitzewallungen auftreten oder eine Verringerung der Knochendichte auftreten, was die Langzeitanwendung einschränkt.

Wie unterscheidet sich die Myomenukleation von anderen operativen Eingriffen?

Im Vergleich zu einer Hysterektomie, bei der die gesamte Gebärmutter entfernt wird, bietet die Myomenukleation den Vorteil, dass die Gebärmutter erhalten bleibt. Dies ist ein wesentlicher Pluspunkt für Frauen, die noch Kinder bekommen oder die hormonellen und anatomischen Funktionen der Gebärmutter beibehalten wollen.

Eine weitere Methode ist die Myomembolisation, bei der eine Chirurgin oder ein Chirurg die Blutgefäße verschließt, die das Myom mit Blut versorgen. Auch im Vergleich zu diesem Verfahren weist die Myomenukleation Vorteile auf. Denn während die Embolisation zwar weniger invasiv ist, ist sie in der Regel nicht für Frauen geeignet, die noch Kinder bekommen wollen,  da das Verfahren die Gebärmutter potenziell schädigen kann.

Dass die Gebärmutter erhalten bleibt, ist nicht der einzige positive Aspekt der Myomenukleation. Die Methode ist überdies besonders flexibel: Sie kann individuell an die Bedürfnisse der Patientin angepasst werden, so etwa die Wahl des Zugangsweges – sei es hysteroskopisch oder laparoskopisch.

Wie wird eine Myomenukleation durchgeführt?

Die Myomenukleation ist ein minimalinvasiver Eingriff, sie erfordert also nur sehr kleine chirurgische Schnitte. Sie dient dazu, Myome aus der Gebärmutter zu entfernen und dabei das Organ zu erhalten. Die Methode richtet sich individuell nach der Größe, Anzahl und Lage der Myome. Grundsätzlich gibt es zwei häufig angewendete Techniken: die hysteroskopische und die laparoskopische Myomenukleation.

Hysteroskopische Myomenukleation

Diese Methode wird bei submukösen Myomen angewandt, also Wucherungen, die sich direkt unter der Gebärmutterschleimhaut befinden und in die Gebärmutterhöhle hineinragen. Der Zugang erfolgt über die Scheide, ohne dass ein äußerer Schnitt notwendig ist. Mithilfe einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) erweitern die Gynäkolog:innen die Gebärmutterhöhle mit einer Spüllösung. Anschließend tragen sie die Myome mit speziellen Instrumenten, wie einer Resektionsschlinge, ab und entfernen sie. Dieser Eingriff ist besonders schonend und kann häufig ambulant durchgeführt werden.

Laparoskopische Myomenukleation

Für Myome, die in der Muskulatur der Gebärmutter (intramural) oder an deren Außenseite (subserös) liegen, ist die Bauchspiegelung (Laparoskopie) die Methode der Wahl. Über mehrere kleine Schnitte in der Bauchdecke führt die Chirurgin oder der Chirurg eine Kamera und chirurgische Instrumente ein. Der Bauchraum wird dabei mit Kohlendioxidgas aufgedehnt, um eine bessere Sicht und Bewegungsmöglichkeit zu schaffen. Die Gynäkolog:innen entfernen die Myome gezielt und vernähen die Gebärmutter anschließend sorgfältig, um ihre Stabilität zu gewährleisten.

Beide Verfahren ermöglichen eine schnelle Genesung und minimieren die Belastung des Körpers im Vergleich zu einem offenen Bauchschnitt.

Wie bereite ich mich auf den Eingriff vor?

Vor der Myomenukleation erfolgt eine umfassende Voruntersuchung, um die genaue Lage und Größe der Myome zu bestimmen. Hierbei kommen in der Regel Ultraschall oder gegebenenfalls eine Magnetresonanztomografie (MRT: Bildgebungsverfahren, bei dem ein Magnetfeld genutzt wird) zum Einsatz. 

