Asklepios Klinik Nord - Heidberg

Neonatologie

Neonatologie am Standort Hamburg Nord – Heidberg

Leitungsteam Neonatologie H81a

Leitungsteam Neonatologie H81a

Früh- und Neugeborenenmedizin im Babyfreundlichen Perinatalzentrum Level 1

Auf unserer Neonatologie versorgen wir Frühgeborene und kranke Neugeborene, auch sehr kleine und unreife Kinder ab der 24. Schwangerschaftswoche.

Gemeinsam mit Geburtshilfe und Pränataldiagnostik sind wir Teil des Babyfreundlichen Perinatalzentrums Level 1 der Asklepios Klinik Nord – Heidberg. Damit verbinden wir die medizinischen Voraussetzungen der höchsten perinatalen Versorgungsstufe mit einem Versorgungskonzept, das Eltern früh einbezieht und die Nähe zwischen Eltern und Kind gezielt unterstützt.

Chefärztin

Dr. Susanne Schmidtke

Kinder- und Jugendmedizin

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Muttermilch und Stillförderung

Muttermilch hat für Frühgeborene und kranke Neugeborene einen besonderen Stellenwert. Die Förderung der Muttermilchernährung gehört deshalb fest zum Konzept unseres Babyfreundlichen Perinatalzentrums Level 1.

Wir unterstützen Mütter früh dabei, die Milchbildung aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Wenn ein Baby zunächst noch nicht selbst an der Brust trinken kann, zeigen wir unter anderem die Gewinnung von Kolostrum per Hand und das Abpumpen von Muttermilch.

Möglichst von Anfang an und sobald Reife und Gesundheitszustand des Kindes es ermöglichen, begleiten unsere Pflegefachpersonen und Still- und Laktationsberater:innen den Weg zum Stillen.

Entwicklungsfördernde Versorgung

Frühgeborene durchlaufen wichtige Reifungs- und Entwicklungsschritte bereits außerhalb des Mutterleibs, die bei termingeborenen Kindern noch vor der Geburt stattfinden. Deshalb passen wir Umgebung, Pflege und medizinische Versorgung an ihre besondere Reife und Belastbarkeit an. Dazu gehören eine behutsame Lagerung und ein angepasstes Handling, die Berücksichtigung von Schlaf- und Wachphasen sowie möglichst gebündelte pflegerische und medizinische Maßnahmen.

Möglichst viel Kontinuität

Sehr früh geborene Kinder verbringen häufig viele Wochen auf unserer Station. Deshalb versuchen wir, Wechsel in ihrer unmittelbaren Umgebung auf ein notwendiges Minimum zu begrenzen. Besonders fragile Kinder werden nach Möglichkeit im vorderen Stationsbereich in unmittelbarer Nähe zum Stationsstützpunkt betreut. Wenn sich ihr Zustand stabilisiert hat, wechseln sie in den hinteren Bereich. Im Regelfall bleibt es dadurch bei einem einzigen Zimmerwechsel während des gesamten Aufenthalts.

Auch für die Entwicklung des Mikrobioms sind die ersten Lebenswochen prägend. Die mikrobielle Besiedlung wird von vielen Faktoren beeinflusst, darunter Muttermilch, Hautkontakt, enge Bezugspersonen, Medikamente und die unmittelbare Umgebung. Ein möglichst konstantes Umfeld ist deshalb ein Baustein unserer familienintegrierten Versorgung.

Physiotherapie als Teil der Versorgung

Physiotherapeut:innen begleiten Früh- und Neugeborene bei Bedarf bereits während des stationären Aufenthalts. Im Mittelpunkt stehen entwicklungsfördernde Lagerung, Bewegung und Körperwahrnehmung. Auch die Eltern werden angeleitet, ihr Kind sicher aufzunehmen, zu halten, zu lagern und zu bewegen. Vieles davon kann später zu Hause weitergeführt werden.

Schmerzen möglichst vermeiden und Belastungen reduzieren

Früh- und Neugeborene nehmen Schmerzen und Reize wahr. Deshalb führen wir Untersuchungen und Behandlungen so schonend wie möglich durch und vermeiden unnötige Belastungen. Je nach Situation kommen nichtmedikamentöse und medikamentöse Verfahren zum Einsatz. Hautkontakt, Känguruhen, Muttermilch und eine behutsame Durchführung können unterstützend wirken.

Auch die Umgebung passen wir an die Bedürfnisse der Kinder an. Wir arbeiten mit gedämpftem Licht und achten auf eine möglichst ruhige Geräuschkulisse. Eine optische Lautstärmeanzeige in Form eines „Ohres“ zeigt mit Grün, Orange und Rot an, wenn es im Zimmer zu laut wird.

Familienintegrierte Versorgung von Anfang an

Gemeinsam im Familienzimmer

Auf unserer Neonatologie gibt es keine klassischen Mehrbettzimmer. Alle Patientenzimmer sind Familienzimmer. Mutter und Baby können während des Aufenthalts gemeinsam in einem Zimmer bleiben. Zusätzlich kann eine feste erwachsene Begleitperson aus dem unmittelbaren häuslichen Umfeld mit aufgenommen werden. Wechselnde Übernachtungspersonen sind nicht vorgesehen.

