Adipositas
Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von starkem Übergewicht
Adipositas
Übergewicht ist nicht gleich Übergewicht. Von Adipositas sprechen Medizinerinnen und Mediziner ab einem Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 30. Diese übermäßige Ansammlung von Körperfett ist eine ernstzunehmende chronische Erkrankung, die oft mit Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gelenkbeschwerden einhergeht. In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, welche Symptome bei Adipositas auftreten können, wie die Diagnose erfolgt und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, um Betroffenen den Weg zu einem gesünderen Leben zu ermöglichen.
Wie kommt es zu Adipositas?
Das Thema Gewicht ist weit komplexer, als es die alte Formel „weniger essen, mehr bewegen“ vermuten lässt. Ob wir zunehmen oder unser Gewicht halten, ist das Ergebnis eines komplizierten Zusammenspiels aus biologischen Anlagen, Genetik und Lebensumständen. Studien zeigen, dass unsere Gene zu etwa 40 bis 70 % mitentscheiden, wie effizient unser Körper Energie verwertet oder wie schnell wir uns satt fühlen. Schon im Mutterleib oder durch die Erziehung in der Kindheit werden Stoffwechselprozesse geprägt, die uns im Erwachsenenalter entweder zum „guten Futterverwerter“ machen oder uns eine natürliche Schlankheit bescheren. Hier ist eine Übersicht der wichtigsten Einflussfaktoren:
Der „Verteidigungsmodus“ des Körpers
Je ausgeprägter das Übergewicht ist, desto hartnäckiger versucht der Körper, dieses Gewicht gegen Abnahme-Versuche zu schützen. Die Krankheit neigt dazu, sich zu verselbstständigen.
Stoffwechsel & Muskeln
Faktoren wie Muskelmasse, Hormonstatus und das Alter bestimmen den Grundumsatz. Wer sich wenig bewegt oder viele Diäten hinter sich hat, verbrennt oft schon im Ruhezustand deutlich weniger Energie.
Moderne Umwelt & Stress
Dauerstress, Schlafmangel und eine Umgebung, in der hochkalorische Fertiggerichte oft günstiger und schneller verfügbar sind als frische Lebensmittel, fördern eine positive Energiebilanz.
Medizinische Gründe
Auch Erkrankungen (wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder das PCOS) sowie bestimmte Medikamente (z. B. Kortison-Präparate oder Antidepressiva) können das Gewicht massiv beeinflussen.
Wer mit Adipositas kämpft, kämpft nicht gegen einen Mangel an Willenskraft, sondern gegen ein Netzwerk aus biologischen und sozialen Faktoren. Es ist eine komplexe chronische Erkrankung, bei der der Körper oft aktiv gegen das Abnehmen arbeitet.
Welche Symptome treten bei Adipositas häufig auf?
Der Begriff Adipositas leitet sich von dem lateinischen Wort „adeps“ für „Fett“ ab. Denn bei dieser Erkrankung speichert der Körper übermäßig viel Fettgewebe. Diese Fettdepots, die das Hauptmerkmal von Adipositas sind, belasten den Körper durch ihr Gewicht und führen dazu, dass der Organismus mehr Sauerstoff und Nährstoffe benötigt. Gleichzeitig setzen Fettzellen sogenannte Adipokine frei. Dabei handelt es sich um spezielle Botenstoffe, die den Stoffwechsel sowie weitere körperliche Funktionen beeinflussen.
Übermäßige Fettansammlung im Körper
Der Begriff Adipositas leitet sich von dem lateinischen Wort „adeps“ für „Fett“ ab. Denn bei dieser Erkrankung speichert der Körper übermäßig viel Fettgewebe. Diese Fettdepots, die das Hauptmerkmal von Adipositas sind, belasten den Körper durch ihr Gewicht und führen dazu, dass der Organismus mehr Sauerstoff und Nährstoffe benötigt. Gleichzeitig setzen Fettzellen sogenannte Adipokine frei. Dabei handelt es sich um spezielle Botenstoffe, die den Stoffwechsel sowie weitere körperliche Funktionen beeinflussen.
Eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit und vermehrtes Schwitzen
Menschen mit Adipositas sind in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit oftmals eingeschränkt. Schon bei leichter Aktivität treten Kurzatmigkeit oder Atemnot auf, da Herz und Lunge mehr arbeiten müssen, um den gesteigerten Sauerstoffbedarf zu decken. Darüber hinaus nimmt die Schweißproduktion oftmals zu, da das zusätzliche Fettgewebe die Wärmeableitung behindert. Dies kann zu einem Teufelskreis aus Bewegungsmangel und Gewichtszunahme führen.
Psychische Belastungen
Adipositas ist oft mit erheblichen psychischen Problemen verbunden. Betroffene erfahren im Alltag häufig Stigmatisierung und Diskriminierung. Dies und ein negatives Selbstbild können Depressionen und Angststörungen hervorrufen. Besonders Kinder und Jugendliche leiden unter sozialer Isolation und mangelndem Selbstwertgefühl, was langfristig zu psychischen Problemen führen und die körperlichen Symptome verstärken kann.
Welche zusätzlichen Beschwerden und Begleiterkrankungen treten häufig bei Adipositas auf?
Adipositas geht oft mit weiteren körperlichen Beschwerden einher, die entweder als Folge des Übergewichts auftreten oder selbst dessen Entstehung begünstigen können. Diese gesundheitlichen Probleme betreffen verschiedene Organsysteme.
Diabetes Typ 2
Eine der häufigsten Begleiterkrankungen von Adipositas ist der Diabetes mellitus Typ 2. Das Übergewicht, insbesondere die Ansammlung von Bauchfett, kann zu einer sogenannten Insulinresistenz führen. Diese verhindert, dass der Körper Zucker effektiv aus dem Blut in die Zellen aufnimmt, was langfristig den Blutzuckerspiegel erhöht. Unbehandelt kann die sogenannte Zuckerkrankheit zu schweren Schäden an Nieren, Augen und Nerven führen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Adipositas belastet das Herz-Kreislauf-System erheblich. Übermäßiges Körpergewicht erhöht oft den Blutdruck (Hypertonie) und trägt zur Entwicklung von Arteriosklerose bei – einer Verengung und Verhärtung der Arterien. Dies steigert das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Herzinsuffizienz (Herzschwäche).
Fettleber
Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) tritt häufig bei Menschen mit Adipositas auf. Dabei lagert sich Fett in der Leber ab, was zu Entzündungen und langfristig sogar zu einer Leberzirrhose, einer unumkehrbaren Schädigung der Leber, führen kann.
Schlafapnoe
Durch das überschüssige Fettgewebe, insbesondere im Bereich des Halses, kann es zu einer Verengung der Atemwege kommen. Dies führt zu Atemaussetzern während des Schlafs (Schlafapnoe), was die Lebensqualität und die Gesundheit der Betroffenen stark beeinträchtigt.
Gelenkerkrankungen und Arthrose
Das zusätzliche Gewicht belastet die Gelenke, insbesondere in den Knien und Hüften, was zu frühzeitigem Verschleiß und Schmerzen, bekannt als Arthrose, führt. Dies kann wiederum dazu führen, dass sich die Betroffenen weniger bewegen und in der Folge weiter zunehmen.
Reflux und Sodbrennen
Viele Menschen mit Adipositas leiden unter Sodbrennen, da die vermehrten Fettdepots im Bauchraum auf die Organe drücken und dafür sorgen können, dass Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Dies kann auch die Entstehung eines sogenannten Barrett-Ösophagus begünstigen, einer krankhaften Veränderung der Zellen in der Speiseröhre.
Psychische Belastungen
Die psychischen Belastungen für Menschen mit Adipositas sind oft erheblich. Körperliche Einschränkungen im Alltag, abwertendes Verhalten anderer Menschen und eine negative Selbstwahrnehmung führen nicht selten zu depressiven Verstimmungen, Angststörungen oder Depressionen. In der Folge isolieren sich Betroffene häufig und essen mehr, was die vorhandenen Probleme in einer endlosen Spirale verstärken kann.
In den medizinischen Einrichtungen von Asklepios berücksichtigen unsere erfahrenen Fachkräfte diese Zusammenhänge, um sowohl die Adipositas wie auch die damit verbundenen Erkrankungen zu behandeln.
Welche zusätzlichen Beschwerden und Begleiterkrankungen treten häufig bei Adipositas auf?
