Wenn die Helfer Hilfe brauchen
Belastete Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei brauchen oft selbst therapeutische Hilfe / Silvesternacht ist eines der Schlüsselereignisse / Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn bietet professionelle Hilfe bei psychischen Problemen

Bild: Studio Pellio / Envato Elements
Rosdorf, 29. Dezember 2025 - Der Jahreswechsel steht unmittelbar vor der Tür. Während die meisten Menschen Silvester feiern, beginnt für die Mitarbeitenden von Feuerwehr und Polizei eine der arbeitsintensivsten und gefährlichsten Nächte des Jahres. Sie löschen Brände, behandeln Verletzte und werden gleichzeitig immer häufiger mit Feindseligkeit, Bedrohungen und tätlichen Angriffen konfrontiert – nicht zuletzt durch den Missbrauch von Feuerwerkskörpern. Bereits in der Vergangenheit hat nach Zahlen des Deutschen Feuerwehrverbands (DFV) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) fast jede zweite ehrenamtlich Einsatzkraft bei der Feuerwehr in Deutschland Erfahrungen mit Gewalt im Einsatz gemacht.
Psychische Folgen für Einsatzkräfte
Die psychischen Belastungen, denen die Einsatzkräfte während dieser Ausnahmesituation ausgesetzt sind, führen nicht selten zu Angststörungen, Schlafproblemen oder depressiven Verstimmungen – und das teils noch lange nach der Silvesternacht. Besonders problematisch sind Situationen, in denen Feuerwehr und Polizei gezielt mit Böllern oder Flaschen beworfen und verletzt werden. „Diese Form der Gewalt begleitet die Einsatzkräfte zum Teil lange – nicht nur physisch, sondern auch psychisch“, erklärt Dr. med. Christian Fricke-Neef, ärztlicher Direktor und Chefarzt der psychosomatischen Privatstation des Asklepios Fachklinikums Tiefenbrunn. „Manch einer entwickelt eine akute Belastungsreaktion oder Belastungsstörung. Diejenigen, die für unsere Sicherheit sorgen und die im Notfall für unsere Hilfe da sind, brauchen immer öfter selbst psychische Hilfe.“
Rückzugsort mit professioneller Hilfe
Am Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn im niedersächsischen Rosdorf (Landkreis Göttingen) ist man auf diese Fälle vorbereitet. Die psychosomatische Privatstation bietet mit ihren 31 Behandlungsplätzen einen persönlichen Rückzugsort, der durch seine Atmosphäre eher an ein Hotel als an ein klassisches Krankenzimmer erinnert. „Die Menschen, die zu uns kommen, schätzen diese heilsame Umgebung sehr“, so Dr. Fricke-Neef. „Die persönliche Wertschätzung, der freundliche Service und der Komfort tragen bereits deutlich zur Heilung der Seele bei.“ In der Regel sind es privatversicherte Patientinnen und Patienten, beihilfeberechtigte Personen oder Selbstzahler, die einen Aufenthalt in Anspruch nehmen – manch einer auch diskret in seinen regulären Ferien. „Die Kombination aus Erholung und professioneller therapeutischer Behandlung ist es, die den Aufenthalt bei uns zum Erfolg macht“, erklärt der Chefarzt. „Wir haben auch Patientinnen und Patienten, die regelmäßig wieder zu uns kommen, um Kraft für den Alltag zu tanken – gerade Menschen, die durch ihren persönlichen Einsatz sehr belastet sind. Das reicht von Polizei und Feuerwehr bis hin zu Pädagoginnen und Pädagogen und Verwaltungsbeamten.“
Multiprofessionelle Behandlung
In der Klinik Tiefenbrunn arbeitet man gemeinsam mit einem multiprofessionellen Team aus Ärzten, Psychologen, Therapeuten und Pflegefachkräften daran, den Betroffenen den Weg zurück zu innerer Stärke und Gelassenheit zu zeigen. Ziel ist es, achtsamer mit den eigenen Ressourcen umzugehen, sich
neu zu orientieren und wieder Freude, Lebendigkeit und Zufriedenheit erleben zu können. Dazu gehören aus medizinischer Sicht eine gründliche Diagnostik und ein individuelles Therapieprogramm, das genau auf die persönliche Problemlage zugeschnitten ist. In der Gruppentherapie trifft man Menschen mit ähnlichen psychischen Belastungen, aber unterschiedlichen beruflichen Hintergründen. In der Einzeltherapie werden persönliche Erlebnisse und Erfahrungen aufgearbeitet. Jeder Teil dieses multimodalen Gesamtkonzepts der Klinik entfaltet seine eigene Wirkung und hat zugleich einen positiven Effekt auf die übrigen Elemente des Therapieangebots. In der Regel bleiben die Patientinnen und Patienten eine begrenzte Zeit in Tiefenbrunn zur Behandlung und können dann gestärkt in ihren Alltag zurückkehren. „Für manchen ist die Behandlung dann aber noch nicht zu Ende“, erläutert Dr. Christian Fricke-Neef. „Je nach medizinischer Notwendigkeit kann eine weiterführende Therapie unumgänglich sein. Das kann eine ambulante oder eine stationäre psychiatrische Behandlung sein, um Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder anderer psychischer Erkrankungen zu behandeln.“ In solchen Fällen gibt es am Standort Tiefenbrunn auch eine ambulante Sprechstunde oder am Asklepios Fachklinikum Göttingen die Möglichkeit der stationären Weiterbehandlung.
Schnelle Hilfe ohne lange Wartezeiten
Für alle, die nach belastenden Ereignissen sofortige Hilfe benötigen, hat die psychosomatische Privatstation des Asklepios Fachklinikums Tiefenbrunn eine eigene Ambulanz eingerichtet. Das Team der Klinik bietet kurzfristig Termine für Informations-, Beratungs- und Notfallgespräche an. Auf Wunsch können die Gesprächstermine beim ärztlichen Direktor oder der Oberärztin der Privatstation geplant werden. Das ambulante Therapieangebot richtet sich an erwachsene Menschen, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankung oder einer belastenden Situation in eine akute psychische Krise geraten sind. Die Ambulanz ist unter der Rufnummer 0551 / 5005-233 montags bis freitags von 8 Uhr bis 13.30 Uhr und samstags von 8 Uhr bis 12.30 Uhr zu erreichen.
Kontakt:
Asklepios Psychiatrie Niedersachsen GmbH
Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn
37124 Rosdorf
Tel.: +49 551 5005-0
Fax: +49 551 5005-300
E-Mail poststelle.tiefenbrunn@asklepios.com
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