Gelenkendoprothetik

Für Patientinnen und Patienten mit Beschwerden an Knie- und Hüftgelenk hält unsere Klinik einen Schwerpunkt für Gelenkersatz (Endoprothetik) vor. Unsere Operateure sind Spezialisten mit langjähriger klinischer Erfahrung aus unserer Partnerklinik Asklepios Westklinikum und bieten dank modernster medizintechnischer Ausstattung und stets optimierter Operationsmethoden ein hohes Maß an operationstechnischer Sicherheit.

Die Philosophie unserer Gelenkspezialisten ist, den Patienten mit der Operation in hohem Maße Lebensqualität zurückzugeben. Die positiven Rückmeldungen der Operierten bestätigen die Entscheidungen und das Handeln der Operateure, die streng und selbstkritisch immer überprüfen, ob eine anstehende Gelenkoperation wirklich notwendig, welches operative Verfahren angemessen ist und welche Implantate in Frage kommen.
 

Das künstliche Kniegelenk (Knieprothese)

Die Implantation eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenkes gehört zu den am häufigsten in Deutschland durchgeführten operativen Eingriffen. Die Eingriffshäufigkeit ist in den vergangenen zehn Jahren stark angestiegen, da der Erfolg der Operation sehr zuverlässig ist und bei oft jahrelangem, schmerzhaftem Leiden deutliche Schmerzminderung und erneute Lebensqualität erzielt werden kann.

Die Anzahl künstlicher Kniegelenke steigt ständig. Nach dem künstlichen Hüftgelenk ist die Knieprothese der zweithäufigste Gelenkersatz. Die Ergebnisse auch nach 15-20 Jahren zeigen, dass der Einsatz eines künstlichen Kniegelenkes ähnlich gute Ergebnisse erbringt wie der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes. Im Asklepios Klinikum Harburg setzen wir pro Jahr etwa 600 Knie- und Hüftendoprothesen ein. Durch Gründung der neuen Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie unter der Leitung von PD Dr. Oliver Niggemeyer und dem schon seit Jahren hier tätigen Endoprothetikspezialisten Dr. Wolfgang Herzberg hat hier eine weitere Spezialisierung stattgefunden.

Trotz der hohen Zufriedenheit der operierten Patienten sollte der Entschluss zur Operation nicht voreilig getroffen werden. Die folgenden Inhalte sollen Ihnen der weiteren Information dienen, können aber eine Untersuchung und ein Beratungsgespräch bei einem Arzt nicht ersetzen. Wenden Sie sich deshalb bitte an Ihren Haus- oder Facharzt (Orthopäde/Unfallchirurg), bei Bedarf kann dieser Sie an uns überweisen.

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Es gibt vier Gründe, warum eine Implantation eines künstlichen Kniegelenkes notwendig ist:

  • Arthrose (Gelenkverschleiß) des Kniegelenkes
  • Angeborene oder erworbene Fehlstellungen
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Blutererkrankung (Hämophilie), Gicht, spezielle Entzündungen der Gelenkschleimhaut, Absterben eines Knochenareals im Bereich des Oberschenkelknochens des Kniegelenks

Die passende Endoprothese

Die Auswahl der geeigneten Endoprothese erfolgt nach vielen Kriterien. Die kleinere Schlittenprothese kommt zur Anwendung, wenn nur eine Seite des Kniegelenkes (innen oder außen) von der Arthrose zerstört ist.

Der totale Oberflächenersatz ähnelt einer Überkronung des gesamten Gelenkes, die bei ausgedehnten Schäden erforderlich wird.

Welche Ausführung die für Sie sinnvollste und erfolgversprechendste ist, entscheiden wir mit Ihnen nach der Untersuchung.
Bei beiden Implantattypen wird nur sehr wenig Knochenmaterial entfernt und der das Gelenk führende Bandapparat bleibt erhalten.

Unterschiedliche Prothesen

Teilweiser Gelenkersatz (Schlittenprothese)

Ist bei einem betroffenen Gelenk nur ein Bereich verschlissen, wie es häufig nach Verletzungen der Weichteile vorkommt, besteht die Möglichkeit nur einen Teil des Gelenks künstlich zu ersetzen. Am häufigsten betroffen ist die innere Seite des Kniegelenkes. Vorteil ist, dass man den gesunden Bereich des Gelenks erhalten kann, dass nach der Operation eine nahezu normale Beweglichkeit besteht und dass die Eröffnung des Gelenkes deutlich kleiner ist und somit das Operationstrauma vermindert wird. Die Schlittenprothese kann allerdings nur eingesetzt werden, wenn tatsächlich auch nur ein Bereich des Gelenkes verschlissen ist - sind mehrere Bereiche beteiligt, so kommt dieser Prothesentyp nicht mehr in Frage.

