Konisation: Gewebsentnahme am Gebärmutterhals zur Vorsorge und Behandlung von Krebsvorstufen
Gewebsentnahme am Gebärmutterhals zur Vorsorge und Behandlung von Krebsvorstufen
Konisation
Wenn bei einer gynäkologischen Untersuchung Zellveränderungen am Gebärmutterhals entdeckt werden, empfiehlt die behandelnde Ärztin oder der Arzt möglicherweise eine sogenannte Konisation. Dabei handelt es sich um eine Operation, bei der ein kegelförmiges („conus“ ist lateinisch für „Kegel“) Gewebestück aus dem Gebärmutterhals entnommen wird. Dieser Eingriff dient einerseits dazu, verdächtige Gewebeveränderungen zu untersuchen. Andererseits lassen sich mit der Konisation auch Krebsvorstufen und Krebs im Frühstadium entfernen.
Die Konisation gilt als risikoarme Methode, um Gewebe am Gebärmutterhals zu entnehmen. Dabei setzen die Mediziner:innen, abhängig von der individuellen Situation ihrer Patientin, auf moderne Techniken wie die Schlingenkonisation oder Laserkonisation.
Nachfolgend erklären Ihnen Expert:innen von Asklepios ausführlich, wann eine Konisation notwendig sein kann, wie der Eingriff abläuft und was bei der Nachsorge zu beachten ist. Außerdem beleuchten sie mögliche Auswirkungen auf eine spätere Schwangerschaft und beantworten häufige Fragen rund um die Konisation.
Zögern Sie nicht, sich bei weitergehenden Fragen oder Unsicherheiten an die Fachabteilungen bei Asklepios zu wenden – unsere Gynäkolog:innen unterstützen Sie gerne.
Was ist eine Konisation und wie schützt sie vor Gebärmutterhalskrebs?
Die Konisation, also die Entnahme eines kegelförmigen Stücks Gewebe aus dem Gebärmutterhals, wird entweder zu diagnostischen oder zu therapeutischen Zwecken durchgeführt. Ziel ist es, verändertes Gewebe zu entfernen und gleichzeitig eine genaue mikroskopische Untersuchung durchzuführen.
Der Gebärmutterhals verbindet die Gebärmutter mit der Scheide. In dieser anatomischen Region können häufig Zellveränderungen auftreten, etwa hervorgerufen durch eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV). Bleiben solche Veränderungen unbehandelt, können sie potenziell zu Krebsvorstufen und zu Gebärmutterhalskrebs führen. Während der Routinekrebsvorsorge können solche Zellveränderungen zum Beispiel durch den sogenannten Pap-Test frühzeitig erkannt werden. Bei auffälligen Befunden dient die Konisation dazu, das veränderte Gewebe zu entfernen und es gleichzeitig im Labor untersuchen zu lassen. So lässt sich feststellen, ob es sich um Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs oder um bereits bösartige Veränderungen handelt.
Erfolgt eine Konisation rechtzeitig, können damit potenziell gefährliche Zellveränderungen vollständig entfernt werden. In den meisten Fällen reduziert dies das Risiko, dass sich aus einer Krebsvorstufe ein tatsächlicher Tumor entwickelt, erheblich. Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich relativ langsam, wird er früh genug erkannt und behandelt, stehen die Chancen auf eine vollständige Genesung gut.
Die Konisation ist somit ein wertvolles Instrument, um Frauen vor Gebärmutterhalskrebs zu schützen und gleichzeitig eine präzise Diagnose zu ermöglichen.
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Wann ist eine Konisation sinnvoll?
Eine Konisation dient zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und zur Entfernung von verändertem Gewebe. Ärzt:innen werden dazu in folgenden Fällen raten:
Wichtige Gründe für eine Konisation:
- Auffälliger Pap-Abstrich: Der Pap-Test gehört zur gynäkologischen Krebsvorsorge. Dabei reibt die Frauenärztin oder der Frauenarzt mit einem kleinen Bürstchen oder Spatel Zellen vom Gebärmutterhals ab und schickt die Proben ins Labor. Ein abnormaler Befund im Pap-Test kann unter anderem auf eine zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN) hinweisen, also auf Zellveränderungen am Gebärmutterhals, die als Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs gelten.
