Hysterektomie
Bei welchen Erkrankungen eine Gebärmutterentfernung eine Behandlungsoption ist und welche OP-Verfahren es gibt
Hysterektomie
Der Begriff Hysterektomie bezeichnet den chirurgischen Eingriff zur Entfernung der Gebärmutter. Abhängig vom Grund für eine Hysterektomie können Ärzt:innen die Gebärmutter entweder teilweise entfernen (nur den Gebärmutterkörper unter Erhalt des Gebärmutterhalses), komplett entfernen (inklusive des Gebärmutterhalses) oder die Gebärmutter zusammen mit benachbarten Strukturen wie den Eileitern und Eierstöcken.
Dank moderner Operationsverfahren wie der laparoskopischen Hysterektomie, für die lediglich kleine Bauchschnitte notwendig sind, und dem innovativen vNOTES-Verfahren (mehr zu beiden Verfahren weiter unten) verbleiben nach einer Gebärmutterentfernung kaum oder keine sichtbaren Narben. Dessen ungeachtet handelt es sich bei einer Gebärmutterentfernung aber immer um eine große Operation, die für die Patientinnen nicht nur körperliche, sondern auch seelische Belastungen mit sich bringen kann.
Daher ist uns das Folgende sehr wichtig zu betonen: Bei Asklepios erhalten Sie immer eine umfassende medizinische Beratung und Betreuung, die neben den körperlichen Aspekten der Behandlung auch die psychischen Aspekte berücksichtigt. Auf dieser Grundlage können Sie zusammen mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt die für Sie persönlich am besten geeignete Therapieentscheidung treffen. Unsere Expert:innen sind für Sie da.
Sie möchten mehr erfahren zu den häufigsten Gründen für eine Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) und zu den verfügbaren Operationsmethoden bei Asklepios? Selbstverständlich sind unsere Mitarbeiter:innen auch immer gerne für Sie da, wenn Sie eine persönliche Auskunft wünschen und weitergehende Fragen haben.
Auf dieser Seite erhalten Sie einen kompakten Überblick zur Hysterektomie.
Welche Beschwerden und Erkrankungen können eine Gebärmutterentfernung erfordern?
Es gibt Beschwerdebilder und Erkrankungen, bei denen es im Laufe der Zeit medizinisch sinnvoll sein kann, die Gebärmutter zu entfernen. In solchen Situationen wird die Entscheidung für (oder gegen) eine Hysterektomie nicht plötzlich getroffen. Im Gegenteil: Viele Patientinnen haben mitunter bereits Jahre mit starken Unterleibsschmerzen und/oder starken Blutungen zu kämpfen, bevor sie mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem behandelnden Arzt eine Operation zur Gebärmutterentfernung ins Auge fassen.
Es gibt aber auch Situationen, in denen eine Hysterektomie möglichst schnell vorgenommen werden muss. Bestimmte Verletzungen der Gebärmutter, schwere Infektionen des Unterleibs und bösartige Erkrankungen wie Gebärmutterkrebs und Gebärmutterhalskrebs können diesen Eingriff erforderlich machen.
Wichtig zu wissen: Sie sind nicht allein, falls auch bei Ihnen eine Hysterektomie ansteht. Etwa jede sechste Frau muss sich irgendwann im Laufe des Lebens die Gebärmutter entfernen lassen. Insgesamt zählen Gebärmutterentfernungen aufgrund von gutartigen Erkrankungen zu den häufigsten gynäkologischen Eingriffen. Dank der Kompetenzen, der Erfahrung und der Empathie unserer Teams sind Sie bei Asklepios in guten Händen.
