Berichte im SPIEGEL und bei ZDF: Was Sie wissen sollten

Unsere Stellungnahme zur aktuellen Medienberichterstattung

Berichte im SPIEGEL und bei ZDF: Was Sie wissen sollten

Überlastete Notaufnahmen: ein bundesweites Strukturproblem

Die Überlastung der Notaufnahmen ist ein strukturelles Versorgungsproblem. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse der Blitzumfrage der Deutschen Gesellschaft für Notfallmedizin (DGINA): 45 Prozent der befragten Notaufnahmen in Deutschland melden eine akute Überlastung. Die DGINA fordert deshalb dringend Nachbesserungen an der geplanten Notfallreform. Asklepios schließt sich dieser Forderung ausdrücklich an. 

Schon im Dezember 2022 haben wir vor der drohenden Überlastung gewarnt und strukturelle Lösungen für die Schnittstellen des Systems gefordert. Denn 40 bis 50 Prozent der Menschen in Notaufnahmen könnten eigentlich ambulant versorgt werden. Um diese Fehlsteuerung zu beenden, haben wir bereits 2022 für Hamburg eine stadtweite Taskforce, eine bessere Vernetzung mit dem ambulanten Sektor, digitale Kapazitätstransparenz und eine gezielte Patientensteuerung vorgeschlagen. Diese Themen treiben wir seitdem aktiv voran. Die aktuellen DGINA-Daten belegen, wie dringend dieses Problem politisch gelöst werden muss.

Was unsere Teams in den Notaufnahmen leisten

In diesem herausfordernden Umfeld leisten unsere Mitarbeitenden in den Zentralen Notaufnahmen (ZNA) jeden Tag Herausragendes. Sie versorgen Menschen in akuten Notlagen mit großer Kompetenz, Leidenschaft und Einsatzbereitschaft. Sie retten Leben und lindern Schmerzen.

Unsere Mitarbeitenden bringen sich tagtäglich mit außergewöhnlichem Engagement ein und geben zu jeder Zeit ihr Bestes, um auch unter anspruchsvollen Bedingungen höchste Qualität und Verlässlichkeit sicherzustellen. Wir sind dankbar, wenn uns Patient:innen oder unsere Mitarbeitenden auf Defizite oder Fehler aufmerksam machen, so dass wir besser werden können. Daher ermutigen wir unsere Mitarbeitenden, uns Missstände und Probleme frühestmöglich und niederschwellig zu melden. Wir glauben, dass diese Offenheit und Transparenz für uns der beste Weg ist, für Mitarbeitende und Patient:innen täglich noch besser zu werden. Genau das ist unser Anliegen: Wir wollen für unsere Patientinnen und Patienten die bestmögliche Versorgung.

Wir sind stolz auf das, was unsere Kolleginnen und Kollegen hier für die Notfallversorgung in ganz Hamburg und der Region leisten.

Zur Berichterstattung von SPIEGEL und ZDF frontal

Vor diesem Hintergrund muss die aktuelle Berichterstattung über unsere Kliniken in St. Georg und Wandsbek betrachtet werden. Die Beiträge zeigen Extremsituationen, die wir nicht ignorieren. Ein Großteil bezieht sich auf Situationen und Abläufe, die einige Zeit zurückliegen, die wir selbst erkannt und auf die wir bereits mit konkreten Veränderungen reagiert haben. Andere Darstellungen greifen aus unserer Sicht deutlich zu kurz oder entsprechen schlicht nicht den Tatsachen. 

Selbstverständlich stellen wir uns berechtigter Kritik. Wir ermutigen unsere Mitarbeitenden, Missstände und Probleme frühstmöglich und niederschwellig auf den etablierten Wegen zu melden. Wir glauben, dass diese Offenheit und Transparenz für uns der beste Weg ist, für Mitarbeitende und Patient:innen täglich noch besser zu werden.