Auch Mehrlinge können gemeinsam mit ihrer Mutter und einer festen erwachsenen Begleitperson untergebracht werden. Ob Partner:in, Co-Elternteil oder eine andere enge erwachsene Bezugsperson: Unterschiedliche Familienkonstellationen sind bei uns selbstverständlich willkommen. Die medizinische Versorgung erfolgt direkt im Familienzimmer. Inkubator, Monitoring, Infusionstherapie oder Atemunterstützung können dort eingesetzt werden, wenn das Kind sie benötigt.

Nähe und Beteiligung von Anfang an

Hautkontakt ist gerade für sehr kleine Frühgeborene wichtig. Deshalb ermöglichen und fördern wir Haut-zu-Haut-Kontakt und Känguruhen von Anfang an, auch bei sehr unreifen oder intensivmedizinisch versorgten Babys.

Unsere Pflegefachpersonen begleiten Eltern dabei und unterstützen sie, ihr Kind sicher zu halten, zu beruhigen und zunehmend selbst zu versorgen. Monitoring, Zugänge, Schläuche oder Atemunterstützung werden so gesichert, dass körperliche Nähe auch bei komplexer medizinischer Versorgung möglich bleibt. Eltern werden früh in Pflege und Alltag einbezogen und lernen dabei, die Signale und Bedürfnisse ihres Kindes immer besser einzuschätzen.

4-Hand-Versorgung

Bei der Versorgung unserer Kinder arbeiten wir grundsätzlich nach dem Prinzip der 4-Hand-Versorgung. Versorgungsschritte am Baby werden gemeinsam durchgeführt. So können Bewegungen besonders sicher und behutsam erfolgen, Zugänge und medizinische Hilfsmittel zuverlässig geschützt werden und das Kind gleichzeitig möglichst viel Ruhe, Nähe und Geborgenheit erfahren.

Medizinische Versorgung im Babyfreundlichen Perinatalzentrum Level 1

Geburtshilfe, Pränataldiagnostik und Neonatologie arbeiten am Standort Heidberg räumlich und fachlich eng zusammen. Kreißsaal, Kaiserschnitt-OP und Neonatologie liegen nah beieinander. Wenn bereits während der Schwangerschaft bekannt ist, dass ein Kind nach der Geburt besondere medizinische Unterstützung benötigen wird, können Geburt und weitere Versorgung gemeinsam vorbereitet werden.

Level 1 steht für die höchste perinatale Versorgungsstufe. Zusätzlich ist unser Perinatalzentrum als Babyfreundliche Perinatalklinik zertifiziert. Damit gehören wir zu einem sehr kleinen Kreis von Level-1-Zentren in Deutschland mit dieser zusätzlichen Auszeichnung. Die Zertifizierung wird nach festgelegten Kriterien vergeben und regelmäßig überprüft. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Bindungsförderung, Muttermilch- und Stillförderung sowie die frühe Einbindung der Eltern.

Je nach Erkrankung umfasst die neonatologische Behandlung unter anderem kontinuierliche Überwachung, Atemunterstützung, Infusions- und Ernährungstherapie sowie die Behandlung akuter Erkrankungen des Früh- und Neugeborenen.

Wenn zusätzliche Expertise erforderlich ist, beziehen wir weitere Spezialist:innen ein: zum einen die pädiatrischen Fachbereiche innerhalb von KinderHeidberg, zum anderen Fachabteilungen der Asklepios Klinik Nord, deren Teams auch Kinder mit besonderen Erkrankungen behandeln, zum Beispiel Kinderchirurgie, Neurochirurgie, HNO, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie oder Augenheilkunde.

Wobei wir helfen können

Wir versorgen:

  • sehr unreife und früh geborene Kinder ab der 24. Schwangerschaftswoche
  • Neugeborene mit niedrigem oder sehr niedrigem Geburtsgewicht
  • kranke und schwer kranke Neugeborene, die besondere Überwachung oder intensivmedizinische Behandlung benötigen
  • Neugeborene mit Atemproblemen oder ausgeprägten Anpassungsstörungen nach der Geburt
  • Kinder mit angeborenen Erkrankungen oder Fehlbildungen

Darüber hinaus behandeln wir auch häufigere Erkrankungen und Anpassungsprobleme des Neugeborenen, etwa Infektionen, auffällige Blutzuckerwerte, ausgeprägte Gelbsucht oder Schwierigkeiten beim Trinken und bei der Ernährung.

Begleitung während des Aufenthalts und nach Hause

Ein Aufenthalt auf der Neonatologie kann viele Wochen dauern. Deshalb haben wir auch die Situation der Eltern im Blick.

Auf der Station gibt es unser Elterncafé. Dort können Mütter und erwachsene Begleitpersonen an einem normalen Tisch essen, etwas trinken oder das Patientenzimmer für kurze Zeit verlassen. Währenddessen kümmert sich das Stationsteam um das Baby.

Mütter können während eines längeren Aufenthalts außerdem Angebote unseres Elternzentrums Rückenwind nutzen, etwa Rückbildungskurse, sofern der eigene Gesundheitszustand dies erlaubt. Auch während dieser Zeit wird das Neugeborene auf der Station betreut.

Unser Team Nestbauer kann Familien bereits während des Klinikaufenthalts begleiten und den Übergang nach Hause unterstützen. Für Frühgeborene und Risikoneugeborene stehen darüber hinaus spezielle Nachsorgeangebote zur Verfügung.

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