Asklepios Klinik Lich als Zentrum für Adipositastherapie rezertifiziert

Datum8. Mai 2026
OrtLich
UrheberPatricia Rembowski

Die Licher Klinik erhielt die offizielle Bestätigung des Zertifizierungsausschusses der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie zur Re-Zertifizierung als Zentrum für Adipositastherapie und Metabolische Chirurgie.

Bereits seit Jahren besteht das zertifizierte Kompetenzzentrum für Adipositaschirurgie an der Licher Klinik. „Seit Beginn des Jahres gelten neue Anforderungen für die Erst- und Re-Zertifizierung von Zentren für Adipositastherapie und Metabolische Chirurgie, die eng an aktuellen Leitlinien und gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen ausgerichtet sind“, berichtet Dr. med. Jens Albrecht, Sektionsleiter Adipositaschirurgie. 

„Im Rahmen der umfangreichen Re-Zertifizierung wurden alle Prozesse des Zentrums im Hinblick auf Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität überprüft. Neben den klinikinternen Prozessen und Abläufen wurden auch Kooperationen und Fortbildungen bewertet“, erläutert Albrecht, der gemeinsam mit dem Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Privatdozent Dr. med. Thilo Schwandner und dem gesamten Team der Abteilung, die Re-Zertifizierung vorbereitet und begleitet hat.


Bei Adipositas handelt es sich um krankhaftes Übergewicht und damit eine chronische Krankheit, die mit eingeschränkter Lebensqualität und hohem Risiko für Folgeerkrankungen einhergeht. Dabei leiden Betroffene nicht nur unter den körperlichen Folgen, sondern auch unter der Stigmatisierung durch die Umwelt. Denn von Teilen der Bevölkerung und auch von manchen Ärzt:innen wird Adipositas nicht als Erkrankung anerkannt, sondern lediglich als Zeichen eines ungesunden Lebensstils, also nur lapidar als ein „Lifestyleproblem betrachtet. 


Aufgrund der manigfaltigen Begleiterkrankungen finden sich adipöse Patient:innen nahezu überall im Gesundheitswesen, sei es in der Orthopädie, der Diabetologie, der Kardiologie oder natürlich bei den Hausärzt:innen.
„Deshalb ist es auch besonders wichtig, die Patient:innen ganzheitlich zu betrachten und zu behandeln“, so der Chirurg Albrecht, der in seiner langjährigen Laufbahn schon weit mehr als 2.000 Patient:innen betreut hat.
Dabei wird die Behandlung zunächst konservativ begonnen und besteht aus Ernährungsberatung und -umstellung sowie einer Bewegungstherapie. Auch psychologische Therapieangebote finden Eingang in den Behandlungsplan. Sollten diese Schritte nicht zu einem Erfolg führen, wird ein chirurgischer Eingriff erwogen. Dabei gelten der Magenbypass und der Schlauchmagen als Standardoperationen. Während beim Bypass im Wesentlichen eine Umleitung um den noch vorhandenen Magen angelegt wird und die Nahrung nicht mehr vollständig verwertet und aufgenommen werden kann, werden beim Schlauchmagen etwa 80% des Magenvolumens entfernt.
„Um eine bestmögliche Versorgung der Patient:innen vor, während und nach der OP zu ermöglichen, arbeiten im Adipositaszentrum Spezialist:innen verschiedener Fachrichtungen wie Chirurg:innen, Gastroenterolog:innen, Diabetolog:innen, Ernährungsberater:innen und Pschycholog:innen Hand in Hand. Dazu kommt ein intensiver Austausch mit den Selbsthilfegruppen der Region“, erläutert der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, PD Dr. Thilo Schwandner, der sich gemeinsam mit dem Team sehr über die Re-Zertifizierung und den Bericht der Auditierung freut. 


Erneut wurde dem Adipositaszentrum darin eine in jeder Hinsicht qualitativ hochwertige und gut strukturierte sowie außerordentlich ambitionierte Aktivität bescheinigt. Dies äußert sich auch in einer regelmäßigen Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung in Bezug auf das Thema des krankhaften Übergewichts. Berichte zu aktuellen Entwicklungen in der Adipositaschirurgie, Informationsveranstaltungen und regelmäßige Aktionstage sollen auf das Thema und die Auswirkungen aufmerksam machen. Denn nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland übergewichtig. Ein Viertel der Erwachsenen ist stark übergewichtig, auch adipös genannt. Dies bringt für die betroffenen neben den gesundheitlichen negativen Aspekten auch eine starke soziale Belastung mit sich.


Die Geschäftsführerin der Licher Klinik, Antonia Schenk Gräfin von Stauffenberg, freute sich ebenfalls sehr über das erhaltene Zertifikat und betont: „Das bestens aufgestellte Adipositaszentrums verfügt über eine hohe Expertise und das multimodale Konzept garantiert eine zugewandte und verantwortungsvolle Patientenbehandlung. Die erneute Erreichung des Zertifikats unterstreicht unsere Bemühungen, ganzheitliche medizinische Konzepte für die Region anzubieten“, so von Stauffenberg.
 

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