Lungenfibrose

Wenn Narben in der Lunge das Atmen erschweren

Lungenfibrose

Bei der Lungenfibrose handelt es sich nicht um ein einzelnes Krankheitsbild. Der Begriff steht für mehr als 200 Erkrankungen, bei denen sich das Lungengewebe zunehmend vernarbt und versteift. Diese Umstrukturierung schränkt die Sauerstoffaufnahme mehr und mehr ein, was zu Atemnot, anhaltendem Husten und Müdigkeit führt. 

Auf dieser Seite finden Sie umfassende Informationen zu den Anzeichen, Diagnostikverfahren und Behandlungsmöglichkeiten einer Lungenfibrose. Damit möchten wir Ihnen als betroffene Person und Ihren Angehörigen eine erste Orientierung bieten. Für eine ärztliche Untersuchung und individuelle Betreuung wenden Sie sich bitte direkt an die Fachkräfte in den Einrichtungen von Asklepios. Unsere Ärzt:innen und das Pflegefachpersonal stehen Ihnen mit ihrem Wissen und Einfühlungsvermögen zur Seite.
 

Welche Symptome treten bei einer Lungenfibrose auf?

Eine Lungenfibrose beginnt in der Regel schleichend. Die ersten Symptome sind wenig spezifisch und werden oft ignoriert oder fehlgedeutet. Erst im späteren Verlauf verstärken sich die Beschwerden, wodurch die Erkrankung deutlicher wahrgenommen wird. Hier sind die häufigsten Anzeichen für eine Lungenfibrose:

Abnehmende körperliche Belastbarkeit

Ein frühes Zeichen der Lungenfibrose ist eine allmählich nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit. Die Betroffenen können alltägliche Aktivitäten wie Treppensteigen oder Einkaufen nicht mehr mühelos bewältigen. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto schwieriger werden selbst leichte körperliche Aktivitäten.

Kurzatmigkeit

Anfangs leiden die Betroffenen nur bei körperlicher Anstrengung unter Atemnot. Später tritt sie auch in Ruhe auf. Diese sogenannte Dyspnoe ist auf die zunehmende Verhärtung des Lungengewebes zurückzuführen, welche die Sauerstoffaufnahme erschwert.

Trockener Reizhusten

Ein anhaltender trockener Reizhusten ist ebenfalls charakteristisch für eine Lungenfibrose. Der Husten macht sich oft schon in einem frühen Stadium bemerkbar und kann über längere Zeit das einzige Symptom bleiben.

Blaufärbung der Haut und Schleimhäute (Zyanose)

Der Sauerstoffmangel im Blut kann im fortgeschrittenen Stadium dazu führen, dass sich Haut und Schleimhäute bläulich verfärben. Betroffen sind vor allem die Lippen und die Fingerspitzen. 

Veränderungen an den Fingern und Nägeln

Ein weiteres Anzeichen für eine fortgeschrittene Lungenfibrose sind sogenannte Trommelschlägelfinger und Uhrglasnägel. Durch den chronischen Sauerstoffmangel verdicken sich die Endglieder der Finger und die Nägel wölben sich auffällig.

Müdigkeit und Erschöpfung

Die meisten Menschen mit einer Lungenfibrose sind sehr müde und fühlen sich erschöpft. Die anhaltende Abgeschlagenheit erschwert den Alltag und schränkt die Lebensqualität erheblich ein.

Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit

Einige Betroffene leiden zudem unter unspezifischen Symptomen, die im weiteren Verlauf der Erkrankung zusätzlich zu den anderen Beschwerden auftreten. Häufige Beispiele sind etwa Appetitlosigkeit und ungewollter Gewichtsverlust. 

Die aufgeführten Symptome können auch bei anderen Krankheiten auftreten und sollten in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden. Vereinbaren Sie dazu gerne einen Termin mit unseren Lungenspezialist:innen.
 

Wie wird eine Lungenfibrose diagnostiziert?

Da die Symptome vor allem zu Beginn der Erkrankung unspezifisch sind, ist eine gründliche Untersuchung erforderlich. Der erste Schritt ist ein ausführliches Gespräch, in dem die Ärztin oder der Arzt Ihre Krankengeschichte erhebt. Bitte beantworten Sie die Fragen zu Ihren Beschwerden, möglichen Vorerkrankungen, Ihrer beruflichen Tätigkeit und möglichen Schadstoffexpositionen so genau wie möglich. Das hilft, die Ursachen Ihrer Beschwerden einzugrenzen.

Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung. Dabei hört die Fachkraft Ihren Brustkorb mit einem Stethoskop ab. Typisch für eine Lungenfibrose sind feine Rasselgeräusche am Ende der Einatmung, die an das Geräusch von knisterndem Zellophan erinnern. 

Bildgebende Verfahren wie eine Röntgenaufnahme oder eine hochauflösende Computertomografie (HRCT) können den Verdacht weiter bestätigen. Die HRCT basiert auf der herkömmlichen CT (computergestützte Röntgenuntersuchung) nutzt jedoch spezielle Techniken für eine maximale Bildauflösung. Dadurch werden die Veränderungen im Lungengewebe und das Ausmaß der Vernarbung besonders gut sichtbar.

Die Lungenfunktion beurteilen unsere Fachkräfte mithilfe eines Lungenfunktionstests. Diese Untersuchung zeigt, wie viel Luft die Lunge aufnehmen und wieder abgeben kann. Gemessen wird auch die sogenannte Diffusionskapazität, also die Fähigkeit der Lunge, Sauerstoff ins Blut zu transportieren. 

In manchen Fällen führen unsere Lungenspezialist:innen zur weiteren Abklärung eine Bronchoskopie (Lungenspiegelung) durch. Dabei führen sie einen flexiblen Schlauch mit einer Kamera durch Nase oder Mund in die Atemwege ein. So gewinnen sie einen detaillierten Einblick in die Lunge und die Bronchien. Bei Bedarf können sie Gewebeproben (Biopsien) entnehmen und anschließend unter dem Mikroskop untersuchen.

Zusätzliche Blutuntersuchungen helfen, andere Erkrankungen auszuschließen und Entzündungswerte oder spezifische Antikörper zu überprüfen. 

Da die Diagnose einer Lungenfibrose komplex ist, arbeiten in den medizinischen Einrichtungen von Asklepios Fachkräfte unterschiedlicher Disziplinen eng zusammen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Lungenfibrose?

Eine Lungenfibrose ist derzeit nicht heilbar. Die bereits vorhandenen Vernarbungen bilden sich nicht zurück und bleiben dauerhaft bestehen. Es gibt aber verschiedene Therapieansätze, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen, die Beschwerden lindern und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern können. Für optimale Ergebnisse kombinieren unsere Ärzt:innen verschiedene Behandlungsmethoden. Sie stimmen die Therapie individuell auf jede ihrer Patientinnen und jeden Patienten ab. Dabei arbeiten sie für eine umfassende Betreuung eng mit unseren Pflegefachkräften zusammen.

Behandlung der Grunderkrankung und Vermeidung von Auslösern

Ist die Ursache der Lungenfibrose bekannt, steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Beispielsweise benötigen Patient:innen mit einer Autoimmunerkrankung eine gezielte Therapie, um die entzündlichen Prozesse in der Lunge zu kontrollieren. Entscheidend ist auch, dass Betroffene den Kontakt zu schädlichen Stoffen oder Allergenen, die die Erkrankung auslösen oder verschlimmern könnten, vermeiden. In manchen Fällen ist es dafür notwendig, dass Betroffene den Beruf wechseln. Unsere Fachkräfte bei Asklepios unterstützen Sie dabei, schädliche Auslöser im Alltag zu umgehen.

Sauerstofftherapie zur Unterstützung der Atmung

Im weiteren Verlauf der Lungenfibrose sind einige Patient:innen auf die Zufuhr von zusätzlichem Sauerstoff angewiesen. Dies geschieht in der Regel mit einer Nasensonde. Die Sauerstofftherapie reduziert die Atemnot und kann die körperliche Belastbarkeit und Lebensqualität der Betroffenen spürbar verbessern. Um eine optimale Versorgung sicherzustellen, muss die Nasensonde oft über viele Stunden am Tag getragen werden. Die Ärzt:innen in den Einrichtungen von Asklepios passen die Sauerstofftherapie individuell an und kontrollieren den Bedarf regelmäßig.

Lungensport und Atemgymnastik

Körperliche Betätigung spielt eine wichtige Rolle in der Behandlung der Lungenfibrose. In Lungensportgruppen verbessern die Betroffenen ihre Ausdauer und Muskelkraft mit gezielten Übungen. Das wirkt sich positiv auf die Atmung und das allgemeine Wohlbefinden aus. Ein weiterer bewährter Ansatz ist die Atemgymnastik. Sie stärkt die Atemmuskulatur und verbessert die Fähigkeit, die Lungenkapazität voll auszunutzen. Gerne entwickeln unsere Therapeut:innen ein geeignetes Trainingsprogramm für Sie.

