Feigwarzen

Feigwarzen (Kondylome)

Feigwarzen (Kondylome), auch Genitalwarzen genannt, gehören zu den häufigen sexuell übertragbaren Erkrankungen. Verursacht werden sie durch Humane Papillomviren (HPV). Feigwarzen treten vor allem im Genital- und Analbereich auf und äußern sich durch kleine erhabene Hautveränderungen, die oft unbemerkt bleiben. In den folgenden Abschnitten beschreiben wir, welche Symptome auf Kondylome hinweisen können, wie die Diagnose gestellt wird und welche Therapien zur Verfügung stehen.

 

Welche Symptome können bei Feigwarzen auftreten?

Feigwarzen sind gutartige Hautwucherungen. Die Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und hängen von der Anzahl und dem Ort der Warzen ab.

Sichtbare Hautwucherungen

Feigwarzen sind kleine, warzenartige Wucherungen, die sich an den Genitalien, im Analbereich oder seltener im Mundraum bilden. Diese Hautveränderungen können flach oder erhaben sein und treten oft in Gruppen auf.

Farbveränderungen der Haut

Die Warzen haben meist die gleiche Farbe wie die umliegende Haut. Diese Farbgebung macht sie besonders im Anfangsstadium schwer erkennbar. Die Wucherungen können aber auch weißlich, leicht dunkler oder rötlich sein.

Juckreiz

In seltenen Fällen kann Juckreiz ein Symptom der Feigwarzen sein. Der Juckreiz kann je nach Ausbreitung und Größe der Warzen unterschiedlich stark sein.

Schmerzen oder Unwohlsein

Obwohl Feigwarzen in der Regel keine Schmerzen verursachen, können sie bei Reibung – etwa durch enge Kleidung oder während des Geschlechtsverkehrs – unangenehm sein.

Blutungen

Bei mechanischer Reizung, beispielsweise durch Rasur können Feigwarzen leicht bluten. 

Hautveränderungen im Dammbereich (Anogenitalregion)

Neben den sichtbaren Warzen können auch allgemeine Hautveränderungen auftreten, wie raue oder verhärtete Stellen, die sich ebenfalls auf eine HPV-Infektion zurückführen lassen.

Die genannten Symptome sind die häufigsten Anzeichen für Feigwarzen, die jedoch nicht bei allen Betroffenen Beschwerden verursachen. Einige Menschen bemerken sie nur zufällig oder im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung. Sollten Sie eines oder mehrere der genannten Symptome bei sich feststellen, sollten Sie sich medizinisch untersuchen lassen. Auf Grundlage einer genauen Diagnose kann die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt dann eine Therapie einleiten.
 

Wie werden Feigwarzen diagnostiziert?

Wenn Sie Veränderungen im Intimbereich bemerken, sollten Sie zeitnah eine medizinische Untersuchung in Anspruch nehmen. Eine frühzeitige Abklärung schützt nicht nur Ihre eigene Gesundheit, sondern auch Ihre Sexualpartner:innen vor einer möglichen Ansteckung.

Untersuchung durch Fachärzt:innen

Fachärzt:innen für Gynäkologie, Urologie oder Dermatologie sind besonders geschult, Feigwarzen zu erkennen. Die Diagnostik beginnt meist mit einer Blick- und Tastuntersuchung der betroffenen Haut- oder Schleimhautbereiche. Da Feigwarzen auch in der Scheide, im Mastdarm oder an der Harnröhre auftreten können, setzen unsere Fachärzt:innen bei Bedarf spezielle Untersuchungsgeräte wie ein Kolposkop (für die Scheide) oder ein Proktoskop (für den Mastdarm) ein.

Essigsäuretest

Um schwer erkennbare Warzen sichtbar zu machen, wird häufig der Essigsäuretest angewendet. Dabei betupfen unsere Ärzt:innen die verdächtige Hautstelle vorsichtig mit Essigsäure. Feigwarzen verfärben sich dabei weißlich. Dieser Test ist jedoch nicht immer eindeutig.

Biopsie bei Unsicherheit

In seltenen Fällen, insbesondere bei unklaren Hautveränderungen, können unsere Fachärzt:innen eine Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen. Diese wird im Labor untersucht, um Feigwarzen von anderen Hauterkrankungen sicher abzugrenzen.

Untersuchung auf Begleiterkrankungen

Da Feigwarzen durch Humane Papillomviren (HPV) verursacht werden, berücksichtigen unsere Ärzt:innen auch andere HPV-bedingte Erkrankungen und sexuell übertragbare Infektionen. Sie können durch diese umfassende Diagnostik weitere Risiken erkennen und gezielt behandeln.
 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Feigwarzen?

Feigwarzen lassen sich mit verschiedenen Methoden behandeln, je nach Ausbreitung und Befund. Ziel jeder Therapie ist es, die sichtbaren Warzen zu entfernen und die Beschwerden der Patient:innen zu lindern. Unsere Fachkräfte stimmen die Therapie auf Ihre individuelle Situation ab und besprechen mit Ihnen das für Sie passende Vorgehen. Hier stellen wir Ihnen die gängigsten Methoden vor.