Was wir entschieden zurückweisen, ist die Darstellung, Asklepios habe aus wirtschaftlichen Interessen die Patientensicherheit gefährdet oder Warnungen seiner Mitarbeitenden systematisch ignoriert.

Diese Behauptung ist falsch. Die Berichterstattung ist einseitig und unausgewogen und wird unserer Rolle und Verantwortung für Hamburg nicht gerecht. Seit mehr als 20 Jahren ist Asklepios ein wesentlicher Pfeiler der Gesundheitsversorgung für die Menschen in Hamburg. Wir sind uns unseres umfassenden Versorgungsauftrags sehr bewusst, was ein Blick auf die tatsächliche Versorgungsleistung in der Stadt zeigt: 

Größter Notfallversorger Hamburgs

Rund 60 % der Rettungseinsätze der Feuerwehr Hamburg führen in eine Asklepios Notaufnahme - damit sind wir der größte klinische Notfallversorger in der Stadt.

7 Kliniken für Hamburg

Unsere über 18.000 Mitarbeitenden behandeln in sieben Kliniken jährlich insgesamt mehr als 920.000 Patientinnen und Patienten. Das sind rund die Hälfte aller Hamburgerinnen und Hamburger, die eine Krankenhausbehandlung benötigen. 

Auf dieser Website und in unserem Faktencheck nehmen wir ausführlich Stellung und machen unsere Position klar. Wir laden Sie ein, sich hier ein ausgewogenes und umfassendes Bild zu machen. 

Unsere Mitarbeitenden nehmen Stellung

Wir stellen uns den zentralen Fragen

Das Gegenteil ist richtig. Wir befinden uns in einem fortlaufenden Austausch mit unseren Mitarbeiten und haben in unseren Kliniken umfassende Kommunikationsformate etabliert: Mitarbeitende können beispielsweise über Gefährdungsanzeigen kritische Belastungssituationen offiziell adressieren und damit unmittelbar Handlungsbedarf anzeigen. Aus jeder Anzeige werden konkrete Maßnahmen abgeleitet und deren Umsetzung gemeinsam mit dem Betriebsrat nachgehalten.

Regelmäßige Begehungen der Notaufnahmen unter Beteiligung von Betriebsrat, Pflege- und ärztlicher Leitung sowie strukturierte Gespräche mit den Teams stellen sicher, dass Rückmeldungen aus dem Klinikalltag systematisch in Maßnahmenkataloge einfließen und umgesetzt werden.

Personelle Engpässe federn wir durch unseren klinikübergreifenden Pflegepool Hamburg ab, der Pflegekräfte flexibel dort einsetzt, wo kurzfristig Unterstützung benötigt wird.

Mit dem Modell 'Selbstbestimmtes Arbeiten im Team' geben wir unseren Pflegekräften darüber hinaus mehr Eigenverantwortung und Flexibilität bei der Dienstplangestaltung, weil wir wissen, dass gute Arbeitsbedingungen die Grundlage für gute Patientenversorgung sind. All das geschieht in enger und kontinuierlicher Zusammenarbeit mit unseren Arbeitnehmervertretungen auf allen Ebenen.

Gleichzeitig investieren wir in innovative Versorgungsmodelle, um den Zufluss in die Notaufnahmen systematisch zu reduzieren und unsere Mitarbeitenden gezielt zu unterstützen.

Gefährdungsanzeigen sind für uns ein wichtiges Instrument der Früherkennung und der fortlaufenden Verbesserung der Prozesse und Abläufe.

Mitarbeitende nutzen dafür ein vom Arbeitgeber bereitgestelltes Formular, in dem sie Situationen anhand vorgegebener Fragen dokumentieren und durch eigene Angaben ergänzen können.

Mit Eingang einer Gefährdungsanzeige beginnt ein dokumentierter und strukturierter Bearbeitungsprozess, in den Klinikleitung und Betriebsrat eingebunden sind. Die gemeldeten Situationen werden analysiert, mögliche Maßnahmen bewertet und bei Bedarf eingeleitet.

