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Harnblasenkrebs

Harnblasenkrebs (Harnblasenkarzinom) ist eine bösartige Geschwulst der Blase. In rund 95 % der Fälle handelt es sich um sogenannte Urothelkarzinome, die von der Schleimhaut im Inneren der Harnblase ausgehen. Nicht selten entstehen diese Tumore gleich an mehreren Stellen in der Harnblase.

Das Durchschnittsalter bei Ausbruch der Erkrankung liegt bei 65 Jahren, wobei Männer häufiger als Frauen betroffen sind: Die Häufigkeit liegt bei rund 30 Neuerkrankungen pro Jahr auf 100.000 Männer. Bei Frauen ist diese Zahl mit 8:100.000 etwas geringer. In Deutschland treten pro Jahr rund 16.000 neue Fälle von Blasenkrebs auf.

Harnblasenkrebs wird durch verschiedene Faktoren begünstigt.

Als größter Risikofaktor gilt das Rauchen. Auch Passivrauchen trägt zur Steigerung des Risikos bei. Viele der im Zigarettenrauch enthaltenen Substanzen wirken krebserregend.
Ein erhöhtes Krebsrisiko findet sich auch in einigen Industriebereichen beziehungsweise bei einigen Berufsgruppen. So gelten bestimmte chemische Stoffe, wie die sog. aromatischen Amine als krebserregend und werden mit der Entstehung von Blasenkrebs in Verbindung gebracht. In Branchen wie beispielsweise Textil-, Farb- oder chemische Industrie gilt der Harnblasenkrebs als anerkannte Berufskrankheit. Glücklicherweise ist dank Arbeitsschutzmaßnahmen die Anzahl der Erkrankungen deutlich zurückgegangen.

Welche Symptome können auftreten?

Harnblasenkrebs macht in frühen Stadien oft kaum Beschwerden. Die Symptome sind meist eher unspezifisch und ähneln denen verschiedener anderer Harnwegs- und Nierenerkrankungen. Symptome können sein:

  • Blut im Urin (Hämaturie) sowie
  • verstärkter Harndrang, bei dem jedoch nur kleine Mengen entleert werden,

Symptome eines fortgeschrittenen Harnblasenkarzinoms können sein:

  • Schmerzen beim Wasserlassen,
  • Schmerzen in den Flanken,
  • Venen- oder Lymphstauung sowie
  • Knochenschmerzen.

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Bei Verdacht auf Blasenkrebs führen wir  zunächst eine körperliche Untersuchung durch und testen Ihren Urin auf Blut. Weitere wichtige Untersuchungen sind:

Blasenspiegelung (Urethrozystoskopie):

  • Eine Optik wird unter lokaler Betäubung durch die Harnröhre in die Blase vorgeschoben und das Innere des Organs nach auffälligen Stellen abgesucht. Diese Untersuchung ist die wichtigste und durch kein Verfahren zu ersetzen.

Ultraschalluntersuchung des Urogenitaltraktes

  • In manchen Fällen lässt sich der Blasentumor bei der Ultraschalluntersuchung von Blase und Nieren erkennen.

Urinzytologie

  • Hierbei handelt es sich um eine Untersuchung des Harns auf Tumorzellen.

Röntgenuntersuchungen

  • Häufig wird eine Röntgenkontrastdarstellung der Nieren, der Harnleiter und der Blase (Urographie) durchgeführt, um andere Erkrankungen des Nierenbeckens und der Harnleiter auszuschließen.

Ist der Harnblasenkrebs bereits in die Muskelschicht der Blasenwand vorgedrungen, müssen wir weitere  Informationen über die Ausbreitung des Tumors einholen, zum Beispiel mittels einer Computertomografie (CT) des Bauchraumes.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Blasenkrebs geht fast immer von der Schleimhaut aus, die die Harnblase innen auskleidet. Die Behandlung richtet sich daher in erster Linie danach, wie tief der Tumor in die Blasenwand eingedrungen ist und ob sich bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) in den nächstgelegenen Lymphknoten oder in anderen Körperbereichen gebildet haben.

Als oberflächliche Harnblasenkarzinome werden solche Tumoren bezeichnet, die noch nicht über die Schleimhautschicht hinaus in die Tiefe der Blasenwand gewachsen sind. Die Tumorerkrankung ist dann mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auf die Harnblase beschränkt. Etwa 70 bis 80 Prozent der Patienten haben zum Zeitpunkt der Diagnose ein oberflächliches Harnblasenkarzinom. Für sie sind die Aussichten günstig, da diese Tumoren relativ selten metastasieren.

 

Wichtige Fragen rund um die Behandlung

Wie wird der oberflächliche Harnblasenkrebs behandelt?

Bei oberflächlichen Tumoren steht in der Regel eine organerhaltende Therapie im Vordergrund, die Blase muss also nicht entfernt werden. Die Tumorentfernung erfolgt mit einer Elektroschlinge durch die Harnröhre hindurch unter Narkose. Für diesen Eingriff müssen unsere Patienten mit einem Krankenhausaufenthalt von etwa zwei bis fünf Tagen rechnen.
 
Unmittelbar nach der Tumorentfernung kann eine einmalige Gabe von Medikamenten helfen, frei bewegende Tumorzellen abzutöten und damit ihre Einnistung im Inneren der Harnblase zu verhindern.

