Lungenembolie

Wenn ein Blutgerinnsel die Blutgefäße der Lunge blockiert

Lungenembolie

Bei einer Lungenembolie hat sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) von der Wand einer Vene gelöst und wurde mit dem Blut in die Lungenarterien geschwemmt. Dieser plötzliche Verschluss kann den Gasaustausch in der Lunge beeinträchtigen und zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Eine Lungenembolie muss sofort behandelt werden. 

In diesem Text haben Expert:innen von Asklepios für Sie Informationen zur Lungenembolie zusammengestellt. Sie erfahren Wissenswertes über die typischen Anzeichen, die auf eine Lungenembolie hinweisen. Zudem erfahren Sie, welche Methoden unsere Ärzt:innen anwenden, um schnellstmöglich eine präzise Diagnose zu stellen und wie sie umgehend eine geeignete Behandlung einleiten.

Suchen Sie bei Verdacht auf eine Lungenembolie umgehend medizinische Hilfe. Zögern Sie nicht, bei entsprechenden Symptomen den Notruf 112 zu wählen.

Welche Symptome treten bei einer Lungenembolie auf?

Je nach Schweregrad variieren die Anzeichen einer Lungenembolie. Am häufigsten treten die folgenden Symptome auf:

Atemnot

Charakteristisch ist eine plötzliche und unerklärliche Atemnot. Für viele Betroffene fühlt es sich so an, als würden sie nicht genug Luft bekommen. Die Atemnot kann sowohl in Ruhe als auch bei körperlicher Anstrengung auftreten. 

Brustschmerzen

Der plötzliche Verschluss eines Blutgefäßes in der Lunge belastet die Lungen- und Herzfunktion. Das führt bei vielen Patient:innen zu stechenden Schmerzen in der Brust, besonders beim tiefen Ein- und Ausatmen.

Herzrasen

Ein weiterer häufiger Hinweis auf eine Lungenembolie ist ein beschleunigter Herzschlag. Die erhöhte Herzfrequenz ist darauf zurückzuführen, dass das Herz versucht, den Blutfluss trotz verstopfter Gefäße aufrechtzuerhalten.

Schwindel und Ohnmacht

Kann das Herz aufgrund des erhöhten Drucks in den Lungenarterien nicht mehr ausreichend Blut in den Körper pumpen, treten Schwindelgefühle auf. In schweren Fällen droht ein Kreislaufzusammenbruch. 

Husten

Ein Alarmsignal ist Husten, der mit blutigem Auswurf einhergeht. Er entsteht durch Blutstauungen oder kleinere Blutungen in der Lunge. 

Schmerzen im Bein oder Schwellungen

Häufig ist eine Lungenembolie auf eine tiefe Venenthrombose in den Beinen zurückzuführen. Diese ist mit Schmerzen, Schwellungen oder einer rötlich-bläulichen Verfärbung der betroffenen Stelle verbunden. Diese Symptome sollten daher unbedingt ernst genommen werden.

Angstgefühl

Die eingeschränkte Sauerstoffaufnahme und die damit verbundenen Belastung des Körpers löst bei vielen Betroffenen starke Ängste und eine plötzliche innere Unruhe aus. 

Die genannten Symptome treten nicht immer alle gemeinsam auf. Einige Betroffene haben nur milde Beschwerden oder entwickeln Symptome, die nicht eindeutig auf eine Lungenembolie hinweisen. Bitte nehmen Sie bei den ersten Anzeichen unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch, da eine Lungenembolie lebensbedrohlich sein kann. 
 

Wie wird eine Lungenembolie diagnostiziert?

Besteht der Verdacht einer Lungenembolie, ist eine schnelle und präzise Beurteilung erforderlich. Die medizinischen Einrichtungen von Asklepios setzen auf bewährte Diagnosemethoden, um eine Lungenembolie sicher festzustellen oder auszuschließen. 

Im Rahmen einer präzisen Anamnese fragen unsere Ärzt:innen gezielt nach Risikofaktoren für eine Lungenembolie. Dazu zählen kürzlich durchgeführte Operation, eine langanhaltende Bettlägerigkeit oder frühere Thrombosen. Daneben erfassen sie die bestehenden Symptome wie Atemnot, Brustschmerzen oder Husten. 

