Therapie mit veränderten Bewusstseinszuständen

Datum3. März 2026

Veranstaltung für Fachärzte und medizinisches Fachpersonal findet am Samstag, 14. März, am Asklepios Fachklinikum Stadtroda statt

„Bewusst sein“ – lautet die Überschrift der diesjährigen Psychotherapie-Fachtagung des Thüringer Weiterbildungskreises für Psychotherapie und Tiefenpsychologie e. V., die am Samstag, 14. März, am Asklepios Fachklinikum Stadtroda stattfindet. Sie richtet sich ab 9 Uhr an Fachärzte und medizinisches Fachpersonal und wird von der Landesärztekammer als Fortbildungsveranstaltung zertifiziert. Es werden sechs Punkte vergeben. 

„Bewusstsein zu erweitern ist seit jeher Kern unserer psychotherapeutischen Arbeit – ob wir unbewusste Konflikte sichtbar machen, neue Perspektiven ermöglichen oder innere Räume öffnen, die unseren Patientinnen und Patienten bislang verschlossen waren“, sagt Dr. Uwe Wutzler, Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Asklepios Fachklinikum Stadtroda.  

„Mit der aktuellen Renaissance psychedelischer Substanzen geraten erstmals seit Jahrzehnten ihre neurobiologischen Wirkmechanismen und therapeutischen Potenziale wieder in den wissenschaftlichen Focus“, sagt Dr. Wutzler, der die wissenschaftliche Leitung der Tagung innehat. Er verweist in diesem Zusammenhang auf entsprechende Studien und Projekte bei therapieresistenten Depressionen, unter anderem in Jena.  

„Gleichzeitig ist der Wunsch nach Bewusstseinserweiterung alles andere als neu. Jahrhunderte spirituelle Traditionen und meditative Wege haben schon lange erforscht, wie innere Klarhreit, Präsenz und Selbsterfahrung vertieft werden können“, ergänzt er. Im Rahmen der  Tagung sollen beide Perspektiven eindrucksvoll zusammengeführt werden. 

So wird Prof. Gerhard Gründer über den Einsatz von Psilocybin bei Depressionen sprechen. Psilocybin ist ein natürlicher Stoff, der in bestimmten Pilzen vorkommt und psychedelische Effekte, wie eine veränderte Wahrnehmung auslöst. Prof. Gründer, der am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim die Abteilung Molekulares Neuroimaging leitet, gilt als einer der führenden Köpfe der psychedelischen Therapieforschung in Deutschland. In Stadtroda wird er Einblicke in klinische Anwendungen, Chancen und Herausforderungen moderner psychedelisch unterstützter Psychotherapie geben. 

Dr. Claus Bockbreder wird über Bewusstseinsänderungen durch kontemplative Praktiken sprechen. Er ist langjähriger Meditationspraktiker, Arzt und Psychotherapeut aus Melle bei Osnabrück. Zur Tagung wird er aus vier Jahrzehnten persönlicher und klinischer Zen-Erfahrung sprechen – von heilsamen Wirkungen bis zu möglichen Fallstricken. 

Zu beiden Vorträgen wird es am Nachmittag Seminare geben. 

Neben dem Fachlichen wird wie gewohnt der kollegiale Austausch im Mittelpunkt unserer Tagung stehen. Wie immer wird es dazu ein gutes Catering und ein entspanntes Pausenmanagement geben. „Wir freuen uns auf eine Tagung mit Ihnen, die Wissen vertieft, Horizonte erweitert und vielleicht sogar das eine oder andere neuronale Netzwerk neu sortiert “, sagt Dr. Wutzler. 

Bereits am Freitag, 13. März, lädt der Weimarer Arzt Dr. Hans-J. Heuzeroth Psychologen und Pflegekräfte zur Balint-Gruppenarbeit ein, die diesmal von 13.30 bis 18.30  stattfinden wird. Die Balint-Gruppenarbeit bietet die Möglichkeit, das Verhalten von Patienten und die von ihnen ausgehenden konflikthaften Beziehungsmuster zu reflektieren. 

Anmeldungen bitte per Fax unter 036428 561343 bzw. Telefon unter 036428 561234 bei Frau Trautsch am Asklepios Fachklinikum Stadtroda oder per Mail unter info@th-wbk.de bei Frau Christofori vom Weiterbildungskreis.