Wir möchten ausdrücklich, dass unsere Mitarbeitenden dazu beitragen, belastende Situationen zu identifizieren, damit wir Abhilfe schaffen können.

Abmeldungen sind weder von der Konzernführung noch von den lokalen Klinikleitungen untersagt. Sie sind ausdrücklich vorgesehen und werden auch vorgenommen, wenn die vorgelagerten Maßnahmen ausgeschöpft sind.

Die Abmeldung einer Notaufnahme ist immer der allerletzte Schritt eines mehrstufigen Prozesses, den wir niemals leichtfertig vollziehen. Denn ein Abweisen von Patientinnen und Patienten in akuter Not widerspricht dem Kern unseres medizinischen Versorgungsauftrags und hat weitreichende Konsequenzen für das gesamte regionale Versorgungssystem.

Alle unsere Kliniken folgen bei Belastungsspitzen einem mehrstufigen Eskalationsprozess, der die Abmeldung der ZNA ausdrücklich als letzte Stufe vorsieht, wenn alle vorgelagerten Maßnahmen ausgeschöpft sind.

Die Behauptung, die Geschäftsführung habe ein generelles Abmeldeverbot für unsere Notaufnahmen erlassen, um keine lukrativen Fallzahlen zu verlieren, ist falsch und entbehrt jeglicher wirtschaftlichen Logik: Die Notfallmedizin in Deutschland genauso wie die ambulante Notfallversorgung ist in keiner Klinik kostendeckend.

Dies gilt auch für unsere Notaufnahmen. Dass die Abmeldequoten unserer Notaufnahmen dennoch deutlich unter denen anderer Kliniken liegen, hat vielmehr einen einzigen Grund: Wir kommen unserem umfassenden Versorgungsauftrag für die Stadt Hamburg konsequent nach und übernehmen die damit verbundene medizinische Verantwortung. Dafür haben wir strukturierte Abläufe und eine enge Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen in unseren Kliniken aufgebaut.

Unabhängig davon, ob eine Klinik öffentlich, freigemeinnützig oder privat getragen wird: Jede Klinik muss mit den verfügbaren Mitteln nachhaltig wirtschaften. Denn wirtschaftliche Stabilität ist die Grundlage dafür, kontinuierlich in Medizintechnik, Infrastruktur und Mitarbeitende investieren und Patientinnen und Patienten behandeln zu können. Als große Klinikgruppe profitieren wir von Standardisierungen und Kostenvorteilen, etwa im Einkauf, in der IT und in der Verwaltung. Das kommt direkt der Versorgungsqualität zugute.

An der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH ist auch die Stadt Hamburg beteiligt. Gemäß Gesellschaftervertrag zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und uns verbleiben alle Überschüsse im Unternehmen. Diese reinvestieren wir u. a. in modernste kostenintensive medizinische Technik und Gerätschaften, in die räumliche Infrastruktur und in unsere Mitarbeitenden. Vorwürfe, wir würden Gewinne zu Lasten von Mitarbeiter- und Patientenversorgung machen, sind falsch. Wir nehmen den Versorgungsauftrag, der unseren Kliniken übertragen wurde, als wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe vollumfänglich wahr - dazu gehört es auch, nachhaltig zu wirtschaften.

Nein. Unsere Klinikleitungen, Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegerinnen und Pfleger arbeiten jeden Tag mit großem Engagement daran, unter den bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem die bestmögliche medizinische Versorgung sicherzustellen. Unabhängig davon, ob eine Klinik öffentlich, freigemeinnützig oder privat getragen wird, jedes Haus muss mit den verfügbaren Mitteln nachhaltig wirtschaften.

Wirtschaftlichkeit ist die Grundlage dafür, dass ein Haus handlungsfähig bleibt und eine leistungsstarke medizinische Versorgung gewährleisten kann.

