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Harnsteine

Harnsteine sind Ablagerungen, die sich in der Niere aus Kristallen bilden. Am häufigsten sind Ablagerungen aus Kalziumoxalaten. Sie machen etwa 70 bis 75 % aller Harnsteine aus. Weitere, häufige Bestandteile sind Harnsäure,
Kalziumphosphat, Magnesium-Ammonium-Phosphat oder Zystin.

Ursachen für Harnsteine

Die Bildung von Harnsteinen kann verschiedene Ursachen haben:

  • Falsche Ernährung, Übergewicht
  • Zu geringe Trinkmenge (besonders im Sommer, oder bei anstrengender
  • körperlicher Tätigkeit)
  • Harnwegsentzündungen
  • Stoffwechselstörungen (z. B. Überfunktion der Nebenschilddrüse)
  • Abflussbehinderungen der ableitenden Harnwege
  • (z. B. eine Verengung des Nierenbeckens)
  • Angeborene Erkrankungen (z. B. Zystinurie)

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Ziel der Untersuchungen ist es, die genaue Lage, Grösse und ggf. Art des Steines herauszufinden um eine möglichst effektive Therapie zu planen. Anamnesegespräch: Dies steht an erster Stelle. Anhand des Beschwerdebildes, möglicher Begleiterkrankungen oder z.B. auch Tabletteneinnahmen kann häufig schon ein erstes wichtiges Bild der Erkrankung gewonnen werden.

Urinanalyse

Mit Tests, wie dem Urinschnelltest werden innerhalb von Minuten Infektionen des Harntraktes und Blut im Urin nachgewiesen. So lassen sich auch Parameter schnell erfassen, die einen ersten Rückschluss auf die Steinentstehung zulassen: Zum Beispiel der pH-Wert des Urins. Ein stark saurer Urin (pH unter 5,75) führt z. B. zur Bildung eines Harnsäuresteins.

Blutuntersuchung

Hierüber können Infektionen z.B über eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Leukozytose) nachgewiesen werden. Über Bestimmung der Endprodukte des Eiweißstoffwechsels Kreatinin und Harnstoff sind Rückschlüsse über die Nierenfunktion möglich.

Ultraschall

Im Ultraschall können z.B. Nierensteine und entzündliche Veränderungen sichtbar gemacht werden. Auch ein möglicher Harnstau in der Niere (verursacht durch einen Harnleiterstein) ist gut zu erkennen. Röntgen und Ausscheidungsurographie: Im Röntgenbild lässt sich die Lage des Nieren- oder Harnleitersteines erkennen. Entweder ist er schattengebend (bei vorhandenen Kalkablagerungen) oder nicht-schattengebend.

Wenn sich viel Gas im Darm befindet oder wenn sich der Stein nicht eindeutig lokalisieren lässt, wird ein spezielles Röntgenverfahren - die Ausscheidungsurographie durchgeführt. Der Patient bekommt dafür ein jodhaltiges Kontrastmittel gespritzt. Nierenhohlräume, Harnwege und Blase sind viel deutlicher zu erkennen und die Lage eines Steins kann nun genauer bestimmt werden.

Computertomographie

Wenn in der Kontrastdarstellung kein Stein zu finden ist, muss der Verdacht eines Tumors ausgeschlossen werden. Dann wird der Patient im sogenannten Spiral-Computertomogramm untersucht. Durch die dreidimensionale Bildauflösung des Körpers können „versteckte“ Steine und Tumore gefunden werden.

 

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Therapie der akuten Beschwerden

Die akute Kolik wird mit Schmerzmitteln behandelt. Wenn diese Medikamente nicht ansprechen, ein deutlicher Harnstau oder eine Infekt besteht, muss der Harnleiter geschient werden. Hierfür wird über eine Blasenspiegelung ein innerer Schlauch eingelegt, der von der Niere in die Blase verläuft. So kann der Urin ablaufen und Koliken werden verhindert. Wenn die Einlage einer innerer Schiene nicht möglich ist, muss gelegentlich ein Schlauch von außen in die Niere eingelegt werden (Percutane Nierenfistel).

Weitere Behandlungsmethoden

Harnleiterspiegelung (Ureterorenoskopie)

Dabei wird das Endoskop durch die Harnröhre, vorbei an der Blase in den Harnleiter und weiter in das Nierenbecken eingeführt. Es stehen hierfür starre oder flexible Ureterorenoskope zur Verfügung. Mit einem flexiblen Ureterorenoskop können alle inneren Bereiche der Niere eingesehen werden. Über diese Geräte können Zangen, Ultraschallzertrümmerer oder Laserfasern vorgeschoben werden mit den die Steine zerstört und geborgen werden können.
 

Perkutane Nierensteinentfernung (Perkutane Nephrolitholapaxie/PCNL)

Dieses Verfahren wird bei grösseren Steinen in den Nieren eingesetzt. Dabei erfolgt die Entfernung der Steine durch eine direkte Punktion der betroffenen Niere durch die Haut. Die Punktion wird unter Kontrolledurch ein Ultraschallgerät und Röntgen durchgeführt. Der Schnitt, der dafür erforderlich ist, liegt in der Flanke und sehr kurz. Nach Einführen des Endoskops in die Niere kann der Stein mit dünnen Instrumenten (Ultraschall- oder Lasersonden) zerkleinert und entfernt werden. Durch dieses Verfahren können auch sehr große Steine in der Niere mit einer Sitzung entfernt werden.

Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL)

Bei der Extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL) handelt es sich um das Zertrümmern von Harnsteinen durch Stoßwellen, die außerhalb des Körpers erzeugt werden. Dieses Verfahren eignet sich zu Zertrümmerung kleinerer Nierensteine. Nachteilig ist allerdings, dass häufig mehrere Behandlungen nötig sind und die zerkleinerten Trümmer nicht direkt entfernt werden können, sondern von alleine über den Harnleiter ausgespült werden müssen. Aufgrund der Fortschritte in der endoskopischen Steinentfernung wird die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie seltener angewendet.

Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge

Es ist möglich, durch vorbeugende Massnahmen das Risiko einer Harnsteinbildung zu verringern (Steinmetaphylaxe). Dabei werden allgemeine Empfehlungen wie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie spezielle Massnahmen je nach Steinzusammensetzung unterschieden. Es wird jedem Patienten, der an einem Harnstein erkrankt ist empfohlen, zumindest die allgemeinen Empfehlungen umzusetzen. Diese sind das Einhalten einer ausreichenden Trinkmenge von ca. 2,5l. Vermieden werden sollte allerdings ein übermäßiger Genuß an Bohnenkaffe oder Alkohol. Zusätzlich sollten eine ausgewogene vitamin- und ballaststoffreiche Kost eingenommen werden, Übergewicht und Tätigkeiten, die mit vermehrtem Schwitzen einhergehen, sollten vermieden werden. Wenn Harnsteine mehrfach auftreten, sollte zusätzlich eine genaue Untersuchung des Patienten auf mögliche Ursachen wie Stoffwechselstörungen erfolgen.

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