Adipositas geht oft mit weiteren körperlichen Beschwerden einher, die entweder als Folge des Übergewichts auftreten oder selbst dessen Entstehung begünstigen können. Diese gesundheitlichen Probleme betreffen verschiedene Organsysteme.
Diabetes Typ 2
Eine der häufigsten Begleiterkrankungen von Adipositas ist der Diabetes mellitus Typ 2. Das Übergewicht, insbesondere die Ansammlung von Bauchfett, kann zu einer sogenannten Insulinresistenz führen. Diese verhindert, dass der Körper Zucker effektiv aus dem Blut in die Zellen aufnimmt, was langfristig den Blutzuckerspiegel erhöht. Unbehandelt kann die sogenannte Zuckerkrankheit zu schweren Schäden an Nieren, Augen und Nerven führen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Adipositas belastet das Herz-Kreislauf-System erheblich. Übermäßiges Körpergewicht erhöht oft den Blutdruck (Hypertonie) und trägt zur Entwicklung von Arteriosklerose bei – einer Verengung und Verhärtung der Arterien. Dies steigert das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Herzinsuffizienz (Herzschwäche).
Fettleber
Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) tritt häufig bei Menschen mit Adipositas auf. Dabei lagert sich Fett in der Leber ab, was zu Entzündungen und langfristig sogar zu einer Leberzirrhose, einer unumkehrbaren Schädigung der Leber, führen kann.
Schlafapnoe
Durch das überschüssige Fettgewebe, insbesondere im Bereich des Halses, kann es zu einer Verengung der Atemwege kommen. Dies führt zu Atemaussetzern während des Schlafs (Schlafapnoe), was die Lebensqualität und die Gesundheit der Betroffenen stark beeinträchtigt.
Gelenkerkrankungen und Arthrose
Das zusätzliche Gewicht belastet die Gelenke, insbesondere in den Knien und Hüften, was zu frühzeitigem Verschleiß und Schmerzen, bekannt als Arthrose, führt. Dies kann wiederum dazu führen, dass sich die Betroffenen weniger bewegen und in der Folge weiter zunehmen.
Reflux und Sodbrennen
Viele Menschen mit Adipositas leiden unter Sodbrennen, da die vermehrten Fettdepots im Bauchraum auf die Organe drücken und dafür sorgen können, dass Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Dies kann auch die Entstehung eines sogenannten Barrett-Ösophagus begünstigen, einer krankhaften Veränderung der Zellen in der Speiseröhre.
Psychische Belastungen
Die psychischen Belastungen für Menschen mit Adipositas sind oft erheblich. Körperliche Einschränkungen im Alltag, abwertendes Verhalten anderer Menschen und eine negative Selbstwahrnehmung führen nicht selten zu depressiven Verstimmungen, Angststörungen oder Depressionen. In der Folge isolieren sich Betroffene häufig und essen mehr, was die vorhandenen Probleme in einer endlosen Spirale verstärken kann.
In den medizinischen Einrichtungen von Asklepios berücksichtigen unsere erfahrenen Fachkräfte diese Zusammenhänge, um sowohl die Adipositas wie auch die damit verbundenen Erkrankungen zu behandeln.
Wie wird Adipositas diagnostiziert?
Die Diagnose von Adipositas erfolgt in der Regel durch eine medizinische Beurteilung, bei der die Ärztin oder der Arzt verschiedene Faktoren berücksichtigt.
Ein zentraler Bestandteil ist die Berechnung des sogenannten Body-Mass-Index (BMI). Der BMI gibt das Verhältnis zwischen Körpergewicht in Kilogramm und der Körpergröße in Metern zum Quadrat an. Ein BMI von 30 oder mehr wird laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Adipositas eingestuft. Je nach Wert wird die Adipositas in drei Schweregrade unterteilt: Grad I (BMI 30-34,9), Grad II (BMI 35-39,9) und Grad III (BMI ≥ 40).
Nicht nur das Gewicht ist wichtig, sondern auch die Fettverteilung. Denn vor allem zu viel Bauchfett ist bedenklich. Deshalb messen die Ärzt:innen den Taillenumfang ihrer Patient:innen. Ein Umfang von 88 cm oder mehr bei Frauen und 102 cm oder mehr bei Männern deutet auf bauchbetonte Adipositas hin, die mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Folgeerkrankungen verbunden ist.
