Licher Chirurg auf Hospitalschiff in Sierra Leone im Einsatz

Datum23. Februar 2026
OrtLich
UrheberPatricia Rembowski

Im Rahmen eines ehrenamtlichen Einsatzes war Ali Naddaf, Leitender Oberarzt der Klinik für Endokrine Chirurgie an der Asklepios Klinik Lich, auf dem Hospitalschiff “Global Mercy“ vor Sierra Leone tätig.

Mehr als 7.000 km von Deutschland entfernt, liegt der Staat Sierra Leone in Westafrika. Geprägt ist das Leben von extremer Armut, Herausforderungen durch den Klimawandel und den Nachwirkungen früherer Krisen wie Ebola. Sowohl die Infrastruktur als auch die Gesundheitsversorgung und der Zugang dazu sind äußerst problematisch. 


Bereits seit 1978 bringt die internationale christliche Hilfsorganisation „Mercy Ships“ Hospitalschiffe in die Regionen Subsahara-Afrikas und ermöglicht damit chirurgische Eingriffe auf höchstem medizinischen Niveau in den ärmsten Ländern der Welt.  Nach Angaben der Organisation, die sich durch Spenden finanziert, engagieren sich jährlich rund 2.500 ehrenamtliche Fachkräfte aus über 60 Ländern, darunter Chirurg:innen, Pflegekräfte, Lehrer:innen, Ingenieur:innen und viele andere, die ihre Zeit und ihre Fähigkeiten einsetzen, um den Zugang zu sicheren Operationen zu ermöglichen.


Der Leitende Oberarzt der Klinik für Endokrine Chirurgie, Ali Naddaf, war kürzlich bereits zum zweiten Mal im Einsatz vor der Küste Westafrikas. „Die Einsätze auf den Mercy Ships sind für mich kein Urlaub, denn während eines Einsatzes arbeite ich fünf Tage pro Woche an Board und erledige sieben Tage pro Woche Visiten, ganz wie in einem typischen Krankenhausbetrieb“, berichtet Ali Naddaf. 


Der erfahrene Chirurg ist ganz begeistert von der Ausstattung der Schiffe, die über modernste Geräte verfügen und in sechs Operationssälen gleichzeitig die Versorgung der Patientinnen und Patienten gewährleisten können. Besonders wichtig ist für Naddaf die Tatsache, dass den Menschen vor Ort geholfen werden kann, die ohne die Hospitalschiffe keine Chance auf medizinische Versorgung haben. „Die Operationen sind mit großen Hoffnungen auf ein neues Leben verbunden“, so Ali Naddaf. Nicht selten entfernen die Chirurgen riesige Tumore der Schilddrüse, die bei den Betroffenen zu Stigmatisierung und einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität geführt haben.


„Diese Art der Tumore sehen wir in Europa nicht“, erläutert Naddaf. Durch das vielfältige Ernährungsangebot, die Versorgung mit Jod und einem engmaschigen Gesundheitsnetz, werden Menschen in gut versorgten Ländern bereits in einem viel früherem Stadium behandelt. Im Gegensatz dazu, haben laut Studie der Lancet Commission on Global Surgery, einer internationalen Expertenkommission, die 2014 gegründet wurde, um den weltweiten Mangel an chirurgischer Versorgung zu beheben, mindestens 90% der Bevölkerung in den Regionen südlich der Sahara, keinen Zugang zu sicheren, bezahlbaren und dringenden Operationen. Hinzu kommt, dass Expert:innen davon ausgehen, dass eine falsche Zubereitung von Lebensmitteln eine optimale Schilddrüsen-Hormonproduktion und Jodbindung verhindert.


Der Einsatz bedeutet für den erfahrenen Chirurgen Ali Naddaf eine Inspiration, sowohl durch den Umgang mit den Patient:innen, die mit großer Dankbarkeit in ein neues unbeschwerteres Leben entlassen werden können, als auch durch die Zusammenarbeit  mit den Kolleginnen und Kollegen auf dem Schiff. „Alle Mitarbeitenden sind freiwillig und mit einer hohen Motivation tätig und investieren viel für ihren Einsatz, unabhängig davon, ob dieser zwei Wochen oder zwanzig Jahre dauert. Das beeindruckt mich stark“, so Ali Naddaf, der gerne viele Expertinnen und Experten für einen ehrenamtlichen Einsatz gewinnen möchte.
 

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