Vorzeitiger Blasensprung

was es medizinisch bedeutet, wenn die Fruchtblase vor dem Einsetzen der Wehen geplatzt ist

Vorzeitiger Blasensprung

Als Blasensprung bezeichnet man in der Medizin das Reißen oder Platzen der Fruchtblase, die während der Schwangerschaft das ungeborene Kind im Mutterleib schützend umgibt. Dieser Blasensprung ist etwas ganz Normales, sofern er ungefähr zeitgleich mit dem Einsetzen der Geburtswehen stattfindet. Kommt es jedoch bereits vor dem Geburtstermin und somit vor den Geburtswehen zum Blasensprung, sprechen Ärzt:innen von einem vorzeitigen Blasensprung. 

Ein vorzeitiger Blasensprung ist mit verschiedenen Risiken für Mutter und Kind verbunden, insbesondere mit dem Risiko einer bakteriellen Infektion und Entzündung der Gebärmutter. Bei einem vorzeitigen Blasensprung sollte daher ein stationärer Aufenthalt in der Geburtsklinik erfolgen, insbesondere wenn der Blasensprung vor der Schwangerschaftswoche 34 auftritt. Denn es kann bei einem vorzeitigen Blasensprung notwendig werden, die Geburt aktiv einzuleiten, um Risiken wirksam einzudämmen und Komplikationen bestmöglich zu vermeiden. 

Mehr über die Behandlung bei vorzeitigen Blasensprüngen erfahren Sie im Folgenden. Darüber hinaus informieren Sie unsere Fachkräfte der Geburtshilfe selbstverständlich gerne ausführlich und persönlich über die medizinische Bedeutung eines vorzeitigen Blasensprungs und über das ärztliche Vorgehen, wenn die Fruchtblase vorzeitig geplatzt ist.
 

Wann genau spricht man von einem vorzeitigen Blasensprung?

Wenn sich in der Schwangerschaft der Blasensprung etwa zeitgleich mit den ersten Geburtswehen und der Öffnung des Muttermundes einstellt, dann findet er zum richtigen Zeitpunkt statt. Denn dieser reguläre Blasensprung ist ein ganz natürlicher Teil der Eröffnungsphase der Geburt. Ein vorzeitiger Blasensprung hingegen findet vor den Geburtswehen und vor der Öffnung des Muttermundes statt. Je nachdem, wie vorzeitig ein solcher Blasensprung während der Schwangerschaft auftritt, ergeben sich daraus bestimmte Risiken und medizinische Prognosen.

Vorzeitiger Blasensprung am Termin

Eine Schwangerschaft dauert normalerweise 40 Wochen. Erfolgt der vorzeitige Blasensprung ab der 37. Schwangerschaftswoche, dann sprechen Mediziner:innen von einem „vorzeitigen Blasensprung am Termin“ – gemeint ist damit der errechnete Geburtstermin. Dieser vorzeitige Blasensprung am Termin betrifft ungefähr acht bis zehn Prozent aller Schwangerschaften. Bei etwa zwei Dritteln der schwangeren Frauen mit vorzeitig geplatzter Fruchtblase ab der Schwangerschaftswoche 37 setzen die Wehen innerhalb von 24 Stunden ein, bei etwa 95 Prozent innerhalb von 72 Stunden.

Das größte Risiko des vorzeitigen Blasensprungs zu diesem Zeitpunkt ist eine bakterielle Infektion, die sich nach dem Blasensprung ausgehend von der Scheide in die Gebärmutter weiterentwickelt. Denn durch den Blasensprung öffnet sich sozusagen ein Einfallstor für Bakterien, das desto länger offenbleibt, je länger es bis zur Geburt dauert.

Ärzt:innen können dieses Risiko aktiv senken, wenn sie die Geburt einleiten, noch bevor die natürlichen Wehen einsetzen – insbesondere dann, wenn nach dem Blasensprung die Wehen schon mehr als 12 bis 24 Stunden ausbleiben. Die Geburt wird dadurch also beschleunigt, um die Gesundheit von Mutter und Kind nicht durch zu langes Warten zu gefährden.

