Lungenödem
Was Sie über die „Wasserlunge“ wissen sollten
Lungenödem
Ein Lungenödem (pulmonales Ödem) ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Typische Symptome sind Atemnot, Husten mit schaumigem Auswurf und weitere Beschwerden, die unbehandelt lebensbedrohlich werden können. Ursache ist eine Flüssigkeitsansammlung, die den Gasaustausch behindert. Umgangssprachlich ist daher oft auch von „Wasser in der Lunge“ oder von einer „Wasserlunge“ die Rede. Tatsächlich handelt es sich bei der Flüssigkeit jedoch nicht um Wasser, sondern um Blutplasma.
In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, auf welche Anzeichen Sie achten sollten, wie die Diagnose erfolgt und welche Behandlungsmöglichkeiten es bei einem Lungenödem gibt. Falls Sie entsprechende Symptome bemerken, zögern Sie nicht, umgehend eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Unsere Fachkräfte gehen der Ursache für Ihre Beschwerden auf den Grund und stimmen die individuell für Sie bestmögliche Therapie ab.
Welche Symptome treten bei einem Lungenödem auf?
Je nach Art und Schwere der Erkrankung sind die Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt. Am häufigsten berichten die Betroffenen von den folgenden Beschwerden:
Atemnot
Besonders markant ist die Atemnot. Bei einem akuten Lungenödem tritt sie plötzlich und intensiv auf, sogar in Ruhe. Die Betroffenen ringen verzweifelt nach Luft, was oft mit Panik einhergeht.
Husten mit schaumigem Auswurf
Husten ist ebenfalls typisch. Oft wird er von einem schaumigen, manchmal blutigen Auswurf begleitet. Ein solcher Husten weist auf ein fortgeschrittenes Lungenödem hin.
Rasselnde Atemgeräusche
Die mit Flüssigkeit gefüllten Atemwege behindern den Luftstrom. Das kann zu rasselnden oder keuchenden Atemgeräuschen führen. In einigen Fällen sind sie sogar ohne Stethoskop hörbar.
Schneller und unregelmäßiger Herzschlag
Ein Lungenödem kann den Herzschlag beschleunigen oder aus dem Takt bringen. Aufgrund des Sauerstoffmangels im Körper versucht das Herz, mehr Blut zu den Organen zu pumpen.
Kalte, feuchte Haut
Die Haut einiger betroffener Personen ist blass und fühlt sich feucht und kalt an. Auch dieses Symptom ist auf den reduzierten Sauerstoffgehalt im Blut und die Stressreaktion des Körpers zurückzuführen.
Bläuliche Verfärbung von Lippen und Haut (Zyanose)
Bei einem fortgeschrittenen Lungenödem färben sich die Lippen, Fingerspitzen und Nägel mitunter bläulich. Die sogenannte Zyanose ist ein deutliches Anzeichen für eine unzureichende Sauerstoffversorgung des Körpers.
Unruhe und Erstickungsangst
Die plötzliche Atemnot löst bei einigen Betroffenen starke Unruhe aus, bis hin zu einer ausgeprägten Angst vor dem Erstickungstod. Oft verstärkt die Panik die körperlichen Symptome zusätzlich.
Weitere mögliche Anzeichen
In einigen Fällen treten Begleiterscheinungen wie Fieber oder eine Bewusstseinsminderung auf. Diese Symptome sprechen für einen schweren Verlauf und müssen umgehend behandelt werden.
Die genannten Symptome sind die häufigsten Anzeichen eines Lungenödems. Bitte nehmen Sie diese Beschwerden ernst und lassen Sie sich bei Verdacht auf ein Lungenödem sofort untersuchen. Je früher die Behandlung startet, desto eher lassen sich ernsthafte Komplikationen vermeiden.
Wie wird ein Lungenödem diagnostiziert?
Anhand einer detaillierten Anamnese, der körperlichen Untersuchung und verschiedenen diagnostischen Verfahren stellen unsere Pneumolog:innen die Diagnose Lungenödem. Um eine gezielte Behandlung einleiten zu können, müssen sie mögliche Ursachen identifizieren.