Ergänzend führen die Mediziner:innen häufig weitere Untersuchungen durch, um die gesundheitlichen Folgen der Adipositas besser beurteilen zu können. Sie bestimmen unter anderem Blutzucker-, Cholesterin- und Hormonwerte und messen den Blutdruck. Bei Bedarf setzen sie zusätzliche bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) oder Ultraschall ein, um zu analysieren, wie das Fett im Körper verteilt ist und ob etwa Begleiterkrankungen wie eine Fettleber vorliegen.
Außerdem gehört ein ausführliches Gespräch über den Lebensstil, familiäre Vorerkrankungen und mögliche psychologische Belastungen zur Diagnostik. So können unsere Fachkräfte sich ein umfassendes Bild machen und in Abstimmung mit den Betroffenen die bestmögliche Behandlungsstrategie entwickeln.
Wie wird Adipositas behandelt?
Die Behandlung von Adipositas beruht auf verschiedenen Bausteinen. Besonders wichtig ist eine langfristige Änderung des Lebensstils. Unsere spezialisierten Fachkräfte entwickeln gemeinsam mit den Betroffenen einen Behandlungsplan, der medizinische und therapeutische Maßnahmen kombiniert und individuell auf die Bedürfnisse und gesundheitlichen Voraussetzungen der Patient:innen abgestimmt ist. Im Folgenden stellen wir Ihnen die häufigsten bewährten Behandlungsmethoden vor.
Ernährungsumstellung – die Basis einer erfolgreichen Therapie
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist das Fundament jeder Adipositas-Therapie. Ziel ist es, langfristig weniger Kalorien aufzunehmen, ohne dabei auf wichtige Nährstoffe zu verzichten. Ernährungsberater:innen oder Ernährungsspezialist:innen helfen den Betroffenen dabei, ihre Essgewohnheiten zu analysieren, und erstellen gemeinsam mit ihnen individuelle Ernährungspläne. Diese Pläne berücksichtigen nicht nur die Vorlieben der Patient:innen, sondern auch ihre gesundheitlichen Anforderungen und ihren Alltag. Unsere Fachkräfte unterstützen Menschen mit Adipositas dabei, eine nachhaltige Ernährungsweise zu entwickeln, die nicht als kurzfristige Diät, sondern als dauerhafte Veränderung verstanden wird.
Bewegung und Sport – Aktivität steigern
Regelmäßige Bewegung ist ein zentraler Bestandteil der Adipositas-Behandlung. Dabei geht es nicht nur darum, Kalorien zu verbrennen, sondern auch um den Erhalt und den Aufbau von Muskulatur. Unsere Pflegefachkräfte und Physiotherapeut:innen bei Asklepios helfen Ihnen, ein auf Ihre Fitness und Ihre körperlichen Voraussetzungen abgestimmtes Bewegungsprogramm zusammenzustellen. Besonders gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking sind für Menschen mit Adipositas geeignet. Wichtig ist, die Aktivitäten langsam zu steigern, um den Körper nicht zu überfordern und die Motivation langfristig aufrechtzuerhalten.
Verhaltenstherapie – den Lebensstil neu gestalten
Die Verhaltenstherapie unterstützt Menschen dabei, negative Verhaltensmuster zu erkennen und zu verändern. Viele Patient:innen mit Adipositas neigen dazu, Stress, Frustration oder emotionale Belastungen durch übermäßiges Essen zu kompensieren. In einer Verhaltenstherapie lernen Betroffene, wie sie mit solchen Situationen besser umgehen können. Gemeinsam mit geschulten Fachkräften entwickeln sie individuelle Strategien, um langfristige Veränderungen zu erreichen und Rückfälle zu vermeiden.
Medikamentöse Therapie
In der Medizin gab es zuletzt große Fortschritte: Heute gibt es hochwirksame Medikamente, die beim Abnehmen unterstützen können. Im besten Fall ist damit ein Gewichtsverlust von bis zu 22,5 % innerhalb von 72 Wochen möglich.
Eine medikamentöse Behandlung kann in folgenden Fällen sinnvoll sein:
- Ab einem BMI von 30 kg/m².
- Ab einem BMI von 27 kg/m² (bei manchen Wirkstoffen ab 28 kg/m²), wenn zusätzlich begleitende Risikofaktoren oder Vorerkrankungen vorliegen.