- CIN (zervikale intraepitheliale Neoplasien): Mediziner:innen teilen die Zellveränderungen in unterschiedliche Schweregrade von 1 bis 3 ein: Bei anhaltenden leichten bis mittelgradigen Veränderungen (CIN 1) über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr oder bei hochgradigen Veränderungen (CIN 2 bis CIN 3) ist eine Konisation notwendig.
- Verdacht auf Mikroinvasion: Von einer Mikroinvasion sprechen Mediziner:innen, wenn mikroskopisch kleine, bösartige Zellveränderungen in tiefere Gewebeschichten eingedrungen sind.
- Endozervikale Läsionen: Dabei handelt es sich um Zellveränderungen, die sich im Gebärmutterhalskanal (Zervikalkanal) befinden und schwer sichtbar oder schwer zugänglich sind.
Risiken unbehandelter Zellveränderungen:
- Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs: Ohne Behandlung entstehen aus hochgradigen Zellveränderungen mit hoher Wahrscheinlichkeit bösartige Tumore.
- Ausbreitung bösartiger Zellen: Bleiben Krebsvorstufen unbehandelt, können sich Krebszellen auch auf umliegendes Gewebe ausbreiten, was die Behandlung erschwert.
- Geringere Heilungschancen: Ein unbehandeltes Fortschreiten der Zellveränderungen kann die Prognose verschlechtern. Früh erkannte und behandelte Zellveränderungen bieten dagegen die besten Aussichten auf eine vollständige Genesung.
Eine Konisation ist ein entscheidender Schritt, um potenziell gefährliche Zellveränderungen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, bevor sie sich zu schwereren Erkrankungen entwickeln.
Wie wird eine Konisation durchgeführt?
Bei einer Konisation schneiden die Ärzt:innen über einen Zugang durch die Scheide einen kegelförmigen Anteil vom Gebärmutterhals heraus. In der Regel erfolgt dieser Eingriff ambulant und unter Vollnarkose, seltener unter Regionalanästhesie oder Lokalanästhesie. Als Operationsinstrumente dienen Elektroschlinge, Laser oder Skalpell. Welche Technik die Operateurin oder der Operateur wählt, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Lage und Ausmaß der Zellveränderungen: Ziel ist es, das veränderte Gewebe vollständig zu entfernen und dabei möglichst viel gesundes Gewebe zu schonen.
- Alter der Patientin: Bei Frauen mit Kinderwunsch entnimmt die Ärztin oder der Art möglichst wenig Gewebe, um das Risiko für Komplikationen bei einer zukünftigen Schwangerschaft zu minimieren. Bei Frauen nach den Wechseljahren ist es oft sinnvoll, einen tieferen Gewebekegel zu entnehmen, da Gewebeveränderungen bei ihnen häufig in tieferen Schichten des Gebärmutterhalses auftreten.
Techniken
Elektrische Schlinge (Schlingenkonisation) – häufigste Methode
Die Schlingenkonisation ist heutzutage die bevorzugte Methode, da sie eine gute Kombination aus Präzision und Sicherheit bietet. Dabei verwenden unsere Mediziner:innen eine elektrisch erhitzte Drahtschlinge, um das veränderte Gewebe zu entfernen. Die Hitzeeinwirkung verödet gleichzeitig die Wundfläche, was das Risiko von Blutungen während des Eingriffs reduziert. Die Methode ist daher risikoarm und ermöglicht eine schnelle Durchführung.
Laser – gewebeschonend und präzise
Die Laserkonisation bietet den Vorteil, dass sie kleinere Blutungen nahezu direkt stillen kann. Der Laser ermöglicht es, das Gewebe präzise zu schneiden, ohne benachbarte Gewebestrukturen stark zu beeinträchtigen. Diese Methode eignet sich besonders gut, wenn die Ränder der Gewebeveränderungen klar einsehbar sind.
