Der Schlaganfall

Bei Symptomen eines Schlaganfalls muss umgehend ein Arzt hinzugezogen werden. Je schneller ein Schlaganfall diagnostiziert wird, umso besser sind die Möglichkeiten, diesen zu behandeln. Als Schlaganfall bezeichnen wir eine plötzliche Unterbrechung der Durchblutung mehr oder weniger großer Hirnareale, meistens hervorgerufen durch den akuten Verschluss einer der kleinen Hirnschlagadern.

Abhängig von den betroffenen Abschnitten des Gehirns kommt es zu verschiedensten Symptomen. Zu den häufigsten gehören:

 

  • Lähmungen einer Körperhälfte
  • Sehstörungen bis hin zur vorübergehenden Blindheit
  • Störungen der Sprache

 

Etwa 20% aller Schlaganfälle haben ihre Ursache in Verengungen der Halsschlagadern durch Arterienverkalkung, die sogennante Arteriosklerose. Häufig sind solche Verengungen Ausgangspunkt kleiner Partikel oder Blutgerinnsel, die mit dem Blutstrom ins Gehirn geschwemmt werden und dort Hirngefäße verschließen (Infarkt). Hier gilt: Je höhergradig die Verengung, desto größer das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

Unsere Experten verfügen über ausgeprägte Erfahrungswerte und moderne Austattung, um einen Schlaganfall zuverlässig diagnostizieren zu können.Manchmal treten die oben angesprochenen Symptome nur vorübergehend für wenige Minuten oder Stunden auf. Obwohl die Betroffenen sich scheinbar schnell erholen, tragen sie ein hohes Risiko, einen erneuten – dann womöglich kompletten – Schlaganfall zu erleiden. Suchen Sie auch bei vorübergehenden Symptomen unbedingt einen Arzt auf.

Wir unterscheiden 2 Situationen:

Die symptomatische Stenose

Sollte die Verengung der Halsschlagader bereits eines oder mehrere der eingangs genannten Symptome hervorgerufen haben, besteht ein hohes Risiko, innerhalb der nächsten Wochen einen erneuten Schlaganfall zu erleiden. Eine solche Stenose muss also möglichst schnell beseitigt werden.

Die asymptomatische Stenose

Wenn bisher noch keine Symptomatik aufgetreten ist, empfehlen wir die Operation nur bei schneller Zunahme der Stenose oder bei einer Verengung von über 70% des normalen Gefäßdurchmessers (NASCET)

Die Behandlungsmöglichkeiten beim akuten Schlaganfall beschränken sich in der Regel auf die ersten 6 Stunden nach Symptombeginn. Daher ist die sofortige Einweisung in die Klinik die entscheidende Voraussetzung für einen Behandlungserfolg.
 

Um eine Gehirnblutung von einem Gehirninfarkt zu unterscheiden, wird nach der Aufnahme sofort eine CCT ( craniale Computertomographie, bildgebendes Verfahren zur Untersuchung des Gehirns) durchgeführt. Je nach Befundkonstellation und Zeitpunkt der Diagnose kommen verschiedene Therapien in Betracht. Unser Ziel ist es, die verschlossene Ader wiederzueröffnen (Rekanalisation), um  Schädigungen der Infarktumgebung zu verhindern.
 

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

Intravenöse (systemische)

Eine medizinische Therapie von Blutgefäß- Verschlüssen ist die Thrombolyse. Die eingesetzten gerinnungsauflösenden Medikamente können den für  den oben beschriebenen Verschluß einer Schlagader verantwortlichen Thrombus auflösen oder ein köperpereigenes Enzym aktivieren, welches ihn abbaut.

Endovaskuläre Behandlung

In unserer Klinik wird mit moderner Ausstattung und ausgeprägten Erfahrungswerten auch die endovaskuläre Behandlung angeboten.In Vollnarkose und nach Durchführung einer Angiographie ( darstellung von gefäßen mittels diagnostischer Bildgebungsverfahren) wird ein dünner Katheter direkt zum Verschlussort in die Gehirnarterie vorgeschoben. Mit Hilfe von gerinnungsauflösenden Medikamenten und mechanischen Systemen wird versucht, den Aderverschluss zu beseitigen.

Sämtliche modernen Mikrokathetersysteme zur Thrombusentfernung stehen unserem Klinikum für die Behandlung unserer Patienten zur Verfügung (Absaugkatheter, Stents, die geweitete Gefäße offen halten, und Thrombektomiekatheter, die den verstopften Thrombus mittels feinen Ballons entfernen) . In der endovaskulären Akuttherapie beim Schlaganfall bestehen langjährige Erfahrungen.

Die Dienstmannschaft im Neurozentrum gewährleistet eine sofortige Diagnostik und Therapie für jede Notfallsituation.

Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge

Nach der Operation ist die genaue Regulierung Ihres Blutdrucks die wichtigste Maßnahme. Deshalb wird dieser über 24 Stunden auf der Intensivstation oder der Stroke Unit ( Abteilung zur Erstbehandlung von Schlaganfallpatienten) überwacht. Die Entlassung erfolgt in der Regel nach etwa 3 Tagen, zuvor wird eine Ultraschallkontrolle der Halsschlagader sowie eine neurologische Untersuchung durchgeführt. Auch am Entlassungstag führen wir mit Ihnen ein ausführliches Gespräch und weisen Sie dabei auf die besonderen Dinge hin, die Sie weiterhin beachten sollten. Sie erhalten einen Brief für Ihren weiterbehandelnden Arzt, in dem die Empfehlungen neben der Entlassungsmedikation noch einmal schriftlich festgehalten werden. Im weiteren Verlauf sollten Sie Ihre Halsschlagadern einmal im Jahr mit Ultraschall untersucht lassen.

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