Als nächstes wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Die Fachkräfte hören unter anderem Herz und Lunge ab und messen den Blutdruck. 
Deuten die Ergebnisse dieser ersten Diagnoseschritte auf eine Lungenembolie hin, setzen unsere Ärzt:innen spezifische Tests und bildgebende Verfahren ein. 

Zentrale Bedeutung kommt dabei dem D-Dimer-Test zu. Dabei handelt es sich um eine Blutuntersuchung, die Hinweise auf die Bildung und den Abbau von Blutgerinnseln gibt. Ist das Ergebnis unauffällig, kann eine Lungenembolie weitgehend ausgeschlossen werden. Bei erhöhten D-Dimer-Werten sind weitere Untersuchungen erforderlich. 

Zu den häufigsten bildgebenden Verfahren gehört die CT-Angiografie der Lungengefäße. Mithilfe eines Kontrastmittels und Röntgenstrahlen prüfen die Fachkräfte, ob Lungenarterien durch ein Gerinnsel verstopft sind. Alternativ kann eine Lungenszintigrafie (nuklearmedizinische Untersuchung, die die Belüftung der Lunge sichtbar macht) oder eine Magnetresonanztomografie (MR-Angiografie, Darstellung der Gefäße mithilfe eines starken Magnetfeldes) durchgeführt werden. 

Zusätzlich tragen Ultraschalluntersuchungen der Beinvenen und des Herzens zum Nachweis einer tiefen Venenthrombose und zur Beurteilung der Herzfunktion bei. 

Unsere Fachkräfte führen für eine sichere und schnelle Diagnose alle notwendigen Untersuchungen auf Basis umfassender Erfahrungswerte und in eingespielter fachübergreifender Zusammenarbeit durch. Je früher eine Lungenembolie erkannt und behandelt wird, desto leichter lassen sich Komplikationen vermeiden.

Welche Behandlungen gibt es bei einer Lungenembolie?

Eine Lungenembolie ist ein medizinischer Notfall. Die Blockade in den Lungengefäßen muss schnellstmöglich behoben werden, um den Blutfluss wiederherzustellen und lebensbedrohliche Komplikationen zu verhindern. In den medizinischen Einrichtungen von Asklepios arbeiten spezialisierte Fachkräfte, die auf bewährte Behandlungsmethoden zurückgreifen. Dabei passen sie die Therapie immer an die individuelle Situation der Patientin oder des Patienten an.

Gerinnungshemmende Medikamente

Patient:innen mit einem stabilen Kreislauf bekommen gerinnungshemmende Medikamente. Sie sollen verhindern, dass das bestehende Blutgerinnsel wächst oder neue Gerinnsel entstehen. Zudem unterstützen die Medikamente den Körper dabei, das Gerinnsel eigenständig abzubauen. Um das Risiko erneuter Embolien zu minimieren, müssen die Betroffenen die Gerinnungshemmer in der Regel mindestens drei Monate einnehmen. Während der akuten Behandlung im Krankenhaus überwachen unsere Pflegefachkräfte ihren Zustand engmaschig und sind bei Fragen jederzeit für ihre Patient:innen da.

Mechanische Entfernung des Gerinnsels

In schweren Fällen entfernen unsere Ärzt:innen das Blutgerinnsel mechanisch. Dafür nutzen sie einen speziellen Katheter, den sie vorsichtig über die Blutgefäße bis zur verstopften Lungenarterie vorschieben. Das Gerinnsel wird entweder zerkleinert oder abgesaugt, sodass das Blut wieder ungehindert fließen kann. Der Eingriff erfolgt in unseren medizinischen Einrichtungen in speziell ausgestatteten Operationsräumen und wird von erfahrenen Fachkräften durchgeführt. 

Intensive Überwachung und unterstützende Maßnahmen

Patient:innen mit einer schweren Lungenembolie und einem instabilen Kreislauf werden auf der Intensivstation versorgt. Maßnahmen wie Infusionen, eine Sauerstofftherapie oder eine maschinelle Beatmung unterstützen die Atmung und den Kreislauf. Unsere speziell geschulten Pflegekräfte arbeiten eng mit den Ärzt:innen zusammen, um eine optimale Betreuung zu gewährleisten und die Genesung zu fördern.

