Lungenkrebsscreening
Früherkennung, die Leben retten kann
Lungenkrebsscreening

Was ist das Lungenkrebsscreening?
Das Lungenkrebsscreening ist eine Untersuchung zur Früherkennung von Lungenkrebs bei Personen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko, die keine Beschwerden oder konkreten Hinweise auf eine Lungenkrebserkrankung haben. Ziel ist es, Lungenkrebs möglichst in einem frühen Stadium zu erkennen, noch bevor Beschwerden auftreten. In einem frühen Erkrankungsstadium besteht häufig noch die Möglichkeit einer Behandlung mit kurativer Zielsetzung.
Für das Screening wird eine standardisierte Niedrigdosis-Computertomografie, kurz Niedrigdosis-CT, eingesetzt. Die Untersuchung dauert nur wenige Sekunden und erfolgt in der Regel ohne Kontrastmittel. Durch ein speziell optimiertes Untersuchungsprotokoll wird die Strahlenexposition möglichst geringgehalten, ohne die für die Früherkennung erforderliche Bildqualität zu beeinträchtigen.
Warum ist Früherkennung bei Lungenkrebs so wichtig?
Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen und ist weiterhin eine der häufigsten krebsbedingten Todesursachen. In Deutschland erkranken jährlich etwa 57.000 Menschen. Da Lungenkrebs in frühen Stadien häufig keine Beschwerden verursacht, wird die Erkrankung vielfach erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Der entscheidende Mehrwert der Früherkennung liegt darin, Lungenkrebs möglichst in einem Stadium zu erkennen, in dem noch eine Behandlung mit kurativer Zielsetzung möglich ist. Eine frühere Diagnose kann den Betroffenen damit eine grundlegend bessere therapeutische Perspektive eröffnen.
Wer kommt für ein Lungenkrebsscreening infrage?
Das Screening richtet sich nicht an die Allgemeinbevölkerung, sondern an aktive und ehemalige starke Raucherinnen und Raucher mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko. Eine Teilnahme kommt grundsätzlich infrage, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
• Sie sind zwischen 50 und 75 Jahre alt.
• Sie rauchen aktuell oder haben das Rauchen vor weniger als zehn Jahren beendet.
• Sie haben insgesamt mindestens 25 Jahre lang Zigaretten geraucht.
• Ihr Zigarettenkonsum beträgt mindestens 15 Packungsjahre.
• Längere Rauchpausen innerhalb des maßgeblichen Zeitraums betrugen nicht mehr als zehn Jahre.
• Ihr Gesundheitszustand lässt eine Teilnahme an der Früherkennung sowie gegebenenfalls eine weitere Abklärung und Behandlung zu.
Ein Packungsjahr entspricht dem Rauchen von 20 Zigaretten pro Tag über ein Jahr. Wer beispielsweise über 30 Jahre täglich zehn Zigaretten geraucht hat, erreicht 15 Packungsjahre.
Welche Vorteile bietet ein Lungenkrebszentrum?
Ein wesentliches Qualitätsmerkmal des Lungenkrebsscreenings ist die enge Einbindung spezialisierter Lungenzentren. Wird in der radiologischen Erstbefundung ein kontroll- oder abklärungsbedürftiger Befund festgestellt, erfolgt eine zusätzliche Beurteilung durch besonders qualifizierte Radiologinnen und Radiologen an einem auf Lungenkrebs spezialisierten Zentrum. Erst- und Zweitbefundung stimmen das Ergebnis und die Empfehlung für das weitere Vorgehen gemeinsam ab.
Bei einem abklärungsbedürftigen Befund kann die weitere Diagnostik unmittelbar in einem zertifizierten Lungenkrebszentrum erfolgen. Spezialistinnen und Spezialisten aus Radiologie, Pneumologie, Thoraxchirurgie, Onkologie, Nuklearmedizin und Pathologie arbeiten hier eng zusammen. Die Befunde werden bei Bedarf in einem interdisziplinären Rundherdboard oder einer Tumorkonferenz besprochen. Die notwendigen diagnostischen und gegebenenfalls therapeutischen Schritte können dadurch ohne unnötige Verzögerung koordiniert werden.

Prof. Dr. Sabel, Chefarzt der Radiologie an der Asklepios Klinik Gauting, bei der Befundung.
Vorgespräch vereinbaren
Sie möchten wissen, ob Sie die Voraussetzungen für die Lungenkrebsfrüherkennung erfüllen? Am Beginn steht ein ärztliches Beratungsgespräch in einer am Früherkennungsprogramm teilnehmenden allgemeinmedizinischen oder internistischen Praxis. Dabei werden Ihre Rauchhistorie und Ihr Gesundheitszustand geprüft. Zudem werden der mögliche Nutzen und die möglichen Nachteile des Screenings erläutert. Sind die Voraussetzungen erfüllt, erhalten Sie einen schriftlichen Bericht und eine Überweisung an eine für das Screening zugelassene radiologische Einrichtung.
