Möglichkeiten der Operationen

Whipple Operation

Anwendungsgebiet (Indikation)

Anwendungsgebiet (Indikation)

Diese Operation wird bei folgenden Erkrankungen, die sich im Bauchspeicheldrüsenkörper und Bauchspeicheldrüsenschwanz abspielen, eingesetzt:

  • Bösartigen Tumoren (z.B. Pankreaskarzinom)
  • Gutartigen Tumoren (z.B. zystische Tumoren, hormonbildende Tumoren)
  • Chronischer Pankreatitis, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Prinzip der Operation

Abb 2a
Abbildung a

Prinzip der Operation

Bei dieser Operation wird zunächst in der sog. Resektionsphase der Bauchspeicheldrüsenkopf zusammen mit dem Zwölffingerdarm (Duodenum) entfernt (Abbildung a). Dazu wird das Bauchspeicheldrüsengewebe auf einer Schnittebene im Übergangsbereich von Kopf zum Körper durchtrennt (A). Dabei wird auch der Bauchspeicheldrüsengang durchtrennt. Der Zwölffingerdarm wird kurz hinter dem Magen durchtrennt (B), damit möglichst der gesamte Magen und der Magenpförtner erhalten bleiben (sog. Magenpförtner bzw. Pylorus erhaltende Operationstechnik). Auf der anderen Seite wird der Zwölffingerdarm im Übergangsbereich zum restlichen Dünndarm durchtrennt (C).

Der Gallengang wird knapp unterhalb der Leber durchtrennt (D). Der restliche Teil des Gallenganges und die Gallenblase werden entfernt. Liegt ein bösartiger Tumor zugrunde, müssen auch umgebenden Lymphknoten entfernt werden.

 

Abb 2b
Abbildung b

Im nächsten Schritt erfolgt die Wiederherstellung einer funktionierenden Anatomie (Rekonstruktions-Phase). Dazu müssen die drei folgenden Nahtverbindungen (Anastomosen) in Handarbeit angelegt werden:

 

Verbindung zwischen Bauchspeicheldrüsenrest und Dünndarm (1)
Verbindung zwischen Gallengangsrest und Dünndarm (2)
Verbindung zwischen dem Magenpförtner und dem Dünndarm (3)

 

Dadurch wird erreicht, dass sowohl der Bauchspeicheldrüsensaft als auch der Gallensaft wieder in den Dünndarm fließen. Durch die Verbindung mit dem Magen gelangt dann auch wieder die Nahrung in den Dünndarm – und die Verdauung kann beginnen. In über 90% der Fälle kann der gesamte Magen und der wichtige Magenpförtner (Pylorus, eine Art „Schließmuskel“) erhalten bleiben. Das ist für die postoperative Nahrungsaufnahme und Verdauung sehr günstig. Daher wir diese Operation auch als „Magenpförtner-erhaltend“ oder „Pylorus-erhaltend“ bezeichnet.

Ab sofort findet sich hier auf der Seite ein aktueller Videofilm über die Therapie des Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) abrufbereit. Hier klärt Sie PD Dr. A. M. Chromik gut verständlich über Diagnose, operative Therapie und Folgen für den Patienten auf.

Linksresekion

Anwendungsgebiet (Indikation)

Anwendungsgebiet (Indikation)

Diese Operation wird bei folgenden Erkrankungen, die sich im Bauchspeicheldrüsenkörper und Bauchspeicheldrüsenschwanz abspielen, eingesetzt:

  - Bösartige Tumoren (z.B. Pankreaskarzinom)

  - Gutartige Tumoren (z.B. zystische Tumoren, hormonbildende Tumoren)

  - Chronische Pankreatitis, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Prinzip der Operation