Ärztliches Gespräch und körperliche Untersuchung
Im ersten Schritt befragt eine Ärztin oder ein Arzt die betroffene Person ausführlich zu ihren Beschwerden. Wichtige Hinweise geben auch eventuelle Vorerkrankungen, insbesondere des Herz-Kreislauf- oder Lungensystems. Anschließend hört die Fachkraft die Lunge mit einem Stethoskop ab. Atemgeräusche wie Rasseln oder Keuchen weisen auf eine Flüssigkeitsansammlung in der Lunge hin. Weitere Anzeichen für ein Lungenödem sind eine erhöhte Atem- und Herzfrequenz sowie bläuliche Verfärbungen von Lippen und Haut (Zyanose).
Bildgebende Verfahren
Zentrales diagnostisches Mittel ist eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs. Sie zeigt, wo sich die Flüssigkeit angesammelt hat. Bei einem interstitiellen Lungenödem befindet sie sich vor allem im bindegewebigen Stützgerüst der Lunge und zwischen den Zellen. Ist die Flüssigkeit bereits in die Lungenbläschen (Alveolen) eingedrungen, sprechen Mediziner:innen von einem alveolären Lungenödem. In einigen Fällen wird auch eine Magnetresonanztomografie (MRT, Bildgebungsverfahren, bei dem ein Magnetfeld genutzt wird) der Lunge durchgeführt.
Weitere Untersuchungen
Weitere Tests dienen dazu, die Ursachen abzuklären. Beispielsweise überprüfen unsere Fachkräfte mit einem Elektrokardiogramm (EKG, Messung der elektrischen Aktivität des Herzens) die Herzfunktion oder untersuchen das Herz mit einer Echokardiografie (Ultraschall des Herzens) auf etwaige Herzklappenfehler oder eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche). Darüber hinaus liefern Blutgaswerte Informationen über den Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt im Blut und geben damit Hinweise auf den Schweregrad der Erkrankung.
Warten Sie bei Verdacht auf ein Lungenödem nicht, sondern suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf. In unseren medizinischen Einrichtungen werden Sie von erfahrenen Fachkräften untersucht, die eine präzise Diagnose stellen und die bestmögliche Behandlung einleiten.
Wie wird ein Lungenödem behandelt?
Abhängig von der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung stehen bei einem Lungenödem verschiedene Behandlungsansätze zur Verfügung. Sie zielen darauf ab, die Symptome zu lindern und die Sauerstoffversorgung zu sichern. Das Wichtigste ist jedoch, die auslösende Ursache des Lungenödems zu behandeln.
Hochlagerung des Oberkörpers und Sauerstoffgabe
Im ersten Schritt wird der Oberkörper der Patientin oder des Patienten hochgelagert. Dadurch sinkt der Druck auf die Lunge und die Atmung fällt leichter. Zusätzlich bekommen die meisten Patient:innen Sauerstoff über eine Nasensonde. In schweren Fällen erfolgt eine nichtinvasive Beatmung mit einer Maske, die einen leichten Überdruck erzeugt. Das lindert die Atemnot und stabilisiert den Sauerstoffgehalt im Blut. Während der Sauerstoffgabe überwachen unsere Pflegefachkräfte kontinuierlich Ihre Vitalfunktionen. So stellen sie sicher, dass die Sauerstofftherapie optimal wirkt.
Flüssigkeitsentzug durch Medikamente
Um die Flüssigkeit aus dem Körper zu entfernen, bekommen die Patient:innen entwässernde Medikamente. Die sogenannten Diuretika fördern die Ausscheidung von überschüssiger Flüssigkeit über die Nieren und entlasten so die Lunge. Dadurch sinkt auch der Blutdruck, was die Herz- und die Lungenfunktion unterstützt. Unsere Fachkräfte überwachen dabei sorgfältig den Flüssigkeitshaushalt.
