
Dr. med. Kristian Göhringer
Oberarzt
Psychiatrie und Psychotherapie | Station 2.1 & 2.2

Eine Suchterkrankung trifft mehr Menschen als viele von uns vermuten. Sie kann ganz verschiedene Ursachen haben und sich unterschiedlich äußern. In Deutschland ist die Abhängigkeit von Alkohol am weitesten verbreitet, aber auch der Konsum mancher Medikamente wie beispielsweise Benzodiazepine kann zu einer Sucht ausarten.
Daneben spielen andere Substanzen wie Cannabis und Chrystal Meth (Methamphetamin) eine zunehmende Rolle in der Arbeit für unsere Patienten. Suchterkrankungen sind gut behandelbar. Die Erkennung und Berücksichtigung der hohen Rückfallgefahr stellen einen Schwerpunkt der Behandlung dar. Heutzutage verfügen wir über gut etablierte und spezifische Behandlungsverfahren.
Unser Therapieangebot ist auf Suchterkrankungen zugeschnitten. Damit helfen wir Ihnen, in der akuten (unmittelbaren) Krise die Entzugssymptome zu lindern. Außerdem unterstützen unsere Experten Sie dabei, einen Rückfall zu vermeiden oder zu verkürzen, ein Krankheitsverständnis zu entwickeln und die Suchterkrankung zu akzeptieren. Damit Sie ganzheitlich genesen können, diagnostizieren und behandeln wir körperliche Folgeerkrankungen. Wir ermöglichen Ihnen mit unserer stationären Behandlung einen medikamentösen Entzug und darauffolgend eine psychotherapeutische Weiterbehandlung. Diese soll den Beginn der Abstinenz (vollständiger Suchtmittelverzicht) vorbereiten. Wenn es Ihnen bessergeht, vermitteln wir Ihnen ambulante Nachsorgeangebote in der Umgebung.
Im Falle einer schweren Sucht können wir Ihnen in der Regel innerhalb von drei Wochen eine erfolgreiche Entzugsbehandlung und eine erste psychotherapeutische Weiterbehandlung anbieten. Sollte die geistige Leistungsfähigkeit aufgrund Ihrer Erkrankung schon deutlich eingeschränkt sein, ist eine umfangreichere, intensivere Therapie wie die sogenannte S4-Behandlung vonnöten, die über die akuten, lebenserhaltenden Maßnahmen hinausreicht. Seit langer Zeit schon ist unser Schwerpunkt Suchtmedizin sowohl bei der akuten Entzugsbehandlung als auch bei längerfristigen psychotherapeutischen (seelisch-emotionalen) und kognitiven (geistigen) Therapien erfolgreich etabliert.
Menschen, die an einer Suchterkrankung leiden, bieten wir seit vielen Jahren professionelle Hilfe an. Hierfür stehen die Stationen 2.1 und 2.2 zur Verfügung, die über eine besondere Ausstattung verfügen.
Die Therapie, die bis zu 21 Tage dauern kann, verläuft meist in drei für Sie wichtigen Stufen: Zu Beginn der Behandlung steht die akute Intoxikation (Vergiftung) bei längerer Suchterkrankung, der akute Rückfall nach längerer Abstinenz oder dessen Vermeidung im Vordergrund. Wir bitten Sie in dieser Phase, uns das nötige Vertrauen entgegenzubringen, damit wir Ihre Beschwerden, mögliche Belastungsfaktoren, gegebenenfalls schon eingeleitete Behandlungen und auch wichtige biografische Eckpunkte Ihres Lebens gut verstehen lernen. Damit unsere Expert:innen begleitende oder verursachende körperliche Erkrankungen bei Ihnen abklären oder ausschließen können, bitten wir Sie darüber hinaus um Blutentnahmen. Diese lassen wir dann in unserem Labor untersuchen. So können wir auch mögliche körperliche Beschwerden wirksam behandeln. Außerdem raten wir in einigen Fällen, Aufnahmen des Schädels und Gehirns anfertigen zu lassen. Je nach medizinischer Fragestellung oder Dringlichkeit ist das durch eine Computertomografie (computergestütztes Röntgenverfahren) oder Kernspintomografie (Bildgebungsverfahren mittels Magnetfelder) möglich. An unserer Klinik stehen beide Verfahren zur Verfügung. Vermutlich sind auch noch ergänzende Untersuchungen für Sie empfehlenswert und medizinisch angezeigt (indiziert). Dies klären unsere Expert:innen ganz individuell mit Ihnen ab.
