Asklepios Klinik Nord - Ochsenzoll

Sozialpädagogischer Fachdienst

Perspektiven für die Zeit nach der Behandlung

Psychische Erkrankungen können viele Lebensbereiche betreffen – etwa Wohnen, Arbeit, Finanzen, Familie oder die weitere Versorgung nach einem Klinikaufenthalt. Der Sozialpädagogische Fachdienst unterstützt Patient:innen und Angehörige dabei, dringende soziale und organisatorische Fragen zu klären und Perspektiven für die Zeit nach der Behandlung zu entwickeln.

Unsere Sozialpädagog:innen sind fest in die multiprofessionellen Teams der Stationen, Tageskliniken und psychiatrischen Ambulanzen eingebunden. Sie bilden die Schnittstelle zwischen der Behandlung in der Klinik, dem persönlichen Lebensumfeld und weiterführenden Hilfsangeboten.

Sozialpädagogischer Dienst

Anke Linbecker

Psychiatrisch-Psychotherapeutisches Ambulanzzentum

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Alles auf einen Blick

Während einer psychiatrischen Behandlung können Fragen zur aktuellen oder zukünftigen Wohnsituation wichtig werden. Der Sozialpädagogische Fachdienst berät, begleitet und unterstützt Patient:innen rund um das Thema Wohnen.

Dabei kann es unter anderem um die Sicherung der eigenen Wohnung bei drohendem Wohnungsverlust gehen. Ebenso beraten wir zu Hilfen im eigenen Wohnraum, ambulant oder stationär betreuten Wohnformen sowie Pflegeeinrichtungen. Auch nachsorgende Angebote und notwendige Anträge können gemeinsam geklärt werden.

Arbeitslosigkeit, Geldsorgen oder Schulden können eine psychische Erkrankung zusätzlich belasten. Wenn der Lebensunterhalt nicht ausreichend gesichert ist, beraten wir zu möglichen finanziellen Leistungen.

Dazu gehören beispielsweise Arbeitslosengeld, Grundsicherung, Sozialhilfe, Krankengeld und Pflegegeld. Im Beratungsgespräch geht es darum, die konkrete Situation zu klären, Ursachen und Handlungsmöglichkeiten zu besprechen und bei Bedarf Anträge vorzubereiten.

Die Unterstützung richtet sich danach, was Patient:innen benötigen. Alle Schritte erfolgen nur in Absprache mit ihnen und unter Wahrung der Schweigepflicht.

Für Patient:innen mit Überschuldung bietet die Asklepios Klinik Nord am Standort Ochsenzoll eine professionelle Schuldnerberatung an, die eng mit dem Sozialpädagogischen Fachdienst zusammenarbeitet. Dadurch ist ein schneller und vergleichsweise niedrigschwelliger Zugang zur Beratung möglich.

Zum Angebot gehören:

  • Übersicht über die wirtschaftliche Situation
  • Existenzsicherung, beispielsweise bei drohendem Wohnungsverlust
  • Haushalts- und Budgetplanung
  • Prüfung von Verbindlichkeiten
  • Erstellung eines Zahlungsplans
  • gegebenenfalls Schriftverkehr und Vergleichsverhandlungen mit Gläubiger:innen
  • Vorbereitung und Begleitung einer Regel- oder Verbraucherinsolvenz
  • bei Bedarf Vermittlung an andere Beratungsstellen

Ziel ist es, Patient:innen im sozialen und wirtschaftlichen Bereich zu stabilisieren, damit finanzielle Probleme die psychiatrische Behandlung möglichst wenig beeinträchtigen.

Der Kontakt zur Schuldnerberatung erfolgt über die zuständigen Sozialarbeiter:innen beziehungsweise Sozialpädagog:innen der jeweiligen Behandlungseinheit.

Arbeit und Beschäftigung sind für viele Menschen ein wichtiger Teil ihres Lebens. Eine psychische Erkrankung kann darauf erhebliche Auswirkungen haben. Deshalb gehört die berufliche Perspektive ausdrücklich zur sozialpädagogischen Beratung.

Wir unterstützen bei der Klärung der Arbeitssituation, etwa bei drohender Kündigung oder bei Fragen zum Umgang mit der Erkrankung am Arbeitsplatz. Gemeinsam können neue berufliche und persönliche Perspektiven entwickelt werden. Wenn eine Erwerbstätigkeit krankheitsbedingt vorerst nicht möglich ist, beraten wir auch zu alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten wie ehrenamtlichem Engagement.