Nachbehandlung und Prävention

Nach der Akutbehandlung erfolgt eine gezielte Nachsorge. Die meisten Patient:innen müssen über mehrere Monate gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, um erneuten Embolien vorzubeugen. Unsere Fachkräfte beraten Sie zudem umfassend zu präventiven Maßnahmen. Mit dem richtigen Maß an Bewegung und einer gesunden Lebensführung können Sie selbst etwas für Ihre langfristige Gesundheit und Lebensqualität tun.
 

Welche Erkrankungen können bei einer Lungenembolie begleitend auftreten?

Eine Lungenembolie steht häufig in Verbindung mit anderen Erkrankungen, die sie entweder begünstigen oder als Folge auftreten können. Es ist wichtig, diese Zusammenhänge zu kennen, um gezielt Maßnahmen zur Prävention oder Behandlung einzuleiten.

Tiefe Venenthrombose (TVT)

Bei einer tiefen Venenthrombose bildet sich ein Blutgerinnsel in einer tiefen Vene, meist in den Beinen oder im Becken. Dieses Gerinnsel kann sich lösen und über den Blutstrom in die Lunge gelangen, wo es die Gefäße verstopft. Typische Anzeichen einer TVT sind Schwellungen, Schmerzen und eine rötlich-bläuliche Verfärbung der betroffenen Stelle. Es handelt sich um die Hauptursache für eine Lungenembolie.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herzerkrankungen können das Risiko für eine Lungenembolie ebenfalls erhöhen. Bei Vorhofflimmern (häufigste Art der Herzrhythmusstörung) entstehen oft Blutgerinnsel im Herzen, die in die Lunge wandern können. Eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) kann den Blutfluss verlangsamen, was die Bildung von Gerinnseln begünstigt. 

Krebserkrankungen

Auch bestimmte Krebserkrankungen erhöhen das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln und damit für Lungenembolien. Dazu zählen etwa Lungen-, Magen- oder Blutkrebs. Die Gerinnungsprozesse können entweder direkt von den Tumorzellen oder durch eine Chemotherapie aktiviert werden. 

Chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH)

Eine seltene, aber schwerwiegende Folge einer Lungenembolie ist die chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie. Sie entsteht, wenn sich das Blutgerinnsel nicht vollständig auflöst und die Lungengefäße verengt. Der dauerhaft erhöhte Blutdruck in der Lunge belastet das Herz und kann langfristig zu Herzversagen führen. Typische Symptome sind Atemnot und eine eingeschränkte Belastbarkeit. 

Unsere Fachkräfte in den medizinischen Einrichtungen von Asklepios haben auch diese möglichen Begleiterkrankungen stets im Blick.
 

Wie kann man einer Lungenembolie vorbeugen?

Es gibt einige Maßnahmen, die das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln deutlich reduzieren. Bewährt haben sich vor allem folgende Verhaltensweisen. Sie lassen sich leicht im Alltag umsetzen.

Regelmäßige Bewegung

Bewegung spielt eine entscheidende Rolle. Körperliche Aktivität regt die Durchblutung an, wodurch sich seltener Blutgerinnsel in den Venen bilden. Versuchen Sie, sich mindestens 30 Minuten täglich zu bewegen – gehen Sie spazieren oder schwimmen, fahren Sie Rad oder machen Sie leichte Gymnastik. Auch während längerer Reisen im Flugzeug oder mit der Bahn sollten Sie regelmäßig aufstehen, einige Schritte gehen und Ihre Füße im Sitzen kreisen lassen. Das fördert den Blutfluss in den Beinen. 

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Eine gute Hydration hält das Blut dünnflüssig und hilft somit, die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern. Trinken Sie tagsüber mindestens alle zwei bis drei Stunden 400 ml Wasser, um Ihren Körper optimal zu versorgen. Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder schwarzen Tee sollten Sie nur in geringen Mengen konsumieren. 

Verzicht auf Alkohol

Alkohol kann die Blutgerinnung beeinflussen und sollte daher vermieden werden, insbesondere wenn bereits ein erhöhtes Risiko für Thrombosen besteht. 

Rauchstopp

Rauchen erhöht nachweislich das Risiko für Blutgerinnsel – insbesondere bei Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille anwenden. Wenn Sie Rauchen, können Ihnen spezielle Entwöhnungskurse beim Rauchstopp helfen.

Tragen von Kompressionsstrümpfen

Falls Sie zu Venenschwäche neigen oder ein erhöhtes Thromboserisiko haben, können medizinische Kompressionsstrümpfe helfen. Sie üben Druck auf die Beine aus und fördern so den Blutfluss zurück zum Herzen. Das ist insbesondere während langer Reisen, einer Schwangerschaft oder bei Bettlägerigkeit sinnvoll. 

Nach Operationen möglichst früh mobilisieren

Sobald die Ärzt:innen Ihnen die Erlaubnis gegeben haben, sollten Sie nach größeren chirurgischen Eingriffen wie einer Hüft- oder Knieoperation wieder aufstehen und sich bewegen. Mobilisierung fördert die Durchblutung und verringert das Risiko für Blutgerinnsel. Für Menschen, die längere Zeit bettlägerig bleiben müssen, gibt es gezielte Übungen für die Beinmuskulatur, beispielsweise ein abwechselndes An- und Entspannen der Wadenmuskulatur. 

Gerinnungshemmende Medikamente

Nach Operationen oder während längerer Inaktivität können auch gerinnungshemmende Medikamente sinnvoll sein. Sprechen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an, um das richtige Präparat und die passende Dosierung zu bestimmen. 

Gesunde Lebensweise

Eine ausgewogene Ernährung ist essenziell für die Vorbeugung von Lungenembolien. Reduzieren Sie den Konsum von gesättigten Fetten und ernähren Sie sich überwiegend von Gemüse, Vollkornprodukten und Obst. Vermeiden Sie Übergewicht, da es den Blutfluss in den Venen beeinträchtigen und das Thromboserisiko erhöhen kann. 

Indem Sie diese Maßnahmen in Ihren Alltag integrieren, unterstützen Sie Ihre Venengesundheit aktiv. Unsere Fachkräfte bei Asklepios beraten Sie gerne zu weiteren individuellen Präventionsmöglichkeiten. Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen!
 

Was passiert bei einer Lungenembolie?

Die Lunge ist für den lebenswichtigen Gasaustausch im Körper verantwortlich. Bei einer Lungenembolie verstopft ein Blutgerinnsel ein Blutgefäß in der Lunge, meist eine Lungenarterie. Durch den verminderten Blutfluss kann die Lunge weniger Sauerstoff aufnehmen. Das führt zu einem Sauerstoffmangel im gesamten Körper und kann lebensbedrohlich sein.

Ein Verschluss in den Lungenarterien wirkt sich zudem direkt auf das Herz aus. Die rechte Herzkammer ist dafür verantwortlich, das Blut durch die Lungengefäße zu pumpen. Ist der Druck in den Lungenarterien durch ein Blutgerinnsel erhöht, muss die rechte Herzkammer gegen einen deutlich größeren Widerstand arbeiten. Auf Dauer führt das zu einer Überbelastung. Im schlimmsten Fall droht Herzversagen.

Besonders schwerwiegend sind Lungenembolien, die große Lungengefäße betreffen. Dann kann der Sauerstoffgehalt im Blut rapide abfallen, was Atemnot, Schwindel und Kreislaufprobleme auslöst. Werden auch andere Organe wie das Gehirn unterversorgt, kann das zur Bewusstlosigkeit oder sogar zum Tod führen.

Eine Lungenembolie muss schnell behandelt werden, um die Sauerstoffversorgung des Körpers wiederherzustellen und eine Überlastung des Herzens zu vermeiden. Unsere Fachkräfte leiten bei einem Verdacht sofort die erforderlichen Diagnoseschritte ein und starten mit gezielten Behandlungsmaßnahmen.