Praxisanleiter:innen für Pflege und Therapie im Fokus
Bereits zum vierten Mal fand in Bad Wildungen die deutschlandweit größte Fachtagung für Praxisanleiter:innen statt. Unter dem Motto „Wir für Euch und Ich für Mich“ nutzten rund 500 Teilnehmende aus ganz Deutschland die zweitägige Veranstaltung zur Weiterbildung und zum fachlichen Austausch.
Die Wandelhalle Bad Wildungen bot das ideale Ambiente für die Veranstaltung, bei herrlichem Frühlingswetter kam auf dem idyllischen Areal echte „Campus-Stimmung“ auf. Auch in diesem Jahr hatten Manuel Hosak, Leitung der Abteilung Fort- und Weiterbildung am Asklepios Bildungszentrum Nordhessen sowie sein zehnköpfiges Organisationsteam ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Das Motto war zweigeteilt und so stand am ersten Tag das „Wir für Euch“ im Fokus. Die Moderation übernahm wieder Jutta Hehlgans als freigestellte Praxisanleiterin. Nach der Begrüßung sprach Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt von der PFH Private Hochschule Göttingen über „Generationenlernen in der Praxisanleitung – Wer lernt hier von wem?“. Dann gab Thomas Bollenbach, Dipl. Sozialpädagoge und gelernter Krankenpfleger aus Kassel, wertvolle Tipps in Sachen „Kommunikation in Krisen und Konfliktsituationen“, ihm folgte Psychologin Dr. Anka Hansen, ihr Thema lautete „SOS – Methoden zur Gelassenheit und Schnelllernmethoden“. Nach der Mittagspause übernahm schließlich Alan Khalil von den OP Bros und versuchte die Frage zu klären: „Künstliche Intelligenz in der Praxisanleitung – Fluch oder Segen?“. Der Operationstechnische Assistent ist vielen aus den Sozialen Medien bekannt, wo er mit lustigen Videos für Berufe im Gesundheitswesen wirbt. Weiterhin stand der „Best Practice Praxisanleiter:innen Award 2026“ auf dem Programm, bei dem drei innovative Best-Practice-Beispiele ausgezeichnet und dem Publikum vorgestellt wurden. Prämiert wurden besonders praxisnahe und innovative Konzepte – etwa zur Praxisanleitung, zur Kompetenzentwicklung von Auszubildenden sowie zur Vernetzung zwischen klinischen und außerklinischen Ausbildungsbereichen.
Erfolgreiche Industrie- und Produktmesse
In den Pausen zwischen den einzelnen Vorträgen lockte die Industrie- und Produktmesse an über 20 Ständen mit interessanten Angeboten, Innovationen oder praktischen Produkten für den Klinikalltag. So bot beispielsweise Silvia Pieles Utensilien für die moderne Wundversorgung, Werner Riediger demonstrierte Transporthilfen für den Umgang mit mobilitätseingeschränkten Patienten und Thomas Sindermann ließ die Interessierten an seinen Aromen schnuppern, die zu verschiedenen Therapien einsetzbar sind. Besonders fasziniert waren viele von „Navel“, dem Empathie-Roboter, der auf direkte Ansprache seinen Kopf bewegte und auf Fragen reagierte.
In einem abgeschirmten Bereich hatten Teilnehmende die Möglichkeit, sich das Logo der Organspende von professionellen Tätowierern stechen zu lassen. Die Tattoos wurden im Vorfeld unter allen Teilnehmenden verlost und setzten ein sichtbares Zeichen für dieses wichtige Thema.
Praxisnahe Workshops prägten den zweiten Veranstaltungstag
Am zweiten Tag lautete das Motto „Ich für mich“, bei dem der Schwerpunkt auf Selbstfürsorge und persönliche Weiterentwicklung gelegt wurde. Ein Programm mit über 50 Workshops, die von Experten „aus der Praxis für die Praxis“ gestaltet wurden, stand zur Auswahl – bereits bei der Anmeldung hatten die Teilnehmenden jeweils einen für den Vormittag und einen für den Nachmittag angekreuzt. Die Themen waren sehr vielfältig, am Vormittag hieß es unter anderem „Gesunde Kommunikation“, „Schmerzmanagement in der Pflegeausbildung“, „Social Media clever nutzen“ oder auch „Umgang mit aggressiven Situationen im klinischen Alltag“. Im zweiten Teil wurden nach der Mittagspause Selbstpflege-Workshops angeboten, dazu konnte man sich beispielsweise für „Regenerieren mit Musikresonanz“, „Kopfsache Notfall – Gelassenheit als Schlüsselkompetenz“, „Achtsamkeit als Selbstkompetenz in der Praxisanleitung“ oder „Sanfte Wirbelsäulengymnastik mit anschließender Klangentspannung“ entscheiden.
„Wir sind hochzufrieden mit der Resonanz, die Mischung aus interessanten Fachvorträgen und ganz unterschiedlichen Workshops kam auch diesmal wieder sehr gut an“, zog Manuel Hosak am Ende Bilanz. „Die ungezwungene Atmosphäre hat den gegenseitigen Austausch gefördert – vor allem die Essensmeile mit regionalen Produkten kam bei den Teilnehmenden sehr gut an“, so das bisherige Feedback. Für 2027 rechnen wir mit einer ausgebuchten Veranstaltung. Die Planungen dafür haben schon längst begonnen, so Hosak.
Infos unter: www.asklepios-fuw-hessen.de