Asklepios Klinik Nord - Ochsenzoll

Klinikportrait

Klinikportrait

Asklepios Klinik Nord - Ochsenzoll

Eine der größten psychiatrischen Kliniken Deutschlands

Seit 1893 werden am Standort Ochsenzoll Menschen mit psychischen Erkrankungen behandelt. Was einst als weitläufige psychiatrische Anstalt am damaligen Stadtrand Hamburgs entstand, ist heute eine moderne Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik mit spezialisierten Behandlungsschwerpunkten.

Gemeinsam mit der Psychiatrie Wandsbek gehört Ochsenzoll mit mehr als 1.000 stationären und teilstationären Behandlungsplätzen und einem umfangreichen ambulanten Angebot zu den größten psychiatrisch-psychotherapeutischen Einrichtungen Deutschlands. Als Klinik der psychiatrisch-psychotherapeutischen Maximalversorgung behandeln wir Menschen mit akuten psychischen Krisen ebenso wie Patient:innen mit komplexen oder chronischen Erkrankungen.

Unsere Behandlung reicht von der psychiatrischen Notfallversorgung über spezialisierte stationäre Therapien bis zur tagesklinischen und ambulanten Betreuung. Ärzt:innen, Psycholog:innen, Pflegefachpersonen, Therapeut:innen und Sozialarbeiter:innen arbeiten dabei eng zusammen. Ziel ist eine Behandlung, die sowohl die Erkrankung als auch die persönliche Lebenssituation berücksichtigt.

Krankenhaus mit Geschichte

1893: Die Anfänge in Ochsenzoll

Am 1. April 1893 zogen die ersten Patient:innen in die damalige „Landwirtschaftliche Kolonie für Geisteskranke“ ein. Auf einem rund 130 Hektar großen Waldgelände entstanden zunächst vier Krankenpavillons mit insgesamt 200 Betten. Die Anlage wurde bewusst mit einem dörflichen Charakter gestaltet, der bis heute in Teilen erhalten geblieben ist.

1897 entwickelte sich die Kolonie zu einer eigenständigen Heil- und Pflegeanstalt. In den folgenden Jahrzehnten wuchs Ochsenzoll zu einer bedeutenden psychiatrischen Einrichtung Hamburgs heran.

1933 bis 1945: Verfolgung und Krankenmorde

Die Geschichte Ochsenzolls ist auch mit den nationalsozialistischen Medizinverbrechen verbunden. Während der NS-Zeit wurden Tausende Patient:innen aus der damaligen Heil- und Pflegeanstalt deportiert. Viele wurden in Tötungsanstalten ermordet. In der sogenannten Kinderfachabteilung starben mindestens 23 Kinder durch medizinische Versuche und gezielte Tötungen.

Heute erinnern ein Gedenkort vor Haus 25, Gedenk- und Stolpersteine auf dem Klinikgelände sowie weitere Erinnerungstafeln an die Opfer und an Menschen, die Widerstand gegen das NS-Regime leisteten. Die Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit ist Teil der Verantwortung des heutigen Klinikstandorts.

Vom Landeskrankenhaus zur modernen Fachklinik

Über viele Jahrzehnte war Ochsenzoll als psychiatrisches Landeskrankenhaus bekannt. Mit der Eingliederung der Hamburger Krankenhäuser in den Landesbetrieb Krankenhäuser 1981 und der späteren Übernahme durch Asklepios veränderten sich auch die organisatorischen Strukturen.

Zwischen 2006 und 2008 wurde die psychiatrische Versorgung umfassend neu geordnet. An die Stelle einer überwiegend allgemeinpsychiatrischen Struktur traten spezialisierte psychiatrisch-psychotherapeutische Kliniken mit differenzierten Behandlungskonzepten.

2023: 130 Jahre Ochsenzoll

Zum 130-jährigen Bestehen öffnete sich die Klinik mit verschiedenen Veranstaltungen für die Hamburger Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt standen Einblicke in die moderne psychiatrische Behandlung, die Geschichte des Standorts und der Abbau von Vorurteilen gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Unser medizinisches Spektrum

Am Standort Ochsenzoll ist die psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung nach Erkrankungsbildern und Behandlungsbedarfen spezialisiert.

Unsere psychiatrischen Behandlungsschwerpunkte

  • Affektive Erkrankungen sowie Angst- und Zwangsstörungen

  • Akutpsychiatrie und Psychosen

  • Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen

  • Abhängigkeitserkrankungen

  • Gerontopsychiatrie

  • Forensische Psychiatrie

Weitere Behandlungsangebote

  • Psychiatrische Zentrale Notaufnahme

  • Psychiatrische Institutsambulanzen und Spezialambulanzen

  • Psychiatrische Tageskliniken und Zentren für seelische Gesundheit

  • Forensisches Therapiezentrum

Hilfe in psychischen Krisen: rund um die Uhr

Psychische Krisen können jederzeit auftreten. Deshalb ist unsere Psychiatrische Zentrale Notaufnahme an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr geöffnet.

