Hüftimpingement

Wie sich eine Verengung im Hüftgelenk äußert und welche Behandlung hilft

Hüftimpingement (Femoroazetabuläres Impingement)

Eine schmerzhafte Arthrose im Hüftgelenk, und das schon in jungen Jahren? Dahinter kann das sogenannte Hüftimpingement stecken: eine Verengung des Hüftgelenkspaltes, wodurch Schmerzen in der Hüfte entstehen und später oft auch eine Arthrose (Gelenkverschleiß). 

Genauer betrachtet handelt es sich bei einem Hüftimpingement um eine knöcherne Engstelle im Zusammentreffen des Hüftkopfes des Oberschenkelknochens (Femur) und der Hüftpfanne (Acetabulum) des Beckenknochens. Deshalb wird das Hüftimpingement in Fachkreisen auch femoroazetabuläres Impingement genannt. 

Lesen Sie in diesem Beitrag, wie sich die beiden Unterformen des Hüftimpingements – das Cam-Impingement und das Pincer-Impingement – voneinander unterscheiden. Erfahren Sie außerdem, wie sich die davon verursachten Schmerzen typischerweise äußern und wie unsere Fachärzt:innen ein Hüftimpingement effektiv behandeln können.

Wichtig zu wissen: Von einem Impingement der Hüfte sind häufig junge, aktive Menschen betroffen. Um die Beweglichkeit des Hüftgelenks langfristig zu erhalten und eine Arthrose zu verhindern oder zumindest deutlich zu verlangsamen, ist eine möglichst frühzeitige Behandlung essenziell. Zögern Sie daher bei wiederkehrenden Beschwerden in der Hüfte nicht, unsere Spezialist:innen aufzusuchen: Unsere qualifizierten Teams sind für Sie da und verfügen über alle modernen medizinischen Möglichkeiten, um jegliche Verengung im Hüftgelenk exakt zu diagnostizieren und gezielt zu behandeln.
 

Welche Beschwerden treten bei einem Hüftimpingement auf?

Typische Symptome bei einem Impingement der Hüfte sind Schmerzen rund um die betroffene Hüftseite, die auch in den Oberschenkel und in die Leistengegend ausstrahlen können. Weil sich diese Schmerzen meist schleichend entwickeln und anfangs vielleicht auch nur bei Aktivitäten wie Treppensteigen oder Sport auftreten, besteht die Gefahr, dass die tatsächliche Ursache der Beschwerden – das Hüftimpingement – lange unentdeckt bleibt. 

Unser Rat deshalb: Damit es bei einem femoroazetabulären Impingement nicht zu möglicherweise unumkehrbaren Schädigungen im Hüftgelenk kommt, sollten Sie Hüftschmerzen bei sich oder bei Ihren Angehörigen immer vorsorglich ärztlich abklären lassen. 

Dies gilt auch für die folgenden Beschwerden, da diese ebenfalls auf ein Hüftimpingement hinweisen können:

  • Hüftschmerzen bei längerem Sitzen, etwa im Büro oder bei Autofahrten
  • Jede Form schwer zu definierender Schmerzen im Hüft- und/oder Leistenbereich
  • Bewegungseinschränkungen bei bestimmten Tätigkeiten und Positionen (besonders spürbar bei Drehung des angezogenen Beines nach innen)
  • Umgekehrt eine Besserung dieser Beschwerden bei Schonhaltung 

Wichtig zu wissen: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einem Impingement der Hüfte haben jedoch oft noch keine „verräterischen“ Beschwerden wie Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Wenn dann zu einem späteren Zeitpunkt Schmerzen auftreten, können sich diese mit der Zeit immer weiter verstärken und irgendwann auch während der Ruhephasen anhalten. 
 

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Ursachen und Diagnose: Wie wird ein Impingement der Hüfte festgestellt?

Das englische Wort „impinge“ bedeutet „aufeinandertreffen“ oder „aufeinander einwirken“. Im Falle des Hüft-Impingements handelt es sich konkret um ein irreguläres Aufeinandertreffen des Hüftkopfes des Oberschenkelknochens auf die Hüftpfanne des Beckens. Verantwortlich hierfür ist eine mechanische Verengung im Hüftgelenkspalt. Je nachdem, wodurch diese mechanische Verengung entsteht, unterscheiden Ärzt:innen zwischen dem Cam-Impingement und dem Pincer-Impingement.

