Datum8. Januar 2026

Gesunder Januar: Ein Monat ohne Alkohol

Vier Wochen Verzicht helfen dem Körper, sich zu erholen / Idee des „Dry January“ ermutigt seit 2013 zum alkoholfreien Leben / Christel Lüdecke, Ärztliche Direktorin des Asklepios Fachklinikums Göttingen und Chefärztin des Fachbereichs für Abhängigkeitserkrankungen rät, bei problematischem Trinkverhalten nicht zögern, sondern unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen!

Göttingen, 08.01.2026 - Abnehmen, mehr Sport, ein gesünderes Leben – in den ersten Tagen des neuen Jahres haben gute Vorsätze Hochkonjunktur. „Gerade nach den üppigen Feiertagen treten viele jetzt beim Essen auf die Bremse. Nutzen Sie die Gelegenheit, ihren Alkoholkonsum zu überprüfen und versuchen Sie einen Sober-Monat ohne Alkohol!“ regt Christel Lüdecke, Ärztliche Direktorin des Asklepios Fachklinikums Göttingen und Chefärztin des Fachbereichs für Abhängigkeitserkrankungen an. „Der Körper gewöhnt sich sehr schnell an größere Mengen Alkohol. Ob Weihnachtsmarkt oder Silvesterparty: Viele von uns haben über den Jahreswechsel deutlich mehr Alkohol zu sich genommen. Eine Pause tut dem Körper und der Seele immer gut.“ Die Ärztin rät deshalb dazu, einen „Dry January“ einzulegen – einen Januar ohne Alkohol. Die Initiative dazu wurde erstmals 2013 in Großbritannien gestartet und hat sich seitdem in vielen Ländern weltweit verbreitet.

Deutliche körperliche und mentale Auswirkungen

Die Effekte, die Alkoholabstinenz mit sich bringen kann, sind überraschend vielschichtig. Körperlich sorgt die Alkoholpause für eine Entlastung von Leber, Herz und anderen inneren Organen; kann den Schlaf und die Hautqualität verbessern. Weil Alkohol viele Kalorien enthält, kann der Verzicht auch dazu beitragen, das Gewicht nach den Festtagen wieder in den Griff zu bekommen. Nebenbei entstehen durch weniger Alkohol auch weniger Konflikte in sozialen Beziehungen und das Unfallrisiko sinkt. Für Mediziner sind auch die mentalen Veränderungen sehr wichtig. „Ein alkoholfreier Monat ist Frischluft für den Kopf“, so Christel Lüdecke. „Teilnehmer berichten häufig von verbesserter Konzentration, stabiler Stimmung und gesteigerter Energie während dieser Zeit.“ Die bewusste Entscheidung, auf Alkohol zu verzichten, ermöglicht eine Reflexion der eigenen Gewohnheiten und kann so zu einer gestärkten Selbstkontrolle führen. Dies kann langfristig sogar zu mehr Verantwortung im Umgang mit Alkohol beitragen. Nicht zu unterschätzen sind darüber hinaus neue positive Erfahrungen. Manch einer entdeckt neue Hobbys, trifft sich zu sportlichen Aktivitäten oder genießt die Gesellschaft von Freunden und Familie mal auf eine andere Weise.

Wie man teilnehmen kann

Der „Dry January" hat sich in den vergangenen Jahren zu einer globalen Initiative entwickelt. Tausende Menschen nehmen an dieser Herausforderung teil, um ihre Lebensqualität zu verbessern und ihre Beziehung zum Alkohol zu überdenken. Die Teilnahme ist einfach: Alles, was man tun muss, ist, sich für den Monat Januar dazu zu verpflichten, auf Alkohol zu verzichten. Viele Organisationen und Gesundheitsdienste unterstützen den Dry January. Darüber hinaus gibt es Angebote, sich über Social Media mit der Dry January Community zu vernetzen oder die (englischsprachige) Smartphone-App „Try Dry“, die in Deutschland über die App-Stores von Apple und Android zu beziehen ist.

Bei Problemen helfen nur Experten

Wer beim „Dry January“ merkt, dass ein Leben ohne Alkohol unmöglich ist, sollte die Warnung ernst nehmen. „Zwar wird nicht jeder, der Alkohol konsumiert, zwangsläufig abhängig, aber wenn Probleme im Umgang mit Alkohol auftreten, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen“, rät Christel Lüdecke. „Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihren Alkoholkonsum zu kontrollieren, sollten sich an einen Arzt oder eine Suchtberatungsstelle wenden.“ Oft kann schon das Gespräch mit einem Arzt, Psychologen oder Suchtberater dabei helfen, eine angemessene Unterstützung zu erhalten.

Professionelle Hilfe in Göttingen

Die Asklepios Psychiatrie Niedersachsen am Standort Göttingen hält umfangreiche Behandlungsangebote für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen bereit. Am Beginn steht oft eine ambulante Vorstellung in der psychiatrischen Institutsambulanz, um eine weiterführende Behandlung bedarfsgerecht in die Wege zu leiten. Bei einem stationären oder teilstationären Aufenthalt wird zu Beginn eine umfangreiche Diagnostik körperlicher, psychischer und sozialer Symptome eingeleitet sowie ausführliche Untersuchungen zur Erfassung von Begleiterkrankungen mit modernen medizintechnischen Verfahren durchgeführt. Ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Therapeuten, und Pflegefachkräften begleitet ihre Therapie, die individuell abgestimmt ist und die alle Aspekte ihrer Störung mit Alkoholkonsumberücksichtigt. Ziel ist es, für jede Patientin und jeden Patienten die persönlich bestmögliche Behandlung und Unterstützung zu finden. Das Asklepios Fachklinikum Göttingen hält neben stationären Behandlungsangeboten eine Tagesklinik für Abhängigkeitserkrankungen und eine Institutsambulanz für Abhängigkeitserkrankungen (SIA) mit Hauptsitz im Rosdorfer Weg und einer Außenstelle am Holtenser Berg in Göttingen, vor. Die tagesklinische Behandlung bietet den Vorteil, dass Sie abends und am Wochenende in ihr vertrautes soziales Umfeld zurückkehren können, was die Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit bei der Bewältigung ihres Alltags fördert. Betroffene oder Angehörige, die professionelle Unterstützung bei Abhängigkeitserkrankungen benötigen, können sich unter den Rufnummern +49 551 402-1888 oder +49 551 402-1000 direkt an das Asklepios Fachklinikum Göttingen wenden.