Zuhause statt in der Klinik - Neues Angebot des Mental Health Zentrums Harz in Seesen

Datum10. Juni 2026
OrtSeesen

„Lieber nicht in die Klinik“ – ob Aufgaben in der Familie, zu versorgende Haustiere, oder einfach der Respekt vor der neuen Umgebung: Es gibt viele persönliche Gründe für psychisch kranke Menschen, einen Klinikaufenthalt abzulehnen. Doch das kann je nach Erkrankung und Schweregrad dazu führen, dass sich Symptome verschlimmern, die Erkrankung chronisch wird und die Menschen dadurch zunehmend in ihrer Lebensführung eingeschränkt sind. „Es fehlte bisher ein niedrigschwelliges psychiatrisches Angebot, das die Behandlung von Patientengruppen ermöglicht, die man sonst teilweise gar nicht erreichen kann. Zum Beispiel Patienten mit Angststörungen, die ihre Wohnung irgendwann nicht mehr verlassen können. Oder auch Patienten, die nach einer mehrwöchigen stationären Behandlung wieder nach Hause kommen und dort plötzlich allein überfordert und teilweise auch einsam sind. Hier bereitet häufig der Übergang von stationär zurück ins heimische Umfeld Probleme. Eine erneute Symptomverschlechterung ist nicht selten“, erklärt Oberärztin Dr. med. Julia Gutermann, ärztliche Leiterin des neuen Asklepios Mental Health Zentrums Harz in Seesen.


Am Standort Seesen bietet die Asklepios Psychiatrie Niedersachsen für solche Fälle jetzt eine Lösung an: die „stationsäquivalente Behandlung“, kurz StäB. Hinter dem medizinischen Fachbegriff verbirgt sich eine vollwertige psychiatrische und therapeutische Versorgung wie im Fachkrankenhaus – allerdings im häuslichen Umfeld. Das Asklepios Mental Health Zentrum Harz, das seit April seinen Dienst in Seesen aufgenommen hat, will hier mit 25 Behandlungsplätzen eine Lücke bei der Versorgung psychischer Erkrankungen in der ländlichen Region Nordharz und Südniedersachsen schließen. Vorreiter war das Asklepios Fachklinikum Göttingen, das als größte Klinik für psychische Erkrankungen diese alternative Form der Behandlung bereits seit 2022 mit großem Erfolg anbietet.


Multiprofessionelle Teams im Einsatz
„Stationsäquivalente Behandlung“ heißt, dass ein mobiles Team aus Ärzten und Therapeuten die Patientinnen und Patienten regelmäßig zu Hause besucht und dort behandelt. Das Angebot umfasst dabei nicht nur psychotherapeutische Gespräche und sozialmedizinische Beratung, sondern auch Ergo-, Physio- und Körpertherapie, Psychoedukation und sogar die medikamentöse Ein- und Umstellung unter EKG- und Laborkontrollen. „Ganz ‚nebenbei‘ zum regulären Zentrumsbetrieb in Seesen ist das selbstverständlich nicht zu leisten“, weiß Matthias Krebs, pflegerischer Leiter des Zentrums. „Darum haben wir zusätzlich mobiles Fachpersonal eingestellt, das tägliche persönliche Kontakte bei den Patientinnen und Patienten zu Hause möglich macht – auch an Wochenenden und Feiertagen.“ Das neue multiprofessionelle Team des Asklepios Mental Health Zentrums Harz ist gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Psychiatrischen Institutsambulanz und der Tagesklinik für diese Art der Versorgung zuständig. „Das Modell StäB ist ein erheblicher Vorteil für die Patientinnen und Patienten, die eine stationäre Behandlung aus persönlichen Gründen ablehnen. Sie alle können jetzt gut und bequem behandelt werden, ohne den Stress, den ein Umgebungswechsel oder ein Klinikaufenthalt für sie mitbringen würden“, erklärt Oberärztin Dr. Julia Gutermann, die auch Diplom-Psychologin ist.

Zu Hause ist oft ein Vorteil
Die Situation im gewohnten sozialen Umfeld kann therapeutische Vorteile erheblich steigern. Sie ermöglicht es, psychotherapeutische und psychiatrische Behandlungsansätze gezielt auf die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen abzustimmen und eng an ihrer realen Lebenswelt auszurichten. Konkret bedeutet dies, dass Angehörige aktiv in den Therapieprozess eingebunden werden und Belastungen sowie Konflikte, die im Lebensumfeld auftreten, gemeinsam angegangen werden können. Dadurch können soziale Netzwerke und persönliche Ressourcen der Betroffenen mobilisiert werden, was in einem traditionellen Kliniksetting deutlich aufwendiger wäre.

Große Nachfrage nach neuem Konzept
Dass es die Möglichkeit der stationsäquivalenten Behandlung ergänzend zum Asklepios Fachklinikum Göttingen auch im Asklepios Mental Health Zentrum Harz in Seesen gibt, hat sich schnell herumgesprochen. Der der Bedarf an zustätzlicher Versorgung ist groß. „Depressionen, Angsterkrankungen, Zwangsstörungen, Suchterkrankungen, Traumata und Psychosen – wir haben hier in der Region Harz einen hohen Bedarf an psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung und sind bemüht, so schnell wie möglich Hilfe anzubieten “, erklärt Oberärztin Dr. med. Julia Gutermann. Mit dem Aufbau des neuen Asklepios Mental Health Zentrums Harz in Seesen soll sich die Situation in der Region langfristig deutlich bessern. Neben dem Start der stationsäquivalenten Behandlung wurde bereits die bestehende psychiatrisch-psychotherapeutische Tagesklinik in Seesen, die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) und die Möglichkeiten der digitalen Behandlung im Rahmen des neuen Zentrums aufgestockt. Und auch für die Zeit nach der stationsäquivalenten Behandlung bietet das Asklepios Mental Health Zentrum Harz mit seinen Ambulanten Hilfen noch weitere aufsuchende, begleitende und unterstützende Hilfsangebote für die Bewältigung konkreter Alltagssituationen an.

Sprechen Sie uns an

Adresse: Karl-Herold-Str. 1 38723 Seesen

Kontakt Asklepios Mental Health Zentrum Harz

Anmeldung & Auskunft

Erreichbarkeit

Montag:

08:00 - 16:00 Uhr

Dienstag:

08:00 - 16:00 Uhr

Mittwoch:

08:00 - 16:00 Uhr

Donnerstag:

08:00 - 16:00 Uhr

Freitag:

08:00 - 14:00 Uhr