Cam-Impingement

Bei einem Cam-Impingement (engl. Cam = Nockenwelle) ist der Hüftkopf des Oberschenkelknochens nicht komplett rund, sondern weist eine knöcherne Verdickung auf. Dadurch stößt der Hüftkopf bei Bewegung an die Hüftpfanne. Mit der Zeit kommt es zu einer Schädigung an der Gelenklippe (Ring aus Fasergewebe) und am Gelenkknorpel (die Folge: Arthrose). 

Warum aber kommt es beim Cam-Impingement zu dieser knöchernen Verdickung am Hüftkopf? Forschungsergebnissen zufolge können sogenannte Stop-and-Go-Sportarten wie Fußball und Basketball eine derartige Knochenveränderung fördern, sofern diese Aktivitäten innerhalb der Wachstumsphase, also im Kindes- und Jugendalter, sehr regelmäßig ausgeübt werden. Fakt ist: Von einem Cam-Impingement sind vor allem junge und sportlich aktive Männer betroffen.

Pincer-Impingement 

Bei einem Pincer-Impingement (engl. Pincer = Kneifzange) findet sich die Ursache für die Verengung nicht am Hüftkopf, sondern an der Hüftpfanne, also am Beckenknochen. Eigentlich sollte die Hüftpfanne dem Hüftkopf ausreichend Bewegungsspielraum ermöglichen. Bei einem Pincer-Impingement sorgt jedoch eine zu stark ausgeprägte knöcherne Überdachung für eine mechanische Einengung, die im Röntgenbild vergleichbar mit einer zubeißenden Kneifzange ist. Aber auch eine Fehlstellung (Retrusion) der Hüftpfanne kann diese Art der Einengung bewirken. Vergleichbar wie beim CAM-Impingement kann dies mit der Zeit ebenso zu einer Schädigung an der Gelenklippe (Ring aus Fasergewebe) und am Gelenkknorpel bis hin zur Arthrose führen. 

Vom Pincer-Impingement sind vermehrt Frauen betroffen. Allerdings weisen viele Personen mit einem Hüft-Impingement eine Mischform aus Cam-Impingement und Pincer-Impingement auf.

Diagnostik bei Hüft-Impingement 

Hüftschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben, und bei Weitem nicht immer steckt ein femoroazetabuläres Impingement dahinter. Unsere Fachärzt:innen grenzen während eines ausführlichen Gesprächs mit Ihnen ein, welche Ursachen für vorliegende Hüftschmerzen und/oder Bewegungseinschränkungen infrage kommen.

Erhärtet sich nach der anschließenden körperlichen Untersuchung mit einer speziellen Testung der Beinbeweglichkeit der Verdacht auf ein Impingement der Hüfte, kommen bildgebende Untersuchungsverfahren wie eine Magnetresonanztomografie (MRT) und ein Röntgenbild des Hüftgelenks zum Einsatz. 

Gut zu wissen: Während die Magnetresonanztomografie als Schichtbildverfahren insbesondere detaillierte Bilder von Knorpeln, Sehnen, der Gelenklippe und anderen Geweben ermöglicht, die durch das Impingement geschädigt werden können, liefert das Röntgenbild aussagekräftige Bilder von den beteiligten Knochenstrukturen – inklusive möglicher Fehlstellungen und Verdickungen.

Bei Bedarf kann die Ärztin oder der Arzt die so gewonnenen Erkenntnisse mit einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) vertiefen und absichern.

Sie möchten mehr über die Untersuchungsverfahren bei Hüftgelenk- und anderen Gelenkbeschwerden erfahren? Gerne gibt Ihnen unser Fachpersonal hierzu persönlich Auskunft, entweder direkt vor Ort bei Asklepios, über das Kontaktformular oder telefonisch.
 

Therapie: Wie wird ein Hüftimpingement behandelt?

Wie ein Hüftimpingement behandelt wird, ist vor allem von zwei Faktoren abhängig: der genauen Ursache des Impingements (Cam-Impingement, Pincer-Impingement oder Mischform) und dem Grad der Beeinträchtigung beziehungsweise des Gelenkverschleißes.

Konservative Therapie

Ist noch kein oder nur ein gemäßigter Gelenkverschleiß vorhanden, kann eine konservative Behandlung ausreichen. Ziel ist es, ohne operativen Eingriff die Symptome eines Hüftimpingements zu lindern und die Beweglichkeit des Hüftgelenks zu verbessern. Zudem gilt es, diejenigen Aktivitäten zu verringern oder zu vermeiden, die eine weitere Gelenkschädigung begünstigen würden. 