Ganz wichtig: Die Medikamente sind kein „Wundermittel“ für sich allein. Sie werden immer als Ergänzung zu einer Basistherapie eingesetzt, die aus einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung besteht. Auch als Vorbereitung oder Begleitung zu einer Adipositas-Operation kann ihr Einsatz sehr sinnvoll sein.
Was Sie zu Kosten und Nachhaltigkeit wissen sollten:
- Aktuell übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Abnehm-Medikamente in der Regel noch nicht selbst. Es gibt jedoch Ausnahmen: In Einzelfällen – zum Beispiel, wenn vor einer dringenden Operation eine schnelle Gewichtsabnahme medizinisch notwendig ist – wird die Übernahme immer häufiger genehmigt.
- Diese Medikamente sind auf eine langfristige Anwendung ausgelegt. Wenn man sie absetzt, tritt meist der bekannte „Jo-Jo-Effekt“ ein und das Gewicht steigt wieder an. Ziel ist es daher, die Medikamente auch zum Halten des neuen Gewichts (Maintenance) zu nutzen.
DiGAs in der Adipositasbehandlung
Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) sind CE-zertifizierte Medizinprodukte. Sie dienen der Erkennung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten und können von Ärzt:innen/therapeutischem Fachpersonal (TF) verordnet werden. Das offizielle Verzeichnis digitaler Gesundheitsanwendungen wird vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geführt und die Aufnahme in dieses Verzeichnis erfolgt erst nach einem umfassenden Prüfverfahren. Nur die DiGAs, die in diesem Verzeichnis gelistet sind, haben eine Zulassung zur Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV), d. h., die Kosten dieser gelisteten DiGAs werden bei Verordnung vollständig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Invasive Eingriffe – eine Option bei schwerer Adipositas
Man unterschiedet verschiedene Methoden, die das nutzbare Fassungsvermögen des Magens reduzieren und solchen, die zusätzlich auch eine Wirkung auf den Hormonstoffwechsel haben.
- Magenballon
Ein Magenballon sorgt dafür, dass Sie schneller ein Sättigungsgefühl erreichen, da das Fassungsvermögen des Magens physisch eingeschränkt wird. Da dabei kein Gewebe entfernt wird, können diese Hilfsmittel später wieder entfernt werden. Diese Methoden greifen zwar weniger stark in den Körper ein, führen jedoch meist auch zu einer geringeren Gewichtsabnahme als invasivere Verfahren. - Schlauchmagen
Beim Schlauchmagen wird ein großer Teil des Magens (ca. 80-90%)entfernt, sodass nur noch ein schmaler Restmagen verbleibt. Durch das deutlich geringere Fassungsvermögen können Sie nur noch viel kleinere Portionen essen, da man sich sehr schnell satt fühlt. Zusätzlich wird bei der Operation der Bereich des Magens entfernt, in dem das Hunger-Hormon „Ghrelin“ produziert wird, was das Hungergefühl spürbar reduziert. Es handelt sich um einen dauerhaften Eingriff, der den Stoffwechsel positiv beeinflusst und dabei hilft, starkes Übergewicht langfristig zu reduzieren. - Magenbypass
Beim Magenbypass wird der Magen operativ geteilt, sodass nur noch ein kleiner Teil (der sogenannte „Pouch“) für die Nahrung direkt zur Verfügung steht. Zusätzlich wird der Dünndarm so umgeleitet und mit diesem kleinen Restmagen verbunden, dass ein großer Teil des Verdauungsweges übersprungen wird. Das führt dazu, dass Sie nicht nur viel schneller satt sind, sondern der Körper auch weniger Kalorien und Nährstoffe aus der Nahrung aufnimmt. Durch die Umleitung verändert der Eingriff zudem wichtige Botenstoffe im Körper, was den Stoffwechsel verbessert und das Sättigungsgefühl stärkt. Der Magenbypass ist eine dauerhafte Lösung, die besonders wirksam bei starkem Übergewicht und begleitenden Erkrankungen wie Diabetes ist.
