Asklepios Klinik Nord - Heidberg

Leberkrebs

Wissenswertes über Symptome, Diagnose und Behandlung

Leberkrebs

Ein lebereigener Tumor kann von den Leberzellen selbst ausgehen (hepatocelluläres Karzinom/HCC). Das HCC bildet sich bei vielen Betroffenen als Folge einer Leberschädigung, die als Leberzirrhose (Schrumpfleber: die erkrankte Leber vernarbt und schrumpft) bezeichnet wird. Geht der Tumor vom Gallenwegsystem aus, so bezeichnet die Fachwelt ihn als cholangiozelluläres Karzinom (CCC). Ein CCC betrifft entweder Gewebe in der Leber oder das Gallenwegsystem zwischen Leber und Zwölffingerdarm. Die meisten Menschen, die an Leberkrebs erkranken, leiden allerdings an einer Tochtergeschwulst (Metastase) als Absiedlung der Tumorerkrankung eines anderen Organs, beispielsweise des Magens oder des Darms.

Auf diesen Seiten haben wir wichtige Informationen zur Diagnose, den Symptomen und den Behandlungsmöglichkeiten von Leberkrebs für Sie zusammengestellt. Wir erläutern, wie Leberkrebs entsteht, welche Faktoren das Risiko für die Entwicklung dieser Krankheit erhöhen und welche modernen Therapieansätze bei Asklepios zur Verfügung stehen. Mit diesen Informationen möchten wir dazu beitragen, dass Sie ein Verständnis für die Erkrankung entwickeln, um bei Verdacht schnell handeln zu können.

Unser Team bei Asklepios verfügt über umfassende Erfahrungswerte auf diesem Gebiet, wird Sie bei der Diagnosefindung und Therapie in jeder Phase der Erkrankung bestmöglich unterstützen. Auch wenn Sie einfach nur Fragen haben: Kommen Sie jederzeit gerne auf uns zu.

Welche Symptome treten bei Leberkrebs auf?

Leberkrebs kann insbesondere in frühen Stadien symptomarm sein. Dennoch gibt es eine Reihe von Anzeichen, die auf diese Erkrankung hindeuten können. Wir haben Informationen zu den häufigsten Symptome, die bei Leberkrebs auftreten können, hier für Sie zusammengestellt.

  • Veränderungen der Gallenwege: Diese zeigen sich häufig durch einen sogenannten Ikterus: Das ist eine Gelbfärbung der Haut. Auch eine Gelbfärbung der Augenweiße zählt zu einem Ikterus und deutet ebenfalls auf einen gestörten Gallefluss hin.
  • Vergrößerung der Leber: Leberkrebs kann Metastasen bilden, die sich in der Leber ausbreiten und zu einer Vergrößerung des Organs führen können.
  • Zirrhose: Bei einer Leberzirrhose ist die innere Struktur der Leber, das Lebergewebe, zerstört und durch Narbengewebe ersetzt. Eine Zirrhose entsteht oft durch langjährigen Alkoholmissbrauch oder eine chronische Hepatitis (Entzündung der Leber).

Diese Symptome sind zwar häufige Anzeichen für Leberkrebs, können jedoch auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Wenn Sie sich unsicher sind, zögern Sie nicht, unsere Expert:innen bei Asklepios zu kontaktieren. So können wir frühzeitig eine genaue Diagnose und gegebenenfalls eine frühzeitige Behandlung einleiten.

Was tun bei akuten Symptomen?

Akute Symptome wie starke Bauchschmerzen, eine intensive Gelbfärbung der Haut oder der Augenweiße oder eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustandes stellen eine Notfallsituation dar. Sollten Sie selbst oder jemand in Ihrem Umfeld betroffen sein, wählen Sie bitte umgehend den Notruf 112.

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Wie wird Leberkrebs diagnostiziert?

Die Diagnostik bildet die Grundlage für alle weiteren Therapieschritte bei Leberkrebs.