Lungenrehabilitation

Die Lungenrehabilitation kombiniert medizinische Betreuung, Bewegungstherapie und psychologische Unterstützung. Ziel ist es, die Selbstständigkeit der Patient:innen im Alltag zu fördern. Asklepios bietet individuelle Rehabilitationsprogramme, die auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt sind und von erfahrenen Fachkräften begleitet werden. Dadurch lässt sich bei den meisten Patient:innen die Lebensqualität deutlich steigern.
 

Welche begleitenden Erkrankungen können bei einer Lungenfibrose auftreten?

Eine Lungenfibrose tritt selten isoliert auf. Häufig ist sie auf andere gesundheitliche Probleme zurückzuführen oder ihrerseits Auslöser weiterer Erkrankungen. Es ist wichtig, diese Begleiterscheinungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, um den Verlauf positiv zu beeinflussen.

Rheumatoide Arthritis

Bei etwa 20 Prozent der Menschen mit rheumatoider Arthritis betrifft die chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung auch die Lunge. Greifen die Entzündungsprozesse das Lungengewebe an, bilden sich Narben. 

Sklerodermie

Die Sklerodermie ist eine Autoimmunerkrankung, die eine Verhärtung und Vernarbung des Bindegewebes verursacht. In rund der Hälfte der Fälle greift die Erkrankung auch die Lunge an. 

Sarkoidose

Diese entzündliche Systemerkrankung betrifft in etwa 90 Prozent der Fälle die Atemwege. Wird sie nicht rechtzeitig behandelt, kann die chronische Entzündungsreaktion langfristig zu einer Lungenfibrose führen. 

Chronische Niereninsuffizienz

Bei chronischem Nierenversagen ist das Gleichgewicht der Flüssigkeitsausscheidung gestört. Eine Flüssigkeitsansammlung in der Lunge schädigt das Lungengewebe und kann somit die Entwicklung einer Lungenfibrose begünstigen. 

Lungenhochdruck

Als Folge der Lungenfibrose entwickelt sich häufig ein Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie). Der erhöhte Blutdruck in den Lungengefäßen kann das Herz zusätzlich belastet und schließlich eine Rechtsherzschwäche hervorrufen. 

Diese Zusammenhänge verdeutlichen, wie wichtig eine umfassende medizinische Betreuung ist. In unseren medizinischen Einrichtungen arbeiten Fachkräfte unterschiedlicher Disziplinen zusammen, um nicht nur die Lungenfibrose, sondern auch ihre Begleiterscheinungen gezielt zu behandeln.
 

Wie kann man einer Lungenfibrose vorbeugen?

In vielen Fällen hat eine Lungenfibrose keine bekannte Ursache. Die beste Prävention besteht darin, die Risikofaktoren zu vermeiden. Bei einer bereits bestehenden Erkrankung helfen diese Maßnahmen dabei, ihr Fortschreiten zu verlangen. Hier sind einige spezifische Tipps, die Ihre Lungengesundheit schützen:

Schadstoffbelastung am Arbeitsplatz vermeiden

Anorganische und organische Stäube, aber auch andere Schadstoffe begünstigen die Entstehung einer Lungenfibrose. Besteht in Ihrem Arbeitsumfeld das Risiko, dass Sie regelmäßig Quarzstaub, Asbeststaub oder andere schädliche Stäube einatmen, sollten Sie Schutzmaßnahmen ergreifen. Tragen Sie geeignete Atemschutzmasken und stellen Sie sicher, dass die Arbeitsumgebung mit effektiven Absaug- und Filteranlagen ausgestattet ist. Besprechen Sie mit Ihrer Arbeitgeberin oder Ihrem Arbeitgeber mögliche Maßnahmen zur Reduzierung der Exposition. Gegebenenfalls sollten Sie einen Wechsel des Arbeitsplatzes in Erwägung ziehen, um die gesundheitlichen Risiken zu senken.

Rauchen vollständig aufgeben

Rauchen gehört zu den größten Risikofaktoren für Lungenkrankheiten. Der Tabakrauch schädigt das empfindliche Lungengewebe und beeinträchtigt die Lungenfunktion. Vollständig auf Zigaretten zu verzichten, ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung einer Lungenfibrose. Unsere Fachkräfte bieten Ihnen gezielte Unterstützung auf Ihrem Weg zu einem rauchfreien Leben an.