Auch wenn diese Eingriffe auf den ersten Blick sehr radikal wirken, können sie bei sehr starkem Übergewicht gesundheitlich sinnvoll sein. Es handelt sich heutzutage dabei um hochstandardisierte Verfahren, die in spezialisierten Zentren durchgeführt eine sehr niedrige Komplikationsrate aufweisen. Vor dem Eingriff wird ein umfangreiches Vorbereitungsprogramm durchgeführt, dass der erste Schritt in Richtung Lebensstiländerung ist und auf die Zeit nach dem Eingriff vorbereiten soll. Entscheidend für den langfristigen Erfolg ist jedoch, dass Patient:innen nach dem Eingriff die Nachsorgetermine regelmäßig wahrnehmen und ihren Lebensstil Schritt für Schritt weiter anpassen.
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Welche Maßnahmen tragen dauerhaft zu einem gesunden Gewicht bei?
Zur Entwicklung einer Adipositas tragen viele verschiedene Umstände bei, so können etwa hormonelle Erkrankungen und bestimmte Gene die Gewichtzunahme begünstigen. Vieles hängt aber auch mit unserem modernen Lebensstil zusammen, dem Umstand, dass die meisten Menschen zu viel sitzen, einem zu hohen Stresslevel ausgesetzt sind und sich ungünstig ernähren. Doch eben diese Faktoren sind beeinflussbar. Gezielte Maßnahmen und bewusste Entscheidungen können zu einem gesunden Körpergewicht beitragen. Nachfolgend finden Sie praktische Tipps und Empfehlungen, wie Sie gesunde Gewohnheiten in Ihren Alltag integrieren können.
Gesunde Ernährung als Basis
Eine ausgewogene Ernährung ist der Schlüssel zur Prävention von Adipositas. Dazu gehören täglich frisches Obst und Gemüse. Außerdem sollten Vollkornprodukte und fettarme Eiweißquellen wie mageres Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchte auf dem Speisenplan stehen. Begrenzen Sie den Konsum von stark verarbeiteten Lebensmitteln, zuckerhaltigen Snacks und Getränken sowie fettreichen Speisen. Entscheiden Sie sich stattdessen für gesunde Snacks und planen Sie Ihre Mahlzeiten im Voraus, um spontane ungesunde Entscheidungen zu vermeiden.
Regelmäßige körperliche Aktivität
Bewegung ist essenziell, um ein gesundes Gewicht zu halten und das Risiko für Adipositas zu reduzieren. Versuchen Sie, mindestens 150 Minuten moderates Training pro Woche einzuplanen. Auch kleine Veränderungen im Alltag können einen spürbaren Unterschied machen: Nehmen Sie die Treppen statt des Aufzugs und erledigen Sie kleine Besorgungen möglichst zu Fuß oder mit dem Rad.
Ausreichender Schlaf
Schlafmangel ist ein oft unterschätzter Risikofaktor für Adipositas. Erwachsene sollten darauf achten, jede Nacht mindestens sieben bis acht Stunden zu schlafen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Schlafzimmer ruhig, dunkel und gut belüftet ist, um die Schlafqualität zu verbessern. Vermeiden Sie es, elektronische Geräte wie Smartphones oder Tablets vor dem Schlafengehen zu nutzen, da deren blaues Licht den Schlaf stören kann.
Trinken Sie ausreichend
Ein Hungergefühl kann auch dadurch verursacht werden, dass man zu wenig trinkt: Um dieses Hungergefühl zu reduzieren und den Stoffwechsel zu unterstützen, sollten Sie deshalb zwei Liter Flüssigkeit am Tag zu sich nehmen, und zwar in Form von Wasser oder ungesüßtem Tee. Lecker ist auch selbstgemachtes Infused Water, für das Sie frische Früchte und Kräuter einfach mit Wasser aufgießen.
Stressmanagement und Achtsamkeit
Chronischer Stress kann das Risiko für Adipositas erhöhen, da er oft mit ungesundem Essverhalten und Schlafproblemen einhergeht. Um Stress zu reduzieren, helfen Techniken wie Meditation, Atemübungen oder progressive Muskelentspannung. Trainieren Sie Ihre Achtsamkeit, um bewusster mit Nahrung umzugehen und emotionale Auslöser für unkontrolliertes Essen zu erkennen. Planen Sie tägliche Pausen für Entspannung und Aktivitäten ein, die Ihnen Freude bereiten.