Im Folgenden finden Sie häufige Gründe für Hysterektomien:
- Der häufigste Grund dafür, die Gebärmutter zu entfernen, sind Leiomyome (Kurzform: Myome) der Gebärmutter. Solche Myome sind gutartige Geschwülste der glatten Muskulatur, die zu Schmerzen und mitunter sehr starken Blutungen führen und potenziell auch (je nach Lage in der Gebärmutter) Fehlgeburten auslösen können. Es gibt unterschiedliche Therapiemöglichkeiten bei Myomen. Im Falle einer bereits abgeschlossenen Familienplanung ist die Hysterektomie eine dieser Möglichkeiten.
- Wichtig zu wissen: Nicht immer müssen Myome der Gebärmutter behandelt werden. Bei Beschwerdefreiheit, fehlendem Kinderwunsch und ärztlichem Dafürhalten kann bei regelmäßiger Kontrolle der Myome auf eine Behandlung verzichtet werden.
- Endometriose und Adenomyose sind vereinfacht gesagt Erkrankungen, bei denen sich Schleimhaut aus der Gebärmutter an der falschen Stelle ansiedelt. Daraus können sich anhaltende belastende Beschwerden ergeben. Bei der Endometriose sammelt sich Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle an (oft in den Eierstöcken und den Eileitern), bei der Adenomyose passiert dies in der Muskelschicht der Gebärmutter. Bei ausgeprägten Beschwerden wie starken Blutungen und anhaltenden starken Schmerzen ist die Hysterektomie nach erfolglosen anderen Therapien bei Endometriose und Adenomyose eine Behandlungsoption.
- Bei einem Gebärmuttervorfall (Uterusprolaps), bei dem die Gebärmutter in die Scheide absinkt und herausragt kann im Falle einer operativen Therapie zumeist die Gebärmutter erhalten werden. Diese wird dann wieder angehoben, stabilisiert und fixiert. In seltenen Fällen ist aber auch hier eine Gebärmutterentfernung sinnvoll. Welches Verfahren bei einem Gebärmuttervorfall am sinnvollsten erscheint, werden unsere Ärzt:innen mit Ihnen individuell klären.
Welche Operationsverfahren wenden die Ärzt:innen bei Asklepios an?
Bei Asklepios stehen Ihnen moderne Operationsverfahren der Hysterektomie zur Verfügung. Welches Verfahren angewendet wird, hängt unter anderem davon ab, aus welchem Grund die Gebärmutter entfernt werden soll und welche weiteren individuellen Voraussetzungen vorliegen. Gab es beispielsweise früher bereits eine Operation im Bauchraum? Wenn ja, können Verwachsungen und Vernarbungen die Wahl des OP-Verfahrens beeinflussen.
Offene Hysterektomie (Laparotomie)
Die offene Operation mittels Bauchschnitts (sogenannte Laparotomie) ist das klassische Operationsverfahren zur Gebärmutterentfernung. Sie wird von Ärzt:innen auch als abdominale Hysterektomie bezeichnet. Bei diesem offenen Eingriff erhalten die Operateur:innen direkte Sicht in den Bauchraum.
Trotz dieses Vorteils ist die Laparotomie heute nicht mehr das ärztlich bevorzugte Verfahren, um die Gebärmutter zu entfernen, weil es für die Patientin mit einer längeren Wundheilungsphase und stärkeren Schmerzen nach der OP verbunden ist als die folgend vorgestellten gewebeschonenderen Verfahren. Dennoch besitzt auch die offene Hysterektomie nach wie vor ihre Berechtigung. Beispielsweise kann sie das am besten geeignete OP-Verfahren darstellen, wenn die Gebärmutter sehr groß ist oder wenn Verwachsungen bestehen.
Laparoskopische Hysterektomie („Schlüssellochchirurgie“)
Bei dieser ebenfalls seit Jahren bewährten Operationsmethode führt die Ärztin oder der Arzt dünne Operationsinstrumente und eine Spezialkamera über sehr kleine Einschnitte am Bauch ein. Der große Vorteil dieses Verfahrens gegenüber der offenen Operation ist das deutlich gewebeschonendere Operieren, wodurch Schmerzen und Blutverlust geringer ausfallen und gleichzeitig die Heilung und die Genesungszeiten (Ausfallzeiten) deutlich kürzer sind.