Folgende Ziele stehen im Mittelpunkt unserer Diagnostik:

  • zuverlässige Unterscheidung zwischen der Herkunft des Tumors – lebereigen oder als Tochtergeschwulst
  • korrekte Zuordnung unserer Untersuchungsergebnisse zu den besonderen anatomischen Gegebenheiten in Ihrer Leber, insbesondere im Hinblick auf wichtige Strukturen wie das Gallenweg- und das Blutgefäßsystem
  • Festlegung des Ausmaßes (Stadiums) der Tumorerkrankung in der Leber

Darüber hinaus spielen auch die Untersuchung der Leberfunktion und das Aufspüren einer möglicherweise zugrunde liegenden Lebererkrankung, etwa einer Virushepatitis (Leberentzündung) oder einer Leberzirrhose (Schrumpfleber), wichtige Rollen. Sollten wir Lebermetastasen nachweisen, so klären wir im Rahmen Ihrer sorgfältigen Diagnostik auch, von welchem Haupttumor die Streuung ausgeht. Selbstverständlich berücksichtigen wir bei unserer Therapieempfehlung Ihre Gesamterkrankung, also ob sich beispielsweise weitere Tumore außerhalb der Leber nachweisen lassen.

Bildgebende Verfahren wie Sonografie (Ultraschall), Computertomografie (CT, computergestützte Röntgenuntersuchung) und Magnetresonanztomografie (MRT, Bildgebungsverfahren mittels eines Magnetfelds) ermöglichen es, die Größe, Lage und Ausbreitung des Tumors genau zu bestimmen. Bluttests auf Tumormarker wie Alpha-Fetoprotein (AFP) und Leberfunktionswerte sind ebenfalls Teil der Diagnostik.

Hier die diagnostischen Abläufe im Überblick:

  • Anamnese: Zunächst erheben unsere Ärzt:innen eine ausführliche Anamnese. Das ist die medizinische Vorgeschichte der Patientin oder des Patienten, die dabei hilft, mögliche Risikofaktoren wie Alkoholkonsum, Hepatitis-Infektionen oder familiäre Vorbelastung zu erfassen und im Zusammenhang zu sehen.
  • Körperliche Untersuchung: Bei der körperlichen Untersuchung tastet die Ärztin oder der Arzt die Bauchregion ab, um so etwaige Veränderungen der Lebergröße feststellen zu können.
  • Bildgebende Verfahren: Eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) ist oft die erste bildgebende Methode, die angewendet wird, um Auffälligkeiten in der Leber zu erkennen. Bei Verdacht auf Leberkrebs können weitere bildgebende Verfahren wie die Computertomografie (CT, computergestützte Röntgenuntersuchung) oder die Magnetresonanztomographie (MRT, Bildgebungsverfahren mittels eines Magnetfelds) zum Einsatz kommen, um die Diagnose zu präzisieren.
  • Labortests: Blutuntersuchungen können Aufschluss über die Leberfunktion geben und spezifische Tumormarker wie das Alpha-Fetoprotein (AFP) identifizieren, das bei Leberkrebs erhöht sein kann.
  • Biopsie: In einigen Fällen kann eine Gewebeprobe (Biopsie) erforderlich sein, um die Diagnose zu sichern. Dabei wird während gleichzeitiger bildgebender Kontrolle eine kleine Menge Gewebe aus der Leber entnommen und mikroskopisch untersucht.

Um bei einer Tochtergeschwulst den Haupttumor zu bestimmen, untersuchen wir Sie gegebenenfalls ergänzend mit einer speziell auf die vermuteten Herkunftsorgane abgestimmten Diagnostik, beispielsweise einer Magen- und/oder einer Darmspiegelung.

Wie wird Leberkrebs behandelt?

Die Behandlung von Leberkrebs erfordert eine individuell abgestimmte Therapie, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Patient:innen zugeschnitten ist. In den medizinischen Fachabteilungen von Asklepios kommen verschiedene Behandlungsmethoden zum Einsatz, die alle darauf zielen, die Ursachen zu klären und zu behandeln, das Wachstum des Tumors zu kontrollieren oder wenn möglich, den Tumor vollständig zu entfernen. Dieser Überblick über die gängigsten Behandlungsansätze soll Ihnen bei der Orientierung helfen.

Operative Tumorentfernung

Das Spektrum an möglichen Operationen der Leber reicht von der einfachen Tumorausschälung bis hin zur Resektion (operativen Entfernung) mehrerer Lebersegmente (Leberbereiche). Unser einziges Ziel ist es, den Tumor komplett zu entfernen. Unsere hochqualifizierten Leberchirurgen verfügen über die erforderliche Erfahrung und Kompetenz, um sicher zu beurteilen, ob die Entfernung des erkrankten Lebergewebes die für Sie aussichtsreichste Behandlung ist und sich Ihr Lebergewebe für die erforderliche Operation eignet (Resektabilität der Leber).