Skalpell (Messerkonisation) – Präzision bei komplexen Fällen
Die Messerkonisation ist eine der ältesten Methoden. Hierbei schneidet die Ärztin oder der Arzt den Gewebekegel mit einem Skalpell aus dem Gebärmutterhals. Diese Technik wird heute nur noch selten angewendet, vor allem bei speziellen Fällen, in denen besonders präzise Gewebeschnitte erforderlich sind.
Ablauf
Die Patientin liegt bei dem Eingriff wie bei einer gynäkologischen Routineuntersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl. Die Ärztin oder der Arzt desinfiziert Schamlippen, Scheide und Oberschenkel und führt dann das Kolposkop ein, eine Art Mikroskop für gynäkologische Untersuchungen. Damit lässt sich der Gebärmuttermund vergrößert betrachten. Nun kann die Ärztin oder der Arzt den Gewebekegel mit Schlinge, Laser oder Skalpell herausschneiden. Manchmal erfolgt noch eine Ausschabung des Gebärmutterhalses. Anschließend wird die Wunde verödet oder genäht. In der Regel dauert der Eingriff etwa 15 bis 30 Minuten.
Nach dem Eingriff
Nach der Konisation kommen Sie für etwa eine Stunde in den Aufwachraum. Dort überwacht Sie das Fachpersonal, bis die Narkose nachgelassen hat und Sie stabil sind. Danach erfolgt es das ärztliche Abschlussgespräch. Da der Eingriff zumeist ambulant durchgeführt wird, können Sie noch am gleichen Tag nach Hause gehen. Organisieren Sie für sich unbedingt eine Begleitperson, da Sie nach der Narkose nicht fahren dürfen.
Wie unterstützt eine gute Nachsorge die Heilung nach einer Konisation?
Der Heilungsprozess nach einer Konisation dauert in der Regel etwa vier bis sechs Wochen, in denen sich die Operationswunde schließt und das Gewebe regeneriert. Während dieser Zeit sollten Sie bestimmte Verhaltensregeln beachten, um eine optimale Genesung zu fördern und Komplikationen zu vermeiden.
Nach dem Eingriff
- Körperliche Schonung: Vermeiden Sie in den ersten Wochen nach dem Eingriff schwere körperliche Anstrengungen wie intensive sportliche Aktivitäten. Heben Sie keine schweren Gegenstände.
- Kein Schwimmen oder Baden: Verzichten Sie für mindestens drei bis vier Wochen auf Schwimmbadbesuche, Saunagänge oder Vollbäder, um das Risiko von Infektionen zu verringern. Duschen ist jedoch erlaubt.
- Verzicht auf Geschlechtsverkehr: Während der Heilungsphase sollten Sie auf Geschlechtsverkehr verzichten, bis die Operationswunde vollständig verheilt ist.
- Keine Tampons verwenden: Nutzen Sie während eventueller Nachblutungen oder bei Ausfluss nur Binden, um Infektionen vorzubeugen.
- Gesundheitsbewusstes Verhalten: Unterstützen Sie die Wundheilung durch ausreichend Ruhe, eine gesunde Ernährung und Nikotinverzicht.
Mögliche Risiken und Komplikationen
Obwohl die Konisation als risikoarmer Eingriff gilt, können gelegentlich Komplikationen auftreten:
- Nachblutungen: Diese sind die häufigste Komplikation und können insbesondere etwa eine Woche nach dem Eingriff auftreten, wenn sich der Wundschorf löst. Bei stärkeren Blutungen sollten Sie umgehend Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt kontaktieren.
- Infektionen: Leichte Temperaturerhöhungen bis 38 °C sind normal. Sollten Sie jedoch Fieber über 38 °C oder ungewöhnliche Schmerzen haben, suchen Sie bitte unverzüglich ärztlichen Rat.