Durch unsere wirtschaftliche Stärke können wir kontinuierlich in medizinische Ausstattung, räumliche Infrastruktur und unsere Mitarbeitenden investieren. Sie resultiert im Wesentlichen daraus, dass wir als große Klinikgruppe von Standardisierungen und somit Kostenvorteilen etwa im Einkauf, in der IT, Verwaltungsstrukturen und in der Energieversorgung profitieren.

Sämtliche Überschüsse der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH reinvestieren wir u. a. in modernste kostenintensive medizinische Technik und Gerätschaften, in die räumliche Infrastruktur und in unsere Mitarbeitenden. Vorwürfe, wir würden Gewinne zu Lasten von Mitarbeiter- und Patientenversorgung machen, sind falsch und sachlich nicht zu belegen.

Die Notfallmedizin in Deutschland ist nicht kostendeckend. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) warnen bereits seit Jahren, dass die Vergütung für die Behandlung eines ambulanten Notfallpatienten die Kosten nicht deckt. Die DKG nennt ein jährliches Defizit von bundesweit rund 1,5 Milliarden Euro im ambulanten Notfallbereich. Die ambulante Notfallversorgung ist nach Expertenmeinung in keiner Klinik kostendeckend.

Dies gilt auch für unsere Notaufnahmen.

Als verantwortungsbewusster Gesundheitsversorger haushalten wir mit den Mitteln im Gesundheitssystem nachhaltig und verfolgen entsprechende wirtschaftliche Ziele, die unter Einbindung der Chefärztinnen und Chefärzte vereinbart werden. Eine solide wirtschaftliche Basis ist die zwingende Voraussetzung dafür, kontinuierlich in kostenintensive Medizintechnik, moderne Infrastruktur und unsere Mitarbeitenden investieren und Patientinnen und Patienten behandeln zu können.

Die in den Medienberichten beschriebene Präsenz der medizinischen Fachabteilungen in der ZNA ist ein übliches und medizinisch sinnvolles Vorgehen. Ziel ist es, die fachliche Beurteilung der Patientinnen und Patienten zu verbessern und Verlegungen auf die Stationen zu beschleunigen, also die Versorgung der Patient:innen zu optimieren. Den Vorwurf eines „Kampfes um lukrative Fälle" weisen wir entschieden zurück. Er verdreht den Sinn einer medizinisch begründeten Maßnahme ins Gegenteil. 

Das Patientenaufkommen in einer Zentralen Notaufnahme (ZNA) ist nicht planbar, weil medizinische Notfälle spontan auftreten und dann ein zeitnahes Eingreifen erfordern. Die Patient:innen werden triagiert, das heißt in Dringlichkeitsstufen ihrer Behandlungsbedürftigkeit eingestuft. Entsprechend beeinflusst dies die Arbeit und die Abläufe im Stationsbetrieb. 

Zugleich sucht ein erheblicher Anteil von Patientinnen und Patienten unsere Notaufnahmen auf, die eigentlich keine Krankenhausnotfallversorgung, sondern ambulante Behandlung benötigen. Insbesondere für diese Patient:innen kann es bei der Behandlung in einer Zentralen Notaufnahme zu längeren Wartezeiten kommen, denn: Schwerverletzte Patient:innen haben immer Vorrang. 

Die Abläufe in unseren Notaufnahmen erläutern wir in diesem Video. © Asklepios

Ein Krankenhaus meldet sich vorübergehend und zeitlich begrenzt bei der Rettungsleitstelle ab. In der Praxis bedeutet das jedoch keine komplette Schließung der Türen. Es hat Konsequenzen für den Rettungsdienst und bewirkt eine Umleitung von Rettungswagen (RTW). So sperrt das System die Klinik im Computer der Leitstelle für bestimmte Fachbereiche (z. B. „Innere Medizin“ oder „Intensivstation“). Die Disponenten leiten herannahende Rettungswagen mit entsprechenden Patient:innen automatisch an andere, umliegende Krankenhäuser weiter.