Behandlung der Grunderkrankung
Ein Lungenödem kann viele verschiedene Ursachen haben. Häufig wird es durch eine Herzerkrankung wie eine Herzinsuffizienz oder durch eine Lungenentzündung ausgelöst. Nur eine Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung verhindert ein erneutes Auftreten des Lungenödems. In den medizinischen Einrichtungen von Asklepios bieten wir umfassende diagnostische und therapeutische Maßnahmen an, die auf Ihre individuelle Situation abgestimmt sind.
Langfristige Betreuung und Nachsorge
Nach der akuten Behandlung eines Lungenödems, sichert eine regelmäßige Nachsorge die langfristige Gesundheit. Sie bekommen in unseren Einrichtungen einen individuellen Behandlungsplan, der regelmäßige Kontrolluntersuchungen, Anpassungen der Medikation und Empfehlungen für einen gesunden Lebensstil umfasst. Unsere Pflegefachkräfte stehen Ihnen bei Fragen zur Seite und geben Ihnen Tipps für den Alltag.
Welche Ursachen kann ein Lungenödem haben?
Es gibt viele Erkrankungen, die ein Lungenödem auslösen können. Dabei wird zwischen kardialen (durch das Herz verursachte) und nichtkardialen Formen unterschieden. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:
Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
Bei einer Linksherzinsuffizienz ist die linke Herzkammer nicht in der Lage, das Blut effektiv durch den Körper zu pumpen. Der Blutrückstau in der Lunge führt dazu, dass Flüssigkeit aus den Blutgefäßen austritt und sich im Lungengewebe und den Lungenbläschen ansammelt. Eine Herzinsuffizienz zählt zu den häufigsten Ursachen eines Lungenödems.
Bluthochdruck (Hypertonie)
Steigt der Druck in den Blutgefäßen rapide an, sprechen Mediziner:innen von einer hypertensiven Krise. Ein stark erhöhter Blutdruck erschwert die Arbeit des Herzens und erhöht die Wahrscheinlichkeit für ein Lungenödem.
Niereninsuffizienz (Nierenschwäche)
Ist die Nierenfunktion eingeschränkt, kann der Körper überschüssige Flüssigkeit nicht mehr ausscheiden. Die Flüssigkeit sammelt sich in verschiedenen Geweben – auch in der Lunge.
Lungenentzündung (Pneumonie) oder Blutvergiftung (Sepsis)
Manchmal entsteht ein Lungenödem auch durch geschädigte Gefäßwände in der Lunge. Ärzt:innen bezeichnen das als akutes Lungenversagen. Zu den möglichen Auslösern gehören schwere Lungenentzündungen und eine Sepsis. Beide Erkrankungen können die Gefäßdurchlässigkeit erhöhen und somit zu einer massiven Flüssigkeitsansammlung in der Lunge führen.
Der Fokus bei der Behandlung eines Lungenödems liegt darauf, die Ursache zu finden und gezielt zu behandeln. Dafür arbeiten die Ärzt:innen in den medizinischen Einrichtungen von Asklepios interdisziplinär zusammen.
Wie kann man einem Lungenödem vorbeugen?
Einem Lungenödem können Sie mit verschiedenen Maßnahmen vorbeugen. Diese zielen vor allem darauf ab, die häufigsten Risikofaktoren wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Nierenerkrankungen zu minimieren. Die folgenden Tipps können Sie leicht in Ihren Alltag integrieren.
Herzgesund durch regelmäßige Bewegung
Regelmäßige körperliche Aktivität fördert die Herzgesundheit. Gehen Sie täglich zügig spazieren und fahren Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zum Einkaufen. Schon bei 30 Minuten Bewegung pro Tag verbessert sich Ihre Durchblutung. Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking eignen sich besonders gut, um das Herz-Kreislauf-System langfristig zu stärken. Passen Sie die Intensität und Dauer an Ihre individuelle Fitness an, um Überanstrengungen zu vermeiden.