Abb 3a
Abbildung a

Prinzip der Operation

Bei dieser Operation wird je nach Ausdehnung des Befundes der Bauchspeicheldrüsenkörper und der Bauchspeicheldrüsenschwanz entfernt (Abbildung a). Dabei erfolgt die Durchtrennung des Organs häufig auf Höhe der Mesenterialgefäße. Der Pankreaskopf bleibt erhalten. Wenn möglich, wird bei diesem Eingriff die Milz mit den Milzgefäßen ebenfalls erhalten. Nur bei bösartigen Tumoren bzw. bei einem zu geringem Abstand zwischen Tumor und Milz sollte diese mit entfernt werden (Splenektomie), da sich in unmittelbarer Nähe zur Milz zahlreiche Lymphknoten befinden. Ohne Milz kann der Mensch gut leben, allerdings benötigt man dann regelmäßige zusätzliche Impfungen gegen drei bestimme Bakterien, die normalerweise von der Milz „bekämpft“ werden. Wegen der notwendigen Impfungen beraten Wir Sie schon im Vorfeld und leiten alles in die Wege.

Abb b
Abbildung b

Je nach individuellen Verhältnissen kommen unterschiedliche Techniken zur Durchtrennung des Pankreas und zur Versorgung der Pankreas-Schnittfläche in Betracht (Abbildung b). Bei einigen Patienten kann für beide Vorgänge ein Klammernahtgerät verwendet werden. Dieses Gerät leistet sowohl die Durchtrennung als auch die Abdichtung der Schnittfläche.

Bei anderen Patienten wird das Pankreas zunächst mit einem Skalpell durchtrennt und die Schnittfläche sekundär versorgt. Zunächst liegt der Bauchspeicheldrüsengang offen. Das bedeutet, dass ungehindert Bauchspeicheldrüsensaft in die Bauchhöhle laufen würde. Diesen Zustand nennt man „Bauchspeicheldrüsen-Fistel“. Da der Bauchspeicheldrüsensaft sehr „aggressiv“ ist – und umliegendes Gewebe schädigen kann, soll ein Austreten von Bauchspeicheldrüsensaft möglichst verhindert werden. Zu Vermeidung einer Bauchspeicheldrüsenfistel finden unterschiedliche Maßnahmen Anwendung, die individuell auf den Patienten und sein Gewebe angepasst werden müssen. Dazu zählen spezielle Nahttechniken an der Schnittkante (sog. „Fischmaulverschluss“), die Anlage einer Nahtverbindung zu einer Dünndarmschlinge (Anastomose/ Serosa-Patch) oder auch der Einsatz spezieller Gewebekleber.

Doppel-Bypass

Anwendungsgebiet (Indikation)

Dieser Eingriff, bei dem nur zwei Umgehungen angeleget und der Bauchspeicheldrüsentumor im Kopf belassen wird, wird nur in sehr ausgewählten Fällen durchgeführt. In folgenden Situationen, in denen sich ein Bauchspeicheldrüsenkopftumor aufgrund seiner Größe oder der Beteiligung der Mesenterialgefäße nicht komplett entfernen lässt, bietet dieses Verfahren eine Möglichkeit eine Symptomverbesserung zu erzielen:

 

  • Bösartige Tumore des Bauchspeicheldrüsenkopfes mit einer extremen Einengung des Gallenganges und einem drohenden Verschluss des Zwölffingerdarms, bei denen nicht operative Verfahren (z.B. Stent) nicht zum Erfolg geführt haben.
  • Entzündliche Veränderungen des Bauchspeicheldrüsenkopfes mit einer extremen Einengung des Gallenganges und immer wiederkehrenden Gallenwegsinfektionen (Cholangitis).
  • Intraoperative Komplikationen (Blutung, Narkoseprobleme, etc.), welche eine Abkehr von einer ursprünglich geplanten Whipple-Operation notwendig machen.

Prinzip der Operation

Abb 4

Bei dieser Operation wird der Pankreaskopftumor bewusst im Körper belassen und nicht entfernt. Auch der Zwölffingerdarm bleibt unangetastet. Stattdessen werden zwei Umgehungen (Bypässe) angelegt. Zunächst wird ein Teil des Gallenganges und die Gallenblase entfernt. Dann wird eine Dünndarmschlinge durchtrennt und das eine Ende der Schlinge auf den eröffneten Gallengang genäht (1) (Biliodigestive Anastomose). Hierdurch kann ein Galleaufstau – z.B. durch einen Pankreaskopftumor – effektiv behoben werden, wenn interventionelle Maßnahmen (z.B. Stent) keinen Erfolg haben. Der zweite Bypass dieses „Doppel-Bypasses“ ist eine Verbindung zwischen Magen und Dünndarm (2). Durch diese sog. „Gastroenterostomie“ kann eine mögliche Enge im Zwölffingerdarm, die durch einen Pankreaskopftumor hervorgerufen wird und Erbrechen hervorrufen kann, umgangen werden. Eine weitere Verbindung zwischen Dünndarm und Dünndarm (3) komplettiert diese Operation.

