
Nicole Oberländer
Anmeldung & Auskunft
Die Behandlung chronischer Schmerzen erfordert oft einen Mix verschiedener Behandlungsmaßnahmen. Daraus leitet sich der Begriff „multimodal“ ab. Ziel der Therapie ist es, die Lebensqualität von Schmerzpatienten nachhaltig zu verbessern. Dazu gehören die Steigerung der körperlichen Belastbarkeit und der Fitness, aber auch eine veränderte Selbstwahrnehmung. Denn ein Verhalten, das aufgrund der Beschwerden nur auf Ruhe und Schonung ausgerichtet ist, kann die Symptome verschlimmern.
Die Krankheitsbilder sind sehr vielfältig. Dazu gehören beispielsweise anhaltende Rücken- und Gelenkschmerzen, Schmerzen nach Operationen oder Unfällen, Nervenschmerzen sowie wiederkehrende Kopfschmerzen oder Migräne. Aber auch Patienten mit sogenannten funktionellen oder psychosomatisch beeinflussten Schmerzen können von diesem ganzheitlichen Ansatz profitieren.
Eine stationäre Behandlung ist sinnvoll, wenn Schmerzen länger als drei Monate bestehen, sich zunehmend auf den Alltag auswirken und bisherige ambulante oder andere Therapien nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben. In der Stadtklinik betrachten wir dabei nicht nur die Symptome, sondern beziehen auch weitere Einflussfaktoren mit ein, die den Schmerz verstärken können. Unser Ansatz vermittelt den Patienten von Anfang an: Schmerz muss man nicht aushalten. Vielmehr geht es darum, Strategien zu erlernen, die Schmerzen aktiv zu lindern, die körperliche Belastbarkeit zu steigern und den Alltag wieder selbstbestimmt zu gestalten. Patienten sollten daher offen für unterschiedliche Therapieansätze sein – sowohl körperliche als auch unterstützende psychologische Verfahren – und über eine ausreichende körperliche Belastbarkeit verfügen. Das bedeutet zum Beispiel, dass sie problemlos eine Etage Treppen steigen oder etwa 100 Meter zu Fuß gehen können, um aktiv am Therapieprogramm teilnehmen zu können.

Die Multimodale Schmerztherapie kombiniert verschiedene Behandlungsmaßnahmen, um Schmerzen zu lindern.
Schmerztherapie kann nur im Team gelingen und erfordert einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen – mit seinem Körper, seinem Geist und seiner Seele. Betroffene sollen sich ernst genommen und gesehen fühlen. Für jeden Patienten entwickeln wir daher einen fachübergreifenden, individuellen Behandlungsplan, der neben der medizinischen Therapie physiotherapeutische Maßnahmen und eine unterstützende psychologische Betreuung umfasst. Einen bedeutenden Beitrag zur Therapie leistet auch unser speziell geschultes Pflegeteam, das sich den Patienten zum Beispiel mit wohltuender Aromatherapie und Akupunktur zuwendet. Demnächst soll eine Klangschalentherapie das Angebot ergänzen.
Die Räumlichkeiten, in denen sich unser Schmerzzentrum befindet, wurden im vergangenen Jahr aufwendig modernisiert. Mit einer komplett erneuerten Ausstattung, modernen Therapiegeräten und innovativen Trainingsmöglichkeiten haben wir die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche interdisziplinäre Behandlung geschaffen.
Wer unter Schmerzen leidet, findet bei uns zeitnah Unterstützung. Neu ist, dass sich Betroffene nun direkt telefonisch an uns wenden können – möglichst mit Vorbefunden. Aufgrund unserer Erfahrung können wir schnell abschätzen, ob eine Aufnahme in die stationäre Schmerztherapie sinnvoll ist. Mit dieser Strategie entlasten wir auch die Hausärzte. Denn die Einordnung von Schmerz, der in den meisten Fällen von psychosomatischen Faktoren begleitet wird, ist zeitaufwendig. Natürlich können sich auch niedergelassene Kollegen jederzeit an uns wenden – sei es, um Patienten an uns zu überweisen oder um sich fachlichen Rat einzuholen.

Bei der Behandlung wird auch Aromatherapie eingesetzt. Unser Foto zeigt die Gesundheits- und Krankenpflegerinnen Jennifer Günther (Initiatorin und Verantwortliche der Aromatherapie) sowie ihre Stellvertreterin Carina Kögel.
Heike Deutsch ist Fachärztin für Anästhesie und Leitende Ärztin des Asklepios Schmerzzentrums Bad Wildungen. Dort organisiert und koordiniert sie die schmerztherapeutischen Einrichtungen am Standort – neben der Multimodalen Schmerztherapie auch die Schmerzpraxis und den Konsiliar-Schmerzdienst.


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