Asklepios Paulinen Klinik Wiesbaden

Vasektomie

Sterilisation beim Mann als dauerhafte Verhütungsmethode

Vasektomie

Bei der Vasektomie durchtrennt eine Urologin oder ein Urologe die Samenleiter im Hodensack. Der Eingriff führt zu dauerhafter Unfruchtbarkeit und ist damit eine der sichersten Methoden zur Empfängnisverhütung. Die Hormonproduktion, Potenz und das sexuelle Empfinden des Mannes werden dabei nicht beeinflusst.

In den Abschnitten beleuchten wir umfassend, wie die Vasektomie abläuft, welche Vor- und Nachteile sie bietet, welche Risiken bestehen und was nach dem Eingriff zu beachten ist. Diese Informationen sollen Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen. Sie ersetzen aber kein persönliches Gespräch mit unseren erfahrenen Fachkräften. Vor dem Eingriff sollten Sie sich sicher sein, dass Sie auch langfristig keine eigenen Kinder mehr möchten.

Wenden Sie sich gerne direkt an eine unserer Einrichtungen. Unsere Fachkräfte sind mit ihrer Erfahrung und Expertise an ihrer Seite und beantworten Ihre Fragen gern und ausführlich.

Wie läuft eine Vasektomie ab?

Wie bereite ich mich auf eine Vasektomie vor?

Zur Vorbereitung erfolgt ein ausführliches Beratungsgespräch mit einer Urologin oder einem Urologen. Darin geht es um Ihre individuelle Situation, gesundheitliche Aspekte sowie mögliche Risiken. Mit einer körperlichen Untersuchung und Ultraschallaufnahmen der Hoden stellt die Sie untersuchende Fachkraft sicher, dass keine medizinischen Gründe gegen den Eingriff sprechen.

Vor dem Eingriff sollten Sie den Genitalbereich gründlich reinigen und rasieren. Weitere Anweisungen erhalten Sie von den behandelnden Fachkräften.

Welche Techniken stehen zur Verfügung?

Es gibt zwei gängige Methoden: Bei der klassischen Vasektomie legen die Urolog:innen die Samenleiter mit zwei kleinen Hautschnitten in den Hodensack frei. Bei der Non-Scalpel-Vasektomie ritzen sie die Haut mit einer speziellen Klemme an.

Was passiert während der Operation?

Die Vasektomie wird meist ambulant und unter lokaler Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt und dauert etwa 20 bis 30 Minuten.

Die Fachärztin oder der Facharzt öffnet die Haut und durchtrennt die Samenleiter auf beiden Seiten. In der Regel werden etwa ein bis zwei Zentimeter der Samenleiter entfernt. Anschließend verschließt die Urologin oder der Urologe die offenen Enden mit Hitze, Titanclips oder einem Faden. Damit sie nicht wieder zusammenwachsen, werden die Enden in unterschiedlichen Gewebeschichten des Hodensacks vernäht.

Hinterher verschließen unsere Fachkräfte die Hautschnitte mit selbstauflösenden Fäden oder einem Pflaster. Während des Eingriffs verspüren die Patienten in der Regel keine Schmerzen, sondern nur ein kurzes Ziehen oder Drücken.

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Was muss ich nach einer Vasektomie beachten?

Wie kann ich die Heilung unterstützen?

Halten Sie die behandelte Stelle in den ersten Tagen nach der Vasektomie sauber und trocken, um Infektionen zu vermeiden. Enge Unterwäsche oder ein spezieller Hodenschutz können den Bereich stützen und Schwellungen minimieren. Eventuelle Schmerzen können Sie mit einem Kühlpad lindern. Nehmen Sie Schmerzmittel bitte nur nach Rücksprache mit unseren Fachkräften ein.

Wann bin ich wieder fit?

Die meisten Männer können bereits wenige Tage nach dem Eingriff ihre alltäglichen Aktivitäten wiederaufnehmen. Unsere Ärzt:innen empfehlen aber, sich für zwei Tage körperlich zu schonen und etwa eine Woche auf Sport und Geschlechtsverkehr zu verzichten. Bei ungewöhnlich starken Schmerzen, langanhaltenden Schwellungen oder andere Beschwerden sollten Sie umgehend medizinischen Rat einholen.

Bin ich sofort unfruchtbar?

In den ersten Monaten nach einer Vasektomie können noch befruchtungsfähige Samenzellen im Sperma (Ejakulat) vorhanden sein. Nach vier und acht Wochen führen unsere Urolog:innen Kontrolluntersuchungen durch und beurteilen mittels eines Spermiogramms Ihre Fruchtbarkeit. Erst wenn zwei negative Spermiogramme vorliegen, können Sie auf andere Verhütungsmittel verzichten.

Welche Risiken sind mit einer Vasektomie verbunden?

Die Vasektomie gilt als sicherer Eingriff, der in der Regel kaum Beschwerden verursacht. In einigen Fällen können direkt nach der Operation Schwellungen, Blutergüsse oder leichte Schmerzen im Bereich des Hodensacks auftreten. Normalerweise sind diese Reaktionen mild und klingen nach wenigen Tagen wieder ab. Sie können sie durch eine sorgfältige Wundhygiene und das Tragen enger Unterwäsche minimieren. Wundinfektionen oder Wundheilungsstörungen kommen nur selten vor und sind gut behandelbar.

Bei einigen Männern entstehen nach einer Vasektomie sogenannte Spermagranulome. Dabei handelt es sich um knotenartige Veränderungen im Hoden, die durch austretendes Sperma entstehen. Sie sind meist schmerzfrei, können jedoch gelegentlich auch Beschwerden verursachen.