Regelmäßige körperliche Aktivität

Regelmäßige Bewegung verbessert nicht nur die allgemeine Fitness, sondern stärkt auch die Atemmuskulatur und fördert die Sauerstoffaufnahme der Lunge. Versuchen Sie, mindestens 150 Minuten moderates Ausdauertraining pro Woche in Ihren Alltag zu integrieren, beispielsweise in Form von Spaziergängen, Radfahren oder Schwimmen. Mit gezielter Atemgymnastik können Sie die Kapazität Ihrer Lunge erhöhen und die Atemmuskulatur kräftigen. Lungensportgruppen bieten eine hervorragende Möglichkeit, Bewegung und soziale Interaktion miteinander zu verbinden.

Allergene und Reizstoffe meiden

Allergene wie Vogelkot, Pilzsporen oder chemische Substanzen können eine Lungenentzündung auslösen, die langfristig zu einer Lungenfibrose führen kann. Indem Sie regelmäßig lüften, Staub reduzieren und Schimmelbildung vermeiden, halten Sie Ihre Umgebung bestmöglich frei von Allergenen. Kommen solche Stoffe in Ihrem beruflichen Umfeld vor, tragen Sie bitte geeignete Schutzkleidung und -masken. Halten Sie bei bekannten Allergien Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt

Impfungen und Infektionsschutz

Virale oder bakterielle Atemwegserkrankungen können die Lunge langfristig schädigen. Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte sich daher regelmäßig gegen Grippe und Lungenentzündung impfen lassen. Achten Sie außerdem auf eine gute Handhygiene, um das Risiko von Infektionen zu minimieren.

Ausgewogene Ernährung und gesundes Gewicht

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten stärkt das Immunsystem und unterstützt die Lungenfunktion. Vermeiden Sie Unter- oder Übergewicht, beides kann die Atemarbeit erschweren. Um die Schleimhäute in den Atemwegen feucht zu halten, sollten Sie täglich etwa 1,5 bis 2 Liter Wasser trinken.

Alkohol vermeiden

Alkoholkonsum fördert entzündliche Prozesse im Körper, was potenziell auch die Lunge beeinträchtigt. Indem Sie vollständig auf Alkohol verzichten, senken Sie das Risiko für zahlreiche Erkrankungen.
Mit diesen präventiven Maßnahmen tragen Sie aktiv zur Gesunderhaltung Ihrer Lunge bei. Unsere Fachkräfte bei Asklepios unterstützen Sie gerne dabei, individuelle Strategien zu entwickeln und umzusetzen.
 

Was passiert bei einer Lungenfibrose?

Bei einer Lungenfibrose vermehrt und verhärtet sich das Lungengewebe. Dadurch ist ihre Funktion erheblich eingeschränkt. 

Konkret betrifft die Erkrankung das sogenannte Interstitium, also das Bindegewebe, das die Lungenbläschen (Alveolen) und Blutgefäße umgibt. Durch die zunehmende Vernarbung wird die Membran (Trennschicht) zwischen den Alveolen und den Blutgefäßen dicker und der Weg für den Sauerstoffaustausch verlängert sich. In der Folge sinkt die Sauerstoffaufnahme der Lunge, was zu einem Sauerstoffmangel im Blut führt und Symptome wie Atemnot (Dyspnoe), schnelle Erschöpfung und in fortgeschrittenen Stadien eine bläuliche Verfärbung der Haut (Zyanose) hervorruft.

Darüber hinaus verliert die Lunge im Verlauf der Krankheit ihre Elastizität und versteift. Dann müssen die Patient:innen mehr Kraft für das Einatmen aufbringen, was die Atmung beschleunigt. Mit der Zeit ersetzt das funktionslose, vernarbte Lungengewebe immer mehr gesundes Gewebe. Viele Betroffene leiden unter einer stark eingeschränkten Lebensqualität.

Je früher eine Lungenfibrose erkannt und behandelt wird, desto besser lässt sich die fortschreitende Vernarbung verlangsamen. Unsere Fachkräfte bei Asklepios sind mit umfassenden Erfahrungswerten und hoher medizinischer Expertise an Ihrer Seite. Wann immer Sie weiterführende Fragen haben, zögern Sie nicht, ihnen diese zu stellen. Es ist uns sehr wichtig, dass Sie sich bei uns jederzeit bestens informiert und versorgt wissen können.