Unmittelbar nach Ihrer Aufnahme beginnt in der Regel die intensive medikamentöse Therapie, die quälende Entzugserscheinungen mildern kann. Damit lassen sich meist auch Krampfanfälle und ein Delir (akute Verwirrtheit) verhindern. Sobald Sie körperlich stabil sind, beginnt Ihre Gruppenpsychotherapie, die durch weitere Verfahren mit unseren Spezialtherapeuten ergänzt wird. Begleitend hierzu schlagen wir mitunter auch vor, Ihre Familienangehörigen miteinzubeziehen – natürlich nur, wenn Sie dem zustimmen.
In der Schlussphase Ihrer Behandlung prüfen wir mit Ihnen gemeinsam, welche ambulanten Nachsorgeangebote Ihnen langfristig ein Leben ohne Suchtmittel ermöglichen.
Während Ihres Aufenthalts bei uns bieten wir Ihnen verschiedene suchtspezifische Therapiegruppen an. Wir wissen jedoch auch, dass die Behandlung dieser Krankheit ausreichend Zeit benötigt. In den meisten Fällen würde eine bloße stationäre Therapie der Erkrankung nicht gerecht werden. Um einem Rückfall erfolgreich vorzubeugen, ist eine ambulante Nachsorge deshalb bei vielen Patient:innen unumgänglich. Damit Sie sich diesbezüglich umfassend informieren können, stellen sich entsprechende Einrichtungen direkt an unserer Klinik vor und gewähren Ihnen Einblicke in ihre Arbeit. Eine Folgebehandlung ist darüber hinaus auch in einer unserer Psychiatrischen Institutsambulanzen möglich.
Ihre Familienmitglieder laden wir zu Angehörigengespräche in Teupitz ein. Dort erfahren sie, welche Unterstützung möglich ist. Ein besonderes Augenmerk gilt Ihrer sozialen Sicherheit, weiteren Behandlungsmöglichkeiten wie Rehabilitationsmaßnahmen sowie der gestuften Wiedereingliederung an Ihrem Arbeitsplatz. Hier arbeitet unser Sozialdienst eng mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement verschiedener Firmen zusammen. Selbstverständlich werden wir diesbezüglich nur mit Ihrem Einverständnis aktiv. Unser gemeinsames Ziel ist es, dass Sie so bald wie möglich wieder in Ihr gewohntes Leben zurückkehren können.
Die Station ist für alle Patient:innen mit stoffgebunden Süchten geeignet.
Bitte melden Sie sich über unsere Zentrale Aufnahme Psychiatrie und Neurologie unter der Telefonnummer 033766-66-404 an. Es sind keine Vorgespräche nötig.
Für die Aufnahme benötigen wir folgende Unterlagen:
Falls Sie spezielle Medikamente einnehmen, bringen Sie dies bitte mit.
Für den stationären Aufenthalt packen Sie bitte Alltags- und Sportkleidung, Hygieneartikel sowie die Dinge Ihres täglichen Bedarfs ein.
Sollten Sie eine:n gesetzliche:n Betreuer:in haben, bringen sie bitte wenn möglich eine Kopie des Betreuungsausweis mit.
Unsere Station verfügt über Zweibett-Zimmer. Den Gruppen- und Speiseraum nutzen Sie gemeinsam mit den anderen Patient:innen. Die Stationen sind barrierefrei. Allerdings ist der Garten von Station 2.2 über eine Treppe zu erreichen. Unser Fernsehraum steht allen Patient:innen zur Verfügung, ebenso ein schöner Balkon.
Besuch ist täglich ab 16.00 Uhr und am Wochenende auf und außerhalb der Stationen möglich. Auf den Patientenzimmern kann kein Besuch empfangen werden. Wir bitten alle Besucher:innen sich zunächst beim Personal anzumelden.

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