Tag des Cholesterins am 12. Juni 2026

Datum12. Juni 2026
OrtLich
UrheberPatricia Rembowski

Kardiologe der Asklepios Klinik Lich appelliert: „Jeder sollte seinen LDL-Wert kennen"

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Deutschland. Anlässlich des bundesweiten Tags des Cholesterins der Deutschen Gesellschaft für Lipidologie (DGFL) – Lipid-Liga am 12. Juni, ruft Dr. med. Matthias Bayer, Team-Chefarzt Kardiologie in der Asklepios Klinik Lich dazu auf, Cholesterinwerte regelmäßig kontrollieren zu lassen. Denn mehr als 80 Prozent der kardiovaskulären Risikopatienten in Deutschland sind therapeutisch nicht optimal eingestellt.

Ein dauerhaft erhöhter LDL-Cholesterinwert führt zu Ablagerungen in den Blutgefäßen und begünstigt die Entstehung von Atherosklerose – der Hauptursache für Herzinfarkte und Schlaganfälle. „Viele Menschen kennen ihre Blutfettwerte gar nicht oder unterschätzen die Bedeutung erhöhter Cholesterinwerte für ihr persönliches Herzrisiko", erläutert der Kardiologe, Dr. Matthias Bayer. Die aktuellen europäischen Leitlinien aus dem Jahr 2025 betonen die Bedeutung einer frühzeitigen und konsequenten risikoadaptierten Senkung des LDL-Cholesterins. Dabei gelten je nach individuellem Risiko unterschiedliche LDL-Zielwerte: Bei sehr hohem Risiko und bei bereits vorliegender Atherosklerose sollte der LDL-Wert unter 55 mg/dl liegen, bei hohem Risiko unter 70 mg/dl. „Das Prinzip lautet: Je niedriger das LDL-Cholesterin, desto besser der Schutz vor kardiovaskulären Ereignissen", betont der Lipidologe und empfiehlt die Blutfettwerte im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt regelmäßig überprüfen zu lassen. 


Neben dem hohen LDL-Cholesterin erhöhen insbesondere auch Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, familiäre Häufungen das Risiko für eine Atherosklerose und den Folgekrankheiten Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen der Beine. Bewegungsmangel und Übergewicht können als sekundäre Risikofaktoren dazu kommen.  Besonders ungünstig ist es, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen und eine Neigung zu solchen Krankheiten in der Familie schon bekannt sind. 
„Ein erhöhter LDL-Cholesterinwert ist ein stiller Risikofaktor – die meisten Betroffenen spüren jahrelang nichts, während sich die Gefäße schleichend verengen. Deshalb ist es so wichtig, die eigenen Werte zu kennen und bei Bedarf konsequent zu behandeln. Lassen Sie Ihre Werte checken!" sagt Dr. Bayer. 


Sind die Werte bereits erhöht, kann eine medikamentöse Behandlung eingeleitet werden. Aber auch eine Ernährungsumstellung kann schon hilfreich sein. Denn eine ballaststoffreiche und dabei fettarme Ernährung wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Einen hohen Ballaststoffgehalt haben etwa Gemüse, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Beeren oder Müsli. Pflanzliche Fette und Öle sind im Vergleich zu tierischen Fetten zu bevorzugen. Günstig auf den Cholesterinspiegel wirkt sich auch der Verzehr von Fisch aus. Mindestens zweimal pro Woche Fischgerichte auf den Speiseplan zu setzen, bietet sich demnach an. Wichtig ist aber, dass die Cholesterinproduktion des Körpers genetische festgelegt ist und nur ein kleinerer Anteil des Gesamtcholesterins durch Ernährung beeinflusst werden kann. Daher kann die medikamentöse Therapie in vielen Fällen unumgänglich und lebensrettend sein! 
 

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