Gesunde Ernährung für ein starkes Herz und gesunde Gefäße
Eine ausgewogene Ernährung spielt eine zentrale Rolle bei der Prävention eines Lungenödems. Nehmen Sie möglichst wenig gesättigte Fettsäuren und Transfette zu sich. Diese erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Setzen Sie stattdessen auf eine Ernährung, die reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, magerem Eiweiß und gesunden Fetten, die in Olivenöl, Nüssen und Avocados enthalten sind. Besonders empfehlenswert für das Herz ist die sogenannte mediterrane Ernährung. Wichtig ist auch, übermäßigen Salzkonsum zu vermeiden, da Salz den Blutdruck erhöhen kann. Trinken Sie täglich etwa 1,5 bis 2 Liter Wasser. Hat Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt aufgrund einer Nierenschwäche oder Herzinsuffizienz eine andere Flüssigkeitszufuhr empfohlen, halten Sie sich bitte an diese Menge.
Rauchstopp und Verzicht auf Alkohol
Rauchen schädigt die Lunge und die Blutgefäße erheblich, was das Risiko für ein Lungenödem und andere ernsthafte Atemwegserkrankungen erhöht. Ein Rauchstopp ist eine der wichtigsten Vorbeugemaßnahmen. Ähnlich verhält es sich mit Alkohol: Er belastet das Herz-Kreislauf-System und kann den Blutdruck erhöhen. Am besten verzichten Sie daher konsequent auf sämtliche alkoholische Getränke.
Stressbewältigung und Blutdruckkontrolle
Chronischer Stress begünstigt Bluthochdruck und Herzprobleme. Bauen Sie Stress mit Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen ab. Lassen Sie zudem regelmäßig Ihren Blutdruck kontrollieren. Ein Wert unter 120/80 mmHg gilt als optimal. Sprechen Sie bei erhöhten Werten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über geeignete Gegenmaßnahmen.
Vorsicht bei Aufenthalt in großen Höhen
Bei empfindlichen Personen kann der Sauerstoffmangel in hohen Lagen zu einem Höhenlungenödem führen. Bei einem schnellen Aufstieg sogar schon ab 2.400 Meter. Bergsteiger sollten Ihre Reisen sorgfältig planen und dem Körper ausreichend Zeit geben, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen. Steigern Sie die Schlafhöhe langsam, idealerweise um nicht mehr als 300 bis 500 Meter pro Tag. Legen Sie alle drei bis vier Tage einen Ruhetag ein.
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen
Wer an bestehenden Vorerkrankungen wie Herzinsuffizienz, Bluthochdruck oder einer Nierenerkrankung leidet, sollte die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen wahrnehmen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die besten Maßnahmen zur Vorsorge. Halten Sie sich an die vorgeschriebenen Therapien und nehmen Sie Ihre Medikamente wie verordnet ein.
Wenn Sie diese präventiven Maßnahmen umsetzen, sinkt Ihr Risiko, an einem Lungenödem zu erkranken, deutlich. Unsere erfahrenen Fachkräfte unterstützen Sie gerne dabei, eine gesunde Lebensweise zu etablieren, und geben Ihnen weiterführende Tipps zur Prävention.
Was passiert bei einem Lungenödem?
Die Lunge sorgt dafür, dass der Sauerstoff aus der Atemluft ins Blut gelangt und Kohlendioxid aus dem Blut an die Atemluft abgegeben wird. Im Normalzustand sind die Lungenbläschen (Alveolen) mit Luft gefüllt. Bei einem Lungenödem tritt Flüssigkeit aus den umliegenden Blutgefäßen in das Lungengewebe und die Alveolen ein. Die Flüssigkeitsansammlung behindert den Gasaustausch erheblich – der Körper wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.
Die Folgen sind weitreichend: Die Betroffenen leiden unter akuter Atemnot. Weitere Symptome sind rasselnde Atemgeräusche, schaumiger Auswurf und bläuliche Lippen. Im schlimmsten Fall drohen Atemstillstand und Multiorganversagen.
Ziel der Behandlung ist es, die Lunge durch Maßnahmen wie Sauerstoffzufuhr oder die Einnahme von entwässernden Medikamenten zu entlassen. In schweren Fällen kann eine maschinelle Beatmung erforderlich sein. Um die Lunge langfristig zu schützen, muss die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden. Zu den häufigsten Ursachen zählen Herzerkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck.