Urookologie
Tumorerkrankungen
Urologische Tumorerkrankungen
Krebserkrankungen müssen häufig urologisch therapiert werden. Um Sie umfassend und langfristig betreuen zu können, arbeiten wir eng mit niedergelassenen Kolleg:innen zusammen. Wir stehen Ihnen jederzeit beratend zur Seite und behandeln Sie individuell von der Vorsorge und der Diagnostik bis hin zu der Therapie und der Nachsorge. Wir bieten ein breites Spektrum an Tumorerkennungsuntersuchungen einschließlich Gewebeuntersuchungen (Biopsien) an.
In unserer Sprechstunde zum Thema Tumorerkrankungen erstellen wir mit Ihnen und Ihren Ärzt:innen einen individuellen Behandlungsplan. Sie können sich jederzeit eine Zweitmeinung von uns einholen. Wir beraten Sie objektiv anhand von Leitlinien, neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und jahrelanger Berufserfahrung. Wir möchten für Sie die optimale individuelle Therapie anbieten. Eine Operation raten wir nur an, wenn diese im Einzelfall erfolgsversprechend ist und die Risiken minimiert werden können.
Prostatakrebs
Je früher der Prostata‑Krebs erkannt wird, umso besser ist er behandelbar. Kommt es doch zu einer Tumorerkrankung, stehen Ihnen erfahrenes Personal und hochmoderne Technik zur Verfügung.
In Deutschland erhalten jährlich rund 71.000 Männer die Diagnose Prostatakrebs. Die Mehrzahl der Tumore wird in frühen Erkrankungsstadien entdeckt und ist erfolgreich behandelbar. Dazu kann auch eine regelmäßige Vorsorge beitragen. Von Prostatakrebs sind überwiegend ältere Männer über 65 Jahre betroffen. Nur selten tritt die Erkrankung vor dem 50. Lebensjahr auf. Unser qualifiziertes Team steht Ihnen gerne zur Seite und berät Sie bei allen Fragen rund um die Erkrankung und Ihre Genesung.
Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik
Im medizinischen Bereich wird das Sammeln relevanter Befunde, um die Symptome des/der Patient:in einer Ursache zuschreiben zu können, als Diagnostik bezeichnet.
Grundlage der Diagnostik ist bei uns das persönliche Gespräch mit Ihnen. In diesem schildern Sie einem/einer Fachärzt:in Ihre Symptome und Ihre Krankheitsgeschichte. Anschließend werden Sie körperlich untersucht, wobei weitere Erkenntnisse über mögliche apparative Untersuchungen gewonnen werden können.
Je früher der Prostatakrebs erkannt wird, umso besser ist er behandelbar!
Um Prostatakrebs frühestmöglich diagnostizieren zu können, empfehlen wir Männern ab dem 45. Lebensjahr eine regelmäßige (einmal jährliche) Vorsorgeuntersuchung. Männer, deren Väter oder Brüder bereits an Prostatakrebs erkrankt sind, sollten ab dem 40. Lebensjahr die Vorsorgeuntersuchung nutzen.
Wir bieten Ihnen als neues Verfahren die Fusionsbiopsie. Dabei werden MRT-Bilder (Magnetresonanztomografie: röntgenstrahlenfreies Bildgebungsverfahren auf Basis von Magnetfeldern) mit Ultraschallbildern kombiniert, also auf dem Bildschirm zusammengefügt. Dadurch kann die Gewebeentnahme noch genauer und zielsicherer erfolgen.
Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot
Folgende Therapien bieten wir an:
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Radikale retropubische potenzerhaltende Prostataektomie (Prostata-Entfernung) nach Walsh
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Fokaltherapie des Prostatakarzinoms (nur der Krebs wird behandelt, die Prostata bleibt erhalten) – die schonende Krebstherapie mit Erhalt der Prostata. Die urologische Klinik an der APK hat bereits eine 8-jährige Erfahrung mit der HIFU (hochfokussierter Ultraschall) Therapie beim Prostatakrebs. Jetzt steht eine neue Gerätegeneration zur Verfügung, bei der Prostatakrebs noch gezielter und nebenwirkungsärmer behandelt werden kann. Mit der neuen Focal One–Methode können kleine Prostatakrebsherde mit Ultraschall vom Rektum aus zerstört werden. Die Prostata selbst bleibt dabei im Gegensatz zur Radikaloperation intakt. Die gefürchteten Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Impotenz sind daher auch extrem selten. Das Verfahren ist allerdings nur für Anfangsstadien mit kleinen Krebsherden geeignet.