Bei uns ist es selbstverständlich, dass Sie in die wichtige Entscheidung „Warten oder Geburt einleiten?“ eng eingebunden sind und Ihre Wünsche diesbezüglich offen äußern. Bei einem vorzeitigen Blasensprung am Termin besprechen Ihre betreuenden Ärzt:innen die Vor- und Nachteile eines abwartenden Vorgehens im Vergleich zur Geburtseinleitung und treffen gemeinsam mit Ihnen diejenige Entscheidung, die Ihren Wünschen am besten entspricht und die medizinisch am sinnvollsten ist.

Früher vorzeitiger Blasensprung

Findet ein Blasensprung vor der 37. Schwangerschaftswoche statt, wird er als „früher vorzeitiger Blasensprung“ bezeichnet. Hiervon sind etwa drei Prozent aller Schwangerschaften betroffen. Bei einem solchen frühen vorzeitigen Blasensprung ist die Diagnostik und Behandlung im Krankenhaus unumgänglich. Denn nur im Rahmen eines stationären Aufenthaltes können Ärzt:innen die verschiedenen notwendigen Untersuchungen durchführen, um gesichert festzustellen, ob eine bakterielle Infektion und womöglich auch eine dadurch verursachte Entzündung der Gebärmutter vorliegt.

Unsere Ärzt:innen achten hierbei unter anderem auf wichtige, aussagekräftige Hinweise wie Fieber bei der schwangeren Frau, stark erhöhte weiße Blutkörperchen (Leukozyten) sowie eine Herzfrequenz beim ungeborenen Kind von mehr als 160 Schlägen pro Minute.

Wichtig zu wissen: Besteht bei einem frühen vorzeitigen Blasensprung (noch) kein Verdacht auf eine Infektion und/oder Entzündung der Gebärmutter, kann unter engmaschiger ärztlicher Überwachung mit der Geburtseinleitung noch gewartet werden. Besteht aber der begründete Verdacht auf eine Infektion und/oder Entzündung der Gebärmutter, muss die Entbindung eingeleitet werden.

Für die Mutter beziehungsweise die Eltern des Kindes ist dies natürlich eine sehr belastende Situation, die vor allem mit großer Sorge um ihr dadurch zu früh geborenes Kind verbunden ist.

Daher setzen wir in der Versorgung und Betreuung von frühgeborenen Kindern auf ein ganzheitliches Konzept aus medizinischer Kompetenz und Fürsorge. Unsere neonatologischen Intensivstationen verfügen über alle fachärztlichen Kompetenzen und über die moderne medizintechnische Ausrüstung, um auch frühe Frühgeborene bestmöglich zu versorgen und ihnen einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Zu dieser Versorgung gehört auch ein ganzheitlich orientiertes Betreuungskonzept, das die größtmögliche Nähe der Eltern zu ihrem frühgeborenen Kind sicherstellt.

Des Weiteren erhalten Sie in unseren Einrichtungen eine psychosoziale Beratung und zusätzliche Unterstützungsangebote, die Sie während Ihres Klinikaufenthaltes und darüber hinaus auch in Ihrem häuslichen Umfeld kostenfrei in Anspruch nehmen können. Fragen Sie gerne nach allen Unterstützungsangeboten, die Ihnen in Ihrer Geburtsklinik zur Verfügung stehen: Unsere Mitarbeiter:innen vor Ort sind sowohl telefonisch als auch persönlich für Sie da.

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Hinweis:

Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und werden regelmäßig durch unsere Fachexpert:innen geprüft und aktualisiert. Sie ersetzen dennoch keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch Ärzt:innen, Psycholog:innen, Psychiater:innen oder andere medizinische Fachexpert:innen. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich jederzeit gerne an eine unserer Asklepios Kliniken, ambulanten Praxen und medizinischen Versorgungszentren in Ihrer Nähe oder an Ihre behandelnde Hausärztin oder Ihren behandelnden Hausarzt.