- Schmerzen: Leichte Schmerzen sind nach der Operation üblich und können mit gängigen Schmerzmitteln gelindert werden. Konsultieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, falls die Schmerzen zunehmen oder ungewöhnlich stark sind.
Kontrolltermine nach der Konisation sind wichtig
Einige Tage nach der Operation, in der Regel nach etwa vier Tagen, sollten Sie Ihren nächsten Arzttermin wahrnehmen. Während dieses Termins überprüft die Ärztin oder der Arzt die Heilung der Operationswunde und bespricht mit Ihnen die Ergebnisse der feingeweblichen Untersuchung. Regelmäßige Kontrollen in den ersten Monaten sind sehr wichtig, um sicherzustellen, dass sich keine weiteren Zellveränderungen entwickelt haben. Bei Unsicherheiten oder Beschwerden können Sie sich jederzeit an Ihre behandelnde Praxis oder an die Fachabteilungen von Asklepios wenden.
Wie wirkt sich eine Konisation auf Fruchtbarkeit und Schwangerschaft aus?
Viele Frauen, die eine Konisation benötigen, fragen sich, ob der Eingriff Auswirkungen auf ihre Fruchtbarkeit und eine zukünftige Schwangerschaft haben könnte. Grundsätzlich beeinträchtigt die Konisation die Fruchtbarkeit in der Regel nicht direkt. Allerdings können durch die Entfernung von Gewebe Veränderungen am Gebärmutterhals auftreten. Dies ist bei einer späteren Schwangerschaft zu berücksichtigen.
Der Gebärmutterhals kann nach einer Konisation an Stabilität verlieren, was das Risiko einer Frühgeburt erhöhen kann. Dies hängt insbesondere davon ab, wie viel Gewebe während des Eingriffs entfernt wurde. Um dieses Risiko zu minimieren, versuchen unsere Fachkräfte vor allem bei Patientinnen mit Kinderwunsch, so gewebeschonend wie möglich vorzugehen. Das bedeutet konkret, dass die Ärztin oder der Arzt einen möglichst flachen Gewebekegel herausschneidet, um die Funktion und Struktur des Gebärmutterhalses zu erhalten.
Frauen, die nach einer Konisation schwanger werden möchten, sollten sich unbedingt mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt hierzu abstimmen. Denn schon während der Planungsphase einer Schwangerschaft können zusätzliche Untersuchungen notwendig sein, um die Stabilität des Gebärmutterhalses zu bewerten und mögliche Risiken besser einzuschätzen.
In der Schwangerschaft selbst erfolgt meist eine intensivere Betreuung, um die Entwicklung des Kindes und den Zustand des Gebärmutterhalses regelmäßig zu kontrollieren. Bei Bedarf können Maßnahmen wie eine Cerclage (Verschluss des Muttermundes mit einem chirurgischen Faden) ergriffen werden, um das Risiko einer Frühgeburt zu verringern.
Es ist wichtig, dass Frauen mit Kinderwunsch ihre Bedenken und Fragen frühzeitig ansprechen. Unsere Expert:innen bei Asklepios werden im engen Austausch mit Ihnen entscheiden, welche Vorgehensweise die für Sie individuell beste ist. Ihnen ist dabei sehr wichtig, Sie umfassend zu beraten. Bitte besprechen Sie sich deshalb ausgiebig mit unseren Fachkräften – bis alle Ihre Fragen beantwortet sind.
Hinweis:
Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und werden regelmäßig durch unsere Fachexpert:innen geprüft und aktualisiert. Sie ersetzen dennoch keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch Ärzt:innen, Psycholog:innen, Psychiater:innen oder andere medizinische Fachexpert:innen. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich jederzeit gerne an eine unserer Asklepios Kliniken, ambulanten Praxen und medizinischen Versorgungszentren in Ihrer Nähe oder an Ihre behandelnde Hausärztin oder Ihren behandelnden Hausarzt.