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Hormontherapie
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Chemotherapie
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Palliative Therapie (Symptomlinderung)
Welche Therapiemethode die für Sie am besten geeignete ist, werden wir ausführlich mit Ihnen abstimmen. Bitte stellen Sie uns alle Ihre Fragen – unser Ziel ist, alle möglichen Unklarheiten zu beseitigen.
Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge
Am Tag Ihrer Entlassung nach einer stationären Behandlung bei uns hat ein weiteres ausführliches Gespräch mit Ihnen für uns eine hohe Priorität. Wir klären alle wichtigen Punkte, die Sie für die optimale Nachsorge beachten sollten. Für Ihren weiterbehandelnden Arzt bzw. Ihre weiterbehandelnde Ärzt:in erhalten Sie einen Brief, der die medizinischen Empfehlungen sowie die Entlassungsmedikation schriftlich festhält. Wir halten über viele Krankheitsbilder Informationsbögen mit richtigen Verhaltensweisen vor, damit Sie zu Hause wissen, was für eine rasche Genesung zu tun ist. Auch bei Kontrollen, Nachsorge und Nachbehandlungen sind wir für Sie da.
Bei allen Krebsarten ist eine gewissenhafte und gründliche Tumornachsorge sehr wichtig. Diese wird meist bei dem/der niedergelassenen Urolog:in Ihres Vertrauens nach festen Standards und Vorgaben der Fachgesellschaften (Leitlinien) durchgeführt.
Blasenkrebs
Jährlich erkranken in Deutschland etwa 15.500 Menschen an Harnblasenkrebs. Davon sind jedoch rund 13.000 oberflächliche Veränderungen der Blasenschleimhaut, die gut lokal behandelt werden können. Frauen sind seltener betroffen als Männer. Rauchen stellt einen wesentlichen Risikofaktor dar. Die Erkrankung tritt häufig bei älteren Menschen auf, das Erkrankungsrisiko steigt ab dem 40. Lebensjahr an. Wenden Sie sich bei Beschwerden rechtzeitig an einen Arzt Ihres Vertrauens – je früher der Tumor erkannt wird, umso besser kann er behandelt werden.
Spezialisiert auf Sie
Das persönliche Gespräch mit Ihnen ist bei uns grundlegend für die Diagnostik. Blut im Urin ist dabei die am häufigsten auftretende Beschwerde, die zum Verdacht auf Blasentumor führt. Sie erläutern Ihre Symptome und Ihre Krankheitsgeschichte und werden anschließend körperlich untersucht, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Falls nicht schon in der urologischen Praxis erfolgt, führen wir in der Regel vor OP eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) durch, um den Verdacht eines Blasentumors zu erhärten. Nach ausführlicher Anamnese und Diagnostik beginnen wir mit einer auf Sie abgestimmten Therapie.
Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge
Am Tag Ihrer Entlassung, nach Ihrer stationären Behandlung bei uns, führen wir noch ein ausführliches Gespräch mit Ihnen. Wir besprechen alles Wichtige, was Sie weiterhin beachten sollten. Wir geben Ihnen für Ihren weiterbehandelnden Arzt bzw. Ihre weiterbehandelnde Ärzt:in einen Brief mit, der die Empfehlungen unserer Expert:innen und die Entlassungsmedikation aufführt. Für viele Erkrankungen händigen wir Ihnen Informationsbögen mit Verhaltensweisen aus. So wissen Sie auch zu Hause, was zu tun ist. Wir stehen Ihnen zur Seite bei Kontrollen, Nachsorge und Nachbehandlungen.
Eine gründliche und zuverlässige Tumornachsorge ist bei allen Krebsarten sehr wichtig. Unsere Patient:innen führen diese in der Regel bei dem/der niedergelassenen Urolog:in Ihrer Wahl durch, der/die sich nach festen Standards und Vorgaben der Fachgesellschaften (Leitlinien) richtet.
Die richtige Therapie für Sie Transurethrale Resektion der Blase (TUR‑B)
Um den Tumor einschätzen zu können, werden operativ Proben entnommen. Dieser Eingriff erfolgt über die Harnröhre (TUR‑B, transurethrale Resektion der Blase) in Voll- oder Rückenmarksnarkose. In der Regel führen wir die Operation mit photodynamischer Diagnostik (PDD: lichtempfindliche, therapeutische Substanz wird auf den zu behandelnden Bereich aufgetragen und durch starke Lichteinwirkung aktiviert) durch, um noch besser Tumorverteilung und Ausdehnung beurteilen zu können.