Zu den bewährten konservativen Behandlungsmaßnahmen gehören insbesondere antientzündliche, schmerzlindernde Medikamente (sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika, kurz NSAR), schmerzlindernde Injektionen (Spritzen) in das Gelenk, eine individuell abgestimmte Physiotherapie und gegebenenfalls weitere unterstützende Behandlungsmaßnahmen. Unsere Fachärzt:innen besprechen mit Ihnen als Patientin oder Patient alle möglichen Maßnahmen ausführlich und stimmen die Auswahl der Behandlungsmaßnahmen eng mit Ihnen ab.

Arthroskopie als minimalinvasiver Eingriff

Mit einer Hüftgelenkspiegelung (Hüftarthroskopie) können Ärzt:innen das Gelenk nicht nur untersuchen, sondern auch bestimmte Knochenüberstände und Schädigungen wie Risse der Gelenklippe effektiv behandeln. Vorteil der Arthroskopie: Sie ist im Vergleich zur offenen Operation ein minimalinvasives, also gewebeschonendes Verfahren mit nur kleinen Hautschnitten. Die Arthroskopie kann angewendet werden, wenn noch kein höhergradiger Gelenkverschleiß vorliegt. 

Unsere Ärzt:innen führen die arthroskopische Behandlung häufig ambulant durch. Die Patient:innen müssen dann nicht über Nacht bleiben. Sie möchten mehr zu diesem Verfahren wissen und haben Fragen zur Nachbehandlung beziehungsweise zum Heilungsverlauf nach einer arthroskopischen Behandlung? Gerne geben wir Ihnen hierzu detaillierte Informationen.

Offene Operation: Korrekturosteotomien und Gelenkersatz

Bei angeborenen Gelenkfehlstellungen und knöchernen Fehlbildungen sowie bei fortgeschrittenen Gelenkschädigungen kann ein offener chirurgischer Eingriff notwendig werden, um eine (schmerzfreie) Gelenkfunktion wiederherzustellen. 

Ärzt:innen sprechen von einer Korrekturosteotomie, wenn sie Knochenstrukturen gezielt durchtrennen, um diese in eine korrekte Position zurückzuführen. Ein Gelenkersatz, also eine künstliche Hüfte, kommt dann infrage, wenn ein Gelenkverschleiß bereits sehr weit fortgeschritten ist und die Lebensqualität entsprechend stark einschränkt.
 

Welche Grund- und Folgeerkrankungen können mit Hüftimpingement einhergehen?

Ein Hüftimpingement kann mit anderen Erkrankungen und Beschwerden einhergehen, die als Ursache oder als Folge des Impingements auftreten können. Ihr Fachpersonal bei Asklepios hat diese Zusammenhänge bei der Diagnostik und Behandlung eines Hüftimpingements umfassend im Blick und beachtet diese zu jedem Zeitpunkt. Zu den wichtigsten Grund- und Folgeerkrankungen eines Hüftimpingements zählen:

Anlagestörungen und Entwicklungsstörungen im Hüftbereich

Bei einem Hüftimpingement sprechen Fachleute entweder von einer Taillierungsstörung des Hüftkopfes (Cam-Impingement) und/oder von einer knöchernen Mehrüberdachung der Hüftpfanne beziehungsweise einer Fehlstellung der Hüftpfanne (Pincer-Impingement). 

So unterschiedlich die Ursachen für eine Verengung des Hüftgelenkspalts auch sein können: Anlagestörungen und Entwicklungsstörungen im Hüft- und Beckenbereich können bei der Entstehung eines Hüftimpingements eine wesentliche Rolle spielen. Deshalb gilt generell: Je früher solche Anlagestörungen und Entwicklungsstörungen entdeckt werden, desto effektiver können Ärzt:innen die möglichen Folgen verhindern oder zumindest effektiv eindämmen.

Gelenkarthrose

Ein Hüftimpingement führt unbehandelt sehr häufig zu einer Arthrose. Die Arthrose wird umgangssprachlich vereinfacht als Gelenkverschleiß bezeichnet. Konkret handelt es sich dabei um eine schwerwiegende Schädigung des Gelenkknorpels. Diese Schädigung ist unumkehrbar, weil sich ein Gelenkknorpel nicht regeneriert und vom Körper auch nicht durch gleichwertiges Gewebe ersetzt werden kann. 