Was Sie als Patient wissen müssen

Planung der Bauchspeicheldrüsen-Operation

Planung einer Bauchspeicheldrüsen-Operation

Natürlich klären wir Sie – und ggf. auch ihre nächsten Angehörigen – vor dem Eingriff genau über den Ablauf der Operation und die zu erwartenden Folgen auf. Dazu gehört auch eine Zeichnung, die Ihnen helfen soll die Schritte der Operation zu verstehen.

Informationen vor und kurz nach der Operation

Informationen vor und kurz nach der Operation

  • Die Operationen an der Bauchspeicheldrüse finden in Vollnarkose statt.
  • In der Regel verbringen Sie nach dem Eingriff nur 24 - 48h auf der Intensivstation.
  • Wir sorgen mit Hilfe moderner Schmerztherapie dafür, dass sie möglichst schmerzfrei sind.
  • Ab dem ersten Tag nach der Operation dürfen Sie wieder Trinken (Wasser, Tee).
  • Ab dem Zweiten Tag dürfen Sie mit der Nahrungsaufnahme beginnen (Zwieback, Joghurt, Brühe).
  • Wir werden Ihnen – und ihren Angehörigen – hinterher genau erklären, was wir bei der Operation gemacht haben, auch gern anhand von Fotos.
  • Möglichst ab dem zweiten Tag sollen Sie sich auch außerhalb des Bettes bewegen.

 

Informationen für die ersten Wochen nach der Operation

Informationen für die ersten Wochen nach der Operation

  • Sie erhalten eine spezielle Ernährungsberatung, in der Sie genau lernen, worauf es bei der Ernährung nach einem Bauchspeicheldrüsen-Eingriff ankommt. Hier lernen Sie auch die Anwendung und Dosierung von Enzympräparaten wie Kreon.
  • Nach der Operation werden genau ihre Blutzuckerwerte überwacht. Sollte sich bei Ihnen ein Diabetes mellitus entwickelt bzw. verschlimmert haben, werden wir die Blutzuckereinstellung vornehmen.

Unser Zentrum ist von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DGG) zertifiziert und daher für Diabetes Patienten besonders geeignet. Spezielle diabetologisch geschulte Ärzte und Pflegekräfte werden Sie betreuen.

  • Liegt bei Ihnen ein bösartiger Tumor vor, wird unsere Onkologische Konferenz eine Empfehlung für eine Chemotherapie aussprechen. Das Team der Onkologie wird Sie und Ihre Angehörige bezüglich der Therapie speziell beraten. Sollten Sie sich zu einer Chemotherapie entscheiden, wird das Team der Chirurgie eine venöse Portkatheter-Anlage vornehmen.
  • Unser Sozialdienst wird vor der Entlassung ggf. eine Anschlussheilbehandlung („Reha“) oder eine andere ambulante Weiterbetreuung in die Wege leiten.
  • Im Falle einer Milzentfernung (Splenektomie) im Rahmen einer Pankreas-Operation werden wir die notwendigen Impfungen (gegen Pneumokokken, Meningokokken, Haemophilus influencae) in die Wege leiten bzw. eine genaue Empfehlung aussprechen.
  • Wenn Sie wünschen, stellen wir für Sie den Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe bzw. Patientenvereinigung für „am Pankreas-Operierte“ her.
  • Vor der Entlassung legen wir das Nachsorgeintervall fest, so dass Sie wissen, wann wir uns wiedersehen müssen.
  • In der Regel erfolgt die Entlassung nach 12-20 Tagen

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