Atmungstherapie
Atemtraining für mehr Lebensqualität
Atmungstherapie
Zu atmen ist für uns lebenswichtig – und gleichzeitig empfinden wir es als völlig selbstverständlich. Doch was passiert, wenn das Atmen schwerfällt? Atemprobleme können zum Beispiel in stressbedingten Phasen auftreten, nach einer Lungenentzündung oder bei chronischen Atemwegserkrankungen wie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) und Asthma. In solchen Fällen kann die Atmungstherapie, auch bekannt als Atemtraining, maßgeblich dazu beitragen, die Atemfunktion zu verbessern und das Wohlbefinden zu fördern. Durch gezielte Übungen und spezielle Techniken hilft die Atmungstherapie dabei, die Atemmuskulatur zu stärken, die Sauerstoffversorgung zu optimieren und Atemnot zu lindern.
Im Folgenden erfahren Sie, wie die Atmungstherapie funktioniert, welche Methoden zum Einsatz kommen und wie sie bei verschiedenen Beschwerden helfen kann. Sie lernen, wie eine individuell angepasste Therapie dazu beiträgt, die Lebensqualität zu steigern und sowohl körperliche als auch psychische Beschwerden zu lindern.
Das Team von Asklepios steht Ihnen mit kompetenter Beratung und individueller Unterstützung zur Seite, um gemeinsam mit Ihnen den bestmöglichen Weg zur Verbesserung Ihrer Atmung und somit zu mehr Lebensqualität zu finden.
Wie funktioniert die Atmungstherapie?
Bei der Atmungstherapie geht es darum, die Atmung gezielt zu beeinflussen, um die Atemfunktion zu verbessern, vorhandene Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu steigern. Der Grundgedanke dabei ist, dass die Atmung nicht nur ein physiologischer Vorgang ist, der einfach „passiert“, sondern auch bewusst steuerbar ist und auf diese Weise sowohl den Körper als auch den Geist beeinflussen kann.
Was sind die Ziele der Atmungstherapie?
Die Atmungstherapie soll die richtige Atmung fördern. Grundlage dafür ist ein gezieltes Training, dass die Atemmuskulatur stärkt und die Lungenfunktion optimiert. Die richtige Atmung trägt dazu bei, die Sauerstoffversorgung des Körpers zu verbessern, die Atemmuskulatur zu entspannen und so Atemnot und damit verbundene Ängste zu reduzieren. Außerdem kann die Therapie dabei helfen, Komplikationen, die eine flache Atmung hervorrufen kann, zu vermeiden. Dazu zählen unter anderem Lungenentzündungen.
Welche Techniken kommen zum Einsatz?
Die Atmungstherapie greift auf eine Vielzahl von Techniken zurück, um die Atmung zu unterstützen. So erlernen die Betroffenen unter anderem die richtige Bauch- und Brustatmung. Gegebenenfalls kommen Hilfsmittel wie Beatmungsbeutel zum Einsatz. Neben den Techniken, die die Patient:innen selbst aktiv anwenden, gibt es auch sogenannte passive Maßnahmen: Die medizinischen Fachkräfte können Klopfungen oder sanfte Massagen vornehmen, um Sekret zu lösen und die Atemhilfsmuskulatur – jene Muskeln, die das Volumen des Brustraums verändern – zu entspannen. Außerdem lernen die Patient:innen, welche Positionen das Atmen erleichtern und welche Atemübungen sie eigenständig im Alltag anwenden können.
Wie wird die Therapie individuell angepasst?
Die Atmungstherapie basiert auf einer präzisen Diagnostik. Die behandelnde Fachkraft erstellt nach einer gründlichen Analyse der Symptome und Einschränkungen der Patient:innen einen individuellen Behandlungsplan. Dabei bezieht sie sowohl deren körperliche Verfassung als auch persönliche Lebensumstände ein. Die Therapie erfolgt schrittweise, wobei die Übungen genau auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind. Der enge Austausch zwischen der behandelnden Fachkraft und den Betroffenen ist essenziell, um die Therapie effektiv zu gestalten und die Fortschritte regelmäßig zu überprüfen.