Oberflächenersatz (Totalendoprothese/ Doppelschlitten)

Die am häufigsten eingesetzte Kniegelenksprothese. Es wird die gesamte Oberfläche des Kniegelenkes ersetzt. Die Stabilität des Gelenkes wird durch die erhaltenen Bandstrukturen gesichert. Die Prothese ist dem natürlichen Kniegelenk nachempfunden, mit ihr liegen die längsten Erfahrungen vor.

Achsgeführte Knieprothese

Bei Verschleißerscheinungen eines Gelenks sind nicht nur Knorpel und Knochen betroffen, sondern häufig auch die Weichteilstrukturen, insbesondere die Bänder. Die Bänder können dabei verlängert oder verkürzt sein, wobei sie ihre natürliche Funktion verlieren. Bei diesen Patienten ist eine Stabilisierung des Kniegelenks mit einer "normalen Prothese" manchmal nicht mehr möglich. Man benötigt daher Prothesen, die auf eine natürliche Bandstabilisierung nicht mehr angewiesen sind. Die Prothesen werden tiefer in den Knochen verankert und durch eine Abstützung in der Mitte wird ein seitliches Abweichen verhindert. Diese Operation ist häufig anspruchsvoller und kann eine längere Operationszeit bedingen. Langzeituntersuchungen zeigen, dass diese Prothesentypen eine kürzere Überlebenszeit haben.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Anhand der Untersuchung und der Röntgenbilder planen wir das Prothesenmodell und die Größe. Der Eingriff wird über einen etwa 8 cm (Schlitten) bis 15 cm (Oberflächenersatz, achsgeführtes Kniegelenk) langen Hautschnitt am Knie vorgenommen und dauert in der Regel ca. 70 bis 75 Minuten.

Eine Besonderheit unserer Operationstechnik liegt in der Vermessung und Justierung der am Ende der Operation erhaltenen Bandspannungen. Sowohl die theoretischen Voraussetzungen als auch die dazu erforderlichen Instrumente gehen auf eigene Entwicklungen von Dr. Wolfgang Herzberg zurück und haben durch ihren Einsatz die Beweglichkeit der operierten Kniegelenke bei unseren Patienten verbessert.

Ein Aufenthalt auf der Intensivstation ist nur in Ausnahmefällen, z.B. bei erheblichen Vorerkrankungen, notwendig. Am Tag nach der OP wird das erste Röntgenbild angefertigt, um das Operationsergebnis zu kontrollieren und für die Nachbehandlung zu beurteilen. Zu diesem Zeitpunkt erfolgt die erste Mobilisation unter krankengymnastischer Anleitung, Sie stehen erstmals auf und gehen die ersten Schritte mit Ihrem neuen Gelenk.

Weiterhin gut versorgt: Ihre Nachbehandlung/ Nachsorge

Nach der Operation erfolgt die Nachbehandlung in enger Zusammenarbeit mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Physiotherapie im Rahmen unseres Qualitätsmanagements nach einem festgelegten Plan (Behandlungspfad Hüft-TEP und Knie-TEP).

Die Beweglichkeit des neuen Kniegelenkes wird durch tägliche Anwendungen einer motorisierten Schiene verbessert, auf der Ihr Kniegelenk vorsichtig automatisch bewegt wird.
Der Erfolg der Knie-Operation, der wesentlich durch die spätere Beweglichkeit des künstlichen Kniegelenkes zu bestimmen ist, wird erheblich von der physiotherapeutischen Nachbehandlung und Ihrem persönlichen Ehrgeiz beim Üben beeinflusst.

Der stationäre Aufenthalt bei uns beträgt 7-10 Tage, danach schließt sich in aller Regel eine stationäre Rehabilitation über drei Wochen an, welche in einer dafür spezialisierten Reha-Klinik durchgeführt wird. Bei besonders jungen und aktiven Patienten kann auch eine ambulante Rehabilitation durchgeführt werden.

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