Bis zu 15 % der Männer bekommen nach der Sterilisation das sogenannte Post-Vasektomie-Syndrom. Es äußert sich durch anhaltende Schmerzen oder Missempfindungen im Bereich des Hodensacks. Die Ursachen sind bislang nicht vollständig geklärt.

Eine äußerst seltene Komplikation ist die spontane Rekanalisierung der Samenleiter. Dabei wachsen die durchtrennten Enden wieder zusammen, sodass wieder Spermien in das Ejakulat gelangen. Aus diesem Grund sind Kontrolluntersuchungen nach dem Eingriff besonders wichtig.

Bei der Vasektomie handelt es sich um einen Routine-Eingriff, den unsere erfahrenen Fachkräfte schon häufig durchgeführt haben. Bei Asklepios sind sie in besten Händen.

Kann eine Vasektomie rückgängig gemacht werden?

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, den Eingriff durch eine sogenannte Refertilisierungsoperation (Vasovasostomie) rückgängig zu machen. Dabei werden die zuvor durchtrennten Enden der Samenleiter wieder miteinander verbunden. Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt.

Die Erfolgsaussichten einer Refertilisierung hängen von mehreren Faktoren ab. Je weniger Zeit seit der Vasektomie vergangen ist, desto eher gelingt der Eingriff. Statistiken zeigen, dass in etwa 80 % der Fälle nach einer Vasovasostomie wieder Spermien im Ejakulat nachweisbar sind. Allerdings führt dies nur bei der Hälfte der Paare auf natürlichem Wege zu einer Schwangerschaft.

Es besteht keine Garantie für den Erfolg der Operation. Das sollten Sie bei einer Entscheidung für oder gegen eine Vasektomie berücksichtigen. Alle Aspekte des Eingriffs bespricht die Sie beratende Ärztin oder der Arzt im Vorfeld ausführlich mit Ihnen. Stellen Sie dabei bitte auch alle Ihre Fragen.

Was kostet eine Vasektomie und zahlt das die Kasse?

Eine Vasektomie kostet in der Regel 400 bis 750 Euro. Klären Sie vorab, ob im Preis auch die Beratung und die Nachsorge enthalten sind. Sollten Sie eine Vollnarkose oder einen Dämmerschlaf wünschen, können zusätzliche Kosten anfallen.

Im Normalfall handelt es sich um einen freiwilligen Eingriff zur Verhütung und damit um eine Selbstzahlerleistung. Weder gesetzliche noch private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten. Ausnahme: Wenn eine Schwangerschaft der Partnerin mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden wäre und alternative Verhütungsmethoden nicht infrage kommen, können Sie die Rechnung bei der Kasse einreichen.

Wie schneidet die Vasektomie im Vergleich zu anderen Verhütungsmethoden ab?

Wie sicher ist die Vasektomie im Vergleich zu anderen Methoden?

Die Vasektomie bietet mit einem Pearl-Index von 0,1 eine nahezu vollständige Verhütungssicherheit. Die Antibabypille ist mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0,9 ähnlich sicher. Allerdings nur, wenn sie korrekt eingenommen wird. Der Pearl-Index von Kondomen liegt zwischen 2 und 12. Insbesondere bei unsachgemäßer Anwendung ist diese Methode deutlich weniger sicher.

Langfristigkeit: Vor- oder Nachteil?

Die Vasektomie erfordert lediglich einen einmaligen Eingriff und wirkt dann dauerhaft. Das macht die Verhütung sehr einfach, was sich positiv auf das Sexualleben auswirken kann. Paare, die Ihre Familienplanung noch nicht abgeschlossen haben, müssen auf Methoden wie die Pille oder Kondome zurückgreifen.

Nebenwirkungen und Gesundheitsaspekte

Die Vasektomie beeinflusst weder die Hormonproduktion noch die Sexualfunktion des Mannes. Ihr Lustempfinden ändert sich nicht. Auch die Spermienproduktion findet weiterhin statt, sie werden vom Körper abgebaut. Da Spermien nur einen kleinen Teil der Samenflüssigkeit ausmachen, bleibt die Menge und das Aussehen des Samenergusses nahezu unverändert. Das ist ein Vorteil gegenüber hormonellen Verhütungsmethoden, die bei vielen Frauen Nebenwirkungen verursachen, darunter Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen und Libidoverlust. Barriere-Methoden wie Kondome sind frei von langfristigen Nebenwirkungen und bieten zusätzlich Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten – ein Vorteil, den die Vasektomie nicht hat.

Ist eine Vasektomie die richtige Entscheidung für mich?

Die Vasektomie ist eine der verlässlichsten Verhütungsmethoden für Männer. Auch wenn der Eingriff theoretisch rückgängig gemacht werden kann, sollte die Sterilisation als dauerhaft angesehen werden. Die Chancen, nach einer Refertilisierung Kinder zu bekommen, sind deutlich geringer als vorher.

Die Entscheidung für den Eingriff erfordert eine sorgfältige Abwägung der individuellen Lebensumstände und zukünftigen Pläne. Wer eine Vasektomie durchführen lässt, sollte sich absolut sicher sein, dass er keine weiteren Kinder möchte. Bedenken Sie dabei, dass sich Ihre Wünsche womöglich ändern könnten, beispielsweise, wenn Sie eine neue Partnerschaft eingehen.

Sprechen Sie offen mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner über das Thema. Unabhängige Beratungsstellen können Sie bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Auch unsere Fachkräfte helfen Ihnen gerne dabei, die für Sie beste Wahl zu treffen. Letztendlich muss die Vasektomie aber Ihre eigene, gut durchdachte Entscheidung sein.