Ärzt:innen und Therapeut:innen können belastende Symptome einer Arthrose – vor allem Gelenkschmerzen in Bewegung – mit konservativen Behandlungsmaßnahmen wie Medikamenten und Physiotherapie oft gut in den Griff bekommen. Auch ein Gelenkersatz (künstliches Gelenk) kann infrage kommen, um bei Arthrose die Bewegungsfähigkeit und damit die Lebensqualität wiederherzustellen. Besser ist es aber natürlich immer, die Ursachen für eine vorzeitige Arthrose – hier konkret das Hüftimpingement – frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. 

Zusammengefasst gilt: Es gibt bestimmte Voraussetzungen wie Fehlstellungen der Hüftgelenkspfanne oder bestimmte Entwicklungsstörungen bei Heranwachsenden, die ein Hüftimpingement begünstigen können. Insbesondere beim Cam-Impingement kommen äußere begünstigende Faktoren hinzu, vor allem häufig ausgeübte Sportarten wie Fußball oder Tennis. Bei Asklepios beziehen wir diese Faktoren in die Diagnosestellung ein, um ein klares Bild der Erkrankung zu erhalten. Auf dieser ganzheitlichen Basis erhalten Sie bei allen Formen des Hüftimpingements die individuell bestmögliche Beratung und Behandlung – für eine verbesserte Lebensqualität.
 

Kann man einem Hüftimpingement vorbeugen?

Weil das Hüftimpingement häufig durch anlagebedingte Fehlstellungen der Hüftpfanne und/oder knöcherne Aufbauten entsteht, kann man der Entstehung nicht direkt vorbeugen. Betroffene können jedoch mit einigen einfachen Alltagsmaßnahmen selbst viel dafür tun, dass Symptome effektiv gelindert werden und sich Beschwerden idealerweise nicht ausweiten. 

Wichtig ist dabei aber immer, dass Sie solche Maßnahmen in enger Absprache mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt planen. Denn je nach Ursache und Ausprägung des Impingements können sich die für Sie geeigneten Maßnahmen erheblich von denen anderer Patient:innen mit Hüftimpingement unterscheiden. Unser Tipp deshalb: Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt eingehend über Ihre individuellen Möglichkeiten.

Allgemein gesprochen sind sogenannte Stop-and-go-Sportarten wie Fußball und Tennis sehr viel belastender für ein verengtes Hüftgelenk. Besser sind gelenkschonendere Aktivitäten wie Radfahren und Wandern, bei denen keine harten Aufprallkräfte wirken und keine plötzlichen Richtungsänderungen nötig sind. 

Bei vielen Patient:innen kann außerdem ein gezieltes Training zum Muskelaufbau und zur Muskellockerung beziehungsweise -dehnung helfen, die Beschwerden zu lindern. 
 

Welche Rolle spielen der Hüftkopf und die Hüftpfanne bei einem Hüftimpingement?

Bei einem Hüftimpingement handelt es sich um eine Verengung des Hüftspaltes im Hüftgelenk, durch die es bei bestimmten Bewegungen der Hüfte zu einem Kontakt zwischen Oberschenkel und Beckenknochen kommt. Je nach Ausprägung kann dies an verschiedenen Stellen der Knochen der Fall sein und Schmerzen verursachen. Über die Zeit ist auch eine Schädigung des Hüftgelenkes bis hin zu Gelenkverschleiß (Arthrose) möglich. 

Diese Verengung im Hüftgelenk wird in Fachkreisen auch als femoroazetabuläres Impingement bezeichnet. In dem etwas sperrigen Begriff sind die beiden Hauptformen des Hüftimpingements hinterlegt: das Cam-Impingement mit problemverursachenden knöchernen Vorsprüngen am Hüftkopf des Oberschenkelknochens (Femur) und das Pincer-Impingement mit seiner kneifzangenartigen Einengung an der Hüftpfanne (Acetabulum).

Bei unseren Expert:innen erhalten Sie sowohl in der Diagnostik eines Hüftimpingements als auch in der Behandlung die medizinische Versorgung, die für eine ganzheitliche Verbesserung Ihrer Symptomatik und somit auch Ihrer Lebensqualität notwendig ist. Unsere Teams verfügen über die umfassenden Fachkenntnisse und die moderne medizintechnische Ausstattung, um Ihnen jederzeit die bestmöglichen Therapieoptionen anzubieten – bei Hüftimpingement und bei anderen Erkrankungen des Hüftgelenks.