Zuhause statt in der Klinik

Datum24. März 2026
OrtLübben

Therapie in den eigenen vier Wänden ist für psychisch kranke Menschen eine echte Alternative zum Klinikaufenthalt / Das Asklepios Fachklinikum Lübben bietet die stationsäquivalente Behandlung (StäB) mit einem eigenen Team an

Lübben, 24. März 2026 „Ich will nicht so lang von Zuhause weg sein“, „Niemand kümmert sich dann um mein Haustier“, „Meine Familie braucht mich“, „In einer Klinik geht es mir noch schlechter“ – persönliche Gründe gibt es für psychisch kranke Menschen viele, einen Klinikaufenthalt abzulehnen. Doch ohne eine adäquate medizinische Behandlung und Betreuung kann das gesundheitliche Risiko möglicherweise zu groß werden. „Die Situation war früher ein Dilemma“, erklärt Dr. Matthias Nauhaus, Oberarzt im Fachbereich Psychiatrie am Asklepios Fachklinikum Lübben. „Eine professionelle Behandlung ist in solchen Fällen normalerweise kaum möglich, aber ohne sie geht es gesundheitlich nicht weiter.“ Die Lösung: eine „stationsäquivalente Behandlung“, kurz StäB. Hinter dem medizinischen Fachbegriff verbirgt sich eine vollwertige psychiatrische und therapeutische Versorgung wie im Fachkrankenhaus – allerdings im häuslichen Umfeld.

Echte Versorgungslücke geschlossen

Das Asklepios Fachklinikum Lübben bietet diese alternative Form der Behandlung bereits seit 2021 mit großem Erfolg an. Mit einem Umkreis von 30 km um Lübben ermöglicht Asklepios für einen wachsenden Kreis Betroffener den Zugang zu intensiver psychiatrischer Therapie. „Die Idee schließt eine echte Versorgungslücke“, ergänzt Matthias Nauhaus, der für den Bereich StäB verantwortlich zeichnet. „Die stationsäquivalente Behandlung ermöglicht es auch schwerkranken Patienten, ihre Zeit ohne Abstriche bei der therapeutischen Versorgung im vertrauten Kreis der Familie zu verbringen.“ Die Patientinnen und Patienten verbleiben nicht nur in ihrer Häuslichkeit, sondern auch in ihrem gewohnten Leben. Einmal in der Woche jedoch ist ein Kliniktag fester Bestandteil der Therapie. Am Präsenztag in der Klinik findet eine Gruppenpsychotherapie und im Wechsel Ergotherapie und Yoga statt.

Einsatz eines multiprofessionellen Teams im ländlichen Bereich

Möglich macht die Behandlung in den eigenen vier Wänden ein besonderes multiprofessionelles Team des Fachklinikums, bestehende aus einem Arzt, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Pflegefachkräften, das ausschließlich für diese Art der Versorgung zuständig ist. „Ganz ‚nebenbei‘ kann das niemand leisten“, weiß Antje Thier, pflegerische Stationsleitung der StäB. „Darum halten wir zusätzlich mobiles Fachpersonal vor, das die täglichen persönlichen Kontakte bei den Patientinnen und Patienten zu Hause sicherstellt – auch an Wochenenden und Feiertagen.“ In einer großen Region wie dem Spreewald, in der das Asklepios Fachklinikum Lübben nahezu allein die Versorgung der ländlichen Region bei psychischen Erkrankungen abdeckt, ist das ein erheblicher Vorteil für die Patientinnen und Patienten.

Vom Behandlungskonzept überzeugt

Dr. Matthias Nauhaus ist von dem Konzept überzeugt. „Es geht nicht nur darum, die Patienten – auch Kinder und Senioren - möglichst komfortabel zuhause zu behandeln, sondern die Situation im vertrauten sozialen Umfeld therapeutisch nutzbar zu machen“, erklärt er. „Wir haben hier die Möglichkeit, psychotherapeutische und sozialtherapeutische Ansätze individuell abgestimmt und eng an der realen Lebenswelt orientiert umzusetzen.“ Konkret bedeutet das zum Beispiel, dass Angehörige aktiv in die Therapie einbezogen und dass Belastungen und Konflikte, die im Lebensumfeld entstehen, direkt gemeinsam bearbeitet werden können. Soziale Netze und persönliche Ressourcen der Betroffenen können für die Genesung aktiviert werden, was im klassischen Kliniksetting deutlich schwieriger wäre. „Ich arbeite schon sehr lange als Psychiater, aber solche Behandlungserfolge wie in der StäB habe ich noch nie gesehen. Die Patientinnen und Patienten erleben die Zeit als unglaublich intensiv“ schwärmt der erfahrene Arzt.

Es ist mutig den ersten Schritt zu gehen

Manchmal, so Antje Thier, sei eine Behandlung zuhause sogar medizinisch sinnvoller als ein stationärer Aufenthalt. Das gelte zum Beispiel für Betroffene, die eine akute psychiatrische Krise durchmachen, aber z.B. Kinder betreuen, alleinerziehend sind oder Angehörige versorgen müssten. Sie erhalten dann durch die Behandlung zu Hause professionelle Hilfe, ohne ihr Umfeld verlassen zu müssen. Auch Menschen, die weder allein ambulant noch dauerhaft stationär betreut werden können oder wollen, profitieren von der stationsäquivalenten Teamversorgung. Denn die StäB verbindet Elemente beider Welten – stationär und ambulant. Und schließlich ist das Behandlungskonzept gerade für Menschen mit wiederkehrenden Krisen oder chronischen Störungen ein großer Vorteil, weil häufige Behandlerwechsel und stationäre Unterbrechungen entfallen. „Eine stationsäquivalente Behandlung kann unserer Erfahrung nach eine vollwertige Alternative zur stationären Behandlung bieten. Aus ärztlicher und therapeutischer Sicht bestehen dabei keine Einschränkungen“, resümiert Matthias Nauhaus. „Wer aus sozialen, familiären oder persönlichen Gründen nicht in eine Klinik kommen möchte oder kann, für den öffnen wir hier eine Tür.“ Antje Thier ergänzt „Holen Sie sich Hilfe, wenn Sie in seelischer Not sind. Es ist mutig diesen ersten Schritt zu gehen. Wir kümmern uns um Sie nicht nur fachlich kompetent, sondern ausgesprochen diskret und sehr persönlich. Rufen Sie uns gerne unter der Telefonnummer 03546/29 225 an und vereinbaren Sie einen Termin mit uns.“ Die stationsäquivalente Behandlung (StäB) setzt das Vorliegen bestimmter diagnostischer und struktureller Voraussetzungen voraus. Die Indikationsstellung sowie die Prüfung der Umsetzbarkeit im häuslichen Umfeld erfolgen vor Behandlungsbeginn in enger Abstimmung mit dem behandelnden Arzt und dem multiprofessionellen StäB-Team.

Die Zentrale Aufnahme der Psychiatrie (ZAP) am Asklepios Fachklinikum Lübben ist rund um die Uhr zu erreichen unter 03546-29-482 (Anmeldung & Auskunft).

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