Vor der Operation besprechen unsere Fachkräfte mit Ihnen ausführlich den Ablauf und eventuelle Risiken. In bestimmten Fällen kann es notwendig sein, die Myome mit Medikamenten vorzubehandeln, um die Wucherungen zu verkleinern und so den Eingriff zu erleichtern. 

Am Tag der Operation sollten Sie nüchtern erscheinen (also an diesem Tag noch nichts gegessen haben) und alle Anweisungen zur Vorbereitung befolgen, die mit der Klinik besprochen wurden. Unsere Pflegefachkräfte stehen Ihnen während des gesamten Prozesses zur Seite, um sicherzustellen, dass Sie sich bestens aufgehoben wissen können.
 

Welche Risiken birgt eine Myomenukleation?

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff gibt es auch bei der Myomenukleation bestimmte Risiken, die im Vorfeld berücksichtigt werden müssen. Dazu zählen:

  • Blutungen: Während der Operation kann es zu stärkeren Blutungen kommen, insbesondere bei der Entfernung großer oder ungünstig gelegener Myome.
  • Infektionen: Wie bei jedem operativen Eingriff besteht das Risiko von Infektionen an der Operationsstelle.
  • Verletzungen benachbarter Organe: Insbesondere bei Myomen, die tief in der Gebärmutterwand oder in der Nähe anderer Organe liegen, kann es in seltenen Fällen zu Verletzungen von Organen wie der Blase oder dem Darm kommen.
  • Vernarbungen: Nach dem Eingriff kann sich Narbengewebe bilden, das in manchen Fällen Beschwerden verursachen oder die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann.
  • Nahtschwäche nach der Operation: Vor allem bei Frauen, die sich Kinder wünschen, ist eine sorgfältige Nachsorge wichtig. Denn eine Operationsnaht könnte die Stabilität der Gebärmutterwand während einer späteren Schwangerschaft beeinflussen.

Unsere medizinischen Fachkräfte klären Sie im Vorfeld ausführlich über diese und andere mögliche Risiken auf, damit Sie bestmöglich informiert Ihre Entscheidung treffen können.

Wie wird Ihre Sicherheit während der Myomenukleation gewährleistet?

Um das Risiko von Komplikationen so gering wie möglich zu halten, setzen unsere Fachkräfte auf modernste Techniken und umfassende Sicherheitsmaßnahmen:

  • Erfahrene Fachkräfte: Die Myomenukleation wird von speziell ausgebildeten Gynäkolog:innen durchgeführt, die auf minimalinvasive Chirurgie spezialisiert sind.
  • Präzise Diagnostik: Mithilfe moderner Bildgebungsverfahren wie Ultraschall oder Magnetresonanztomografie wird die genaue Lage und Größe der Myome vorab bestimmt. Dies ermöglicht eine exakte Planung der Operation und reduziert Risiken.
  • Minimalinvasive Techniken: Wo möglich, setzen unsere Mediziner:innen schonende Verfahren wie die Hysteroskopie oder Laparoskopie ein, um die Belastung für den Körper zu minimieren.
  • Strenge Hygienestandards: Während der gesamten Behandlung achtet das medizinische Team auf höchste Hygienestandards, um das Risiko von Infektionen zu minimieren.

Unsere oberste Priorität sind Ihre Sicherheit und Ihr Wohlbefinden. Dank der oben aufgeführten Maßnahmen und der großen fachlichen Expertise unserer Expert:innen können wir gewährleisten, dass die Myomenukleation unter optimalen Bedingungen durchgeführt wird.

Hinweis:

Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und werden regelmäßig durch unsere Fachexpert:innen geprüft und aktualisiert. Sie ersetzen dennoch keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch Ärzt:innen, Psycholog:innen, Psychiater:innen oder andere medizinische Fachexpert:innen. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich jederzeit gerne an eine unserer Asklepios Kliniken, ambulanten Praxen und medizinischen Versorgungszentren in Ihrer Nähe oder an Ihre behandelnde Hausärztin oder Ihren behandelnden Hausarzt.