Wichtig zu wissen: Bei Reanimationen, Polytraumata und anderen lebensrettenden Einsätzen in Schockräumen greift darüber hinaus eine gesetzliche Erstversorgungspflicht, die eine Abmeldung in diesen Fällen rechtlich ausschließt. 

Eine Abmeldung ist für uns immer der allerletzte Schritt eines mehrstufigen, abgestimmten Prozesses. Sie wird niemals leichtfertig getroffen, weil sie unmittelbare Konsequenzen für das gesamte regionale Versorgungsnetz hat: Sie belastet den Rettungsdienst, verlängert Transportwege für Notfallpatientinnen und -patienten und erhöht den Druck auf die verbleibenden Kliniken. 

Der Prozess umfasst mehrere Stufen: kontinuierliches Monitoring des Patientenaufkommens, aktive Steuerung von Personal und Ressourcen, Koordination aller Fachabteilungen, frühzeitige Information der ärztlichen Leitungen sowie die Abstimmung von internen und externen Verlegungen. Erst wenn alle diese Optionen ausgeschöpft sind, wird über eine Abmeldung entschieden. 

Wichtig zu wissen: Bei Reanimationen, Polytraumata und anderen lebensrettenden Einsätzen in Schockräumen greift darüber hinaus eine gesetzliche Erstversorgungspflicht, die eine Abmeldung in diesen Fällen rechtlich ausschließt.

Nachdem die Situation Ende 2025 umfassend bewertet worden war, wurden personelle und organisatorische Veränderungen eingeleitet. Seit dem 1. Januar 2026 wird die Asklepios Klinik Wandsbek von einer neuen Geschäftsführenden Direktorin geleitet. Gemeinsam mit der Klinikleitung wurden Strukturen und Abläufe weiterentwickelt, um die Zusammenarbeit zu stärken und den Standort zukunftssicher aufzustellen.

Mit Blick auf das konkrete Beispiel der Asklepios Klinik Wandsbek wurden nach der angezeigten Situation im Dezember 2025 unmittelbar konkrete Schritte eingeleitet und seither weiterentwickelt: 

  • Personelle Verstärkung: Zusätzliche Oberärztinnen und Oberärzte sowie Fachärztinnen und Fachärzte wurden fest für die ZNA eingestellt. Der Einsatz fachärztlicher Honorarkräfte entlastete die Teams spürbar. Die langfristige Nachbesetzung der Chefarztposition läuft. 
  • Reibungslosere Prozesse: Verbindliche, tägliche Frühvisiten der internistischen Fächer in der Notaufnahme beschleunigen Verlegungen auf die Stationen. Ein spezielles Protokoll für Belegungsspitzen ermöglicht strukturiertes Handeln bei wellenartigem Patientenaufkommen. 
  • Verbesserte Logistik: Die Versorgung der Patientinnen und Patienten mit Speisen und Betten wurde direkt optimiert. 
  • Stärkere Führungspräsenz: Nachgeschärfte Rufdienste stellen die Erreichbarkeit der Chefärztinnen und Chefärzte sicher. Eine direkte Feedback-Schleife an Fachabteilungen entlastet den Nachtdienst. 
  • Externe Expertise: In mehreren Sitzungen unter Einbeziehung des Instituts für Notfallmedizin wurden Arbeitsbelastungen vertieft analysiert und gemeinsame Lösungen entwickelt. 

In einer Notaufnahme gilt nicht das Prinzip „Wer zuerst kommt, wird zuerst behandelt“. Stattdessen werden Patient:innen kurz nach ihrer Ankunft medizinisch eingeschätzt. Ziel ist es, lebensbedrohliche Erkrankungen sofort zu erkennen und schnell zu behandeln.