Darüber hinaus informieren wir über berufliche und medizinische Rehabilitationsangebote und vermitteln Kontakte zu entsprechenden Anbieter:innen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Sprechstunde der Agentur für Arbeit in der Klinik genutzt werden. Bei Bedarf unterstützen wir bei Anträgen oder helfen dabei, außerhalb der Klinik die richtigen Ansprechpartner:innen zu finden.

Auch Selbsthilfegruppen und Peer-Beratung können zur Stabilisierung beitragen. Der Sozialpädagogische Fachdienst informiert Patient:innen und Angehörige bei Bedarf über passende Angebote.

Psychische Erkrankungen können dazu führen, dass plötzlich sozialrechtliche Fragen geklärt werden müssen. Der Sozialpädagogische Fachdienst berät Patient:innen und Angehörige zu möglichen Ansprüchen, Zuständigkeiten und notwendigen Anträgen.

Dazu gehören unter anderem Fragen zu Kranken- und Pflegeversicherung, Arbeitslosengeld, Grundsicherung, Pflegegrad, Schwerbehindertenrecht, Rentenleistungen sowie zu Rehabilitationsmaßnahmen. Auch Vorsorgevollmacht, Patient:innenverfügung und gesetzliche Betreuung können Thema der Beratung sein.

Wenn Patient:innen Unterstützung benötigen, helfen die Sozialpädagog:innen bei der Orientierung im Hilfesystem, bei Anträgen und bei der Suche nach den zuständigen Behörden, Kostenträgern oder Beratungsstellen. Soweit erforderlich, kann auch bei Widersprüchen unterstützt werden.

Darüber hinaus können Fragen zum Aufenthaltsstatus, zu Bleiberecht oder Asylverfahren eine Rolle spielen. Auch hier geht es darum, die persönliche Situation zu klären und bei Bedarf an geeignete spezialisierte Stellen weiterzuvermitteln. Alle Schritte erfolgen gemeinsam mit den Patient:innen und in Abstimmung mit dem jeweiligen Behandlungsteam.

Eine psychische Erkrankung wirkt sich häufig auch auf das soziale Umfeld aus. Für die Genesung und Stabilisierung kann es wichtig sein, sich während und nach einer psychiatrischen Behandlung auf Familie, Partner:innen, Freund:innen oder andere Bezugspersonen verlassen zu können. Deshalb beziehen wir das persönliche Umfeld in Beratung und Therapie ein, wenn Patient:innen dem zustimmen und die Einbeziehung für sie hilfreich ist. 

Während des Klinikaufenthalts können Schwierigkeiten in Partnerschaft, Familie oder Nachbarschaft die Behandlung zusätzlich belasten. Auch ganz praktische Fragen können eine Rolle spielen – etwa wenn die Betreuung von Kindern während des Aufenthalts noch nicht geklärt ist. Bei solchen Problemen unterstützen der Sozialpädagogische Fachdienst und die behandelnden Therapeut:innen dabei, Lösungen zu finden. 

Auch Freizeit und soziale Kontakte können nach einer psychischen Erkrankung neu organisiert werden müssen. Bereits während des Aufenthalts beraten wir deshalb dazu, welche Kontakt-, Freizeit- oder Begegnungsmöglichkeiten nach der Entlassung passen könnten. Dabei orientieren wir uns an den persönlichen Interessen, Möglichkeiten und Ressourcen der Patient:innen. Ein Beispiel ist die Kulturloge Hamburg: Wenn entsprechende Angebote verfügbar sind, können finanziell benachteiligte Menschen darüber kostenfrei kulturelle Veranstaltungen in Hamburg besuchen.

Bei Abhängigkeitserkrankungen entwickelt der Sozialpädagogische Fachdienst gemeinsam mit Patient:innen eine Perspektive für die weitere Versorgung.

Dazu gehören:

  • Beratung über das Suchthilfesystem
  • Anbindung an ambulante Suchtberatungsstellen
  • Anbindung an Ambulanzen der Klinik für Abhängigkeitserkrankungen
  • Vermittlung zu Selbsthilfegruppen
  • Weitervermittlung in teil- oder vollstationäre Einrichtungen innerhalb und außerhalb der Klinik
  • medizinische Rehabilitation beziehungsweise Entwöhnungsbehandlung
  • Maßnahmen der Eingliederungshilfe
  • Vermittlung in Obdachlosenunterkünfte
  • Vermittlung in Wohnprojekte oder Wohngruppen
  • Organisation von Unterstützungsangeboten im eigenen Wohnraum
  • Klärung behördlicher Angelegenheiten
  • Vermittlung an spezialisierte Beratungsstellen und Ämter

Ziele sind die Stärkung der Abstinenzmotivation und Abstinenzfähigkeit, die Erweiterung der persönlichen Handlungskompetenz und Unterstützung bei der Orientierung im System der sozialen Sicherung sowie beim Aufbau individueller Hilfen.

