
Daniela Settgast
Dipl.-Psychologin
Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik | Station 5.1

Neben der Behandlung von allgemeinpsychiatrischen Erkrankungen, wie Depressionen und Angsterkrankungen, liegt der Behandlungsschwerpunkt der Station 5.1 in der Therapie von affektiven Störungen, wie posttraumatischen Belastungsstörungen.
Verschiedene Symptome können auf eine affektive Störung hinweisen. Dazu können folgende gehören:
Es ist wichtig, solche Symptome ernst zu nehmen und sich professionelle Hilfe zu suchen. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie an einer affektiven Störung leiden, sind wir gerne für Sie da. Unsere Spezialist*innen unterstützen Sie mit evidenzbasierten (wissenschaftlich erprobten) Behandlungsverfahren.
Im Vorgespräch explorieren wir die Symptome und nehmen eine erste diagnostische Einordnung vor. Durchgeführt werden die Vorgespräche von den zuständigen psychotherapeutischen Kolleg:innen. Dies bietet Ihnen eine erste Möglichkeit, sich mit unserer Station und unserem Therapeutenteam vertraut zu machen und sich eingehender über unsere Arbeit zu informieren. Wir besprechen und vereinbaren mit Ihnen die Behandlungsziele, die Behandlungsdauer sowie einen möglichen Aufnahmetermin. Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen.
Die Dauer einer stationären Behandlung beträgt in der Regel zwischen acht und zwölf Wochen, kann aber abhängig von der individuellen Patientengeschichte stark variieren. Bei Bedarf werden PTBS-Betroffene wiederholt für einen Behandlungszyklus von jeweils acht bis zwölf Wochen stationär aufgenommen.
Mit unserem, auf die affektiven Störungen zugeschnittenen Angebot helfen wir Ihnen, in der akuten Krise die Symptome zu lindern, ein Krankheitsverständnis zu entwickeln und/ oder die Erkrankung zu akzeptieren. Wir bieten Ihnen mit unserer stationären Behandlung einen sicheren therapeutischen Ort auf Zeit.
Patient:innen, die komplex, mehrfach und früh traumatisiert sind, können bei entsprechendem Behandlungsfokus (hier mit Schwerpunkt auf die soziale Interaktion) auch weiterhin kompetent auf der Station 7.1 in Teupitz behandelt werden.
Bei einer bestätigten posttraumatischen Belastungsstörung wird oft eine Sonderform der Psychotherapie, die sogenannte Traumatherapie, empfohlen. Sie kombiniert Methoden aus der Verhaltens- und der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie mit weiteren Techniken.
Bei der EMDR-Technik (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) werden die rechte und die linke Hälfte des Gehirns therapeutisch stimuliert und hierüber die traumatischen Erinnerungen bearbeitet. Meist geschieht das dadurch, dass die Patient*innen zu Augenbewegungen nach rechts und links im schnellen Wechsel angeleitet werden. Dadurch werden alte, unverarbeitete Erinnerungen zunächst aktiviert, dann verarbeitet und im Therapiegespräch (neu) bewertet um die Patienten dann nicht mehr so stark zu belasten.
Weitere Verfahren aus dem trauma-therapeutischen Repertoire sind die kognitiv-behaviorale Therapie (CPT), die verlängerte Exposition (PE) und IRRT (Imagery Rescripting and Reprocessing). Die IRRT konzentriert sich neben der Exposition, also der Konfrontation mit angstbesetzten Erinnerungen, auch auf die Selbstheilungskräfte der Patient*innen und ermöglicht so eine Neubewertung der erlebten Situation/en. Indem die Betroffenen neue, beruhigende Bilder entwickeln, werden die traumatischen Eindrücke entmachtet.
CBT setzt als Verhaltenstherapie darauf, Denkvorgänge und Verarbeitungsprozesse der Betroffenen zu ändern. Das Bewusstmachen und das Hinterfragen der Denkweisen verändern dann auch die psychischen und körperlichen Reaktionen der Betroffenen.
Erinnerungen können bei keinem dieser Verfahren gelöscht werden. Dies ist nicht das Ziel der Traumatherapie. Vielmehr geht es darum, zu lernen, mit den Erinnerungen zu leben, das Erlebte neu zu sortieren, einzuordnen und nur dann auf sie zuzugreifen, wenn Sie es wollen und nicht umgekehrt. Sie übernehmen die Kontrolle über Ihre wiederkehrenden Erinnerungen und haben damit das Ruder in der Hand.
Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf, wenn Sie Hilfe benötigen. Wir begleiten Sie gern.
Die Station in konzipiert für die Behandlung von Patient:innen mit Traumafolgestörungen und/oder Depressionen und Angststörung. Voraussetzungen für eine stationäre Therapie bei uns ist Ihre Behandlungsmotivation. Sie müssen zu Absprachen fähig und bereits sein, mit uns zu kooperieren. Eine angemessene Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit setzen wir voraus. Während der Behandlung ist ein völliger Verzicht auf Suchtmittel Voraussetzung, ebenso die Fähigkeit zur Selbststeuerung und Einsichtsfähigkeit. Es darf keine akute Suizidalität (Selbstmordgefährdung) oder eine akute Psychose vorliegen.
Die geplante Aufnahme zu traumakonfrontativen Behandlung erfolgt nach einem mit den Therapeuten/-innen der Station unter Tel 033766 66134 oder -552 vereinbarten Vorgespräch über eine Warteliste, da die Behandlungsplätze begrenzt sind. Alle anderen Aufnahmen z.B. Behandlung von Depression, Angst- und Zwangsstörungen, sowie eine Stabilisierungsbehandlung bei PTBS vor der Traumkonfrontation erfolgen nach vorhandener Kapazität über unsere Zentrale Aufnahme. Bei akuter Suizidalität und im Vordergrund stehender Psychose oder Suchterkrankung kann die Aufnahme nicht auf der Station 5.1 erfolgen.
Für die Aufnahme benötigen wir folgende Unterlagen:
Falls Sie spezielle Medikamente einnehmen, bringen Sie dies bitte mit.
Für den stationären Aufenthalt packen Sie bitte Alltags- und Sportkleidung, Hygieneartikel sowie die Dinge Ihres täglichen Bedarfs ein.
Sollten Sie eine:n gesetzliche:n Betreuer:in haben, bringen sie bitte wenn möglich eine Kopie des Betreuungsausweis mit.
Die Station liegt auf zwei Etagen in einem Altbau mit eigenem Garten und Sitzecken. Auf der Stationsebene befinden sich Doppel- und einige wenige Einzelzimmer, deren Vergabe durch das Team erfolgt. Daneben befinden sich Gemeinschaftsräume auf jeder Ebene, z.B. Aufenthalts-, Speise und Therapieräume.
Außerhalb der Therapiezeiten kann in den Gemeinschaftsräumen oder in unseren Außenbereichen der Station Besuch empfangen werden.

Dipl.-Psychologin

Leitender Oberarzt

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