Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) – Was ist das?

Von „Bluthochdruck“ ist die Rede, wenn der Blutdruck im arteriellen Gefäßsystem des Körpers, also in den Pulsadern, erhöht ist. Das heißt, wenn der obere (systolische) Blutdruck bei 140 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) oder höher liegt oder wenn der untere (diastolische) Blutdruck bei 90 mmHg beziehungsweise höher liegt oder beides auftritt. Bluthochdruck führt zu einer Belastung und Schädigung der Blutgefäßwand und kann deshalb Organschäden wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Gefäßverschluss der Beine zur Folge haben.

In Deutschland hat etwa jeder dritte Erwachsene zu hohen Blutdruck, in der Altersgruppe der über 70-Jährigen sogar jeder zweite. Nur jeder vierte Betroffene wird ausreichend behandelt. Die spezielle Therapie von Bluthochdruck und seinen Folgeerkrankungen, vor allem wenn er schwer einstellbar ist, ist einer unserer Schwerpunkte in der Kardiologischen Abteilung der Asklepios Klinik Altona.

Ursachen

In den meisten Fällen ist keine eindeutige Ursache für arterielle Hypertonie zu finden. Dann spricht man von einem „primären“ oder „essentiellen Bluthochdruck“. Ist die Ursache bekannt, bezeichnet man ihn als „sekundären Bluthochdruck“.

Auch wenn man beim primären Bluthochdruck die konkrete Ursache nicht kennt, so gibt es doch etliche Faktoren, die ihn begünstigen. Dazu gehören zum Beispiel Übergewicht, vermehrte Kochsalzaufnahme, Mangel an Bewegung oder Stress. Durch eine gesunde, aktive Lebensweise kann das Risiko von Bluthochdruck also gesenkt werden.

Ursachen für einen sekundären Bluthochdruck können Nierenerkrankungen, Nebennierengeschwulste, Hormonstörungen oder auch nächtliche Atmungsstörungen (Schlafapnoe) sein. Wird dies aufgedeckt und erfolgreich behandelt, bestehen gute Chancen für die Normalisierung des Blutdrucks.

Symptome

Ein hoher Blutdruck macht häufig keine Beschwerden, weshalb er oft zu spät erkannt wird. Kommt es zu Kopfschmerz, Schwindel oder Abgeschlagenheit, ist dies meist uncharakteristisch. Bei stark erhöhtem Blutdruck können aber auch Brustschmerz, Nasenbluten oder Sehstörungen auftreten sowie auch Luftnot in Ruhe oder bei körperlicher Belastung. Teilweise sind die Symptome aber auch schon Ausdruck chronischer Folgeschäden an Herz, Gefäßen, Nieren oder Augen. Für eine rechtzeitige und effektive Therapie dieses Leidens ist es umso wichtiger, dieses früh zu erkennen. Auch für diese frühzeitige Diagnose finden Sie in unseren Ärzten verlässliche Ansprechpersonen.

Wann muss ich einen Arzt aufsuchen?

Wenn Ihnen wiederholt Blutdruckwerte über 140/90 mmHg auffallen, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Eine schriftliche Dokumentation mit mehreren im Tagesverlauf gemessenen Werten ist für Ihren Arzt sehr hilfreich, um einen Eindruck von den Durchschnittswerten und vom Verlauf der Blutdruckwerte zu gewinnen.

Wann muss ich den Rettungsdienst und den Notarzt rufen?

Immer dann, wenn starke akute Symptome wie Luftnot, Brustschmerz, Schwindel, starke Kopfschmerzen oder ein starkes Unruhegefühl auftreten, die Sie so nicht kennen, sollten Sie den Rettungsdienst beziehungsweise Notarzt rufen. Falls Sie ein Blutdruckmessgerät besitzen, können Sie in dieser Situation Ihren Blutdruck auch selbst checken. Werte ab 180 mmHg systolisch (oberer Wert) können gefährlich sein. Manchmal kann eine Bedarfsmedikation wie Nitro-Spray zur Gefäßerweiterung helfen.

Holen Sie im Zweifelsfall jedoch immer Hilfe (112)

Was tun wir für Patienten mit arterieller Hypertonie?

Die medikamentöse Therapie von Bluthochdruck (arterieller Hypertonie) kann in vielen Fällen Ihr Hausarzt oder Internist (ein-)leiten. Eine stationäre Behandlung bei uns sollte immer dann erfolgen, wenn es zu Blutdruckentgleisungen kommt, die Beschwerden machen, oder wenn sich Ihre Werte trotz regelmäßiger Medikamenteneinnahme nicht normalisieren. Aber auch wenn eine sekundäre Hypertonie (siehe entsprechendes Kapitel) ausgeschlossen oder behandelt werden soll.

Neben der medikamentösen Behandlung gibt es seit einigen Jahren auch andere Therapiemöglichkeiten gegen Bluthochdruck. Oftmals gehen beispielsweise nächtliche Atmungsstörungen (Schlafapnoe) mit erhöhtem Blutdruck  einher. Eine Atemmaske, die der Betroffene über Nacht trägt, kann so zwei Zwecke zugleich erfüllen. Unsere Spezialisten in der Kardiologischen Abteilung kennen sich mit Lungenkrankheiten bestens aus, sodass Sie hier von einer umfassenden Diagnostik und Therapie profitieren.

Unser Ziel ist es, Ihnen neueste Therapiemöglichkeiten gegen Bluthochdruck zu bieten. So können wir schwere Formen mit einem sogenannten Barorezeptor-Stimulator behandeln. Dabei handelt es sich um ein kleines Gerät, vergleichbar mit einem Herzschrittmacher, das die körpereigenen Blutdruckregler (Barorezeptoren) im Bereich der Halsschlagader so stimuliert, dass der Blutdruck auf natürliche Weise sinkt – ein ausgesprochen effektives und anhaltendes Vorgehen.

Die Therapie mit einem Barorezeptor–Stimulator ist ein neues Verfahren für schwer behandelbaren Bluthochdruck und Herzinsuffizienz, für die die Kardiologische Abteilung der Asklepios Klinik Altona eines der weltweit führenden Zentren ist.

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