
dr. med. Jan Alexander Schwesinger
Oberarzt
Zentrum für Neurostimulation
Die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) ist ein etabliertes Behandlungsverfahren für Patient:innen mit schweren psychischen Erkrankungen. Im Zentrum für Neurostimulation der Asklepios Klinik Nord am Standort Ochsenzoll setzen wir die EKT insbesondere bei schweren depressiven Episoden, manischen Zuständen und Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis ein.
Bei der EKT wird unter Kurznarkose durch einen kurzen, kontrollierten elektrischen Impuls ein epileptischer Anfall ausgelöst. Dieser führt zu Veränderungen im Gehirn, die zur Verbesserung der Krankheitssymptome beitragen können.
In der Regel umfasst eine Behandlungsserie etwa zwölf Anwendungen, die zwei- bis dreimal pro Woche durchgeführt werden. Wie viele Behandlungen individuell erforderlich sind, richtet sich nach Erkrankung und Behandlungsverlauf.
Eine EKT kann insbesondere dann eine Behandlungsmöglichkeit sein, wenn andere Therapien nicht ausreichend wirksam waren. Ein Vorteil kann der vergleichsweise schnelle Wirkungseintritt sein. Das kann insbesondere bei schweren Krankheitsverläufen von Bedeutung sein.
Bei:
Vor einer EKT erfolgen körperliche und psychiatrische Untersuchungen sowie Laboruntersuchungen. Auch die bestehende Medikation wird überprüft und bei Bedarf angepasst.
Die eigentliche Behandlung findet unter Kurznarkose statt. Währenddessen werden unter anderem Blutdruck, Herzaktivität, Hirnströme und Sauerstoffsättigung überwacht. Nach Gabe eines muskelentspannenden Medikaments wird über Elektroden ein kontrollierter elektrischer Impuls abgegeben. Der dadurch ausgelöste epileptische Anfall dauert typischerweise ungefähr eine Minute und ist durch die Muskelentspannung äußerlich kaum sichtbar.
Wenige Minuten später wachen Patient:innen wieder auf und werden zunächst überwacht. Anschließend können sie auf die Station zurückkehren.
Vor der EKT müssen Patient:innen nüchtern sein. Die letzte feste Nahrung sollte mindestens sechs Stunden zurückliegen. Klare Flüssigkeiten dürfen nach den derzeitigen Angaben bis zwei Stunden vor der Behandlung getrunken werden. Vor Beginn wird ein venöser Zugang gelegt, über den die Medikamente für Kurznarkose und Muskelentspannung gegeben werden.
Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Übelkeit, vorübergehende Verwirrtheit und Gedächtnisstörungen. Ausmaß und Dauer können individuell unterschiedlich sein. Verwirrtheit und Gedächtnisstörungen können im Verlauf einer Behandlungsserie zunehmen und nach Abschluss der EKT wieder abklingen.
Die EKT wird im Zentrum für Neurostimulation am Standort Ochsenzoll durchgeführt. An der Behandlung sind Fachärzt:innen für Psychiatrie und Anästhesiologie, Ärzt:innen in Weiterbildung sowie Pflege- und Anästhesiefachkräfte beteiligt.

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