KIK - Kunst in der Klinik

KiK – Kunst in der Klinik richtet sich an Menschen mit Psychiatrieerfahrung, die eine besondere künstlerische Motivation oder Begabung mitbringen. Das Angebot ist ausdrücklich keine Fortsetzung der Kunsttherapie. Ziel ist vielmehr, Künstler:innen langfristig Raum und Unterstützung für ihre eigene künstlerische Arbeit zu geben.

Entstanden ist KiK im Umfeld des Weltpsychiatriekongresses 1998. Damals kamen Künstler:innen im Rahmen von zwei Ausstellungen im damaligen Allgemeinen Krankenhaus Ochsenzoll zusammen. Daraus entstand der Wunsch, nicht nur gemeinsam auszustellen, sondern auch den Prozess des Malens und Gestaltens miteinander zu teilen. Unter der Leitung von Horst Thalmeier und Manfred Voepel gründete sich zunächst „KIK – Kunst im Krankenhaus“.

Seit 1999 treffen sich die Aktiven einmal wöchentlich unter künstlerischer Leitung. Gemeinsam wird gemalt und gestaltet, Bilder werden gerahmt und Passepartouts zugeschnitten, Ausstellungen vorbereitet und künstlerische Arbeiten besprochen. Der Austausch innerhalb der Gruppe spielt dabei eine wichtige Rolle. 

2006 wurde KiK im bundesweiten Wettbewerb Startsocial mit dem Prädikat „Bundesauswahl“ ausgezeichnet. Im Laufe der Jahre entstanden zahlreiche Ausstellungen innerhalb und außerhalb Hamburgs. Die Gruppe wurde dabei von verschiedenen Unterstützer:innen und Sponsor:innen begleitet. 

Nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden von Manfred Voepel im Jahr 2010 übernahmen Sabine Schönleiter und Sabine Dähnhardt wesentliche Aufgaben in der weiteren Arbeit der Gruppe. Seit 2013 tritt das Angebot unter dem Namen „KiK – Kunst in der Klinik“ auf und verwaltet seine Finanzen selbstständig.  Die Teilnahme ist grundsätzlich kostenlos.

Beim Verkauf eines Bildes oder einer Skulptur fließen 20 Prozent des Verkaufserlöses in die Gruppenkasse. Davon werden unter anderem Bilderrahmen und Materialien finanziert, aber auch gemeinsame Museumsbesuche. Die Räumlichkeiten können kostenfrei auch außerhalb der regelmäßigen Treffen genutzt werden. 

KiK steht künstlerisch interessierten Menschen mit Psychiatrieerfahrung offen. Ein festgelegtes Aufnahmeverfahren gibt es nicht. Entscheidend sind die künstlerische Motivation und die Fähigkeit, sich in die Gruppe einzubringen.

Fachliche Qualität und Ausbildung

Regelmäßige Fortbildungen und Intervision, zum Beispiel durch kollegiale Beratung, helfen uns, die Qualität unserer sozialpädagogischen Arbeit und damit die Versorgung unserer Patient:innen kontinuierlich weiterzuentwickeln.


Auch über die Klinik hinaus bringen wir uns fachlich ein: Unsere Mitarbeiter:innen wirken in Fachgremien und Arbeitskreisen mit und pflegen ein Netzwerk mit unterschiedlichen Kooperationspartner:innen.


Seit vielen Jahren ist der Sozialpädagogische Fachdienst der Asklepios Klinik Nord am Standort Ochsenzoll zudem anerkannte Praxisstätte für Studierende der Sozialen Arbeit – sowohl der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) als auch vergleichbarer Bildungseinrichtungen im gesamten Bundesgebiet.

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Sprechen Sie uns an

Der Fachdienst ist den Stationen, Tageskliniken und psychiatrischen Ambulanzen fest zugeordnet. Patient:innen können sich über das jeweilige Behandlungsteam an die zuständigen Sozialpädagog:innen wenden.