Geburtshilflicher Qualitätszirkel
Unter der Moderation von Dr. Susanne Moritz, Oberärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe, sowie Dr. Schardt, niedergelassene Gynäkologin, fand gestern in unserer Klinik ein interdisziplinärer Qualitätszirkel statt.
Die Veranstaltung brachte interne Mitarbeitende und externe Fachkolleg:innen zusammen und bot einen offenen Rahmen für fachlichen Austausch, neue Impulse und die Vorstellung zweier neu etablierter Spezialsprechstunden bei uns. Zu Beginn sprach Nadine Franzmann, Hebamme und EEH‑Therapeutin (Emotionelle Erste Hilfe), über Tokophobie und zeigte eindrücklich, wie stark Geburtsängste das Erleben von Schwangerschaft und Geburt beeinträchtigen können. Sie machte deutlich, welche Unterstützung Frauen benötigen, um Vertrauen zurückzugewinnen und sich sicher begleitet zu fühlen. Im Anschluss stellte Dr. Susanne Moritz die neue Sprechstunde für Patientinnen nach FGM/C (Female Genital Mutilation/Cutting) vor. Sie betonte, dass FGM/C eine schwere Menschenrechtsverletzung ist, bei der Teile der äußeren weiblichen Genitalien ohne medizinische Indikation entfernt oder verletzt werden. Diese Praxis verursacht nicht nur akute körperliche Schäden, sondern führt häufig zu langfristigen anatomischen, funktionellen, psychologischen und sozialen Folgen. Dr. Moritz hob hervor, dass wir als medizinische Einrichtung eine besondere Verantwortung tragen: Frauen, denen solches Leid zugefügt wurde, benötigen eine sensible, respektvolle und interdisziplinäre Versorgung. Dazu gehören sowohl die anatomische Rekonstruktion und funktionelle Wiederherstellung als auch eine psychosoziale Begleitung. Die neu etablierte Sprechstunde ist daher ein wichtiges Angebot, das Versorgungslücken schließt und betroffenen Frauen einen geschützten Raum bietet. Abschließend gab Dr. Klee, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und externer Referent, einen verständlichen Überblick über aktuelle geburtshilfliche Leitlinien und relevante Neuerungen für den klinischen Alltag. Seine praxisnahen Erläuterungen boten wertvolle Orientierung für die tägliche Arbeit im Kreißsaal und auf Station. Im Anschluss an die Vorträge gab es ein Come Together, das Raum bot, Fragen zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und sich fachlich wie persönlich zu vernetzen.