Sie ist Anlaufstelle für Menschen, die akut psychisch erkranken oder bei denen sich eine bestehende Erkrankung deutlich verschlechtert. Das spezialisierte Behandlungsteam klärt zunächst, welche Unterstützung erforderlich ist. Je nach Situation kann die weitere Versorgung ambulant, tagesklinisch oder stationär erfolgen. Bei besonders schweren akuten Krisen stehen auch geschützte Behandlungsbereiche zur Verfügung. Die Psychiatrische Zentrale Notaufnahme befindet sich in Haus 5 auf dem Klinikgelände Ochsenzoll. Eine Vorstellung ist im Notfall ohne vorherige Anmeldung möglich.

Spezialisierte Therapien für unterschiedliche Erkrankungen

Nicht jede psychische Erkrankung erfordert dieselbe Behandlung. In Ochsenzoll arbeiten deshalb spezialisierte Teams, die ihre therapeutischen Konzepte an den jeweiligen Krankheitsbildern ausrichten.

Bei chronischen Depressionen kommt beispielsweise das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) zum Einsatz. Für Patient:innen mit schweren depressiven Erkrankungen stehen darüber hinaus besondere Behandlungsverfahren zur Verfügung. Dazu gehören die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS), die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) und die Ketaminbehandlung.


Auch bei Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen, Psychosen, Essstörungen und Abhängigkeitserkrankungen bestehen spezialisierte Therapieangebote. Psychotherapeutische Verfahren werden dabei mit medikamentöser Behandlung und ergänzenden Therapien verbunden, soweit dies medizinisch sinnvoll ist.

Ein Klinikgelände mit eigenem Charakter

Wer nach Ochsenzoll kommt, betritt kein klassisches Krankenhaus mit einem großen zentralen Gebäude. Der Standort ist historisch gewachsen. Einzelne Klinikgebäude verteilen sich auf einem weitläufigen Gelände, dessen ursprünglicher parkartiger Charakter bis heute erkennbar ist.

Die Anlage entstand Ende des 19. Jahrhunderts bewusst als eigenständiges Ensemble mit kleinen Pavillons und Grünflächen. Auch wenn sich die medizinische Nutzung seither grundlegend verändert hat, ist ein Teil dieser ursprünglichen Gestaltung erhalten geblieben.

Therapie, Alltag und neue Perspektiven

Zur psychiatrischen Behandlung gehört auch die Frage, wie der Alltag außerhalb der Klinik gelingen kann. In Ochsenzoll ergänzen deshalb ergotherapeutische, bewegungstherapeutische und sozialtherapeutische Angebote die ärztliche und psychotherapeutische Behandlung.

In der Ergotherapie und Arbeitstherapie können Patient:innen ihre Fähigkeiten stärken, neue Fertigkeiten entwickeln und schrittweise wieder an regelmäßige Tätigkeiten herangeführt werden. Sozialarbeiter:innen unterstützen bei Fragen zur Wohnsituation, zur beruflichen Wiedereingliederung und zur weiteren Versorgung nach dem Klinikaufenthalt.

Forensische Psychiatrie: Behandlung und Rehabilitation im Maßregelvollzug

In der Forensischen Psychiatrie behandeln wir Menschen, die aufgrund einer psychischen Erkrankung im Zusammenhang mit einer Straftat gerichtlich im Maßregelvollzug untergebracht wurden. Die Behandlung verbindet psychiatrische und psychotherapeutische Therapie mit den besonderen Sicherheitsanforderungen des Maßregelvollzugs.


Ziel ist es, die Erkrankung zu behandeln, das Risiko weiterer Straftaten zu verringern und die Patient:innen auf ein möglichst selbstständiges, straffreies Leben vorzubereiten. Dafür arbeiten spezialisierte Teams in der Aufnahme und Orientierung, der Behandlung und Rehabilitation sowie im Forensischen Therapiezentrum zusammen.


Ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation sind praktische Tätigkeiten und die berufliche Qualifizierung. Auf dem Klinikgelände gehören dazu unter anderem die Gärtnerei und die Fahrradwerkstatt. Beide Einrichtungen sind auch für die Öffentlichkeit zugänglich: Besucher:innen können in der Gärtnerei Pflanzen kaufen oder ihr Fahrrad in der Werkstatt reparieren lassen.

Die Asklepios Klinik Nord in Social Media

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