Bei der Planung Ihres individuellen Eingriffs spielen vor allem folgende Faktoren für unsere Spezialisten eine Rolle:

  • die Ausbreitung der Tumorerkrankung in der Leber
  • der Bezug zu wichtigen anatomischen (körperlichen) Strukturen, die unbedingt erhalten werden müssen
  • die anzunehmende Funktionsreserve der Leber

Da die Leber sich sehr gut regenerieren (erholen) und als einziges menschliches Gewebe nachwachsen kann, können wir bei Bedarf bis zu 75 % des Lebergewebes entfernen. Voraussetzung ist, dass durch die Operation die Durchblutung (Zu- und Abfluss) und Galleableitung nicht beeinträchtigt werden.

Sollte eine besonders ausgedehnte Leberoperation für Ihre optimalen Heilungschancen erforderlich sein, so machen unsere kompetenten Chirurgen sich das hohe Regenerationspotential (Erholungsvermögen) der Leber bereits vor der Operation zunutze. Indem wir in Zusammenarbeit mit unseren erfahrenen Radiologen ausgewählte Gefäße innerhalb der Leber mit einem Katheter gezielt verschließen, können wir bereits vor der eigentlichen operativen Entfernung den gesunden Teil der Leber zum Wachstum anregen (Hypertrophieinduktion). Bei Bedarf können unsere erfahrenen Gastroenterologen einen möglichen Galleaufstau ableiten, um den Effekt dieser Maßnahme weiter zu verstärken.

Interventionelle radiologische Tumorbehandlung

Interventionelle radiologische Verfahren wie die transarterielle Chemoembolisation (TACE) oder die Radiofrequenzablation (RFA) sind wichtige Säulen in der Behandlung von Leberkrebs. Diese minimalinvasiven Methoden ermöglichen es, den Tumor direkt anzugehen, ohne größere Operationen durchführen zu müssen. Bei Asklepios nutzen wir diese Techniken, um Tumore zu verkleinern oder zu zerstören, insbesondere, wenn eine Operation nicht möglich ist.

Strahlentherapie

Sollten unsere kompetenten Leberspezialisten Ihnen nicht mit der operativen Entfernung Ihres Lebertumors helfen können, können wir Ihnen auch eine gezielte, optimal auf Ihre körperlichen Voraussetzungen abgestimmte Strahlentherapie anbieten und Ihre individuellen Beschwerden dadurch bestmöglich lindern. Im Gegensatz zu einer Chemotherapie, die im gesamten Körper wirkt, bleibt die Wirkung der Strahlentherapie lokal (örtlich) auf den bestrahlten Gewebebereich begrenzt.

Eine Bestrahlung können wir sowohl durch die Haut (von außen) als auch von innen heraus durchführen, indem unsere Experten die Bestrahlungssonde direkt in den Lebertumor einlegen. Um Ihnen mit einer Strahlentherapie helfen zu können, muss Ihr Tumor klar von gesundem Gewebe abgrenzbar sei, denn auch die gesunden Leberzellen reagieren sehr empfindlich auf Bestrahlung (strahlensensibel). Bei Bedarf versorgen wir Sie parallel zu Ihrer Strahlentherapie mit einer geeigneten Chemotherapie.

In unseren spezialisierten Abteilungen steht Ihnen unter anderem die Selektive Interne Radiotherapie (SIRT), die auch als Radioembolisation bezeichnet wird, zur Verfügung. Mit dieser Sonderform der Strahlenbehandlung kann insbesondere ein hepatozelluläres Karzinom (HCC: Tumor, der vom Lebergewebe selbst ausgeht) gut behandelt werden. Über einen Katheter (feiner Schlauch), den wir in die Leiste einbringen, spritzen wir über die Leberarterie Millionen winziger radioaktiver Kügelchen direkt in die Tumorknoten. Diese setzen eine Strahlung frei, die wenige Millimeter in das umgebende, erkrankte Gewebe eindringt und damit intensiver und effektiver wirkt als die Strahlendosis von außen über die Haut. So können wir gesunde Zellen weitestgehend schonen und das erkrankte Gewebe gezielt und direkt bestrahlen.

