Neues Ultraschallgerät stärkt die intrapartale Versorgung

Datum24. Juli 2026

Seit Juli steht dem geburtshilflichen Team im Kreißsaal ein neues Ultraschallgerät zur Verfügung, um die geburtshilfliche Diagnostik und die Versorgungsqualität weiter zu modernisieren.

Mit diesem wird der intrapartale Ultraschall (IPUS) nun in optimierter Form als festen Bestandteil der klinischen Entscheidungsfindung unter der Geburt. Der intrapartale Ultraschall bezeichnet die sonographische Diagnostik direkt während der Geburt. Er ergänzt die vaginale Tastuntersuchung präzise und nicht‑invasiv.

Durch objektive Messdaten zum Geburtsfortschritt sowie zur Position und zum Höhenstand des kindlichen Kopfes trägt der IPUS wesentlich zu einer sicheren, modernen und patientenfreundlichen Geburtsbegleitung bei. Im Gegensatz zur rein manuellen Untersuchung liefert er reproduzierbare, messbare Daten, ist für die Gebärende häufig angenehmer und kann als Biofeedback genutzt werden. Zu den zentralen Messparametern gehört der Höhenstand des Kopfes, also der exakte Abstand zwischen dem kindlichen Kopf und den Sitzbeinhöckern, der in Zentimetern bestimmt wird. Ebenso wichtig ist der Progression Angle, der Winkel zwischen Schambein und dem tiefsten Punkt des kindlichen Kopfes. Liegt dieser unter 100 bis 115 Grad, steigt die Wahrscheinlichkeit einer sekundären Sectio.

Darüber hinaus zeigt der Ultraschall die Einstellung des Kopfes (Asynklitismus) und damit, ob der Kopf mittig im Becken steht oder eine ungünstige Schrägstellung vorliegt. Der IPUS kommt insbesondere bei einem protrahierten Geburtsverlauf zum Einsatz, da er eine präzise Ursachenanalyse ermöglicht und die gezielte Umlagerung der Gebärenden unterstützt. Auch vor einer vaginal-operativen Entbindung liefert die Sonographie verlässliche Informationen zum tatsächlichen Beckenstand des Kindes und zur realistischen Erfolgsabschätzung des Eingriffs. In der Notfall-Diagnostik ermöglicht der IPUS eine schnelle Beurteilung bei Verdacht auf Plazentalösung, Uterusruptur oder zur Einschätzung des kindlichen Zustands, etwa bei einem auffälligen CTG.

Im Rahmen des verpflichtenden S.A.V.E.-Kreißsaaltrainings ist die strukturierte Anwendung des intrapartalen Ultraschalls als Standard der Versorgung fest verankert. Das S.A.V.E.-Training ist ein simulationsbasiertes Asklepios interenes Schulungsprogramm. Es vermittelt Kreißsaalteams ein einheitliches, reproduzierbares Vorgehen für geburtshilfliche Notfallsituationen. Ziel ist eine hohe Handlungssicherheit, klare Kommunikation und die konsequente Anwendung evidenzbasierter Standards - darunter auch die strukturierte Nutzung des intrapartalen Ultraschalls in kritischen Situationen.

Das Motiv zeigt das neue Ultraschallgerät IPUS.

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