Die Atmungstherapie ist ein interaktiver Prozess, bei dem sowohl die Fachkraft als auch Sie aktiv mitwirken, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Die persönliche Betreuung und Anleitung durch geschultes Fachpersonal spielen dabei eine zentrale Rolle.
Wie kann Atmungstherapie bei verschiedenen Beschwerden helfen?
Die Atmungstherapie bietet vielseitige Anwendungsbereiche, da sie sowohl bei körperlichen als auch bei psychischen Beschwerden eingesetzt werden kann. Durch gezielte Übungen und Techniken kann sie zur Linderung von Symptomen beitragen und die Lebensqualität fördern. Auch bei speziellen Herausforderungen, etwa in der Schwangerschaft oder bei einer chronischen Erkrankung, profitieren die betroffenen Menschen von der Atmungstherapie.
Unterstützung bei Atemwegserkrankungen und körperlichen Beschwerden
Bei Atemwegserkrankungen wie Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder nach einer Lungenentzündung kann die Atmungstherapie erheblich zur Verbesserung der Lungenfunktion beitragen. Sie hilft, die Atemmuskulatur zu stärken und die Atmung zu vertiefen und sorgt dafür, dass Sekret abtransportiert wird. Dies kann das Risiko von Infektionen minimieren. Auch bei Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen sowie Rückenschmerzen und Wirbelsäulenverkrümmungen, wie Skoliose, kann die Atmungstherapie Beschwerden lindern. Darüber hinaus profitieren Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder nach schwerwiegenden Erkrankungen wie Long COVID von atemerleichternden Positionen und individuell angepassten Übungen. Selbst Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) oder nach einer Lähmungserkrankung profitieren von den gezielten Atemübungen, die auf ihre spezifischen Bedürfnisse abgestimmt werden.
Wie kann Atmungstherapie bei psychischen Belastungen helfen?
Stress, Angstzustände oder Depressionen beeinflussen oft die Atmung: Sie wird flacher und unregelmäßiger. In der Atmungstherapie lernen die Patient:innen, durch bewusste Übungen ihre Atmung zu regulieren. Dies kann helfen, den Körper zu entspannen, den Herzschlag zu verlangsamen und die Produktion von Stresshormonen zu reduzieren. Atemtechniken wie die 4-7-8-Atmung oder langsames, tiefes Ein- und Ausatmen wirken beruhigend und fördern einen ausgeglichenen mentalen Zustand. Atemtherapie kommt daher häufig als begleitende Maßnahme bei psychosomatischen Störungen, Schlafstörungen und Burnout zum Einsatz. Auch Kinder mit ADHS oder Menschen mit Konzentrationsproblemen können durch Atemtechniken innere Unruhe abbauen und ihre Aufmerksamkeit verbessern.
Spezielle Anwendungen für Schwangere
Schwangere können mithilfe der Atmungstherapie Techniken erlernen, die bei der Geburt hilfreich sind, insbesondere um Schmerzen während der Wehen zu bewältigen. Die gezielte Atemarbeit wird dabei oft in Geburtsvorbereitungskursen vermittelt.
Welche Methoden kommen in der Atmungstherapie zum Einsatz?
Die Atmungstherapie ist vielseitig und setzt auf eine Kombination aus gezielten Übungen, unterstützenden Hilfsmitteln und passiven Techniken. Diese Methoden werden individuell an Ihre Bedürfnisse angepasst, um die bestmöglichen Resultate zu erzielen.
Wie helfen gezielte Atemübungen?
Atemübungen fördern die bewusste Kontrolle der Atmung und stärken die Atemmuskulatur. Einfache Techniken, wie die dosierte Lippenbremse, helfen, die Atemwege zu stabilisieren und die Atmung zu vertiefen: Dabei verlangsamt die oder der Betroffene die Ausatmung, indem sie oder er die Luft durch einen schmalen Spalt zwischen den locker aufeinanderliegenden Lippen ausstößt. Bestimmte Körperhaltungen wie der Kutschersitz oder der Vierfüßlerstand erleichtern die Atmung und machen den Brustkorb beweglicher. Für Menschen mit eingeschränkter Atemfunktion können solche Übungen entscheidend dazu beitragen, Luftnot zu minimieren und ihre Lungenkapazität zu vergrößern.
