Schilddrüsenkrebs

Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik

EndokrinUltraschall2

Bei der häufigsten Form des Schilddrüsenkrebses, den sog. „differenzierten“ (papillären und follikulären) Karzinomen, bestehen in der Regel sehr gute Heilungschancen. Dies setzt allerdings eine optimale Therapie voraus, die in den meisten Fällen aus einer Operation mit nachfolgender Radiojodtherapie besteht.

Auch wenn sich Schilddrüsenkrebs nahezu immer in „kalten Knoten“ verbirgt, bedeutet dies nicht, dass alle „kalten Knoten“ bösartig sind. Daher gibt es ein in den letzten Jahren zunehmendes Bestreben, diese Knoten genauer zu klassifizieren, um nicht alle Patienten mit einem „kalten Knoten“ einem operativen Eingriff zuführen zu müssen. Ein wesentlicher Bestandteil der weiterführenden Abklärung ist dabei die Feinnadelpunktion, die bei Knoten durchgeführt werden sollte, die größer als 1 cm sind, in der Szintigrafie „kalt“ erscheinen und im Ultraschall „verdächtig“ wirken. Hierbei werden unter Ultraschallkontrolle mit einer Nadel Zellbestandteile aus dem auffälligen Knoten entnommen und vom Pathologen untersucht. Auch wenn diese Untersuchung keine uneingeschränkte Aussagekraft besitzt, so kann sie doch das Risiko für Bösartigkeit eingrenzen und bei nachgewiesener Bösartigkeit den Tumortyp bestimmen, so dass der notwendige operative Eingriff schon im Vorfeld mit den Patienten exakt besprochen werden kann.

Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot

EndokrinChir

Die optimale Therapie besteht in den meisten Fällen in dem Standardeingriff einer vollständigen Entfernung der Schilddrüse, mit nachfolgender Radiojodtherapie. Die Kombination beider Behandlungsschritte erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen endokrinen Chirurgen, Nuklearmedizinern und Endokrinologen, die auch die Nachsorge umfasst. Als Konsequenz ergibt sich für die Patienten eine lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormonen. In bestimmten Fällen muss die OP mit der Entfernung von Lymphknoten kombiniert werden.

 

RADIOJODTHERAPIE NACH DER OPERATION – WARUM IST DAS WICHTIG?

Der nächste Therapieschritt bei Patienten mit einem differenzierten Schilddrüsenkarzinom nach der Operation bedeutet in den meisten Fällen eine nuklearmedizinische Behandlung in Form der sogenannten Radiojodtherapie.

Das Prinzip ist dabei die Aufnahme des radioaktiven Jods, das in Form einer Kapsel verabreicht wird, in eventuell verbliebene Schilddrüsenzellen, die damit „zerstört“ werden. Die Besonderheit besteht darin, dass nur Schilddrüsenzellen Jod aufnehmen und damit auch Metastasen eines differenzierten Schilddrüsenkarzinoms behandelt werden können.
Durch diese gezielte, ausschließlich auf Schilddrüsenzellen gerichtete Therapie, ist z. B. eine Chemotherapie mit ihren Auswirkungen auf den gesamten Organismus und insbesondere das Immunsystem nicht erforderlich.

ERFAHRUNG UND QUALITÄT

In unserer Abteilung sorgen spezialisierte OP Techniken für ein minimiertes Eingriffsrisiko. Alle Op‘s werden mit Lupenbrille und intraoperativem Neuromonitoring in mikrochirurgischer Technik inkl. moderner Verfahren der Gefäßversiegelung durchgeführt. Dabei kommen intraoperativ Schnellschnitt-untersuchungen ebenso zum Einsatz, wie ein Parathormon-Schnelltests bei Nebenschilddrüsen-OP‘s.

Chefarzt Dr. H. Weih führt pro Jahr ca. 400 Schilddrüsenoperationen durch. Er ist Leiter des „Kompetenzzentrums für Schilddrüsen und Nebenschilddrüsenchirurgie“ an der Asklepios Klinik Seligenstadt, das seit 2013 von der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft für Endokrinologie
(CAEK) der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie“ zertifiziert ist. Alle Eingriffe erfolgen ausschließlich durch spezialisierte Viszeralchirurgen mit langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet der endokrinen Chirurgie. Darüber hinaus werden die Behandlungsdaten fortlaufend an ein nationales Register gemeldet, was eine kontinuierliche Qualitätskontrolle mit transparenten Behandlungsdaten gewährleistet..

Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge

Patienten mit Klinikgepäck

Nach der stationären Behandlung erfolgt die Überleitung in die ambulante Versorgung mit Sicherstellung einer optimalen medikamentösen Einstellung. Diese erfolgt stets in enger Abstimmung mit Hausarzt, Endokrinologen und Nuklearmedizinern.

Bei Fragen und Problemen ist eine Wiedervorstellung in unserem Kompetenzzentrum natürlich jederzeit möglich.

Seite teilen: