Logopädie
Mehr Sicherheit beim Sprechen und Schlucken
Logopädie

Unsere Fähigkeit, zu sprechen, unterscheidet uns von allen anderen Lebewesen: Wir teilen uns mit, tauschen uns aus, geben Wissen weiter. Diese Gabe ist wesentlich für unser menschliches und soziales Zusammensein.
Schwere Erkrankungen und Unfälle, angeborene und entwicklungsbedingte Anomalien können das Sprachverständnis, Sprech- und Schluckvermögen stark beeinträchtigen. Die Störungen gehen meist mit gravierenden seelischen Belastungen und einer stark verminderten Lebensqualität einher. Hier kann die Logopädie helfen. Der Begriff bedeutet wörtlich: Spracherziehung. Logopädie unterstützt Sie darin, Ihre Sprache, Stimme und Ausdrucksfähigkeit wiederzuerlangen sowie Schluckstörungen zu reduzieren oder zu beheben.
Wie in allen Heilbehandlungen werden Sie als Patientin oder Patient aktiv eingebunden. Logopädie ist ein praxisorientiertes Training.
In diesem Prozess sind wir Ihre verlässliche Begleitung: Wir leiten Sie an, motivieren und ermuntern Sie, helfen Ihnen, mit Rückschritten umzugehen – und freuen uns mit Ihnen, wenn Sie Ihre Ziele erreichen.
Hinweis
Bitte beachten Sie, dass die verfügbaren Leistungen in den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie je nach Standort und Fachabteilung variieren können. Wir möchten Ihnen stets die Behandlung ermöglichen, die bestmöglich zu Ihren individuellen Bedürfnissen passt. Informationen zu den Angeboten an Ihrem gewünschten Standort erhalten Sie bei Ihrem Termin oder Besuch vor Ort.
Was passiert bei der Logopädie?
Als logopädische Patientin oder logopädischer Patient arbeiten Sie gezielt an der Sprache, dem Sprechen, der Stimme oder dem Schlucken. Ziel ist es, aktuelle Einschränkungen und Beschwerden zu lindern oder zu beheben. Bei Schulkindern streben wir zusätzlich das Erreichen der Schulfähigkeit, bei berufstätigen Erwachsenen die berufliche Wiedereingliederung an. Grundsätzlich steht immer die Krankheitsbewältigung im Vordergrund.
Anamnese und Diagnostik
Zu Beginn führen wir in der Anamnese ein ausführliches Gespräch über Ihre Wünsche,Ziele sowie Symptome. Wir nutzen standardisierte Fragebögen und Testverfahren sowie teilweise apparative Diagnostiken. Auf Grundlage der Ergebnisse entwickeln wir einen individuellen Therapieplan, der je nach Art und Ausprägung der Störung Maßnahmen mit unterschiedlichen Behandlungsschwerpunkten kombiniert.
Wozu macht man Logopädie?
Logopädie unterstützt betroffene Patientinnen und Patienten darin
- ihre Kommunikationsfähigkeit im Alltag verbessern
- klarer und verständlicher zu sprechen
- ihre Stimme belastbarer zu machen
- Selbstvertrauen im Umgang mit Sprache zu stärken
- soziale Teilhabe zu erleichtern
- Schluckabläufe trainieren und Risiken reduzieren
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Wo kommt Logopädie zum Einsatz?
Die Gründe für eine verminderte Sprach-, Sprech- oder Schluckfähigkeit sind vielfältig: Sie können organischer, funktioneller oder psychischer Natur sein und reichen von entwicklungsbedingten Ursachen bei Kindern bis zu neurologischen Erkrankungen und Unfallverletzungen bei Erwachsenen. Sie treten als Folge von Hörstörungen, einer angeborenen Gaumenspalte oder eines erworbenen Schlaganfalls auf, zeigen sich als Artikulationsschwierigkeiten, als Sprechblockade oder als kompletter Sprachverlust infolge einer erlittenen Schädel-Hirn-Verletzung.
Sprachtherapie (der Inhalt der Sprache)
Die Sprachtherapie zielt auf die Verbesserung der gedanklicken und inhaltlichen Verarbeitung von Sprache ab. . Sie kommt insbesondere bei Sprachentwicklungsstörungen von Kindern sowie bei neurologisch erworbenen Sprachstörungen zum Einsatz.
Zielsetzung
- Sprachentwicklung bei Kindern fördern
- Sprachfähigkeit entwickeln oder wiederherstellen
- Sprachverständnis und Kommunikationsfähigkeit verbessern und erhalten
Anwendungsgebiete
- Sprachentwicklungsstörungen bei Kindern
- Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS)
- Sprachstörungen durch neurologische Erkrankungen z.B. Schlaganfall, Schädel-Hirn-Verletzungen, Parkinson, Multiple Sklerose)
Maßnahmen
- Training für Wortschatz, Wortfindung, Grammatik und Sprachverständnis
- Rollenspiele zur Alltagskommunikation
Sprechtherapie (Artikulation und Redefluss)
Die Sprechtherapie konzentriert sich auf die Verbesserung der Artikulation und des Sprechflusses.
Zielsetzung
- flüssiger und verständlicher sprechen
- Artikulationsprobleme, Sprechängste und -blockaden reduzieren
Anwendungsgebiete
- Artikulationsstörungen infolge neurologischer Ereignisse (Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall) und bei neuro-degenerativen Erkrankungen
- Stottern und Poltern
- Sprechapraxie (ungesteuerte Lautäußerungen) nach neurologischen Ereignissen
Maßnahmen
- Artikulationstraining
- Übungen zur Verbesserung der Mund- und Sprechmotorik
- Atem- und Stimmübungen
- Sprechrhythmus-Übungen
Schlucktherapie
Die Schlucktherapie zielt auf den Zuwachs an Schluck-Sicherheit. Sie richtet sich insbesondere an Menschen, deren Schluckfähigkeit durch eine neurologische Erkrankung oder nach einer Operation im Mund-Rachen-Raum beeinträchtigt ist.
Zielsetzung
- Nahrung und Flüssigkeit sicher aufnehmen können
- Verschlucken und daraus resultierende Lungenentzündungen vermeiden
Anwendungsgebiete
- neurologische Erkrankungen wie z.B. Schlaganfall oder Morbus Parkinson
- onkologische Erkrankungen mit Beteiligung des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs
- angeborene oder erworbene anatomische Veränderungen im Mund- und Rachenraum
- Trink- oder Fütterstörungen im Säuglings- und Kindesalter
Maßnahmen
- Sensibilisierung der Temperatur- und Geschmacksreize
- Kräftigung der am Schlucken beteiligten Muskeln
- Anwendung von kompensatorischen Schlucktechniken
- Koordinationsübungen
Atem- und Stimmtherapie
Die Atem- und Stimmtherapie richtet sich an Menschen, deren Stimmqualität reduziert ist. Dies äußert sich durch einen veränderten Stimmklang, das Sprechen wird als anstrengend empfunden und die Sprechverständlichkeit kann stark eingeschränkt sein.
Zielsetzung
- Stimmqualität verbessern
- klarer, kräftiger sprechen
- ökonomische Atemführung beim Sprechen
- Stimmbelastbarkeit verbesserung,
- weniger Heiserkeit, weniger Druckgefühl
Anwendungsgebiete
- Funktionelle Stimmstörungen (Heiserkeit, Hyper‑/Hypofunktion)
- Organische Stimmstörungen (Knötchen, Lähmungen, postoperative Probleme)
- Berufsbedingte Stimmüberlastung
- Atem‑/Stimmprobleme nach Erkrankungen (Infekte, neurologische Erkrankungen, Long‑Covid)
Maßnahmen
- Atemtraining
- Stimmübungen — Kräftigung & Entlastung
- Resonanztraining — voller, tragfähiger Klang
- Körper‑ und Haltungskorrektur
Wer benötigt Logopädie?
Logopädie eignet sich für Menschen, die Schwierigkeiten beim Sprechen, Schlucken oder bei der Stimmnutzung haben. Sie unterstützt Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen – von den ersten Sprachschritten über die Behebung von Artikulations- oder Wortfindungsschwierigkeiten bis zur Wiedererlangung oder Erhaltung der Kommunikationsfähigkeiten nach einer schweren Erkrankung.
Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Behandlung sind die Adressierbarkeit der Erkrankung durch logopädische Maßnahmen sowie die innere Bereitschaft aktiv mitzumachen.
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Wie lange und wie oft macht man Logopädie?
Das hängt von der Art und dem Beschwerdebild der Erkrankung ab.
Grundsätzlich findet die logopädische Behandlung zumeist ein bis zwei Mal die Woche als Einzeltherapie von 30, 45 oder 60 Minuten statt . Die Stunden können kontinuierlich oder als Intervalltherapie wahrgenommen werden.
Was zeichnet logopädische Fachkräfte aus?
In der Logopädie arbeiten Sprachtherapeuten und -therapeutinnen sowie Atem-, Stimm- und Sprechlehrkräfte. Sie verfügen entweder über ein abgeschlossenes Hochschulstudium oder eine dreijährige, staatlich anerkannte Ausbildung. Ihr Fachwissen umfasst sprachtherapeutische, medizinische, pädagogische und psychologische Inhalte sowie – je nach Neigung – weitere Schwerpunkte wie Heilkunde oder Klinische Linguistik. Sprach-Fachkräfte diagnostizieren, informieren, beraten und therapieren Menschen jeden Alters mit Sprach-, Sprech-, Stimm-, Hör- oder Schluckstörungen. Sie arbeiten ganzheitlich, praxis- und kompetenzorientiert
Wie unterscheidet sich Logopädie von der Ergo- und Physiotherapie?
Die Logopädie konzentriert sich auf Sprache, Sprechen, Stimme und Schlucken. Demgegenüber behandelt die Physiotherapie Bewegungsfunktionen, die Ergotherapie deren Umsetzung im Alltag. Alle drei Therapien können sich sinnvoll ergänzen.
Hinweis:
Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und werden regelmäßig durch unsere Fachexpert:innen geprüft und aktualisiert. Sie ersetzen dennoch keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch Ärzt:innen, Psycholog:innen, Psychiater:innen oder andere medizinische Fachexpert:innen. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich jederzeit gerne an eine unserer Asklepios Kliniken, ambulanten Praxen und medizinischen Versorgungszentren in Ihrer Nähe oder an Ihre behandelnde Hausärztin oder Ihren behandelnden Hausarzt.