Die Lungenkrebsfrüherkennung mittels Niedrigdosis-CT ist seit dem 1. April 2026 eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Teilnahme ist freiwillig. Bei einem unauffälligen Befund kann die Untersuchung grundsätzlich nach zwölf Monaten erneut durchgeführt werden.
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Wie läuft das Lungenkrebsscreening ab?
Das Lungenkrebsscreening erfolgt in einem klar geregelten und qualitätsgesicherten Versorgungsprozess. Beratung, Untersuchung und Befundung finden in der Regel ambulant statt.
Ärztliche Beratung und Prüfung der Teilnahmevoraussetzungen
Eine am Früherkennungsprogramm teilnehmende Ärztin oder ein teilnehmender Arzt prüft Alter, Dauer und Umfang des Zigarettenkonsums sowie den allgemeinen Gesundheitszustand. Im Gespräch werden der mögliche Nutzen und die möglichen Nachteile der Früherkennung erläutert. Bei weiterhin aktivem Rauchen wird zusätzlich über Möglichkeiten der Tabakentwöhnung informiert. Sind die Voraussetzungen erfüllt, erhalten Sie einen Bericht und eine Überweisung an eine zugelassene radiologische Einrichtung.
Niedrigdosis-CT
Vor der Untersuchung findet ein weiteres ärztliches Aufklärungsgespräch in der radiologischen Einrichtung statt. Anschließend wird die gesamte Lunge innerhalb weniger Sekunden mit einem standardisierten Niedrigdosisprotokoll untersucht. Die Untersuchung erfolgt im Liegen, ist schmerzfrei und benötigt in der Regel kein Kontrastmittel.
Strukturierte radiologische Erstbefundung
Die CT-Aufnahmen werden von speziell qualifizierten und für das Früherkennungsprogramm zugelassenen Radiologinnen und Radiologen nach einheitlichen Kriterien ausgewertet. Die Befundung erfolgt strukturiert und mit Unterstützung einer geeigneten Software.
KI-gestützte Befundungsunterstützung
An entsprechend ausgestatteten Asklepios-Standorten wird die radiologische Befundung zusätzlich durch moderne KI-basierte Software unterstützt. Sie kann helfen, kleine oder schwer erkennbare Lungenrundherde systematisch zu erfassen, Größenveränderungen im Verlauf präzise zu beurteilen und die Befundung weiter zu standardisieren. Die abschließende medizinische Bewertung erfolgt immer durch qualifizierte Radiologinnen und Radiologen.
Qualitätsgesicherte Zweitbefundung
Wird in der Erstbefundung ein kontroll- oder abklärungsbedürftiger Befund festgestellt, werden die CT-Aufnahmen zusätzlich durch besonders qualifizierte Radiologinnen und Radiologen an unserem auf Lungenkrebs spezialisierten Zentrum beurteilt. Erst- und Zweitbefundung legen gemeinsam ein einheitliches Ergebnis und eine Empfehlung für das weitere Vorgehen fest.
Mitteilung des Ergebnisses und weiteres Vorgehen
Bei einem unauffälligen Befund kann das Screening nach zwölf Monaten erneut durchgeführt werden. Bei einem kontrollbedürftigen Befund wird eine weitere Niedrigdosis-CT innerhalb der folgenden zwölf Monate empfohlen. Der genaue Zeitpunkt wird durch die Erstbefundung in Abstimmung mit der Zweitbefundung festgelegt. Bei einem abklärungsbedürftigen Befund werden die weiteren diagnostischen Schritte persönlich mit der Patientin oder dem Patienten besprochen und unverzüglich eingeleitet.
Weiterführende Versorgung im Lungenzentrum
Die weitere Abklärung kann unmittelbar in einem unserer spezialisierten Lungenzentren erfolgen. Bestätigt sich ein konkreter Verdacht auf Lungenkrebs, werden die Befunde bei Bedarf im interdisziplinären Rundherdboard oder einer Tumorkonferenz besprochen. Die erforderliche weitere Diagnostik und gegebenenfalls Behandlung werden ohne unnötige Verzögerung durch die beteiligten Fachdisziplinen koordiniert.
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Hinweis:
Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und werden regelmäßig durch unsere Fachexpert:innen geprüft und aktualisiert. Sie ersetzen dennoch keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch Ärzt:innen, Psycholog:innen, Psychiater:innen oder andere medizinische Fachexpert:innen. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich jederzeit gerne an eine unserer Asklepios Kliniken, ambulanten Praxen und medizinischen Versorgungszentren in Ihrer Nähe oder an Ihre behandelnde Hausärztin oder Ihren behandelnden Hausarzt.