Multiple Sklerose: Patiententag klärt auf und macht Mut bei unheilbarer Krankheit

Datum1. Juni 2026
OrtTeupitz

Teupitz, 01. Juni 2026- „Diagnose Multiple Sklerose – Jetzt erst recht!“ unter diesem Motto hatte die Asklepios Fachklinik Teupitz am Donnerstag (28. Mai 2026) zu ihrem Patiententag eingeladen. Zusammen mit dem Landesverband Brandenburg der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft e.V. (DMSG) gab es anlässlich des Welt-MS-Tags für die rund 120 Besucherinnen und Besucher Informationen rund um Therapie und Selbsthilfe bei Multipler Sklerose. Auf dem Programm standen am Nachmittag insgesamt sieben Workshops zu den unterschiedlichen Therapiebereichen der Klinik, zur Selbsthilfe und Unterstützung.

Einblicke in Therapie und Selbsthilfe

Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Dr . med. Peter Kern, Chefarzt der Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie des Asklepios Fachklinikums Teupitz, und Frank Milbrandt , Vorstandsmitglied des Landesverbandes Brandenburg der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft e.V. (DMSG). Anschließend sprach Arne Riedlinger, Oberarzt und Leiter der MS-Ambulanz am Fachklinikum, zum Thema „Therapietreu aus Überzeugung – moderne MS-Behandlung verstehen und mittragen“. Nach einer Pause folgten dann am Nachmittag zahlreiche Workshops, bei denen die Therapeutinnen und Therapeuten der Klinik, die DMSG sowie zahlreiche externe Leistungsanbieter beratend und anschaulich Einblicke in ihre Arbeit gaben. Vorgestellt wurden unter anderem die Bereiche Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Neuropsychologie, ergänzt um Workshops zu Selbsthilfe, Tanz und Bewegung und mehr Mobilität im Alltag.

Mit Haltung der MS begegnen

Das Motto „Jetzt erst recht!", so machte Dr. med. Peter Kern deutlich, ist für ihn eine Haltung, mit der man der Krankheit begegnen kann. „Jetzt erst recht das Leben gestalten, jetzt erst recht sich nicht unterkriegen lassen, jetzt erst recht etwas Neues probieren, jetzt erst recht lachen – auch über sich selbst, über uns Ärzte, über die MS und ganz sicher: Jetzt erst recht gemeinsam stark sein“, so der Chefarzt bei seiner Begrüßung. „Diese Haltung möchten wir mit dem Patiententag unterstützen: medizinisch, therapeutisch, menschlich.“ Frank Milbrandt , Vorstandsmitglied des Landesverbands Brandenburg der DMSG konnte dies nur unterstreichen: „Aufklären, ermutigen, stärken, miteinander vernetzen – das sind die Ziele des Welt-MS-Tages und das haben wir mit dem Patiententag an der Asklepios Fachklinik Teupitz erfolgreich geschafft.“

Oberarzt Arne Riedlinger zeigte in seinem Vortrag die großen Fortschritte in der Therapie der MS in den letzten Jahren auf und betonte die Bedeutung einer frühzeitigen, individuell zugeschnittenen und konsequent durchgeführten Behandlung. Er beleuchtete Probleme und Herausforderungen einer auf lange Dauer angelegten Therapie und zeigte Lösungsansätze auf. „Es ist wichtig, dass Patientinnen und Patienten gut über ihre Krankheit informiert sind und Entscheidungen gemeinsam mit dem Behandlerteam treffen. Dazu gehört auch eine vertrauensvolle Kommunikation, in der Ängste und Probleme offen angesprochen werden. Wenn das gelingt, sind die Voraussetzungen heute besser denn je, eine verträgliche, gut wirksame Therapie zu finden, die die MS in vielen Fällen in einem Ausmaß in Schach hält, das noch vor 20 Jahren kaum vorstellbar war.“

Multiple Sklerose oder kurz MS ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Das eigene Immunsystem greift dabei Nervenfasern und -zellen an. Die Folge sind unterschiedliche neurologische Symptome wie Lähmungserscheinungen, Koordinationsstörungen oder gestörte Sinneswahrnehmungen. Aufgrund der Vielfalt der Krankheitsfolgen wird MS auch als „Krankheit mit den 1.000 Gesichtern“ bezeichnet. Häufig verläuft die Erkrankung in sogenannten Schüben. Bis heute ist sie nicht heilbar.

Herausforderung für Experten in Therapie und Pflege

Vor allem die „1000 Gesichter“ der Multiplen Sklerose sind für Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte eine Herausforderung bei der Behandlung ihrer Patienten. „Die Beschwerden reichen von Muskelschwäche über Seh-, Sprach- und Koordinationsstörungen bis zur sogenannten Fatigue , einer gesteigerten körperlichen und psychischen Ermüdung“, sagt Oberarzt Arne Riedlinger. Entsprechend maßgeschneidert sind die Therapieangebote am Asklepios Fachklinikums Teupitz, dessen MS-Ambulanz von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft als MS-Schwerpunktzentrum zertifiziert ist – ein Zeichen für höchste Qualität und spezialisierte Versorgung. Das Team der MS-Ambulanz in Teupitz besteht aus erfahrenen Fachärzten, spezialisierten Pflegekräften und erfahrenen Neuropsychologinnen. Zur Diagnostik sowie zur Behandlung akuter Schübe steht in Teupitz eine umfassend ausgestattete stationäre Versorgung durch ein erfahrenes, multiprofessionelles Team zur Verfügung.

Wer besonders betroffen ist

In Deutschland leben nach aktuellen Angaben des MS-Registers der DMSG mehr als 300.000 Menschen mit der Diagnose Multiple Sklerose. Besonders häufig wird MS im jungen Erwachsenenalter diagnostiziert, vor allem zwischen 20 und 40 Jahren. Aber auch bei Menschen über 50 nimmt die Zahl der Neuerkrankungen zu. Frauen sind dabei mit einem Anteil von rund 70 Prozent deutlich häufiger betroffen als Männer. Insgesamt gilt MS als die häufigste entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems im jungen Erwachsenenalter. Sie begleitet die Betroffenen lebenslang, kann sehr unterschiedlich verlaufen und stellt hohe Anforderungen an Behandlung, Alltag und persönliche Belastbarkeit. Jedes Jahr am 30. Mai macht der Welt-MS-Tag auf die Krankheit und ihre Auswirkungen für Betroffene aufmerksam. Der Aktionstag will sichtbar machen, wie viele Menschen betroffen sind und wie wichtig Information, Unterstützung und Verständnis sind.

Rat und Hilfe im Asklepios Fachklinikum Teupitz

Auch außerhalb von Informationstagen steht die Klinik für Neurologie und klinische Neuropsychologie des Asklepios Fachklinikums Teupitz MS-Patientinnen und Patienten bei Fragen zu Multipler Sklerose gern zur Verfügung. Unter der Rufnummer 033766 / 66485 kann jederzeit ein Beratungstermin in der Schwerpunktambulanz für Multiple Sklerose vereinbart werden. Unabhängig vom bisherigem Krankheitsverlauf können dort individuelle Fragen in engem Austausch mit dem Ärzte-Team besprochen werden. Mit der umfassenden Behandlung von mehr als 2000 Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose hat sich die Klinik in Teupitz in den vergangenen 20 Jahren regional und überregional einen fachlich exzellenten Ruf erarbeitet und steht gern mit Rat und Tat zur Seite.

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