Die weitere Therapie hängt davon ab, ob ein Tumor oberflächlich oder in die Muskelschicht der Blasenwand eingewachsen ist. Meist streben unsere erfahrenen Operateur:innen eine Entfernung des Tumors mit einem Saum gesunden Gewebes an – eine wichtige Basis für die Heilung.
In manchen Fällen geben wir nach der Operation zusätzlich eine Chemotherapie in die Blase, um den Therapieeffekt der TUR‑B nochmals zu verbessern.
Nachresektion (erneute TUR‑B)
Abhängig von der feingeweblichen Untersuchung empfehlen die deutschen und europäischen Leitlinien häufig eine erneute TUR‑B. Hierbei soll sichergestellt werden, dass der Tumor vollständig entfernt wurde.
Instillationstherapie und EMDA
Bei oberflächlichen Blasentumoren ist häufig im Verlauf eine sog. Instillationstherapie angezeigt. Die Instillationstherapie ist das zeitweise Einspülen von Medikamenten in die Blase. Dabei stehen verschiedene Substanzen zur Verfügung. In der Regel wird die Instillationstherapie ambulant in der urologischen Praxis durchgeführt.
Neben der klassischen Instillationstherapie können wir in unserer Klinik zusätzlich die EMDA‑Therapie anbieten (Elektromotive Medikamentenapplikation: Medikamente mittels Strom gezielt in die Blasenwand einbringen). Diese Therapie ist in nur wenigen Zentren in Deutschland verfügbar.
Radikale Zystektomie (operative Entfernung der Blase)
Die radikale Zystektomie ist eine große Bauch‑OP. Die OP wird in unserer Klinik häufig durchgeführt. Sie sind in erfahrenen Händen. Die radikale Zystektomie erfolgt in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren mit anschließender kontinenter oder inkontinenter Harnableitung. Die kontinenten Harnableitungen umfassen Neoblase und Pouch. Beides wird in unserer Klinik durchgeführt.
Die inkontinenten Harnableitungen, auch Urostoma genannt, sind das Ileum‑Conduit und die Harnleiter‑Haut‑Fistel. Auch diese beiden Formen der Harnableitung werden in unserer Klinik durchgeführt.
Vereinbaren Sie einen Termin zur Beratung durch eine Oberärztin oder einen Oberarzt unserer Klinik oder vereinbaren Sie, auch ohne privat versichert zu sein, einen Sprechstundentermin bei Chefarzt PD Dr. Clemens Rosenbaum. Vor- und Nachteile der verschiedenen Therapien erklären wir gerne ausführlich und diskutieren sie mit Ihnen.
Perioperative Systemtherapie
Die radikale Zystektomie ist die Standardtherapie für muskelinvasive Blasenkarzinome. Jedoch kann die alleinige Zystektomie nicht immer alle mikroskopischen Tumorzellen beseitigen, was zu einem Rezidiv führen kann. Die perioperative Systemtherapie soll die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs reduzieren und das Überleben verbessern.
Chemotherapie
Bei der perioperativen Chemotherapie werden in der Regel Cisplatin‑basierte Kombinationen eingesetzt. Cisplatin, Gemcitabin und weitere Chemotherapeutika können sowohl vor (neoadjuvant) als auch nach (adjuvant) der Zystektomie verabreicht werden.
Immuntherapie
Immun‑Checkpoint‑Inhibitoren (ICI) wie Nivolumab oder Durvalumab werden in der adjuvanten Therapie nach der Zystektomie eingesetzt. Sie können die Immunabwehr des Körpers stimulieren, um die Tumorzellen zu bekämpfen.
Neoadjuvant vs. Adjuvant
Sowohl die neoadjuvante (vor der Zystektomie) als auch die adjuvante (nach der Zystektomie) Systemtherapie können das Gesamtüberleben verbessern. Vor- und Nachteile der jeweiligen Therapien können wir gerne mit Ihnen besprechen.
Nierentumor
Bei der Behandlung des bösartigen Nierentumors (Nierenzellkarzinom) achten wir darauf, die befallene Niere möglichst zu erhalten und nur den Tumor zu entfernen. So kann die Nierenfunktion möglichst gut erhalten werden. Ungefähr 15.500 Neuerkrankungen von Nierenkrebs werden jährlich diagnostiziert. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 60 bis 70 Jahren. Die meisten Tumorerkrankungen an der Niere sind Nierenzellkarzinome. Die Prognose dieser Erkrankung ist relativ gut, da sie in frühen Stadien entdeckt werden kann. Bei der Behandlung eines bösartigen Nierentumors (Nierenzellkarzinom) achten unsere Spezialist:innen darauf, die befallene Niere möglichst zu schonen und ausschließlich den Tumor zu entfernen. So können Sie die Nierenfunktion eines/einer Patient:in möglichst gut erhalten.