Mit einer Strahlentherapie können wir einen Lebertumor zwar selten heilen, aber die Lebensqualität und -erwartung unserer unheilbar an einem Lebertumor erkrankten Patient:innen erheblich steigern. Deshalb wenden wir Sie vor allem im palliativen (beschwerdelindernden) Bereich an.

Um ein Wiederauftreten des Leberkrebses zu verhindern, ist es wichtig, die zugrundeliegenden Ursachen zu behandeln. Dazu gehören beispielsweise die Behandlung einer Hepatitis-Infektion oder die Reduzierung von Risikofaktoren wie Alkoholkonsum. In den Asklepios Kliniken arbeiten unsere Ärzt:innen dafür interdisziplinär (also fachübergreifend) bei Diagnose und Therapie zusammen.

Chemotherapie

Wir bieten Ihnen bei Bedarf eine optimal auf Ihre individuelle Leberkrebserkrankung abgestimmte Chemotherapie (Behandlung mit Medikamenten, die das Wachstum der Tumorzellen hemmen). Entscheidend für die Auswahl der Substanzen oder der Substanzgemische, mit denen wir die für Sie persönlich hilfreichste Therapie entwickeln, sind vor allem folgende Faktoren:

 

  • die genaue Art Ihres Tumors
  • die individuelle Funktionsfähigkeit Ihrer Leber
  • Ihr persönliches Therapieziel

Sollten Sie unter einer fortgeschrittenen, nicht heilbaren Tumorerkrankung leiden, so können wir mit einer Chemotherapie, gegebenenfalls kombiniert mit weiteren Verfahren wie etwa der Strahlentherapie oder lokal-ablativen Techniken zur gezielten Verödung erkrankten Gewebes, Ihre Beschwerden deutlich lindern.

Darüber hinaus setzen wir die Chemotherapie ergänzend ein, wenn wir Ihren Lebertumor operativ entfernen konnten, beispielsweise wenn der betreffende Tumor eine Tochtergeschwulst von Dick- oder Mastdarmkrebs ist. Indem wir Sie bereits vor Ihrer geplanten Tumoroperation vorbereitend mit einer gezielten Chemotherapie behandeln, können wir den anstehenden Eingriff und die damit für Sie verbundene Belastung verkleinern oder den Eingriff überhaupt erst ermöglichen. Mit einer medikamentösen Behandlung nach dem Eingriff können wir das Risiko verringern, dass die Tumorerkrankung in der sich regenerierenden (erholenden) Leber wieder aufflammt.

Gern beantworten wir Ihre Fragen, wenn Sie mehr über unsere Behandlungsmöglichkeiten wissen möchten. Am besten, Sie vereinbaren einfach einen persönlichen Termin.

Begleiterkrankungen bei Leberkrebs

Leberkrebs, auch hepatozelluläres Karzinom (HCC) genannt, tritt häufig nicht isoliert auf. Das bedeutet, dass verschiedene Begleiterkrankungen sowohl Ursache als auch Folge von Leberkrebs sein können.

Diese verwandten Erkrankungen können den Verlauf und die Behandlung von Leberkrebs beeinflussen. Eine Kenntnis über die häufigsten Begleiterkrankungen bei Leberkrebs kann Ihnen helfen, frühzeitig auf unsere Ärzt:innen bei Asklepios zuzukommen.

Leberzirrhose

Leberzirrhose ist eine der Hauptursachen für die Entstehung von Leberkrebs. Sie entsteht durch langfristige Schädigungen der Leber, etwa durch Alkoholmissbrauch oder chronische Infektionen wie Hepatitis B und C. Bei einer Zirrhose wird das Lebergewebe zunehmend durch Narbengewebe ersetzt. Dies beeinträchtigt die Funktion der Leber und erhöht das Risiko für die Entwicklung von Leberkrebs.

Chronische Hepatitis

Chronische Infektionen mit den Hepatitisviren B oder C können zu einer dauerhaften Entzündung der Leber führen. Diese chronische Hepatitis ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Leberkrebs. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung der Hepatitis kann das Risiko für Leberkrebs reduzieren.