Operative Entfernung 

Es gibt unterschiedliche operative Methoden um Feigwarzen gezielt zu entfernen. Heutzutage erfolgt dies zumeist mittels Lasertherapie. Dies ist eine moderne Methode, wobei mittels gebündeltem Lichtstrahl das Warzengewebe durch unsere Ärz:innen präzise abgetragen wird. Dank der hohen Präzision des Lasers wird das umliegende Gewebe geschont, was die Heilungszeit verkürzt. Die operative Behandlung erfolgt je nach Ausbreitung unter lokaler oder Vollnarkose.

Behandlung mit lokaler Medikation

Vor allem kleine und vereinzelte Condylome oder sogenannte Redivie (Wiederauftreten von Feigwarzen nach erfolgreicher Behandlung) können mittels einer lokal aufgetragenen medikamentösen Therapie behandelt werden. Diese Therapie erstreckt sich zumeist über mehrere Wochen und kann durch die Patient:innen selbständig durchgeführt werden.
 

Welche Begleiterkrankungen können mit Feigwarzen auftreten?

Feigwarzen, die durch Humane Papillomviren (HPV) verursacht sind, treten gelegentlich mit Begleiterkrankungen auf. Diese können entweder Ursache oder Folge einer HPV-Infektion sein. Unsere Fachärzt:innen berücksichtigen in der Diagnostik und Behandlung von Feigwarzen stets auch diese möglichen gesundheitlichen Probleme, um eine umfassende Versorgung sicherzustellen. Im Folgenden nennen sie Ihnen einige der möglichen Begleiterkrankungen, die in der Therapie gegebenenfalls eine Rolle spielen.

Humane Papillomvirus-bedingte Krebserkrankungen

Feigwarzen werden zumeist durch die Niedrigrisko-HPV-Typen (zum Beispiel HPV 6 und 11) ausgelöst. Neben diesen Niedrigrisko-HPV-Typen gibt es sogenannte Hochrisikotypen (insbesondere die die Hochrisikotypen HPV 16 und 18), welche eng mit der Entstehung bestimmter Krebserkrankungen verbunden sind. Dazu gehören Gebärmutterhalskrebs, Analkrebs, Peniskrebs und selten auch Mund- und Rachenkrebs. Da es simultane Infektionen von Niedrig- und Hochriskotypen geben kann,  ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig, wie der HPV-Test oder Pap-Test.

Andere sexuell übertragbare Infektionen (STIs)

Menschen mit Feigwarzen haben ein erhöhtes Risiko, für andere sexuell übertragbare Infektionen (STIs; englischer Begriff „Sexually Transmitted Infections“) wie Chlamydien, Gonorrhoe (Tripper) oder Syphilis. Dies liegt daran, dass ähnliche Übertragungswege bestehen und offene Hautstellen durch Feigwarzen den Eintritt anderer Erreger erleichtern können. Diese Infektionen können unbehandelt schwerwiegende Folgeerkrankungen verursachen. Unsere Fachärzt:innen bei Asklepios haben deshalb ein besonderes Augenmerk auf den gesamten STI-Status ihrer Patient:innen.
 

Wie kann man Feigwarzen vorbeugen und sich im Alltag schützen?

Humane Papillomviren (HPV) lösen Feigwarzen aus. Um einer Ansteckung vorzubeugen, gibt es mehrere Maßnahmen. Diese schützen Sie nicht nur vor Feigwarzen, sondern reduzieren auch das Risiko für andere HPV-bedingte Erkrankungen.

HPV-Impfung frühzeitig wahrnehmen

Die HPV-Impfung ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um sich vor Feigwarzen und anderen HPV-bedingten Erkrankungen zu schützen. Unsere Expert:innen empfehlen wie die STIKO die Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren, idealerweise vor dem ersten Sexualkontakt. Der Neunfach-Impfstoff schützt nicht nur vor den Hochrisikotypen, die Krebs verursachen können, sondern auch vor HPV-Typen 6 und 11, die die Feigwarzen auslösen. Zwei Impfungen im Abstand von mindestens fünf Monaten reichen aus, um eine Grundimmunisierung zu gewährleisten. Auch Erwachsene können sich impfen lassen, sie müssen die Kosten jedoch in der Regel selbst tragen. 

Kondome und Femidome konsequent nutzen

Die Verwendung von Kondomen oder Femidomen (Frauenkondome) beim Geschlechtsverkehr kann das Risiko einer HPV-Übertragung verringern. Dabei ist es wichtig, Kondome korrekt und durchgängig zu verwenden – von Beginn bis zum Ende des Kontakts. Kondome können keinen vollständigen Schutz bieten, da HPV auch durch Hautkontakt in Bereichen übertragen werden kann, die nicht vom Kondom bedeckt sind. Trotzdem reduzieren Kondome das Risiko erheblich! Gleichzeitig schützen sie vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen.

Intimrasuren mit Vorsicht durchführen

Kleine Hautverletzungen durch Intimrasuren erhöhen das Risiko, dass Humane Papillomviren (HPV) in die Haut eindringen können. Wenn Sie nicht auf eine Intimrasur verzichten möchten, verwenden Sie unbedingt scharfe und saubere Rasierer, um Schnitte zu vermeiden. Desinfizieren Sie die Haut nach der Rasur mit einem geeigneten Mittel. 

Sexspielzeug hygienisch verwenden

Wenn Sie Sexspielzeug nutzen, achten Sie darauf, es gründlich zu reinigen und bei Bedarf mit einem Kondom zu schützen. 

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen

Frauen sollten regelmäßig gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen. Dadurch ist es zumeist möglich, Hautveränderungen bereits früh zu erkennen und gezielt zu behandeln.