
Heike Braun
Chefarztsekretariat
Bei bestimmten Lebererkrankungen kann sich der Druck in der Pfortader erhöhen. Dieser sogenannte Pfortaderhochdruck kann zu schweren Komplikationen führen, zum Beispiel zu Bauchwasser oder Blutungen aus erweiterten Venen. Mit einem transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunt, kurz TIPS, kann bei ausgewählten Patient:innen eine künstliche Verbindung zwischen Pfortader und Lebervene geschaffen werden. Dadurch lässt sich der Druck im Pfortadersystem senken.
Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv über das Gefäßsystem und wird in enger Abstimmung zwischen der Interventionellen Radiologie und der Gastroenterologie beziehungsweise Hepatologie geplant.
Ein TIPS kommt bei bestimmten Erkrankungen mit erhöhtem Druck im Pfortadersystem infrage. Ob das Verfahren geeignet ist, hängt von der zugrunde liegenden Lebererkrankung, dem Ausmaß des Pfortaderhochdrucks und möglichen Begleiterkrankungen ab.
Die Entscheidung erfolgt deshalb individuell und interdisziplinär.
Beim TIPS wird über einen venösen Gefäßzugang ein Katheter bis in die Leber vorgeschoben. Dort schaffen wir eine Verbindung zwischen einem Ast der Pfortader und einer Lebervene.
Diese Verbindung wird mit einem Stent offengehalten. So kann ein Teil des Blutes die Leber über diesen neuen Weg passieren und der Druck im Pfortadersystem sinken.
Vor dem Eingriff erfolgen die notwendigen klinischen und bildgebenden Untersuchungen.
Der TIPS wird über das Gefäßsystem angelegt. Während des Eingriffs kontrollieren wir die Position der Katheter und des Stents bildgebend und überprüfen anschließend, ob die gewünschte Druckentlastung erreicht wurde. Nach dem Eingriff sind Verlaufskontrollen erforderlich, um die Funktion des Shunts und die weitere Entwicklung zu überwachen.
Ob ein TIPS infrage kommt, prüfen wir gemeinsam mit den Kolleg:innen aus der Gastroenterologie beziehungsweise Hepatologie. Dabei berücksichtigen wir die zugrunde liegende Lebererkrankung, den Schweregrad des Pfortaderhochdrucks, mögliche Begleiterkrankungen und die individuelle Behandlungssituation.

Chefarztsekretariat
Dr. Beate Schädlich
Kardiologie (Asklepios Klinikum Harburg)
Alle Versicherte