Welche Hilfsmittel unterstützen die Atmung?
Zu den Hilfsmitteln, die bei der Therapie zum Einsatz kommen können, gehören Atemtrainer mit Widerstandsfunktionen oder mechanische Hustenhilfen. Das Training mit solchen Geräten kann die Atemmuskulatur stärken und den Schleimtransport erleichtern. Insbesondere bei chronischen Atemwegserkrankungen wie COPD oder Mukoviszidose helfen solche Werkzeuge, die Lunge zu reinigen und Infektionen vorzubeugen. In einigen Fällen, etwa wenn die Patient:innen beim Einatmen nur eingeschränkt Luft bekommen, kann die Methode des sogenannten „Air Stacking“ (dt.: Luftstapeln) die Atemwege öffnen und das Abhusten erleichtern: Bei diesem Manöver atmet die Patientin oder der Patient über einen Beatmungsbeutel stufenweise Luft ein und dann langsam wieder aus.
Was bewirken passive Techniken?
Passiv unterstützende Maßnahmen runden die Atmungstherapie ab. Dazu gehören beispielsweise Klopfungen oder Vibrationsmassagen: Sie helfen dabei, Sekrete wie Schleim abzutransportieren und entlasten so die Lunge. Außerdem können die Fachkräfte den Brustkorb und die Atemhilfsmuskulatur der Betroffenen durch Massagen oder Dehnungsübungen mobilisieren. Bei der sogenannten reflektorischen Atemtherapie wird zudem die Durchblutung und Beweglichkeit durch Wärme, spezielle Grifftechniken und therapeutische Übungen gefördert. Diese Maßnahmen lösen Verspannungen, aktivieren das Zwerchfell und helfen so, die Atembewegungen zu intensivieren.
Die Vielfalt der Methoden ermöglicht es den Fachkräften, die Therapie flexibel an die individuellen Beschwerden und Bedürfnisse der Patient:innen anzupassen, sodass viele Menschen durch die Atmungstherapie eine wertvolle Unterstützung erfahren.
Wie verbessert Atmungstherapie Ihr Wohlbefinden?
Die Atmungstherapie kann sowohl die körperliche als auch die mentale Gesundheit positiv beeinflussen. Denn eine bewusste und gezielte Atmung wirkt sich direkt auf den gesamten Organismus aus und kann das Leben nachhaltig bereichern.
Kann Ihre Atmung Ihre Lebensqualität steigern?
Eine effektive Atmung trägt maßgeblich dazu bei, die Sauerstoffversorgung des Körpers zu optimieren. Eine gut trainierte Atemmuskulatur und ein beweglicher Brustkorb ermöglichen tiefere Atemzüge, die die Lungenkapazität erweitern und den Körper besser mit Sauerstoff versorgen. Dies steigert nicht nur die Leistungsfähigkeit im Alltag, sondern fördert auch die Erholung nach körperlicher Anstrengung. Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen oder anderen körperlichen Beschwerden können durch die Atmungstherapie eine deutliche Erleichterung erfahren.
Kann Atmung Stress und Anspannung reduzieren?
Die enge Verbindung zwischen Atmung und Psyche ist wissenschaftlich belegt. Stress, Angst oder innere Unruhe können die Atmung negativ beeinflussen. Durch gezielte Atemübungen lernen Sie, Ihre Atmung bewusst zu steuern und so Stress abzubauen. Tiefes Ein- und Ausatmen reguliert die Herzfrequenz, senkt den Blutdruck und fördert die innere Ruhe. Dies kann dazu beitragen, Ängste zu lindern und einen Zustand der Entspannung zu erreichen.
Die Atmungstherapie stärkt den Körper und entspannt den Geist und hilft so, beides in Einklang zu bringen. Dadurch wird die Lebensqualität spürbar verbessert, und alltägliche Herausforderungen lassen sich gelassener bewältigen. Wenn Sie weitergehende Fragen zu diesem Thema haben, wenden Sie sich gerne an unsere Fachkräfte. Sie werden sie Ihnen gerne beantworten.