Auch der Eingriff selbst dauert meist kürzer, folglich wird weniger Narkosemittel benötigt als bei einer offenen Operation. Insgesamt bedeutet die laparoskopische Hysterektomie: Man ist in aller Regel schneller wieder fit als nach einer offenen Operation und die kleinen Schnitte hinterlassen nur kleine Narben.
Vaginale Hysterektomie
Gänzlich ohne Bauchschnitt kommt die vaginale Hysterektomie aus: Die operierende Ärztin oder der operierende Arzt erlangt den Zugang zur Gebärmutter über die Scheide. Vorteil dieser Operation ist eine zumeist deutlich verkürzte Operationszeit und eine rasche Wundheilung. Bei komplexen Fragestellung und dem Wunsch nach gleichzeitiger Spiegelung (Einsicht) des Bauchraumes kommt bei Asklepios die innovative vNOTES-Technik zum Einsatz, die die Vorteile der vaginalen Hysterektomie und der laparoskopischen Hysterektomie vereint: Die Ärzt:innen operieren über den Scheidenzugang – also ohne Bauchschnitt – und können dank Kamerasicht bei Bedarf den gesamten Bauchraum spiegeln.
Sie möchten mehr erfahren zu neuen Methoden der Gebärmutterentfernung wie dem vNOTES-Verfahren? Schauen Sie einfach rein in das Video-Experteninterview mit Miriam Schuchhardt, Chefärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am Asklepios Klinikum Schwalmstadt.
Was entscheidet über die Art der Hysterektomie und über das geeignete OP-Verfahren?
Das übergeordnete Therapieziel einer Gebärmutterentfernung aufgrund gutartiger Erkrankungen ist die verbesserte Lebensqualität. Die Patientinnen leiden mitunter seit Jahren unter belastenden Beschwerden, ohne dass bislang eine konservative Therapie oder eine andersartige Operation die ersehnte Verbesserung gebracht hätte.
Bei einer Hysterektomie aufgrund einer Krebserkrankung oder deren Vorstufen ist es das Ziel, den Tumor beziehungsweise dessen Vorstufen möglichst vollständig zu entfernen und so die weitere Ausbreitung der Erkrankung bestmöglich zu verhindern.
Neben der Art der Erkrankung entscheiden aber noch weitere individuelle Faktoren darüber, ob bei einer Gebärmutterentfernung nur Teile des Organs, das gesamte Organ und gegebenenfalls weiteres Gewebe entfernt werden muss. Auch die Wahl der Operationsmethode ist stark abhängig von individuellen Faktoren – wie dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Patientin, der Größe und Form der Gebärmutter sowie möglichen Verwachsungen infolge früherer Operationen im Bauchraum.
Jedoch gilt für jede Gebärmutterentfernung: Ein solcher Eingriff ist im wahrsten Sinne des Wortes ein gravierender Einschnitt in das bisherige Leben und manchmal auch in die Lebensplanung. Vor allem dann, wenn bei der Patientin bislang noch ein Kinderwunsch besteht oder auch, wenn zusätzlich zur Gebärmutter auch die Eierstöcke entfernt werden müssen, wodurch sich (bei Frauen vor der Menopause) unweigerlich die Wechseljahre einstellen.
Unser Versprechen an Sie: Bei Asklepios erhalten Sie rund um die Operation und in der Nachsorge einer Gebärmutterentfernung eine ganzheitliche Beratung, Behandlung und Betreuung, die Sie umfassend unterstützt. Unsere Fachärzt:innen besprechen mit Ihnen im Vorfeld auch die möglichen Alternativen zu einer Hysterektomie und – bei einer gemeinsamen Entscheidung für den Eingriff – das am besten geeignete Verfahren und Vorgehen.