Im Rahmen der Ersteinschätzung beurteilt eine speziell geschulte Pflegefachkraft Patient:innen zunächst anhand ihrer Beschwerden, der Vitalwerte und möglicher Risikofaktoren und ermittelt auf diesem Wege, wie dringend eine Sichtung durch eine Ärztin oder einen Arzt erforderlich ist. In vielen deutschen Notaufnahmen wird dafür das Manchester-Triage-System (MTS) verwendet. Dabei werden die Patient:innen einer von fünf Kategorien zugeordnet. Menschen mit Verdacht auf akute lebensbedrohliche Erkrankungen, etwa einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder schwerer Atemnot, werden sofort behandelt. Patient:innen mit ernsthaften, aber nicht unmittelbar lebensgefährlichen Beschwerden erhalten ebenfalls rasch medizinische Hilfe, meist innerhalb weniger Minuten. Wer zwar behandlungsbedürftig ist, bei dem laut Ersteinschätzung aber keine akute Gefahr besteht, kann etwas länger warten. Bei leichteren Verletzungen oder Erkrankungen kann die Wartezeit entsprechend länger ausfallen. Die Reihenfolge der Diagnostik und Behandlung richtet sich somit nicht nach der Ankunftszeit von Patient:innen, sondern nach dem Schweregrad ihrer Beschwerden und ihres allgemeinen Gesundheitszustands.

Weiterführende Information zu Abläufen in der Notaufnahme finden Sie hier

Das Gesetz zur Reform der Notfallversorgung (oft als Notfallgesetz bezeichnet) ist ein deutsches Gesetzesvorhaben zur Neuordnung des Rettungsdienstes, der Notaufnahmen und des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

Ziel ist die Entlastung der Notaufnahmen durch engere Vernetzung von Rettungsdienst, Notdienstpraxen und Kliniken sowie eine digitale Patientensteuerung über integrierte Leitstellen (112 und 116 117). Bundesweit soll ein Netz Integrierter Notfallzentren (INZ) an ausgewählten Krankenhausstandorten aufgebaut werden. Die Bundesregierung plant ein Inkrafttreten ab 2027. 

Der Schutz der Privatsphäre und der persönlichen Gesundheitsdaten unserer Patient:innen hat für Asklepios höchste Priorität. Aus Gründen der ärztlichen Schweigepflicht sowie des Datenschutzes äußern wir uns grundsätzlich nicht öffentlich zu individuellen Behandlungsverläufen oder einzelnen Patientenfällen. Dies gilt auch dann, wenn Informationen bereits in Medien oder sozialen Netzwerken veröffentlicht wurden.

Wir bitten um Verständnis, dass wir zum Schutz der Betroffenen keine Auskünfte zu personenbezogenen medizinischen Sachverhalten geben können.

Wir leben gemeinsam, dass eine Abmeldung das letzte Mittel ist.

Dr. med. Tobias Georg StrapatsasChefarzt Klinik für Akut und Notfallmedizin Asklepios Klinikum Harburg

So unterstützt Asklepios Mitarbeitende in den Notaufnahmen

Asklepios hat zahlreiche Maßnahmen etabliert, um Mitarbeitende in den Zentralen Notaufnahmen zu entlasten, ihre Sicherheit zu stärken und sie in ihrem anspruchsvollen Arbeitsalltag zu unterstützen. Dieses Angebot entwickeln wir kontinuierlich weiter. Es umfasst unter anderem:

 

Einblicke in unsere Notaufnahmen

Einblicke der Redaktion des SPIEGEL: "Die Notaufnahme ist ein Spiegel des Lebens in der Stadt."

Anfang dieses Jahres hat DER SPIEGEL während einer Extrem-Wetterlage unsere Notaufnahme der Klinik St. Georg besucht. Dort hat die Reporterin selbst von innen gesehen, wie koordiniert, routiniert und professionell das Team trotz der besonderen Verletztenlage in der Stadt die Menschen versorgte und wie gut unsere Notaufnahme organisiert ist.

Hier geht es zum Artikel bei Spiegel online

Podcast: Eine Spätschicht in der Notaufnahme

Host Janina Darm hat das Team unserer ZNA Barmbek eine Spätschicht lang begleiten dürfen und das Beobachtete in Form eines Audio-Mix-Formats aus Reportage und Interview aufbereitet.