Robotergestützte Thoraxchirurgie startet in Gauting: Präzision für komplexe Eingriffe im Brustkorb

Datum6. Mai 2026
OrtGauting
UrheberKathrin Seidel

Mit dem da Vinci Xi-System startet die Asklepios Lungenklinik Gauting in die roboterassistierte Thoraxchirurgie. Die erste Operation erfolgte am 5. Mai und steht für die gezielte Erweiterung des minimalinvasiven Spektrums um robotische Präzision.

Die Asklepios Lungenklinik Gauting erweitert ihr operatives Spektrum um die robotisch assistierte Thoraxchirurgie. Mit dem Einsatz des da Vinci Xi-Systems wird am spezialisierten Lungenzentrum ein Verfahren etabliert, das minimalinvasive Eingriffe im Brustkorb mit höchster Präzision, verbesserter Sicht und besonders feiner Instrumentenführung ermöglicht.

Die erste robotergestützte Operation wurde am 5. Mai von Prof. Dr. Severin Schmid durchgeführt, der das Verfahren bereits seit 2019 am Universitätsklinikum Freiburg etabliert und über viele Jahre weiterentwickelt hat. Das System bietet ein breites thoraxchirurgisches Anwendungsspektrum: von komplexen Lungenresektionen bei Tumorerkrankungen insbesondere auch nach medikamentöser Vorbehandlung oder bei sehr kleinen Tumoren, bis hin zu Operationen am Mediastinum, Zwerchfell und an der Thoraxwand.

Die roboterassistierte Thorakoskopie, kurz RATS, ergänzt etablierte minimalinvasive Verfahren. Der Operateur sitzt dabei an einer Konsole und steuert die Instrumente in Echtzeit. Das System führt keine eigenständigen Bewegungen aus, sondern überträgt die Handbewegungen des Chirurgen hochpräzise auf besonders bewegliche Instrumente im Operationsfeld. Eine hochauflösende, dreidimensionale Darstellung ermöglicht eine stark vergrößerte Sicht auf feine anatomische Strukturen wie Gefäße, Nerven und Gewebegrenzen.

„Die roboterassistierte Technikerweitert unsere operativen Möglichkeiten vor allem dort, wo höchste Präzision in einem engen und anatomisch anspruchsvollen Raum erforderlich ist. Sie verbessert die Sicht, erhöht die Beweglichkeit der Instrumente und unterstützt ein sehr kontrolliertes, gewebeschonendes Vorgehen“, erklärt Prof. Dr. Schmid.

Für Patientinnen und Patienten liegt der Vorteil vor allem im minimalinvasiven Zugang: Die Eingriffe erfolgen über wenige kleine Schnitte zwischen den Rippen. Eine große Eröffnung des Brustkorbs kann dadurch in vielen Fällen vermieden und ein besonders gewebeschonendes Vorgehen ermöglicht werden. Das kann postoperative Schmerzen reduzieren, die Atemmechanik weniger belasten, eine frühere Mobilisation ermöglichen und die Erholung nach dem Eingriff erleichtern. Entscheidend bleibt jedoch immer die individuelle Indikationsstellung durch das erfahrene Behandlungsteam.

Mit jährlich rund 1.000 thoraxchirurgischen Eingriffen zählt die Thoraxchirurgie der Asklepios Lungenklinik Gauting zu den volumenstarken Einrichtungen in Bayern. Das operative Spektrum reicht von minimalinvasiven Verfahren über komplexe Tumorresektionen bis zu Eingriffen an Trachea und Zwerchfell, eng abgestimmt mit Pneumologie, Onkologie, Radiologie, Anästhesie und Intensivmedizin.  

„Die Einführung der roboterassistierten Chirurgie ist für Gauting ein konsequenter Schritt in der Weiterentwicklung moderner Thoraxchirurgie“, sagt Prof. Dr. Schmid, Chefarzt der Thoraxchirurgie. „Unser Anspruch ist nicht Technologie um ihrer selbst willen, sondern ihr gezielter Einsatz dort, wo Präzision, Gewebeschonung und interdisziplinäre Behandlungskonzepte den größten Nutzen für Patientinnen und Patienten erwarten lassen.“

„Gerade vor dem Hintergrund verbesserter Früherkennung und zunehmend differenzierter, multimodaler Therapiekonzepte gewinnt die präzise, minimalinvasive Thoraxchirurgie weiter an Bedeutung. Mit der Einführung der roboterassistierten Verfahren stärken wir unser Profil als hochspezialisiertes Zentrum für Erkrankungen der Lunge und des Brustkorbs - klinisch, wissenschaftlich und interdisziplinär eng vernetzt“, sagt Lukas Förster, Geschäftsführer der Asklepios Lungenklinik Gauting.