Fettleberhepatitis (NASH)

Nichtalkoholische Steatohepatitis (NASH) ist eine Entzündung der Leber, die durch eine Anhäufung von Fett in der Leber verursacht wird. NASH kann zu Leberzirrhose und in weiterer Folge zu Leberkrebs führen. Übergewicht, Typ-2-Diabetes und hohe Blutfettwerte sind Risikofaktoren für NASH.

Hämochromatose

Hämochromatose ist eine erbliche Stoffwechselerkrankung, bei der der Körper zu viel Eisen aufnimmt und speichert. Die Eisenüberladung kann zu einer Schädigung verschiedener Organe, einschließlich der Leber, führen und das Risiko für Leberkrebs erhöhen.

Autoimmune Lebererkrankungen

Autoimmune Hepatitis und primär biliäre Zirrhose sind autoimmune Lebererkrankungen, die zu einer chronischen Entzündung und letztlich zu Leberzirrhose führen können. Auch diese Erkrankungen sind mit einem erhöhten Risiko für Leberkrebs verbunden.

In den Asklepios Kliniken achten wir darauf, Begleiterkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, um das Risiko für Leberkrebs zu minimieren und unseren Patient:innen bestmöglich zu helfen und ihre Lebensqualität zu erhalten. Unsere interdisziplinären Teams aus Gastroenterolog:innen, Hepatolog:innen und Onkolog:innen arbeiten eng zusammen, um Ihnen eine umfassende Versorgung anzubieten.

Prävention von Leberkrebs

Das Risiko, an Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom (HCC)) zu erkranken, kann durch bestimmte Maßnahmen reduziert werden, die sich gut in den Alltag integrieren lassen:

Reduzierung des Alkoholkonsums

Chronischer Alkoholmissbrauch ist eine der Hauptursachen für Leberzirrhose und damit ein signifikanter Risikofaktor für Leberkrebs. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. empfiehlt für Männer maximal 24 Gramm reinen Alkohol pro Tag, was etwa zwei kleinen Gläsern Bier (je 0,3 Liter) entspricht. Für Frauen wird die Hälfte dieser Menge empfohlen. Noch besser ist es, Alkohol nur gelegentlich zu konsumieren oder ganz darauf zu verzichten.

Impfung gegen Hepatitis B

Hepatitis B ist eine weitere häufige Ursache für Leberkrebs. Eine Impfung gegen Hepatitis B kann das Risiko einer Infektion und damit langfristig auch das Risiko für Leberkrebs senken. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Hepatitis B-Impfung für alle Säuglinge, Kinder und Jugendliche sowie für Personen mit erhöhtem Risiko.

Kontrolle von Hepatitis C

Bei einer bestehenden Hepatitis C-Infektion ist eine frühzeitige antivirale Therapie wichtig, um die Entwicklung einer Leberzirrhose und eines hepatozellulären Karzinoms (HCC) zu verhindern. Unsere Expert:innen bei Asklepios empfehlen Personen, die ein Risiko für eine Hepatitis C-Infektion haben, regelmäßige Bluttests durchführen zu lassen und gegebenenfalls eine Behandlung zu beginnen.

Management von Diabetes und Übergewicht

Übergewicht und Typ-2-Diabetes sind Risikofaktoren für die Entwicklung einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) und der nichtalkoholischen Steatohepatitis (NASH), die beide zu Leberkrebs führen können. Eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil an Gemüse, Obst und Vollkornprodukten sowie regelmäßige körperliche Aktivität können entscheidend dazu beitragen, das Risiko einer Erkrankung an Leberkrebs zu verringern. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche, wie schnelles Gehen oder Radfahren.

Vermeidung von Toxinen

Bestimmte Toxine, darunter Aflatoxine (Schimmelpilzgifte in Nahrungsmitteln wie Getreide und Nüssen), können das Risiko für Leberkrebs erhöhen. Daher raten unsere Expert:innen bei Asklepios dazu, auf eine gute Lagerung von Lebensmitteln zu achten und Produkte aus sicheren Quellen zu beziehen.

Regelmäßige ärztliche Kontrollen

Für Personen mit einem erhöhten Risiko für Lebererkrankungen, wie etwa einer Hepatitis-Infektion, Leberzirrhose oder auch mit familiären Vorbelastungen, empfehlen unsere Ärzt:innen bei Asklepios regelmäßige ärztliche Kontrollen. Auf diese Weise können Frühstadien von Leberkrebs aufgedeckt und frühzeitig behandelt werden.

