Petra Uhlendorf, Ivonne Rhode
Anmeldung Privita
Inzwischen weisen die Befunde von mehreren Studien darauf hin, dass nach einer Corona-Infektion nicht nur körperliche, sondern auch psychische Langzeitfolgen auftreten können.
In einer der Arbeiten fanden sich bei Betroffenen 6 Monate nach einer Covid19-Diagnose deutlich häufiger psychische Erkrankungen als nach anderen Infektionskrankheiten, z. B. einer Influenzainfektion (siehe hier). Dies umfasste auch den vermehrten Konsum von Suchtmitteln.
Als besondere Komplikation nach Überstehen der akuten COVID-19 Erkrankung berichten Patient:innen häufig über Beschwerden wie
Die wahrgenommenen Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit (siehe hier) werden häufig als ein Gefühl der „Benebelung“ („Brainfog“) beschrieben.
Wir nehmen im klinischen Alltag wahr, dass neben der COVID-19-Infektion selbst auch die allgemeine soziale und psychische Belastung durch Isolation, Existenzsorgen oder Beziehungskonflikten in der Pandemie zur einer vermehrten Entwicklung psychischer Erkrankungen geführt hat. Es können beispielsweise erstmals Angsterkrankungen oder depressive Episoden auftreten, die oft nicht als solche erkannt werden. In vielen Fällen wurde aus Angst vor Ansteckung keine entsprechende Behandlung gesucht.
Ausgehend von dieser gründlichen, mehrschichtigen Diagnostik erfolgt eine umfassende psychosomatische Therapieplanung, die gleichermaßen die somatische Verfassung wie die psychische Situation, Lebensstil und Beziehungsfaktoren miteinbezieht.
Auf der Basis eines psychodynamischen Krankheitsverständnisses werden alle relevanten Ansatzmöglichkeiten für eine erfolgreiche psychosomatische Therapie identifiziert und mit einem individuell zusammengestellten Therapieprogramm gezielt bearbeitet.
Bewährt hat sich nach unseren Erfahrungen – auch vor dem Hintergrund unserer Expertise mit Fatigue und komplexen psychosomatischen Erkrankungen wie somatoformen Störungen – ein Vorgehen, das gleichermaßen auf Verstehen und Akzeptanz, Anpassung an reduzierte Belastbarkeit (sogenanntes Pacing) und milder Veränderung mit Stärkung von Resilienzfaktoren fokussiert ist.
Sollten Sie bei sich selbst oder Ihnen nahestehenden Menschen psychische Beschwerden nach einer Corona- Infektion oder infolge der sozialen Auswirkungen der Pandemie wahrnehmen, unterstützen wir Sie gerne professionell bei der weiteren Abklärung und bei gegebenenfalls notwendigen Behandlungsschritten.
Wir bieten Ihnen hierfür in unserem Fachklinikum in Tiefenbrunn ein gestuftes Diagnostik- und gegebenenfalls Therapieangebot auf der psychosomatischen Privatstation Tiefenbrunn. Unsere Klinik verfügt zum Schutz unserer Patient:innen selbstverständlich über ein engmaschiges Hygienekonzept.
Zu Beginn erfolgt eine gründliche Abklärung sowohl der somatischen als auch der psychischen Symptomatik sowie des Lebensstils und individueller Ressourcen und Resilienzfaktoren. Hierzu gehört auch eine differenzierte Erhebung der Stressreagibilität (mit Biofeedback) und von eventueller Mangelernährung und Versorgung mit immunrelevanten Mikronährstoffen bzw. mikronährstoffbezogener Laborparameter, die bei Long-Covid eine nicht zu unterschätzende Bedeutung haben (z. B. Vitamin D, Homocystein, Ferritin, Zink, Selen, Magnesium). Außerdem kann eine neuropsychologische Diagnostik durchgeführt werden.
Die multiprofessionelle Teambehandlung ist mehr als die Summe aller Teile. In gemeinsamen Teambesprechungen werden die individuellen Therapiefortschritte und Ansatzmöglichkeiten besprochen und abgestimmt – für ein fokussiertes Vorgehen aller Beteiligten und ein optimales Therapieergebnis.
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