Je nach vorher diagnostiziertem Ausbreitungsgrad und der Anzahl der Tumoren führen wir bis sechs Wochen nach dem Ersteingriff einen weiteren Eingriff mit der Elektroschlinge durch (sogenannte Nachresektion). Hierdurch wollen wir sicherstellen, dass der Tumor möglichst komplett entfernt worden ist.

Nach der vollständigen Tumorentfernung kleiner, wenig bösartiger Tumoren sind in der Regel nur urologische Nachkontrollen mit regelmäßigen Blasenspiegelungen nötig.

Haben die Untersuchungsergebnisse Anhaltspunkte für eine erhöhte Rückfallgefahr erbracht, können weitere Schritte notwendig sein, um vorzubeugen. Infrage kommt hier eine Spültherapie der Blase mit einem Chemotherapeutikum oder eine Immuntherapie.

Wann muss die Harnblase entfernt werden?

Bei Tumoren, die in die Muskelschicht der Blase eingedrungen sind, ist meistens die Entfernung der ganzen Blase erforderlich. Auch bei großflächigen oder zahlreichen oberflächlichen Karzinomen, die sich nach operativ-medikamentöser Behandlung nicht zurückbilden oder erneut wachsen, kann eine Blasenentfernung notwendig sein, da eine Zunahme der Bösartigkeit droht und es zur Metastasierung kommen kann.

Bei Männern werden neben der Harnblase zugleich Prostata und Samenblasen entfernt. Bei Tumorbefall der Harnröhre muss die Harnröhre ebenfalls entfernt werden.

Bei Frauen werden zusätzlich die Gebärmutter, die Eierstöcke, ein Teil der Scheidenwand und meistens die Harnröhre entfernt.

Eine operative Harnblasenentfernung ist ein großer Eingriff und benötigt eine Nachbetreuung von etwa zwei bis drei Wochen im Krankenhaus. Mit der operativen Harnblasenentfernung wird eine andere Art der Harnableitung erforderlich.

Welche Möglichkeiten der alternativen Harnableitung gibt es?

Wurde die Harnblase entfernt, muss ein neuer Weg für die Harnableitung geschaffen werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Ileum-Conduit

Bei dieser einfachsten Form pflanzen wir die beiden Harnleiter in ein ausgeschaltetes, etwa 15 Zentimeter langes Dünndarmstück ein. Das offene Ende dieses Dünndarmstücks wird über die Bauchhaut ausgeleitet. Die Öffnung in der Bauchhaut nennt man Stoma. Diese Form der Harnableitung heißt Ileum-Conduit ("Bricker-Blase") oder, wenn Dickdarm verwendet wurde, Colon-Conduit. Bei dieser Form der Harnableitung läuft der Urin in einen kleinen Beutel auf dem Stoma ab.

Neoblase

Es ist auch möglich, eine echte Ersatzblase (Neoblase) zu schaffen. Hierbei bilden wir ebenfalls aus ausgeschalteten Darmteilen einen Sammelbeutel, der an die Harnröhre angeschlossen wird. Wir liegen hierbei also keinen künstlichen Harnausgang an, sondern nutzen den natürlichen Weg. Der Urin wird wie bei der natürlichen Blase über die Schließmuskeln gehalten. Die Blase muss in regelmäßigen Abständen alle drei bis vier Stunden durch Pressen entleert werden.

Eine Variante der Neoblase ist der so genannte Pouch. Ausgeschaltete Darmanteile bilden bei dieser Harnableitungstechnik einen Sammelbeutel mit ventilartiger Einstülpung, die meist im Bereich des Bauchnabels implantiert wird. Unsere Patienten entleeren den Urin mehrmals am Tag durch einen Katheter, der in die Öffnung in der Bauchdecke eingeführt wird.

Weniger gebräuchlich ist, die beiden Harnleiter in ein nahe dem Darmausgang gelegenes Dickdarmstück einzupflanzen. Danach erfolgt die Urinentleerung zusammen mit dem Stuhlgang.

Was kann man bei fortgeschrittenem Harnblasenkrebs tun?

Haben Patienten schon bei der Diagnosestellung oder nach der ersten Behandlung nachweisbare Krebszellen in den Lymphknoten im Unterbauch, oder hat der Tumor Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen gebildet, ist eine Chemotherapie möglich. Sie wird meist mit mehreren verschiedenen Medikamenten durchgeführt und stellt eine teils stationäre, teils ambulante Behandlung dar.

Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge

Welche Untersuchungen stehen in der Nachsorge an?

Wie oft Patienten mit Harnblasenkrebs nach der ersten Behandlung wieder zum Arzt müssen, hängt von der Ausbreitung des Tumors und der Art der Behandlung ab. Bei oberflächlichen Tumoren empfehlen wir z.B. regelmäßige Blasenspiegelungen.

Patienten, die nach Entfernung der Blase mit einer Ersatzblase, einem Stoma oder einer anderen Form der Harnableitung leben, sollten sich langfristig regelmäßig untersuchen lassen.

Wie sind die Heilungschancen?

Vor allen in frühen Stadien, bei auf die Blase begrenztem Tumor, ist die Prognose bei Blasen-Krebs gut. Bei fortgeschrittenen Stadien mit Tochtergeschwülsten kann meist eine komplette Entfernung aller Tumoranteile erfolgen. Auch in diesen Fällen können wir z.B. durch eine Chemotherapie häufig eine deutliche Lebensverlängerung erreichen.

 

Weitere Informationen

Unsere Broschüre bietet Ihnen eine ausführliche Beschreibung der Tumorerkrankung.

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