Der erste Schritt: Die richtige Diagnostik
Diagnostik ist im medizinischen Bereich das Sammeln relevanter Befunde, um die Symptome eines/einer Patient:in einer Ursache zuschreiben zu können.
Grundlage der Diagnostik bei uns ist das ausführliche Gespräch mit Ihnen, in dem Sie Ihre Symptome und Ihre Krankheitsgeschichte einem/einer Expert:in erläutern, sowie die körperliche Untersuchung, bei der wir Erkenntnisse über möglicherweise angeratene apparative Untersuchungen gewinnen können.
Ganz auf Sie abgestimmt: Unser Behandlungsangebot
Wir bieten folgende Therapiemöglichkeiten an:
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organerhaltende Nierentumorentfernung und Entfernung einer ganzen Niere (Nierenteilresektion und Tumornephrektomie)
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interdisziplinäre (fachübergreifende) Tumorchirurgie, z. B. mit der Klinik für Viszeralchirurgie (Darm‑Chirurgie)
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Nierenzysten‑Behandlung
Die für Sie in Betracht kommende Behandlung stimmen wir ausführlich mit Ihnen ab. Wir möchten alle Ihre Fragen beantworten – bis Sie die für sich beste Entscheidung treffen können.
Weiterhin gut versorgt: Ihre Weiterbehandlung / Nachsorge
Nach einer stationären Behandlung am Tag Ihrer Entlassung führen wir ein ausführliches Gespräch mit Ihnen. Wir besprechen mit Ihnen alle wichtigen Punkte, die Sie beachten sollten, um rasch zu genesen. Sie erhalten einen Brief für Ihren weiterbehandelnden Arzt bzw. Ihre weiterbehandelnde Ärzt:in, in dem die Empfehlungen und die Entlassungsmedikation schriftlich aufgeführt sind. Für viele Krankheitsbilder händigen wir Ihnen Informationsbögen mit Hinweisen zu richtigen Verhaltensweisen aus, damit Sie auch zu Hause wissen, was zu tun ist. Unser Team ist bei Kontrollen, Nachsorge und Nachbehandlungen gerne für Sie da.
Bei allen Krebsarten ist eine konsequente Tumornachsorge sehr wichtig. In der Regel wird diese bei Ihrem/Ihrer niedergelassenen Urolog:in nach festen Standards und Vorgaben der Fachgesellschaften (Leitlinien) durchgeführt.
Hodentumore
Wir bieten das Gesamtspektrum von der Hodenteilresektion bis zur Chemotherapie an. Wir gehören einem bundesweiten Netz von Kliniken an, in denen diese Fälle gesammelt werden und in Zweifelsfällen Expertenmeinungen zugezogen werden.
Hodentumore sind selten, müssen aber rasch und kompetent behandelt werden. In Deutschland werden jährlich etwa 4.000 Neuerkrankungen festgestellt. Das Alter der Betroffenen liegt meist zwischen 25 und 45 Jahren. Die Heilungschancen sind sehr gut. Unsere Expert:innen sind für Sie da und therapieren Sie individuell.
Wir gehören einem bundesweiten Netz von Kliniken an, in denen Erkenntnisse über Hodenkrebstumore gesammelt werden. So stehen wir mit vielen anderen Spezialist:innen in engem Austausch und können in Zweifelsfällen weitere Expert:innenmeinungen hinzuziehen.
Am Tag Ihrer Entlassung nach einer stationären Behandlung ist noch ein ausführliches Gespräch mit Ihnen für uns besonders wichtig. Einer unserer Fachärzt:innen klärt alle wichtigen Punkte mit Ihnen ab, die Sie für eine baldige Genesung beachten sollten. Für Ihren weiterbehandelnden Arzt bzw. Ihre weiterbehandelnde Ärzt:in erhalten Sie einen Brief, der unsere Empfehlungen und die Entlassungsmedikation schriftlich festhält. Für viele Erkrankungen händigen wir Ihnen Informationsbögen mit Hinweisen zu empfehlenswerten Verhaltensweisen aus. So wissen Sie auch zu Hause, was zu tun ist für Kontrollen, Nachsorge und Nachbehandlungen.
Bei allen Krebsarten ist eine verantwortungsvolle Tumornachsorge sehr wichtig. Meist wird diese bei dem/der niedergelassenen Urolog:in Ihres Vertrauens durchgeführt – ausgerichtet an festen Standards und Vorgaben der Fachgesellschaften (Leitlinien).