"Verrückt? - Na und!" - Schon 16 Anfragen bis April

Datum6. Februar 2026

„Wir haben ein verrücktes Schulprojektjahr vor uns“, berichtet Stefanie Fiebig voller Vorfreude. Das von ihr am Asklepios Fachklinikum Stadtroda koordinierte Projekt „Verrückt? – Na und!“ verzeichnete schon im Januar Rekordzahlen von 16 Anfragen bis April.

„Am 8. und 12. Januar hatten wir Jahresauftakt an der Regelschule Dorndorf – mit zwei lebendigen, diskussionsfreudigen neunten Klassen“, sagt die Koordinatorin.  Weiter geht es am Montag, 9., Dienstag, 10. und Mittwoch, 11. Februar mit den neunten Klassen des Gymnasiums Stadtroda.

„Hier hatte die Schulsozialarbeiterin die gute Idee, die Tage erstmalig außerhalb der Schule durchzuführen. Die Schülerinnen und Schüler kommen also zu uns aufs Klinikgelände in den Felsenkellersaal. Ich kann mir vorstellen, dass so der außerschulische Charakter zu noch mehr Offenheit  und ein verstärktes Einlassen auf das Thema Behandlung und Therapie führen kann“, vermutet Stefanie Fiebig gespannt.

Am Montag, 23. und Mittwoch, 25. Februar gastiert das Projekt bei den achten Klassen des Gymnasiums Kahla. Die Tage gestalten unter anderem Katrin Klinzing, Jan Köber, Jenny Kosik und Doreen Richter.  Sie werden durch persönliche Experten unterstützt.

Persönliche Experten sind seelisch erkrankte Menschen, die gleichsam aus erster Hand wissen, was es heißt, „verrückt“ zu sein. Sie unterstützen die Moderatoren an den Projekttagen und haben den Mut, vor Schulklassen offen über ihre psychische Erkrankung zu sprechen. Das wirkt nicht zuletzt entstigmatisierend, weil die Schüler auf diese Weise erfahren, wie das Leben trotz und mit einer seelischen Erkrankung gelingen kann.

Ziel des Projekts ist es, einfache und wirksame Wege zur Stärkung der seelischen Gesundheit aufzuzeigen, um Krisen besser zu meistern und den Schulerfolg langfristig zu fördern. Im Rahmen der durch die Dr. Broermann-Stiftung finanzierten Veranstaltungsreihe des Vereins „Irrsinnig Menschlich e.V.“ veranstalten die Moderatoren regelmäßig Projekttage in Schulen des Saale-Holzland- und Saale-Orla-Kreises.

Die rege Zuammenarbeit mit dem Gesundheitsamt empfindet die Sozialpädagogin als sehr angenehm: „Es ist eine super Unterstützung zu wissen, wie verlässlich das Gesundheitsamt hinter uns steht und das Projekt in verschiedene Gremien und Netzwerkgruppen trägt“, unterstreicht Stefanie Fiebig.   

In enger Vernetzung mit der Landesvereinigung zur Gesundheitsförderung in Thüringen e.V. – AGETHUR – Weimar, engagiert sich die in Stadtroda angesiedelte Regionalgruppe dafür im Rahmen von Projekttagen, Jugendliche für das Thema seelische Gesundheit zu sensibilisieren. Denn seelische Gesundheit, Schulerfolg, Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit) und Wohlbefinden sind eng miteinander verbunden.

Die Mitstreitenden des Projekts möchten die Schüler und Lehrer für das Thema seelische Gesundheit sensibilisieren. Für Lehrerinnen und Lehrer ist „Verrückt? – Na und!“ immer eine besondere Erfahrung, von der sie nicht selten sehr berührt sind. Sie erleben ihre Schülerinnen und Schüler jeden Tag mit ihren Fähigkeiten, Launen und Macken. Sie wissen, welchem Druck sie gerade in der Pubertät ausgesetzt sind, wie stressig der Schulalltag sein kann und wie schwer es für Teenager manchmal ist, zuversichtlich und optimistisch in die Zukunft zu schauen.