Gesunde Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten und der weitestgehende Verzicht auf rotes sowie verarbeitetes Fleisch können das Risiko für Leberkrebs senken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag, wobei eine Portion etwa einer Handvoll entspricht.

Kaffee als präventives Mittel

Studien deuten darauf hin, dass der regelmäßige Konsum von Kaffee das Risiko für Leberkrebs senken kann. Etwa zwei bis drei Tassen Kaffee täglich können einen schützenden Effekt haben. Gleichzeitig sollte stets auf eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil geachtet werden.

Durch die Integration dieser Maßnahmen in Ihren Alltag können Sie aktiv zur Prävention von Leberkrebs beitragen. Unsere Fachkräfte bei Asklepios beraten Sie gerne zu individuellen Präventionsstrategien und unterstützen Sie dabei, Risikofaktoren zu minimieren.

Die Leber: Zentrales Organ des Stoffwechsels

Die Leber ist das größte innere Organ des Menschen und spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel. Sie befindet sich im rechten Oberbauch unterhalb des Zwerchfells und wiegt bei einem erwachsenen Menschen durchschnittlich etwa 1,5 Kilogramm. Ihre Hauptaufgaben umfassen die Produktion lebenswichtiger Proteine, die Verarbeitung von Nährstoffen, die Entgiftung des Blutes sowie die Speicherung von Vitaminen und Spurenelementen.

Die eigentlichen Leberzellen machen mehr als 90 % der Lebermasse aus. Das Gallenwegsystem bildet die zweite wichtige Funktionseinheit. Es ermöglicht den Transport der in der Leber produzierten Gallenflüssigkeit aus dem Lebergewebe bis in den Zwölffingerdarm. Die Leber verfügt über ein spezielles Blutgefäßsystem: Pfortader und Leberarterie leiten Blut in die Leber hinein. Drei Lebervenen leiten das Blut aus der Leber heraus. Diese Struktur macht die Leber zu einem der am besten durchbluteten Organe des Körpers.

Einzigartig ist die Fähigkeit der Leber zur Regeneration. Selbst nach einer Entfernung von bis zu 70 Prozent des Lebergewebes kann das Organ wieder nachwachsen und seine Funktionen vollständig übernehmen. Diese Eigenschaft ist besonders bei der chirurgischen Behandlung von Lebererkrankungen wie dem Leberkrebs von Bedeutung, da sie es ermöglicht, größere Teile der Leber zu entfernen, ohne die Gesamtfunktion des Organs zu gefährden.

Die Leber ist auch an der Produktion von Galle beteiligt, einer Flüssigkeit, die für die Verdauung und Aufnahme von Fetten im Darm notwendig ist. Die Galle wird in den Gallengängen gesammelt und in der Gallenblase gespeichert, bevor sie in den Dünndarm abgegeben wird.

Aufgrund der vielfältigen Funktionen der Leber können Erkrankungen dieses Organs weitreichende Folgen für den gesamten Körper haben. Aus diesem Grund empfehlen unsere Expert:innen bei Asklepios, Untersuchungen bei Auftreten von Symptomen oder zur Aufklärung bei Unsicherheit. So können die Früherkennung und eine angepasste Behandlung entscheidend dazu beitragen, die Funktion der Leber so weit wie möglich zu erhalten und die Lebensqualität der Patient:innen zu erhalten bzw. zu verbessern.

In den Fachabteilungen von Asklepios stehen Ihnen unsere Expert:innen mit ihrem Fachwissen und modernen Diagnostik- und Behandlungsmethoden zur Seite, um die Gesundheit Ihrer Leber zu schützen und zu stärken.

Hinweis:

Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und werden regelmäßig durch unsere Fachexpert:innen geprüft und aktualisiert. Sie ersetzen dennoch keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch Ärzt:innen, Psycholog:innen, Psychiater:innen oder andere medizinische Fachexpert:innen. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich jederzeit gerne an eine unserer Asklepios Kliniken, ambulanten Praxen und medizinischen Versorgungszentren in Ihrer Nähe oder an Ihre behandelnde Hausärztin oder Ihren behandelnden Hausarzt.